Bullerbü auf dem Salzert
Spiel und Spass mit Astrid Lindgren
Nachts rollt der Ball
Statt in Zelten im Matratzenlager
Stadt sucht engagierte Abendcoaches
Ferienprogramm- Woche: Buntes Programm mit den Bewohnern des Stadtteils Lörrach.
Nachbarn lernen zusammen zu leben
Biete Kochen — suche Rasen mähen
"Volltreffer" Nacht- Sport
Sportliche Begegnungen auf dem Salzert
Alternative zum Discobesuch
Samstags in die Sporthalle
Der Erfolg muss beflügeln
Offene Sporthalle lockt Jugendliche
Auf dem Salzert wurde das Lörracher Nacht-Sport-Projekt gestartet
Jugendliche sollen spielen statt abzuhängen
Salzert mit neuem Blättli
Gesucht und gefunden
Salzert: große Resonanz auf Tauschbörse
Biete Stricken, suche Jäten
Moderne Nachbarschaftshilfe
"Talentbörse" für Salzert
Befragung der Fahrgäste
Wunsch nach mehr Kontakten
Salzert bietet mehr als sein Ruf
Zweite Buslinie Salzert
Anonymität überwinden
Kinder- und Jugendfest
Sonne guter Nachbarschaft
Bewohner wissen nichts voneinander
1. Stadtteilkonferenz in Lörrach / Arbeitskreise erarbeiten Verbesserungsvorschläge
Nicht nur höher, sondern weiter
Den Salzertwald entmüllt
Die Stadt will Bedürfnisse auf dem Salzert erkunden
Mieterprojekt auf dem Salzert




02. November 2007

Bullerbü auf dem Salzert
Lindgren-Tage beim Stadtteiltreff / "Wichtig, dass die Kinder eine Anlaufstelle haben"
Von Maja Tolsdorf

LÖRRACH. Zum Thema "Astrid Lindgren" beschäftigten sich in den Herbstferien 17 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren mit den Geschichten der Autorin, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Waldspaziergänge, Basteleien und Spiele zu "Ronja Räubertochter" , "Michel von Lönneberga" und "Wir Kinder von Bullerbü" standen auf dem Programm des SAK-Stadtteiltreffs auf dem Salzert.
Die Finger seiner rechten Hand halten den dünnen Pinselstiel ganz fest. Völlig vertieft ist der blonde Junge auf der Bank in sein Vorhaben, blaue Farbe auf einen dünnen Stecken aufzutragen. Bunte Farbringe und Tupfer zieren den Stock, den er tags zuvor im Wald gefunden hat. "Das soll ein Nasenwicht sein" , erklärt Erzieherin Christine Cramer und holt ein Beispiel hervor.
Dieser Wicht ist mit einem Gesicht und Haaren bemalt. Doch die Kinder im SAK- Stadtteiltreff lassen ihrer Fantasie freien Lauf und bemalen das Holz stattdessen mit bunten Ringen und Tupfen.
"Doch das ist nicht wichtig" , sagt Christine Cramer, die als Erzieherin für das Ferienprogramm verantwortlich ist. Schließlich käme es zum Thema "Michel von Lönneberga" darauf an, dass die Kinder schnitzten und sich mit Holz beschäftigten. Schließlich hat dies der Michel in Lindgrens Geschichte auch getan, wenn er vom Vater in den Schuppen gesperrt worden war. Zur Beschäftigung mit "Ronja Räubertochter" waren die Kinder tags zuvor im Wald gewesen und zum Kapitel "Kindertag in Bullerbü" dürfen sich die Jungen und Mädchen ihren Kindertag kreativ gestalten.
Zum ersten Mal hat der Stadtteiltreff in diesen Herbstferien sein Programm an die Grundschulzeit angepasst. Anstatt um 9.30 Uhr begannen die Lindgren-Tage bereits um 8 Uhr. Auch außerhalb der Ferien ist der Treff mit dem Kindercafé, dem Spielbus und der Mädchengruppe für die Familien auf dem Salzert da. "Komm mal, ich will was mit dir spielen" , sagt der kleine Stefan und zupft Christine Cramer an der Hand. Doch zuerst trägt sie ihm auf, das Fußballspiel aufzuräumen, mit dem er eben noch gespielt hat.
"Nein, um Himmel willen" , sagt Sabine Heitzmann vom SAK auf die Frage, ob sie es mit Kindern eines sozialen Brennpunkts zu tun hat. "Wir arbeiten dafür, dass der Salzert aus dieser Ecke rauskommt" , erklärt die Leiterin des Stadtteiltreffs. In den letzten fünf bis sechs Jahren habe sich eine Menge zum Positiven verändert. "Wir sind auf dem richtigen Weg" , sagt Heitzmann und ist froh, mit ihrer Arbeit einen Teil dazu beizutragen. "Es ist wichtig, dass die Kinder eine Anlaufstelle haben" . Stefan hat das Fußballspiel inzwischen weggepackt, steuert auf Sabine Heitzmann zu und kuschelt sich an sie. Sie streicht ihm über den Rücken und motiviert ihn dazu, beim Aufräumen zu helfen. Schließlich ist gleich Zeit für das gemeinsame Mittagessen.




31. Oktober 2007





16. Oktober 2007

Nachts rollt der Ball
Das erfolgreiche Nacht- Sport- Projekt läuft nun auch in der Eichendorff- Sporthalle
Von Kornelia Schiller

LÖRRACH. Der Ball rollt wieder, besser gesagt — er wird wieder gespielt beim Nacht-Sport-Projekt der Stadt Lörrach. Das Projekt, das im vergangenen Jahr von der Stadt initiiert wurde, wird auf dem Salzert fortgesetzt. Zusätzlich öffnet die Stadt nun auch die Eichendorff-Sporthalle. Mit dem Nacht-Sport will man Jugendliche in der kalten Jahreszeit dazu bewegen, ihre Freizeit am Wochenende sportlich am Abend in einer Halle zu verbringen, statt draußen auf der Straße abzuhängen.

Im vergangenen Jahr war es die Sporthalle auf dem Salzert, die für nächtliche Sportaktivitäten am Freitagabend für Jugendliche geöffnete wurde. Weil die Jugendlichen diese Möglichkeit der Freizeitgestaltung so gut annahmen, überlegten Stadt und SAK, das Angebot auszuweiten. Gesucht wurde eine Halle in Stadtnähe und so fiel die Wahl auf die Sporthalle der Eichendorffschule.
Eine gute Wahl, wie sich am Samstagabend heraus stellte. Nachdem am Freitagabend auf dem Salzert offiziell die zweite Saison des Nacht-Sport-Projektes eröffnete worden war, rollte am Samstagabend in der Sporthalle der Eichendorffschule der Ball. Der verantwortliche Abendleiter und Erzieher Jan Funke zeigte sich ganz zufrieden über die Resonanz der Jugendlichen. Nachdem die Halle um 21. 30 Uhr geöffnet wurde, hatte sie sich nach und nach gefüllt. Auch der 16-jährige Sergio Cannavo gesellte sich mit seinen Freunden zum abendlichen Kicken hinzu. In der Schule sei er auf das Projekt aufmerksam gemacht wurden. "Wenn ich jetzt nicht hier wäre, würde ich wahrscheinlich daheim vorm PC hocken und spielen" , erzählt der Schüler.
Beim Nacht- Sport wird Wert auf Miteinander und sportlich fairen Wettkampf gelegt. Dafür sollen die Coaches sorgen, die am Abend in der Halle dabei sind.
Zum Angebot gehörten Basketball und Fußball in verschiedenen Spielformen. Und natürlich durfte die basslastige Musik dazu nicht fehlen, denn im Rhythmus der Beats ließ es sich irgendwie leichter kicken oder werfen. Noch bis Ende März stehen am Freitagabend die Salzert-Sporthalle und am Samstagabend die Turnhalle der Eichendorff für die nachtaktiven jugendlichen Sportler offen. Jeweils von 21. 30 Uhr bis Mitternacht darf sich sportlich fair ausgetobt werden.




06. September 2007

Statt in Zelten im Matratzenlager
"Sommerferien ohne Langeweile" gab es mit dem Team des SAK-Stadtteiltreffs auf dem Salzert

LÖRRACH (BZ). Sommerferien ohne Langeweile — getreu diesem Motto veranstaltete der SAK Stadtteiltreff ein kunterbuntes Programm für 6- bis 12-jährige Kinder, das allen Beteiligten viel Freude gemacht hat. Nach der "Reise um die Welt" zu Beginn der Sommerferien konnten die Kinder im Rahmen des Angebotes "Bau dir dein Abenteuerland" in der zweiten Ferienwoche ein kunterbuntes Hüttendorf auf einer Obstwiese neben der Jugendherberge konstruieren. Doch das Wetter machte einen dicken Strich durch die Rechnung.
So mussten sie in den Stadtteiltreff Salzert ausweichen. Dort erwartete die Kinder ein buntes Ersatzprogramm mit Kickerturnier, Papier marmorieren, Basteln, Spielen und Toben.
Trotz anhaltender Schlechtwetterperioden während des Ferienprogramms kam die Abenteuerstimmung nicht zu kurz. Im Wald durften die Kinder ihre Geschicklichkeit und ihren Mut auf einer eigens für sie konstruierten Seilbrücke erproben. Auch der Höhepunkt der Woche, das geplante Zelten, musste ins Haus verlegt werden, und so wurde die Nacht anstatt unter dem Sternenhimmel über Lörrach in einem großen Massenlager verbracht. Das Fazit der Woche sah bei allen Kindern dennoch gleich aus: "Trotzdem hat es riesigen Spaß gemacht!".

In der dritten Woche konnten die Kinder ihre Kreativität unter Beweis stellen. So wurde im Kunstatelier aus Pappmachee farbenfrohe Nanas und Skulpturen hergestellt. Bei der "Aktion "Film ab" stellten die jungen Akteure und Akteurinnen unter der Anleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Anja Schneider ihr schauspielerisches Talent unter Beweis. Gemeinsam wurde eine Geschichte geschrieben, wurden Rollen entwickelt, Kostüme und Kulissen gebastelt, wurde schließlich alles in Szene gesetzt und gefilmt. So staunten die Menschen auf dem Salzert nicht schlecht, als sie Könige, Räuber und andere skurile Gestalten samt Filmteam durch ihren Stadtteil streifen sahen. Es entstand der Film "Der geklaute Schatz" , der als krönender Wochenabschluss im eigens eingerichteten Kino bei Popcorn auf großer Leinwand bestaunt wurde. Unterstützt werden die Hauptamtlichen des Stadtteiltreff von einem Stamm geschulter ehrenamtlicher Helferinnen, ohne die Aktionen in diesem Umfang kaum möglich wären. Dass diese Mitarbeit großen Spaß bereitet, zeigt die Tatsache, das einige seit mehreren Jahren dabei sind. So resümiert Lily Winzer, Schülerin aus Lörrach, im dritten Jahr ihrer Mitarbeit: "Ich freu’ mich schon riesig auf das nächste Jahr. Und dann haben wir hoffentlich besseres Wetter."




27. August 2007

Stadt sucht engagierte Abendcoaches
Nacht- Sport- Projekt auf dem Salzert geht in die zweite Saison / Zweite Halle kommt hinzu

LÖRRACH (BZ). Nach der ersten erfolgreichen Saison des im Oktober 2006 gestarteten Nacht-Sport-Projekts in der Sporthalle auf dem Salzert, führt die Stadt Lörrach in Kooperation mit dem SAK-Stadtteiltreff Salzert das Angebot in der kommenden Wintersaison weiter. Die Pilotphase diente dazu, Erfahrungen zu sammeln und diese in der folgenden Spielzeit im Konzept einfließen zu lassen. Außerdem sollen die Erkenntnisse des halben Jahres, von Oktober 2006 bis März 2007, dazu genutzt werden, einen weiteren Standort für dieses offene nächtliche Sportangebot an Wochenenden für Jugendliche anzubieten.
Das Projekt versteht sich nach Darstellung der Stadt als offenes Präventions- und Integrationsangebot und als alternative zur konsumorientierten Freizeit und dem "Herumhängen" am Wochenende. Die Stadt Lörrach öffnet an Freitag- und Samstagabenden zwei Turnhallen und lädt Jugendliche von 14 bis 18 Jahren zu Sport, Musik und zum Leute treffen ein.

Um in der kommenden Saison eine gute Organisation und Betreuung des Angebots zu gewährleisten, werden motivierte, sportliche und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Abendteams gesucht (Abendcoaches), schreibt der Fachbereich Jugend,Schule, Sport. Das Team hat einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Angebots. Es organisiert, motiviert, betreut und ist Bezugspunkt für die Jugendlichen.

Wichtig ist die Bereitschaft, zwei- bis viermal pro Monat am Freitag- oder Samstagabend von zirka 21 bis 24 Uhr zu arbeiten. Es werden junge Leute zwischen 18 und 24 Jahren gesucht, die Lust haben, als Teamplayer mit den Jugendlichen zusammen den Sportabend zu gestalten. Erfahrung als aktive oder ehemalige Sportler, in der Jugendarbeit im Sportverein oder in einer anderen Jugendgruppe sind von Vorteil. Idealerweise verfügen die Bewerber eine Ausbildung als Jugendleiter oder Übungsleiter. Die jungen Abendcoaches sollen auch Flexibilität, Selbstständigkeit und gesundes Durchsetzungsvermögen mitbringen.

Bewerbungen nimmt die Stadt Lörrach, Fachbereich Jugend/Schulen/Sport, Telefon 07621/ 415-310 oder per e-mail: s.dieterle@loerrach.de entgegen. Weitere Informationen erteilt der SAK Lörrach, Stadtteiltreff Salzert, Sabine Heitzmann, Telefon 07621/3184, e-mail: salzert@sak-loerrach.de .




07. Juli 2007

Ferienprogramm- Woche: Buntes Programm mit den Bewohnern des Stadtteils Lörrach.

Der SAK Stadtteiltreff Salzert veranstaltete in der vergangenen Woche im Rahmen der Aktionsfonds der Wohnbau Lörrach und gemeinsam mit Bewohnern des Salzerts das Kinderferienprogramm Reise um die Welt: Schwerpunktländer waren Russland und Kasachstan.

Rund 25 Kinder nahmen täglich begeistert am Programm teil, das Salzertbewohnerinnen aus Russland und Kasachstan sowie Mitarbeiterinnen und Ehrenamtliche des SAK-Stadtteiltreffs vorbereitet hatten.

Wie heißt der größte See Russlands? Wie viele Sprachen werden dort gesprochen und wie groß ist Kasachstan? Fragen, welche die Kinder nun beantworten können. In einem Workshop mit Ella Rösch konnten die Kinder des Ferienprogramms allerlei interessante und überraschende Fakten über die beiden Länder erfahren.

Tatjana Werwein, Erika Schönemann und Irina Prediger brachten den Kindern Kyrillisch und Sätze auf russisch und kasachisch bei, bastelten traditionelle russische Kronen und kasachische Mützen. Natalia Gerlitz und Irina Koleschnik studierten mit den Kindern landestypische Tänze und Lieder ein, die dann beim Abschlussfest am Freitagabend im Gemeinschaftshaus aufgeführt wurden. Dort gab auch die Kindergruppe des russischen Chors ein kleines Gastspiel.

Für das leibliche Wohl sorgten zudem Irina Spedt, Olga Rohrbach und Frau Gerber, die die Gäste mit landestypischen Spezialitäten die Vielfalt der russische und kasachische Küche kosten ließ.




06. August 2007

Nachbarn lernen zusammen zu leben
Eine Ferienaktion zeigte wieder einmal, wie vernetzte Sozialarbeit zur Verbesserung des Klimas auf dem Salzert beiträgt

LÖRRACH. Der Salzert kann in Lörrach als Modell für eine vernetzte Stadtteilarbeit dienen. Die Tätigkeit des SAK-Stadtteilbüros ist abgestimmt auf die nachbarschaftlichen Initiativen, mit der die Wohnbau Lörrach GmbH die bauliche Sanierung der so genannten Salzert-Hochhäuser als dauerhafter Sozialauftrag weiterführt. Ein wichtiges Thema für alle Beteiligten ist die Intergration von Zuwanderern. Integration wiederum hat mit Kennenlernen zu tun und dafür bot eine Ferienaktion des SAK Gelegenheit. Ein Fallbeispiel.
Spielerisch fremde Kulturen und Traditionen kennen lernen; das Kinderferienprogramm "Die Reise um die Welt" , das vom 30. Juli bis zum 3. August auf dem Salzert stattfand, machte dies möglich. Der thematische Schwerpunkt lag auf Russland und Kasachstan, organisiert wurde das Projekt vom SAK Stadtteiltreff Salzert mit der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Eltern. Die Wohnbau Lörrach trug ihren Teil mit dem Aktionsfonds für bürgerliches Engagement im Wohngebiet bei.

Ferienprogramme gab es schon lange auf dem Salzert, erzählt Gina Vella vom SAK. Die Aktion in diesem Jahr sei jedoch etwas besonderes gewesen, weil dabei besonderer Wert auf die interkulturelle Verständigung gelegt wurde. "Wir möchten die Kinder dabei begleiten, wie sie die für sie fremde Kulturen kennenlernen" , so Vella. Besonders erfreulich sei das unentgeltliche Engagement der Bewohner. viele Eltern hatten sich sofort bereit erklärt mitzumachen und auch Bekannte zum Mitmachen aktiviert. Aufgrund dessen war es möglich, jeden Tag etwa 25 Kinder in verschiedenen Workshops an die kasachischen und russischen Gebräuche heranzuführen, sei es nun die Kochkunst oder die Sprache. Sabine Heitzmann, die Leiterin des Stadtteiltreffs, ist begeistert: Der Salzert habe sich "unglaublich entwickelt" und sei auf einem sehr guten Weg. Dennoch sei es nach wie vor wichtig, ein Auge darauf zu haben.

Auch Willi Brunen von der Wohnbau Lörrach zeigte sich sehr erfreut über die Entwicklung des Stadtteils, die mit der Sanierung der Hochhäuser in der Salzertstraße vor sieben Jahren begonnen hatte. Brunen lobte die gute Zusammenarbeit mit dem SAK, durch die solche Projekte erst ermöglicht würden. "Unser Anliegen war es, dass die Kinder die Angst vor dem Fremden verlieren. Durch interkulturelle Lernprojekte wachsen die Kinder hier ganz anders auf, sie werden sich später daran erinnern und haben dann einen eigenen Zugang zu fremden Kulturen" , erläuterte Brunen seine Intention. Es sei ihm wichtig, langfristig zu denken und durch die Einbindung der Familien die Nachbarschaften zu stärken. Durch die Arbeit der Wohnbau seien bereits gut funktionierende Nachbarschaftsnetzwerke entstanden. Der Salzert habe durchaus Modellcharakter für eine Form der Integration, in der die Bewohner des Stadtteils voneinander lernen.

Verhältnis der Bewohner
wird besser


Auch bei den Eltern kam das Projekt gut an. Irina Prediger, Erika Schönemann und Tatjana Werwein haben bei den Workshops mitgeholfen und sind sich einig: Das Verhältnis zwischen den Nachbarn ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden. Für die Kinder werde immer etwas geboten, lobten sie die Arbeit des SAK auf dem Salzert. Irina Koleschnik wohnt zwar nicht im Viertel, ist aber trotzdem begeistert und wünscht sich ähnliche Projekte auch in anderen Stadtteilen.

Für den Salzert soll es auf jeden Fall nicht das letzte gewesen sein: "Es ist kein Ende in Sicht" , verspricht Heitzmann. Aufgrund der guten Resonanz wird der Stadtteiltreff auch in Zukunft auf dieser Schiene weiterfahren
.




18. Juni 2007

Biete Kochen — suche Rasen mähen
Talent- Tausch- Börse auf dem Salzert hat inzwischen sechzig tauschwillige Mitglieder

LÖRRACH (lr). Du streichst meine Wand, ich passe dafür ein paar Stunden auf deine Kinder auf. Ich fahre dich zum Flughafen und du reparierst im Gegenzug meinen Videorecorder. Auf diesem einfachen Prinzip von Geben und Nehmen basiert sie, die Talent-Tausch-Börse Salzert.
Die Tauschbörse ist kein Verein, betont Sozialarbeiterin Sabine Heitzmann vom SAK Stadtteiltreff Salzert, die dem Projekt hilfreich zur Seite steht. Vielmehr ist sie eine lockere Ansammlung von Menschen, bei der es keinen Mitgliedsbeitrag gibt und bei der jeder mitmachen kann. Entstanden ist sie aus der Stadtteilkonferenz Salzert.
Jedes Mitglied bekommt eine Tauschkarte auf der etwaige Tauschaktionen nebst Unterschrift der Beteiligten festgehalten werden. Auch die bereits verdienten oder bezahlten Punkte werden dort vermerkt.
Beim ersten Treffen im Januar 2006 trafen sich 25 Tauschwillige, inzwischen ist die Mitgliederzahl auf beinahe 60 gewachsen. Der Tauschring ist nicht nur eine gute Gelegenheit, erhaltene Dienstleistungen durch eigene Fähigkeiten oder Waren zu "bezahlen" , sondern kann auch eine Gelegenheit sein neue Kontakte zu knüpfen.

Wer mitmachen will, meldet sich bei Brigitte Braml (3259) oder Uschi Weldle (46228) oder im Internet auf http://www.salzert.de Anmeldeformulare und Tauschlisten liegen aus in Kindergarten, Grundschule, Jugendtreff und Max-Josef-Metzger-Haus auf dem Salzert




25. Mai 2007

"Volltreffer" Nacht- Sport
Pilotprojekt für Jugendliche auf dem Salzert wird Dauereinrichtung / Im Oktober geht’s weiter
Von Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Das Nacht-Sport-Angebot für Jugendliche auf dem Salzert ist ein voller Erfolg. Darum ist nun die Pilotphase beendet und das Projekt wird im Oktober als Dauereinrichtung weitergeführt. Die Stadt und ihre Projektpartner prüfen überdies, wo ein weiteres Nacht-Sport-Angebot möglich ist.
"Es war ein gutes Projekt" , stellt Fachbereichsleiter Thomas Wipf (Jugend, Schule, Sport) fest. Im Oktober wurde das "qualifizierte, offene Angebot" an Samstagen in der Salzertturnhalle begonnen.
Zuvor hatten sich Wipf und Stadtjugendpfleger Stefan Dieterle in Winterthur und St. Gallen über solche Angebote kundig gemacht.
Nach Abschluss der ersten Saison Ende März zog nun die Projektgruppe mit Vertretern der Stadt, des SAK, der Polizei, von Schule, Hausverwaltung und den Abendcoaches eine positive Bilanz. Die Zielgruppe der 12- bis 19-Jährigen wurde erreicht. Einer Umfrage unter den Nacht-Sportlern zufolge entstammen sie 14 Nationen.

Dreiviertel der bis zu 50 Jugendliche wohnen auch auf dem Salzert. Man wollte gerade ihnen eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen. "Wir haben einen Volltreffer gelandet" , so Dieterles Gesamturteil.
Dazu gehört nicht nur, dass Fußball, Basketball und Volleyball gespielt wurde, sondern dass es während der NachtSport-Abende im Umfeld der Halle keinerlei Ruhestörungen oder andere Vorkommnisse gab, die die Polizei beschäftigt hätten. Gerade die mit dem Nacht-Sport angesprochenen Jugendlichen seien durchaus gefährdet, schildert Sabine Heitzmann vom Sozialen Arbeitskreis (SAK). Sie träfen sich auf öffentlichen Plätzen, langweilten sich und "wenn’s dumm läuft" fielen sie dann negativ auf.

Auch die Abendcoaches machten laut Jan Funke gute Erfahrungen in der Halle und im Umfeld. Klare Regeln seien akzeptiert worden und die Jugendlichen, zu 90 Prozent männlich, organisierten sich auch selbst beim Sport. Die Coaches bringen einen beruflich-pädagogischen Hintergrund mit beziehungsweise verfügen über langjährige Erfahrung in der Jugendarbeit im Sport. Zudem gehören ältere Jugendliche zu den Abendteams. Auch dies trägt zum Erfolg des Projektes bei.

Es wird von Oktober an auf jeden Fall auf dem Salzert weiter geführt, dann aber freitags, weil die Jugendlichen selbst diesen Termin mehrheitlich lieber haben. Ob es in der Stadt oder den Stadtteilen ein oder zwei neue Angebote geben wird, wird laut Wipf geprüft. Wegen der Hallenbelegung durch Vereinssport kommen kaum Hallen, deren Örtlichkeit auch gut einsehbar ist, dafür in Frage. 3000 bis 4000 Euro kostete das Pilotprojekt, mehrheitlich für Honorare der Coaches. Mehrere Sponsoren halfen dabei.

Es werden wieder Helfer gesucht, die in Abendteams die verschiedenen Aufgaben übernehmen wollen, ältere Jugendliche und Erwachsene. Info und Bewerbungen: Stefan Dieterle, Stadt Lörrach, 415-310, E-Mail: s.dieterle@loerrach.de oder Sabine Heitzmann, SAK-Stadtteiltreff Salzert, 3184, E-Mail: salzert@sak-loerrach.de.




06. Februar 2007

Sportliche Begegnungen auf dem Salzert
Stadtteiltreff lud junge Fußballspieler mit und ohne Vereinsbindung zu einem Turnier

LÖRRACH (ouk). Die Mannschaft der "Lions" stürmt nach vorne, ein kräftiger Schuss. Der gegnerische Tormann springt und wehrt den Ball ab. Doch ein Spieler setzt von der Seite nach: Tor! Die "Lions" gewinnen das Spiel mit 7 zu 5.
Der Stadtteiltreff Salzert und der FV Lörrach veranstalteten am Samstag ein Fußballturnier für Kinder. Die E-Jugend des Vereins und fußballbegeisterte Kinder vom Salzert, alle zehn oder elf Jahre alt, spielten in acht bunt gemischten Mannschaften gegeneinander: Vereins- und Straßenfußballer, Jungen und Mädchen bildeten gemeinsam die Teams. Sie spielten mit vollem Einsatz, lieferten sich spannende Zweikämpfe um den Ball und stürmten in
hohem Tempo. Dennoch gab keine Verletzten und keine Fouls. Er habe kein einziges Mal die gelbe oder die rote Karte zücken müssen, berichtet Bernd Pillar, Trainer der E-Jugend beim FV Lörrach. Am Samstag pfiff er die Spiele gemeinsam mit Leonardo Galvagno und Yusuf Sürmeci vom Jungendzentrum "Stadtteiltreff Salzert" . Der Stadtteiltreff hatte auch die Organisation des Turniers übernommen.

Alle Spielerinnen und Spieler erhielten als Anerkennung eine Medaille in Form eines Fußballspielers, denn dabei sein, war fast noch wichtiger als gewinnen. "Zum ersten Mal haben wir in Kooperation mit einem Verein ein Turnier veranstaltet" , berichtet Sabine Heitzmann, Sozialarbeiterin beim Stadtteiltreff Salzert. Gerne würde sie auch Kontakte zu anderen Vereinen knüpfen und ähnliche Turniere mit Jugendlichen aller Altersgruppen organisieren. Sie will den Jugendlichen sportliche Begegnungen ermöglichen und sie motivieren, ihr Fußballtalent in einem Verein auszubauen.





14. Dezember 2006

Alternative zum Discobesuch
Nacht- Sport- Hallenturnier

LÖRRACH (BZ). In der Nacht auf Sonntag fand ein großes Nacht- Sport- Hallenturnier für Jugendliche statt. Rund 45 Jugendliche spielten mit großer Begeisterung und Fairness in acht Teams um den Wanderpokal. Das Nachtsportprojekt Lörrach wird organisiert vom SAK Stadtteiltreff Salzert sowie der Stadt Lörrach und bietet Jugendlichen ab 14 Jahren samstags von 21.30 bis 24 Uhr eine sinnvolle Alternative zum Discobesuch. Am vergangenen Samstag gewonnen hat das Salzert- Team. Unterstützt wurden die Betreuer des Nachtsportteams von den Juniorcoaches Mischa Deibler, Jürgen Schilling und Christopher Jarosinski, die sich um Getränke, belegte Brötchen und einen reibungslosen Ablauf kümmerten.




23. November 2006

Samstags in die Sporthalle
Auf dem Salzert werden gute Erfahrungen mit dem Nacht- Sport- Projekt gemacht
Von Willi Adam

LÖRRACH. Das Nacht- Sport- Projekt Lörrach (NSL) erweist sich schon zur Hälfte der ersten Saison als ein Volltreffer. Seit Anfang Oktober ist auf dem Salzert am Samstagabend die Sporthalle geöffnet, durchschnittlich 40 Jugendliche treffen sich dort ohne Alkohol und Rauch in der Halle. Die Auswirkungen lassen sich bereits jetzt statistisch nachweisen. Die Polizei registriert an Samstagsabenden im Trabantenstadtteil deutlich weniger Auffälligkeiten mit Jugendlichen. Die Stadt will die Voraussetzungen schaffen, um das Projekt weiterzuführen.
"Das Projekt funktioniert, die Idee geht auf und wir erreichen genau die Jugendlichen, die wir erreichen wollen" , sagte der städtische Jugendreferent Stefan Dieterle gestern bei einer Bilanz zur Halbzeit des Projekts.
Die Idee für das Nacht-Sport-Projekt hatte die Stadt aus der Schweiz importiert. Im Oktober waren dann die Voraussetzungen geschaffen. Gemeinsam mit dem Sozialen Arbeitskreis (SAK), mit dem Stadtteiltreff und der Polizei wurde das Projekt gestartet, das die Jugendlichen in einer "typischen Risikozeit" (Dieterle) von der Straße holt. Oft hängen die jungen Leute an Samstagabenden herum. Für den Disco-Besuch fehlt Geld, Langeweile kommt auf, meist wird getrunken.

Dem setzt das Nacht-Sport-Projekt eine aktive Freizeitgestaltung entgegen. Wer mitmachen will, muss sich in der Halle nur namentlich registrieren lassen. Betreuer regeln ein Spielsystem, bei dem die Teams für die Fußball- und Basketball-Matches immer neu zusammengestellt werden. Man spielt also (ohne Schiedsrichter) mehr miteinander als gegeneinander. "Es kommt gar nicht dazu, dass beispielsweise Türken, Deutsche oder Aussiedler aufeinandertreffen" , sagt Dieterle. Mittlerweile sind sogar einige Jugendliche dabei, die Rolle von Coaches zu übernehmen.

Das NSL, dessen Kosten auf 4000 Euro beziffert werden und das von Sparkasse und Badenova finanziert wird, hinterlässt im Stadtviertel schon deutliche Wirkung. Traditionell gab es Samstagabend auf dem Salzert immer wieder Vorkommnisse mit Jugendlichen — seien es auch nur Kleinigkeiten. Seit dieses Präventionsprojekt greift, sind in der Polizeistatistik diese Fallzahlen deutlich zurückgegangen. Wie Stefan Dieterle berichtet, gehen die meisten der (noch nicht volljährigen) Jugendlichen nach Hause, wenn um 23 Uhr die Halle schließt.

Im Frühjahr will die Stadt darüber beraten, wie es weitergeht. Für eine Fortsetzung auf dem Salzert stehen die Chancen gut. Ob auch in anderen Stadtteilen die Hallen geöffnet werden, ist noch offen. "Wir sind auf Partner angewiesen" , sagt Dieterle. Fachbereichsleiter Thomas Wipf hält die Halle der Hebelschule in der Innenstadt für einen guten Standort. Aber noch sei das nicht geklärt. Für die Sommermonate bietet sich eine Beleuchtung der Skater- und Streetballanlage im Grütt an, wofür sich das Jugendparlament einsetzen will.





23. November 2006

Der Erfolg muss beflügeln
Nacht- Sport- Projekt

Fast alle gesellschaftlichen Probleme sind längst so komplex, dass einfache Lösungen kaum mehr möglich sind. Gerade im lokalen Handeln führt dies oft zur frustrierenden Wahrnehmung, eigene Initiativen seien nicht mehr als der Tropfen auf den heißen Stein oder gar nutzlos im Vergleich zu all den nicht mehr beeinflussbaren Faktoren. Eine verblüffende Ausnahme bildet dabei das Nacht-Sport-Projekt. Das Rezept ist einfach: Man nehme ein paar Regeln zur Wahrung des gegenseitigen Respekts, rekrutiere ein Betreuerteam und öffne Sporthallen, die ansonsten leer stünden. Das Ergebnis ist in einer abgeschlossenen Welt wie dem Salzert sogar statistisch messbar. So schön, so gut. Doch dieser Erfolg ist gleichzeitig Verpflichtung, fast schon ein Alarmsignal. Im Umkehrschluss lässt sich die Erfahrung vom Salzert nämlich auch so deuten, dass viel zu lange zugeschaut wurde, wie bestimmte Jugendgruppen einfach nur herumhängen. Die Stadt prüft nun die Ausweitung des Projekts, sucht Partner und hofft bei der Hallennutzung auf die Mitarbeit der Schulen. Angesichts dieser Bilanz muss diese Sondierung durchaus mit Nachdruck erfolgen. Sportvereine kommen als Partner übrigens eher weniger in Frage. Sie kümmern sich bereits um 5000 Lörracher Jugendliche. Und die Zielgruppe des Nacht-Sports springt auf normalen Vereinssport meist sowieso nicht an.




09. Oktober 2006

Offene Sporthalle lockt Jugendliche
Erstes Nachtsport-Projekt auf dem Salzert gut angelaufen / Sport statt Bushaltestelle am Samstagabend
Von Kornelia Schiller

LÖRRACH. Samstagabend, 21 Uhr, Salzertsporthalle: Die Halle ist hell erleuchtet, auf zwei durch Matten abgetrennten Spielfeldern rennen Jugendliche einen WM-Fußball im Miniformat nach. Andere versuchen sich beim Korbwurf auf dem Basketballfeld. Eigentlich eine ungewöhnliche Zeit für Sport, aber diese Aktion hat System. Beim Nachtsportprojekt der Stadt Lörrach sollen Jugendliche sich nämlich in der Halle sportlich austoben, statt am Wochenende an irgendeiner Bushaltestelle abzuhängen. Seit Jahren wird Sport am späten Abend in Großstädten Deutschlands und in der Schweiz angeboten und regelmäßig von vielen Jugendlichen wahrgenommen. Nun ist es auch in Lörrach soweit.
Nun ist es auch in Lörrach soweit. Das erste Nachtsportprojekt startete am vergangenen Wochenende in der Salzertturnhalle. Bis März können Jugendliche am Samstagabend von 21 Uhr bis Mitternacht sich hier sportlich austoben. Organisatoren und Gäste staunten nicht schlecht, als sie durch das Hallenfenster auf das Spielfeld schauten: Da maßen sich sportlich fair Jugendliche im gemeinsamen Fußball- oder Basketballspiel.

Warum aber gerade Nachtsport am Wochenende? Eine Erklärung dafür wusste Bürgermeisterin Marion Dammann. "Am Wochenende wird relativ wenig für Jugendliche angeboten" , erklärte sie. Da ihnen oftmals auch das Geld fehle, hängen sie in Cliquen an der Tischtennisplatte oder Bushaltestellen ab, um sich gemeinsam die Langeweile zu vertreiben. Zum Ärgernis der Anwohner, denn häufig sind bei diesen Treffen auch Alkoholkonsum und Zerstörungswut mit im Spiel.

Dass die Nachtsportidee funktioniert, bestätigte Robert Schmuki. Er ist seit 1999 der Organisator vieler Nachtsportprojekte in der Schweiz. "Die Qualität des Nachtsports liegt im Unspektakulären" , erklärte Schmuki. Jugendliche sollen sich hier sportlich betätigen können, müssen dabei aber auch auf Regeln achten. Und die wichtigste Regel heißt: Respekt.

Das machte Jan Funke, Sozialarbeiter und einer der Betreuer des Nachtsportprojektes deutlich. "Habt Respekt vor euch selbst, den anderen gegenüber und vor allem den Gegenständen gegenüber" , ermahnte Funke die Jugendlichen. Zusammen mit seinen Kollegen bildet er eine Art Aufsichtsspersonal.

Dass es so spielerisch harmonisch auf dem sportlichen Parkett zuging, freute auch Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff Salzert. Sie ist einer der Mitorganisatorinnen des Projektes. "Die Jugendlichen die hier sind, würden jetzt normalerweise irgendwo auf dem Salzert abhängen" , weiß sie. Dass das stimmt, bestätigen einige Jungen. Der 15-jährige Talip grinst schelmisch und rückt nicht wirklich mit der Sprache raus, wo er sich denn jetzt aufhalten würde. "Aber das hier ist der Überkiller" , meint er, und das heißt so viel wie "es macht Spaß" . Hüseyin (19) hat an diesem Wochenende kein Geld für eine Diskofahrt nach Freiburg und so kommt es, dass auch er an diesen Abend in der Halle ist. Der 19-jährige Francesco findet die Sportaktion gut. "Es ist toll, dass sich die Erwachsenen etwas für uns einfallen lassen haben" , sagt er. Das sind Worte, über die sich Projektleiter Stefan Dieterle und die Mitorganisatoren von Kirchen, Polizei, Stadtteilinitiative und SAK sicher freuen. Er hofft, dass sich der Nachtsport in den nächsten Wochen bewährt.




09. Oktober 2006

Auf dem Salzert wurde das Lörracher Nacht-Sport-Projekt gestartet
Lörrach (mv). Mit dem Nacht-Sport-Projekt" hat die Stadt Lörrach gemeinsam mit dem SAK-Stadtteiltreff Salzert am Samstag ein bisher einzigartiges Projekt für Jugendliche auf dem Salzert gestartet. Spielen statt rumhängen könnte das Motto lauten.

Das Projekt, das in der Schweiz bereits seit sechs Jahren erfolgreich läuft, soll Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren auf dem Salzert attraktive Alternativen zum Herumhängen bieten. Offiziell eröffnet wurde es am Samstagabend in der Grundschule Salzert von Bürgermeisterin Marion Dammann, Sozialarbeiterin Sabine Heizmann vom SAK-Stadtteiltreff Salzert, der Leiterin der Grundschule, Christel van Rijckevorsel, Vertretern der Polizei, des Gemeinderats und des Fachbereichs Jugend, Schulen und Sport der Stadt. Außerdem stellte Robert Schmuki, Leiter der schweizerischen Organisation Midnight-Basketbal-Schweiz das dortige Jugendintegrations-projekt vor. In seinem Referat verwies Robert Schmuki darauf, das der Sport
als Mittel zum Zweck betrachtet werden müsse. Das Projekt könne nur funktionieren, wenn viele Leute mitwirkten.
Ziel ist es, dass Jugendliche sich am Samstag Abend ohne Vereinszwang ungezwungen treffen können, um Sport zu treiben oder einfach Musik zu hören. Ein Betreuerteam sorgt für einen geregelten Ablauf. Tabu sind Alkohol und das Rauchen in der Salzert-Sporthalle, die ab sofort jeden Samstag von 21.30 bis 24 Uhr für Jugendliche geöffnet ist. An der Spitze des Betreuerteams stehen Übungsleiterin Angelika Becker vom TV Hauingen und Streetworker Jan Funke. Wichtig ist den Organisatoren, dass die teilnehmenden Jugendlichen ihre Konflikte gewaltfrei selbst austragen und an gemeinsamen und für alle tragbaren Lösungen mitwirken. Besondere Dankesworte richtete Bürgermeisterin Marion Dammann an den SAK-Salzerttreff und an Sozialarbeiterin Sabine Heizmann. Weitere Dankesworte gingen an die Vertreter der Polizei, an Schulleiterin Christel Rijckevorsel und an Hausmeister Michael Gerisch, an die Vertreter des Gemeinderats und der Kirchen, ohne die das Projekt nicht zustande gekommen wäre. Nach der Einführung gehörte die Halle den sportlichen Jugendlichen, während andere fetziger Musik lauschten.




06. Oktober 2006

Jugendliche sollen spielen statt abzuhängen
Stadt und SAK starten "Nacht-Sport-Projekt" für Jugendliche

LÖRRACH (fro). "Um 20 Uhr, wenn die Angebote der Sportvereine in der Regel enden, ist die Energie der Jugendlichen natürlich noch nicht verpufft" , sagt Stadtjugendreferent Stefan Dieterle. "Und diese Energie wollen wir nutzen, bevor sie auf die Straße geht." Deshalb hat die Stadt zusammen mit dem SAK das "Nacht-Sport-Projekt Lörrach" auf dem Salzert ins Leben gerufen. Jeden Samstag sollen sich Jugendlichen von 21.30 Uhr bis Mitternacht in der Sporthalle austoben können: Ob Fußball, Basketball oder Tanzen bleibt den jungen Besuchern dann selbst überlassen.

"In der Regel sind die Jugendlichen nicht motorisiert, die sitzen hier oft fest" , erzählt Sabine Heitzmann, die Leiterin des SAK-Stadtteiltreffs auf dem Salzert. Eben für die Jugendlichen, die nicht die Möglichkeit hätten, am Wochenende nach Freiburg, Basel, oder auch nur in die Lörracher Innenstadt zu gehen, sei das Projekt gedacht. Zielgruppe sind deshalb vor allem die Jungen und Mädchen von 14 bis 18 Jahren. Da das Projekt zur Jugendhilfe gehört, gibt es eine Ausnahmeerlaubnis für Unter-16-Jährige: Auch sie dürfen rein rechtlich bis Mitternacht bleiben. Eintritt kostet das nächtliche Sportprogramm nicht. Dafür gibt es an die Jugendlichen zwei Bedingungen: Keinen Alkohol und keinen Tabak.

Bereits vor knapp einem Jahr kam Stadtjugendreferent Dieterle auf die Idee der Sportnacht. Vorbild ist dabei die Schweiz. Besonders im Raum Zürich gebe es solche Veranstaltungen schon seit rund zehn Jahren. Deshalb hätten sich die Organisatoren der Stadt und des SAK bei den Schweizer Kollegen Tipps geholt.

Mindestens sechs zum Teil jugendliche Betreuer werden samstags beim Sportprojekt vor Ort sein. Ziel ist es laut Sabine Heitzmann, immer mehr der jungen Besucher einzubinden, beim Getränkeverkauf im Kiosk oder der Verwaltung der Wertsachen. Denn "dann klappt es natürlich am besten" , sagt Heitzmann.

Die erste Sportnacht auf dem Salzert findet am Samstag, 7. Oktober statt. Zum Startschuss ab 20.30 Uhr wird auch die Erste Bürgermeisterin Dammann erwartet.




23. März 2006

Salzert mit neuem Blättli
Zur besseren Information der Bewohner des Stadtteiles

LÖRRACH (ouk) Der Salzert hat eine neue Stadtteilzeitung: Das “Salzertblättli” informiert, welche Angebote es für die Bewohner des Salzert gibt, angefangen bei der Arztpraxis, über Hallensport bis hin zu Kindergarten, Jugendtreff und Talenttauschbörse. Produziert hat die Zeitung eine Hand voll engagierter Bürger. Das “Salzertertblättli” wurde bei der Stadtteilkonferenz geboren. “Wir stellten immer wieder fest: Es gibt viele Angebote, doch die Leute wissen nichts davon” , erzählt Viola Körner, die das Heft gemeinsam mit Egon Lacher und Sabine Heitzmaann, Sozialarbeiterin beim Jugendzentrum “Stadtteiltreff” gestaltet hat.

Die meisten Arbeiten habe sie in ihrer Freizeit “an einem einfachen Haushalts-PC” erledigt, erzählt die Lehrerin und Mutter. Ein Stadtteilbüro, das für solche Arbeiten ausgestattet ist, gibt es auf dem Salzert nicht. “Im “Salzertblättli” erfährt der Leser, welche Vereine und Institutionen es auf dem Salzert gibt, aktuelle Termine von Festen und Veranstaltungen findet er nicht. “Das Salzertblättli ist als Leitfaden gedacht” , erklärt Sabine Heitzmann. Es soll für längere Zeit gültige Informationen über das Quartier liefern. Daher auch die aufwändige Aufmachung. Das Heft wurde an alle Haushalte auf dem Salzert verteilt, außerdem liegt es an öffentlichen Plätzen im Quartier und im Rathaus Lörrach aus.

Bürger, die neu auf den Salzert ziehen, bekommen das Heft vom Einwohnermeldeamt. Aktuelle Termine sollen dann alle drei Monate im einfacher gestalteten Heft “Salzert aktuell” erscheinen. Auch dort können sich Vereine und Initiativen vorstellen; es ist Platz für persönliche Mittelungen, sei es ein Geburtstagsgruß oder ein Gedicht.

Froh ist Sabine Heitzmann über die Unterstützung der Wohnbau Lörrach, der größten Vermieterin im Quartier, der Sparkasse und vier weiterer Inserenten. Wann “Salzert aktuell” erscheint, steht noch nicht genau fest, spätestens jedoch im Juni. Wer Termine oder andere Mitteilungen veröffentlichen will, wendet sich an Volker Weiß, den Praktikanten im “Stadtteiltreff” : Telefon 07621/3184. Mail: salzert@sak-loerrach.de




3. Februar 2006

Gesucht und gefunden
Talente- Tausch- Börse ist gut angelaufen

Lörrach (was). Das erste Treffen der „TalenteTausch-Börse" am Dienstag ist auf großen Zuspruch gestoßen.
Über 40 Menschen kamen am Nachmittag ins Max-Josef-Metzger-Haus auf dem Salzert, um sich über die private Bürgerinitiative zu informieren. Die Ansprechpartnerinnen Brigitte Braml und Uschi Weldle konnten 27 Anmeldungen entgegennehmen. Mit 21 Teilnehmern kommt die Mehrheit vom Salzert, doch auch Lörracher aus anderen Stadtteilen sind mit dabei, sowie aus Weil am Rhein und der Schweiz. Sabine Heitzmann vom SAK erklärte das Konzept. Wer seine Fähigkeiten anbieten und Dienste anderer in Anspruch nehmen will, meldet sich kostenlos an und erhält eine Tauschkarte.

Auf dieser wird die geleistete und in Anspruch genommene Arbeit in Form von Tauschpunkten verzeichnet wobei man nicht auf den direkten Tausch zwischen zwei Personen angewiesen ist. Richtwerte sind 20 Punkte pro Stunde.

Häufig werden Fremdsprachenunterricht, kleinere Reparaturarbeiten, Gartenpflege, aber auch selbst gestrickte Socken und die Vermittlung von Computer- oder Internet-Kenntnissen gesucht oder angeboten. „Manche Tätigkeiten, die für die einen selbstverständlich sind, sind es für andere nicht", betonte Heitzmann.

&#Wir sind gespannt, wie es weitergeht", so Uschi Weldle. Die Organisatoren planen ein zweites Treffen in den nächsten Wochen. Denn die Börse soll neben der Talentvermittlung, die auch telefonisch oder per Internet koordiniert wird, einen weiteren Zweck erfüllen: Das Zusammengehörigkeitsgefühl auf dem Salzert stärken.

Informationen unter www.loerrach-salzert.de ,
bei Brigitte Braml Tel. 3259 und Uschi Weldle Tel. 46228





1. Februar 2006

Salzert: große Resonanz auf Tauschbörse

Lörrach (was). Beim ersten Treffen der "Talent-Tausch-Börse" im Max-Josef-Metzger-Haus herrschte reger Zulauf. Dutzende waren gestern gekommen, um ihre Talente anzubieten oder Gesuche aufzugeben.

Sabine Heitzmann vom SAK, die die private Initiative begleitet, war über das zahlreiche Erscheinen "überrascht und erfreut". Brigitte Braml und Uschi Weldle nahmen die Anmeldungen entgegen, zu denen sich auch viele ältere Menschen entschlossen hatten. Das Treffen sollte auch die privaten Kontakte unter den Salzert-Bewohnern fördern. Dies ist gelungen, entwickelten sich doch angeregte Gespräche (wir berichten noch).




25. Januar 2006

Biete Stricken, suche Jäten
Die Talenttauschbörse auf dem Salzert lädt kommenden Dienstag zu einem ersten Treffen ein
Von Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH Die Talenttauschbörse auf dem Salzert geht an den Start: Am Dienstag, 31. Januar, laden die Initiatoren zu einem “Talenttauschtreffen” ein. Dort können sich Interessierte bei Kaffee und Kuchen über die Börse informieren. “Unsere Zielgruppe sind die Bewohner des Salzert, aber alle Bürger sind willkommen” , sagt Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff.

Eine Hand voll engagierter Bürger entwickelte die Idee, eine Talenttauschbörse einzurichten, bei der Stadteilkonferenz. Sie werden die Börse mit Unterstützung des Stadtteiltreffs auch organisieren. Die Idee dahinter: Jeder bietet über die Tauschbörse eine Arbeit an, die er beherrscht und zu der er Lust hat. Andere können diese Hilfe in Anspruch nehmen und ihre “Talente” selbst anbieten. Bisher hätten Menschen bereits Hilfe rund um den Computer und das Internet, Gartenarbeiten und kleine Reparaturen im Haus, einkaufen und Socken stricken angeboten. Abgerechnet wird ohne Geld: Wer mit machen will, meldet sich kostenlos als Mitglied an. Dann erhält er ein Konto mit 50 Tauschpunkten als Startkapital. Wer eine Arbeit ausführt, bekommt Punkte gut geschrieben. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, bekommt Abzug.

Einen Raum als Anlaufstelle hat die Tauschbörse bisher nicht. Daher organisieren Brigitte Braml und Uschi Weldle zunächst alles von zu Hause aus. Wer Mitglied werden will, meldet sich bei ihnen an. Bei den beiden Frauen kann auch jeder Angebot oder Bedarf in eine Liste eintragen lassen. Auch über die Internetseite www.loerrach-salzert.de kann man sich anmelden, Angebot oder Bedarf in eine Liste eintragen. Formulare und Listen liegen in Kindergarten und Grundschule, im Jugendtreff und im Max-Josef-Metzger-Haus, im Gemeinschaftshaus der Wohnbau und der Praxis Dr. Wilking aus.

Das Grundprinzip der Talenttauschbörse liegt im Geben und Nehmen. Das Angenehme daran: Niemand steht unter Druck, sich bei seinem Helfer direkt zu revanchieren. Da über die Tauschpunkte abgerechnet wird, kann er auch später einem ganz anderen Menschen helfen. Um die Unkosten für Telefon, Internet und Flyer zu decken, werden jedem Mitglied im Monat drei Tauschpunkte dafür in Rechnung gestellt. Außerdem freuen sich die Initiatoren über Spenden.

“Viele Menschen haben Angst, dass sie nichts beitragen können” , hat Brigitte Braml im Gespräch mit Bekannten festgestellt. “Gerade ältere Leute denken nicht daran, wie wertvoll es ist, wenn sie Kindern Märchen oder Geschichten von früher erzählen” , meint sie. Auch ganz unspektakuläre Arbeiten seien oft eine wertvolle Hilfe, ergänzt Ruprecht Helms, der die Internetseite für den Salzert entwickelt hat: “Viele Leute halten das, was sie können für selbstverständlich. Aber andere sind froh, wenn einer das macht.”

Kontakt: Brigitte Braml, 3259, Uschi Weldle, 46228. Bei Fragen zur Internetseite Ruprecht Helms,169916. Talenttauschtreffen am Dienstag, 31. Januar 06, 16 Uhr im Max-Josef-Metzger-Haus, Röttelnblick 4, Lörrach-Salzert.




21. Januar 2006

Moderne Nachbarschaftshilfe
Salzert organisiert „Talente- Tausch- Börse“

Lörrach (was). Babysitter oder Hobby-Gärtner gesucht? An einer „Talente-TauschBörse" kann man seine Fähigkeiten zur Verfügung stellen und von denen anderer profitieren. Engagierte Salzert-Bürger haben diese moderne Form nachbarschaftlicher Hilfe jetzt auch in Lörrach ins Leben gerufen. Am 31. Januar findet das erste Talente-Tausch-Treffen statt. Dort kann man sich informieren, Partner kennenlernen, Angebote austauschen.

Interessierte werden zwar auch über Telefon oder Internet www.loerrach-salzert.de fündig, doch das Treffen soll vor allem Älteren die Schwellenangst nehmen.„Viele trauen sich nicht zu, Sinnvolles zu leisten", so Mitiniatorin Brigitte Braml. Sie ist mit Uschi Weldle für die telefonischen Anmeldungen zuständig, Ruprecht Helms zeichnet für die Internetseite verantwortlich.

Abgerechnet wird nach einem Punkte-System. Nach der kostenlosen Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine Tauschkarte mit 50 Punkten Startkapital. Darauf werden die erworbenen und in Anspruch genommenen Punkte eingetragen, als Richtwert gelten 20 Punkte pro Stunde.

Die Idee zu dieser privaten Initiative, die vom SAK begleitet wird, entstand während der Stadtteilkonferenz.

Die Börse steht allen offen, soll aber vor allem „das nachbarschaftliche Zusammenleben auf dem Salzert stärken", so Sabine Heitzmann vom SAK. Schon jetzt besteht eine breite Palette an Anmeldungen: von Sockenstricken über den Computerbereich bis hin zu Gartenarbeiten - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Talente-Tausch-Treffen: Dienstag, 31. Januar, ab 16 Uhr im Max-Josef-Metzger-Haus. Broschüren und Formulare liegen in Institutionen und Geschäften auf dem Salzert aus.

Ansprechpartner: Brigitte Braml, Tel.: 07621 / 3259; Uschi Weldle, Tel.: 07621 / 46228




25. Januar 2005

"Talentbörse" für Salzert
Eine Idee der Stadtteilkonferenz / Ein internationales Stadtteilfest wird für den Juli vorbereitet
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Mit großer Offenheit wurden an den runden Tischen der Stadtteilkonferenz auf dem Salzert Wünsche und Anregungen der Bürger diskutiert, wie das Leben im Stadtteil verbessert werden könne. Nun wird die erste Idee konkret: Im Juli soll ein internationales Stadtteilfest stattfinden.

Die Teilnehmer des runden Tisches "Feste und Freizeit" hatten das Bedürfnis, mehr über ihre Nachbarn aus anderen Kulturen zu erfahren, bevor sie das Fest organisieren.

Daher habe Ergün Hallac von der Internationalen Kommission beim jüngsten Treffen einige Tipps gegeben, berichtet Moderator Willi Brunen (Wohnbau Lörrach) unserer Zeitung. Hallach habe empfohlen, seine türkischen Landsleute über die Moscheevereine in Lörrach einzuladen. In der Türkei erführe man von solchen Festen meist durch Mundpropaganda und nicht durch schriftliche Ankündigungen. Ergün Hallac habe auch erklärt, warum seine Landsleute den Kontakt zu Deutschen nicht so stark suchen. Zum einen besuchten sie sich häufig in der Familie. Zum anderen fühlten sie sich von den Deutschen nicht immer akzeptiert, etwa wenn sie die Sprache nicht perfekt beherrschten, gibt Brunen Erfahrungen weiter.

Auch ein junger Aussiedler vom Salzert berichtete von großem Zusammenhalt unter seinen Landsleuten. Jüngere Leute seien außerdem stark in Familie und Beruf eingespannt. Belastend sei für viele, dass sie trotz guter Ausbildung einfache Arbeiten ausführen müssten, etwa im Lager. Möglicherweise seien sie aufgrund solcher Erfahrungen etwas reserviert. "Kontakte brauchen Zeit", zieht Willi Brunen ein Fazit aus diesen Gesprächen.
Waldputzete diesmal auch für Erwachsene

An Schulen und Kindergärten fänden Eltern immer wieder Kontakt über ihre Kinder, stellt er fest. Daher planten die Bürger am runden Tisch, die Kinder beim Sommerfest einbeziehen, vielleicht mit einem Theaterstück, so Brunen.

Auch der Runde Tisch "Freizeitangebote für Kinder und Jugend" will sich am Sommerfest beteiligen, berichtet Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff des SAK. Außerdem möchte Heitzmann bei Kindergarten und Schule fragen, ob sie ihre Sommerfeste mit dem großen Fest zusammen legen wollen.

Neben dem Sommerfest entwickelten die Männer und Frauen noch weitere Ideen: Zu einem Deutschkurs für Frauen soll nochmals in türkischer und russischer Sprache eingeladen werden. Der Stadtteiltreff und die Grundschule wollen wieder eine "Waldputzete" und Putzaktionen im Quartier organisieren. Die "Waldputzete" habe den Kindern im vergangenen Jahr großen Spaß gemacht, erinnert sich Sabine Heitzmann. In diesem Jahr sollen auch Erwachsene eingeladen werden.

Außerdem gab es noch die Ideen, ein Open-air-Kino, einen Besuchsdienst für einsame Menschen und eine "Talentbörse" auf die Beine zu stellen. In einer "Talentbörse" bieten sich Menschen kostenlos Hilfe an: Da hütet vielleicht eine alte Dame das Kind einer stark eingespannten Mutter. Sie selbst lässt sich die schweren Getränkekästen von einem jungen Mann einkaufen. Ein Computerfreak repariert einen defekten PC und nimmt selbst das "Talent" eines anderen in Anspruch.

Als nächstes möchten die Bürger klären, wie so eine Börse organisiert werden muss. Bei der Diskussion dieser Idee seien die Beteiligten ins Nachdenken gekommen, erzählt Willi Brunen: Möglicherweise ginge es nicht nur darum, was sie für ihre ausländischen Mitbürger tun können. Vielleicht könnten sie auch etwas von ihnen lernen, denn diese praktizierten die gegenseitige Hilfe bereits, die in einer "Talentbörse" organisiert werden soll.




15. Januar 2005

Befragung der Fahrgäste
Zweite Runde der Salzertkonferenz / Arbeitsgruppe Verkehr

LÖRRACH (ktz). Auf dem Salzert gehen die Gesprächsrunden der Salzertkonferenz in die zweite Runde. Sie wurde eröffnet einer Sitzung der Arbeitsgruppe Verkehr, an der neben Vertretern der Stadtverwaltung, der SWEG und der Polizei auch drei Salzertbewohner teilnahmen. Moderator Herbert Sitterle (SAK) zeigte sich im BZ-Gespräch beeindruckt davon, dass die Fachleute aufgrund der Wünsche und Anregungen aus der ersten Runde.

Ein Hauptpunkt auf der Wunschliste sind bessere Busanschlüsse und die Verknüpfung von Bus und Regio-S-Bahn. Letzteres, so Fachbereichsleiter Jürgen Nef, geschehe ohnehin in diesem Jahr mit der Überarbeitung des Stadtbusverkehrs. Dabei werde auch die Anbindung des Salzertbusses geprüft. Im Frühjahr wird der SAK mit Schülern unter Federführung der SWEG eine Fahrgastbefragung und -zählung vornehmen, um den Bedarf zu ermitteln.

Erneut wurde kritisiert von den Bürgern, dass das Vorengele, wo viele Schüler wohnen, weit weg von den Haltestellen sei, weshalb viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto fahren würden. Zudem gebe es zu Schulen wie der FES keine Anbindung.

Geprüft wird auch, ob im Bereich von Schule und Kindergarten Fahrbahnverengungen möglich sind. Der Salzert ist flächenhaft Tempo-30-Zone mit Rechts-vor-Links-Regelung. Bei der Zufahrt zu den Hochhäusern wird geprüft, ob eine zusätzliche Beschilderung hilfreich ist. Darüber hinaus soll der Gemeindevollzugsdienst verstärkt Geschwindigkeitskontrollen auf dem Salzert vornehmen. Die Straßenmarkierungen (Tempo 30, Wartelinien) werden, wo nötig, aufgefrischt.




29. Dezember 2004

Wunsch nach mehr Kontakten
Stadtteilkonferenz auf dem Salzert geht in die zweite Runde / Termine für Runde Tische im Januar / Jeder kann mitmachen
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Die Stadtteilkonferenz auf dem Salzert geht in die zweite Runde. Bisher sammelten die Bürger in sechs Arbeitsgruppen Ideen für ein verbessertes Zusammenleben, zu Verkehrsfragen und Freizeitangeboten für Kinder und Erwachsene. Im Januar treffen sich die Arbeitskreise zum zweiten Mal.

„Sehr erfreulich ist für mich, dass die Leute den Wunsch nach mehr Kontakt haben", sagt Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff des Sozialen Arbeitskreises (SAK) im Gespräch mit der Badischen Zeitung. SAK, Stadtverwaltung und Wohnbau Lörrach haben die Stadtteilkonferenz ins Leben gerufen (wir berichteten). Auf dem Salzert leben Menschen verschiedener Kulturen zusammen, Italiener, Türken, Russlanddeutsche, Einheimische. Als ersten Schritt sich kennen zu lernen, schlugen die Bürger ein internationales Fest vor. Außerdem wünschten sie sich Freizeiteinrichtungen wie Grillstellen im Wald.

Eine bessere Busverbindung nach Lörrach mit zwei Linien und Abstimmung auf den Takt der Regio-S-Bahn steht auf der Wunschliste weit oben. Das Sportangebot und die Hausaufgabenhilfe im Stadtteiltreff sollten nach ihrer Meinung ausgebaut werden. Der bestehende Mittagstisch könnte neben Kindern auch allein stehende Senioren bedienen, ist eine weitere Idee. Helfer dafür wollten die Bürger über die Schule suchen.

Wenig Hoffnungen machten sich die Männer und Frauen am runden Tisch, Geschäfte auf dem Salzert anzusiedeln: Die Leute führen lieber mit dem Auto in den Supermarkt, meinten sie.

Deutlich wurde bei den Gesprächen immer wieder: Das Rad muss auf dem Salzert nicht völlig neu erfunden werden. Es gibt schon eine Menge Aktivitäten und Angebote: dazu gehören das Stadtteilfest „Salzerthock", das Jugendzentrum des SAK, Sportangebote, die Theatergruppe „Salzertbrettli". Nur viele Leute wissen nichts davon. Daher kam in mehreren Arbeitskreisen die Idee auf, eine Stadtteilzeitung zu gründen: „Der Ruf nach einem „Blättli" wird immer lauter", stellt Sabine Heitzmann fest.

Im Januar treffen sich alle Runden Tische außer dem Arbeitskreis „Naherholung und Wald" wieder. Auch wer bisher nicht dabei mitarbeitet, ist herzlich willkommen, betont Heitzmann. Nach dem zweiten Treffen wollen Sozialer Arbeitskreis, Stadtverwaltung und Wohnbau Lörrach die Ergebnisse zusammenfassen und planen, wie es weiter geht.

Die Runden Tische treffen sich zu folgenden Terminen: „Freizeitangebote für Kinder und Jugend": 19. Januar, 19.30 Uhr, im Max-Josef-Metzger-Haus, Röttelnblick 4. „Feste und Freizeit": 13. Januar, 18 Uhr, Gemeinschaftshaus, Salzertstraße 60. „Nachbarschaft/Zusammenleben": 19. Januar, 17 Uhr, evangelischer Gemeindesaal, Arend-Braye-Straße. „Verkehr und ÖPNV": 13. Januar, 19.30 Uhr, Max-Josef-Metzger-Haus.




07. Dezember 2004

Salzert bietet mehr als sein Ruf
Mit der Infrastruktur und der Gestaltung öffentlicher Räume beschäftigte sich der sechste runde Tisch der Stadtteilkonferenz
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Die ersten sechs Runden der Stadtteilkonferenz auf dem Salzert sind vorüber. Sozialer Arbeitskreis, Stadtverwaltung und Wohnbau Lörrach hatten sie organisiert und die Bürger aufgefordert, ihr Wohnquartier aktiv mit zu gestalten. Die Bewohner konnten Ideen und Wünsche einbringen. In der letzten Gesprächsrunde ging es um "Infrastruktur und die Gestaltung öffentlicher Plätze".

Auf dem Salzert ist nichts los? Auf dem Salzert gibt es keine Räume für Treffen, Sport und andere Aktivitäten? Im Gegenteil: Die Bürger stellten fest, dass der Stadtteil sehr gut ausgestattet ist. Es gibt eine Sporthalle, den Jugendtreff und zwei Gemeindehäuser mit modernen Räumen. Es stellte sich heraus, dass dort auch einiges geboten wird: in der Halle machen Lörracher Vereine, die "Salzertbuebe", und der Jugendtreff Sportangebote. Im Max-Josef-Metzger-Haus, dem katholischen Gemeindehaus, gibt es die Vortragsreihe "Salzertforum", eine Band probt dort und die Gruppe "Salzertbrettli" spielt Theater. Eine junge Frau berichtete, dass sie mit ihrer Familie bewusst auf den Salzert gezogen sei. Es sei ein junger Stadtteil, man bekomme schnell Anschluss.

Wie schon an den anderen runden Tischen wurde auch diesmal als Problem erkannt: Viele Menschen wissen nicht, was im Stadtteil läuft. Ein "Blättli", eine Stadtteilzeitung, könnte da Abhilfe schaffen. Egon Lacher schlug vor, sich nach den Kosten zu erkundigen. Als Alternative regte jemand an, in der Lokalpresse regelmäßig über das Geschehen auf dem Salzert zu informieren.

Außerdem vermissten die Bürger in ihrer Siedlung einen zentralen Treffpunkt und Einkaufsmöglichkeiten. Kindergarten und Schule, Halle, Jugendtreff und die Gemeindehäuser bilden zwar eine Art Zentrum im oberen Teil des Salzerts. Der einzige Laden, eine Drogerie, und eine Pizzeria liegen aber ganz unten in der Dinkelbergstraße. Viel Hoffnung, weitere Geschäfte anzusiedeln, machten sich die Bürger nicht: "Die Einkaufsgewohnheiten haben sich geändert", befanden sie. Die Leute gingen lieber in den Supermarkt mit breitem Sortiment als in einen kleinen Laden. Ein Bäcker habe sich vor Jahren auf dem Salzert nicht halten können, erzählte ein Mann. Er schlug vor, Treffpunkte dort zu schaffen, wo bereits etwas läuft: in Vereinen, beim Sport, in den Kirchen. Robert Scheurer wollte einen Salzertverein gründen, als Impulsgeber für weitere Ideen. Vor Jahren habe es schon eine regelmäßige Gesprächsrunde in der Pizzeria gegeben, berichtete Egon Lacher.

Nach der ersten Runde der sechs Gruppen, soll nun ein zweites Treffen - auf Wunsch mit Fachleuten - stattfinden. Dann wollen die Moderatoren von SAK, Stadt und Wohnbau die Ergebnisse zusammenfassen und den Beteiligten zur Verfügung stellen. Wie es danach weiter geht, ist offen.




04. Dezember 2004

Zweite Buslinie Salzert
Am runden Tisch zum Thema "Verkehr" beschäftigte der Nahverkehr / Geringe Bürgerteilnahme
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Mit einer Stadtteilkonferenz laden der Soziale Arbeitskreis (SAK), die Stadt und die Wohnbau Lörrach die Bürger des Salzert ein, ihr Wohnquartier mitzugestalten. An sechs runden Tischen können die Bürger ihre Ideen und Wünsche einbringen. Beim Treffen am Donnerstag ging es um Verkehrsfragen: Wie können die Busverbindungen zwischen Lörrachs Innenstadt und dem Salzert verbessert werden? Wie können rasende Autofahrer gebremst und die Straßen für Kinder sicherer gemacht werden?

Nur zwei Leute kamen, doch sie brachten präzise Vorschläge mit: Simone Groh, die in Basel arbeitet, wünschte sich kürzere Taktzeiten für die Busse und eine bessere Abstimmung mit den Zügen. Obwohl die Regio-S-Bahn alle halbe Stunde zwischen Stetten und Basel unterwegs ist, gibt es nur alle Stunde einen guten Busanschluss, so ihre Erfahrung. Der Bus verkehrt tagsüber alle 20 Minuten zwischen Salzert, Stetten, Busbahnhof und Rebmannsweg, abends ab 19.40 Uhr und samstags ab 14.40 nur noch stündlich. Die Busse sollten besser mit den Öffnungszeiten der Geschäfte abgestimmt sein, meinte Peter Dums. Abends könne ein Anrufsammeltaxi fahren wie in anderen Ortsteilen auch, meinte er.

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Gewünscht: Schwellen und Verengungen
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Im Lörracher Höhenstadtteil dreht der Bus eine Schleife über Salzert- und Arend-Braye-Straße. Durch das Vorengele am Rand des Stadtteils fährt er nicht. Dies wäre aus Sicht von Simone Groh aber nötig. Auch Grundschulkinder führen schon nach Stetten in die Waldorf- oder in die Freie evangelische Schule, meinte sie. Die Kinder sollten nicht zur nächsten Hauptstraße, der Dinkelbergstraße, laufen müssen. So entstand an diesem Abend die Idee, eine zweite Buslinie einzurichten, die über das Vorengele, die Wallbrunnstraße (mit Supermarkt) bis nach Stetten, Dammstraße, fährt.

Doch auf dem Salzert fahren nicht nur Busse, sondern auch Autos. Und die sind nach Beobachtung der beiden Bürger oft ziemlich schnell. Trotz Zone 30. Daher schlagen sie zur Verkehrsberuhigung die Einrichtung von Einbahnstraßen und Parkplätze quer zur Fahrtrichtung vor. Letzteres würde die Fahrbahn verengen und mehr Parkraum schaffen. Ein dritter Bürger, der am Treffen nicht teilnehmen konnte, schlug schriftlich den Einbau von Straßenschwellen vor. Für besonders wichtig hielt er das in der Nähe des Kindergartens.

Der Mann machte auf einen aus seiner Sicht weiteren Gefahrenpunkt aufmerksam. Auf der Salzertstraße und ihren Querstraßen zeigen weiße Haltelinien die Vorfahrtsregel "rechts vor links" an. Bei den Parkplätzen neben den Hochhäusern fehle diese Linie: Die Folge: Autofahrer auf der Straße rechnen nicht damit, dass Fahrzeuge mit Vorfahrt aus den Parkplätzen herauskommen.

Als besonderen Gefahrenpunkt betrachteten die Leute die Kreuzung am Ortseingang: Autofahrer, die vom Salzert kommen, müssen ganz dicht an die Kreuzung heranfahren, um sie zu überblicken. Parkende Autos und Sträucher würden die Sicht versperren, sagten die Bürger. Sie schlugen vor, die Tempo-30-Zone bis zum Ortsschild auszudehnen.

Auf Vorschlag von Moderator Herbert Sitterle (SAK) beschlossen die Leute, sich ein weiteres Mal mit Verkehrsfachleuten vom Rathaus Lörrach und vom Busbetreiber SWEG zu treffen.




01. Dezember 2004

Anonymität überwinden
In einer weiteren Stadtteilkonferenz auf dem Salzert ging es um "Feste und Veranstaltungen"
Von unserer Mitarbeiterin Elena Shvartsman

LÖRRACH. Die Anonymität im Wohngebiet überwinden und ein "Wir-Gefühl" entstehen lassen, das wollen viele auf dem Salzert. Aus diesem Grund trafen sich Bewohner am Donnerstagabend zur Fortsetzung der Stadtteilkonferenz (wir berichteten) am "runden Tisch". Diesmal ging es um das Thema "Feste und Veranstaltungen".

Moderator Willi Brunnen von der Wohnbau Lörrach meint, in einem fast reinen Wohngebiet wie auf dem Salzert mit einer kaum vorhandenen Infrastruktur böten Feste Möglichkeiten zur Begegnung, da diese im Alltag so kaum vorhanden sei. Die Teilnehmer der Gesprächsrunde stellten aufgrund eigener Erfahrungen allerdings ein Problem fest, trotz bereits bestehender Treffs, die zum Beispiel vom Salzert-Forum, den Salzert-Buebe oder dem Ökumenischen Salzertausschuss angeboten werden, kämen immer nur die selben Leute.

Dies führten sie aber nicht nur auf mangelndes Interesse, sondern auch auf schlechte Informationsverbreitung zurück. So äußerte Karl-Heinz Weldle, "Chef" der Salzert-Buebe, den Wunsch nach einem in regelmäßigen Abständen erscheinendem "Blättle". Ein solches gab es vor Jahren schon einmal, wurde dann aber mangels Interesse wieder eingestellt. Einige Bewohner meinten, es sei vor allem wichtig auf die Leute persönlich zuzugehen. Als besonders schwer habe es sich aber auch erwiesen, ausländische Mitbürger einzuladen und für die Angebote zu begeistern, so Beate Klingert vom Salzert-Forum. Diese Erfahrung bestätigten auch die meisten anderen der zehn Teilnehmer. Zwar würden zum Beispiel die Russlanddeutschen, wenn gebeten, auf dem Salzert immer mit anpacken, wie kürzlich beim Bau der Boulebahn, bei Festen verweilten sie aber, falls überhaupt anwesend, immer nur kurz. Eine Erklärung sahen die diskutierenden Frauen und Männer vor allem in Kulturdifferenzen und Sprachbarrieren. Zum Teil gaben sie auch zu, auf falsche Weise an die Mitbürger herangetreten zu sein. Um solchen Fehlern in Zukunft vorzubeugen, wurde entschieden, zur nächsten Sitzung Vertreter verschiedener auf dem Salzert wohnhafter Kulturkreise einzuladen.

Als erstes großes Projekt einigten sich die Teilnehmer auf ein internationales Fest. Zur weiteren Planung ist ein Treffen Mitte Januar, wieder im Gemeinschaftsraum der Wohnbau, Salzertstraße 60, vorgesehen. Alle Interessenten sind natürlich willkommen dem Treffen beizuwohnen.




27. November 2004

Kinder- und Jugendfest
"Runder Tisch" auf dem Salzert über Kinder und Jugendliche / Hausaufgabenhilfe und Sport

LÖRRACH (ego). Mit dem Thema "Freizeitangebote für Kinder und Jugend" beschäftigte sich ein weiterer Arbeitskreis auf dem Salzert. Die Teilnehmer wünschen sich eine Hausaufgabenhilfe und einen Mittagstisch für die Kinder der Grundschule auf dem Salzert. Aber auch weitere konkrete Wünsche und Pläne wurden unter der Leitung von Sabine Heitzmann vom Sozialen Arbeitskreis (SAK) entwickelt.

Derzeit erhalten 21 Kinder in der Salzertschule und im Stadtteiltreff Hausaufgabenhilfe. Michael Gerisch, der diese Kinder in der Schule betreut, sieht aber einen wesentlich größeren Bedarf. Sowohl er als auch der SAK im Jugendtreffen sehen jedoch keine Erweiterungsmöglichkeiten. Künftig, so waren sich alle an diesem runden Tisch einig, werde ein Engagement der Eltern auf diesem Gebiet unerlässlich sein.




27. November 2004

Sonne guter Nachbarschaft
Mosaik auf dem Salzert

LÖRRACH (wik). Eine große Sonne ziert jetzt den Boden vor dem Eingang der Gemeinschaftsräume der Wohnbau Lörrach auf dem Salzert hinter den Hochhäusern. Das bunte Mosaik haben die Mieter selbst gestaltet.

Was zur Zeit mit den Stadtteilkonferenzen im Großen auf dem Salzert passiert, praktiziert die Wohnbau Lörrach im Kleinen schon seit zwei Jahren: nämlich die Beteiligung von Bewohnern an Planungsprozessen und Gelegenheiten zu schaffen, um die Menschen in Kontakt miteinander zu bringen. "Mieter machen mit" heißt das Projekt und wird vom SAK-Stadtteiltreff begleitet. Etwa zwanzig haben das Sonnenmosaik selbst entworfen und gelegt. Fliesenlegermeister Peter Kösters aus Grenzach hat die Mosaiksteine kostenlos befestigt.
"Wir machen aus allem ein Fest", meinte Irene Ritter, eine Bewohnerin. So feierten sie die Fertigstellung des Mosaiks feierten bei Kaffee, Kuchen und einem Glas Sekt. Das Zusammenschaffen wie das Feiern sei gut für die Nachbarschaft, sagte sie. Nun freuen sich die Mieter schon auf die nächsten Aktionen: Es werden Weihnachtsbäume aufgestellt und geschmückt, außerdem gibt es eine Nikolausfeier.




24. November 2004

Bewohner wissen nichts voneinander
Zum ersten "runden Tisch" auf dem Salzert kamen nur wenige Bürger / Für Grillstellen und mehr Bänke im Wald
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Der Soziale Arbeitskreis, die Stadt und die Wohnbau haben die Bürger des Salzert aufgefordert, ihren Stadtteil aktiv mitzugestalten. In den kommenden Wochen können die Bewohner des Stadtteils ihre Ideen an sechs "runden Tischen" einbringen. Am Montag ging es um das Thema "Naherholung und Wald".

Vier Männer und eine Frau kamen. Sie schlugen vor, im Wald Grillstellen einzurichten und Bänke für ältere Menschen aufzustellen. Förster Berthold Köpfer versprach, drei Standorte für Grillplätze zu prüfen: den Grünstreifen zwischen Bolzplatz und Wald, die Viereckschanze auf dem Schädelberg und den "Kohlenplatz" im Wald. Kurz überlegte man, welcher Standort am wenigsten ungebetene Gäste anziehen würde. In der Vergangenheit waren immer wieder Bänke zerstört worden, an der Grillstelle "Kohlenplatz" hatten Randalierer sogar die Schutzhütte in Brand gesteckt.

Bertold Köpfer widersprach der Vermutung, es handele sich vor allem um jugendliche Täter. Oft seien es Erwachsene, die zum Teil aus dem Obdachlosenmilieu kämen. Jutta Richter, Mutter von zwei Jungen, regte an, am Bolzplatz statt einer Grillstelle weitere Sportmöglichkeiten zu schaffen, etwa eine Skaterbahn. Der Bolzplatz am Rand der Siedlung wird schon heute rege genutzt. Außerdem schlug sie vor, für Jugendliche abends die Sporthalle zu öffnen. Gerade für jüngere Buben, die noch nicht mobil sind und abends auf dem Salzert festsitzen, sei dies besonders wichtig, meinte sie. Karl-Heinz Weldle wies darauf hin, dass die Gruppe "Salzertbuebe" schon ein offenes Sportangebot macht: Jeden Freitagabend spielt eine Hand voll Leute in der Halle Fußball, Hockey oder ein anderes Mannschaftsspiel. Nur: viele Leute wissen das nicht.

An diesem Punkt stieß die Gesprächsrunde auf das zentrale Problem des Salzert: In dem Stadtteil leben sehr unterschiedliche Menschen, die fast nichts voneinander wissen. Dies hatte auch eine Umfrage ergeben, die das Freiburger Institut für angewandte Wissenschaften (Fifas) ausgeführt hatte. So schlugen die Bürger am Montag vor, eine Stadtteilzeitung ins Leben zu rufen und einen zentralen Treffpunkt, wo man etwas trinken und ins Gespräch kommen könnte.

Thomas Wipf regte an, diesen Treff an den Stadtteiltreff anzugliedern. Dort macht der SAK Angebote vor allem für Jugendliche. Die Ideen sind da. Ob sie verwirklicht werden können, hängt davon ab, ob sich genügend Leute finden. Um die Turnhalle für Jugendliche zu öffnen, müsste Betreuer gefunden werden, war die einhellige Meinung. Auch auf den Grillplätzen nach dem Rechten sehen müssten die Bürger selbst, betonte Thomas Wipf: "Das kann der Werkhof nicht bewältigen."

Er wies auf die Politik der Stadt hin, Bürger stärker zu beteiligen, etwa durch Patenschaften für Spielplätze. Ob man "Ein-Euro-Jobber" einsetzen könne, werde sich zeigen. Noch ist offen, ob sich die Gruppe "Naherholung und Wald" nochmals alleine trifft oder ob es als nächstes wieder ein Treffen aller Gruppen geben wird.




11. November 2004

1. Stadtteilkonferenz in Lörrach / Arbeitskreise erarbeiten Verbesserungsvorschläge











Lörrach (ndg). Mit 2625 Einwohnern ist der Salzert einer der größten Lörracher Stadtteile. Sein Problem: Er ist nicht über Generationen sozial zusammengewachsen. Außerdem fehlen einige infrastrukturelle Ausstattungsmerkmale, die aus einer Schlafstadt erst einen lebendigen Stadtteil machen. Hinzu kommen soziale Probleme.

Doch seit mindestens zehn Jahren wird intensiv an Verbesserungen gearbeitet. Und diese Arbeit trägt Früchte. Das wurde bei der Stadtteilkonferenz am Dienstagabend im Max-Josef-Metzger-Haus deutlich. Vor allem die Sozialraumanalyse, die Marc Wiesenhütter vom Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaften vorstellte, legt den Schluss nahe: der Salzert ist viel besser als sein Ruf.

Die Sozialraumanalyse basiert auf offiziellen Daten von Einwohnermeldeamt, Polizei und anderen Behörden. Außerdem wurden von der Fachschule für Erzieherinnen die Bewohner befragt. 488 Fragebögen und 38 Interviews wurden ausgewertet.

Mit einigen erstaunlichen Ergebnissen: Auf dem Salzert ist die Kriminalitätsrate nur halb so hoch wie in der Gesamtstadt. Mit 13,2 Prozent liegt der Ausländeranteil nur unwesentlich höher als in Baden-Württemberg (12,2%). Die Bewohner bleiben dem Salzert in aller Regel über viele Jahre treu und wohnen gerne hier.

Dennoch gibt es Probleme. Und diese will die Stadtteilkonferenz unter der Regie des Sozialen Arbeitskreises (SAK) angehen. "Es ist notwendig, die Bedürfnisse der Bürger auszuloten, zu diskutieren und neue Projekte zu realisieren, auch wenn die Zeiten dafür nicht einfach sind", verbreitete Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm Aufbruchstimmung. Sie gab die Parole aus: "Konkrete Ergebnisse können dazu führen, dass der Salzert gegenüber anderen Stadtteilen nicht nur ein Stück höher sondern auch ein Stück voraus ist."

Sabine Heitzmann, die Leiterin des SAK-Stadtteiltreffs auf dem Salzert, rief die Bewohner auf, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und sich ebenso wie soziale Dienste, Vereine und andere Organisationen aktiv in den Arbeitskreisen der Stadtteilkonferenz einzubringen.

Einige Wünsche wurden bereits bei den Befragungen deutlich: Mittagstisch und Hausaufgabenbetreuung für Kinder (in Ansätzen vorhanden), bessere Einkaufsmöglichkeiten, eine Grillanlage und eine verbesserte Busanbindung, mehr Feste und Hocks sowie mehr Kinder- und Jugendangebote. Erfreulich: Die Zahl der Bewohner, die aktiv mitarbeiten wollen, ist hoch. So warb SAK-Leiter Jürgen Wiesenhütter nicht vergeblich für die Besetzung der Arbeitskreise, die jetzt aktiv werden. Die Ergebnisse werden in einigen Monaten vorgestellt.




11. November 2004

Nicht nur höher, sondern weiter
Sozialraumanalyse des Salzert vorgestellt / Bewohner können ihren Stadtteil weiterentwickeln und attraktiver gestalten
Von unserer Mitarbeiter Stephan Neumann







LÖRRACH. Strukturen verändern, Wünsche einbringen, Möglichkeiten nutzen - das soll die Stadtteilkonferenz den Bewohnern des Salzert ermöglichen. Die Stadtverwaltung, der Soziale Arbeitskreis (SAK) und die Wohnbau haben den Prozess angestoßen. Nach der Sozialraumanalyse, die das Freiburger Institut für angewandte Wissenschaften (FIFAS) erstellt hat, sollen die Bewohnern nun an sechs runden Tischen (siehe Infobox) den Salzert weiterentwickeln.

"Die Stadtteilkonferenz - das sind wir", erklärte Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff Salzert des SAK den mehr als 50 Stadtteilbewohnern, die am Dienstagabend ins Max-Josef-Metzger-Haus gekommen sind. Wo gibt es Probleme? Was sind die Bedürfnisse der Bewohner? Wie kann der Salzert positiv verändert werden? Von der Planung bis zur Realisierung von Stadtteilprojekten - die Bürger können sich und ihre Vorstellungen in der auf zwei Jahre angelegten Stadtteilkonferenz einbringen.

Grundlage für die nun beginnende Arbeit an den runden Tischen bildet die Sozialraumanalyse die Max Wiesenhütter vom FIFAS am Dienstag vorstellte. "Die größten Probleme sind die sehr unterschiedlichen Wohn- und Lebensverhältnisse der Salzertbewohner und der hohe Grad an Anonymität", fasste er am Ende der Präsentation zusammen. Das erkläre auch, warum die Bewohner als wichtigste Verbesserungsvorschläge Feste und Hocks sowie Kinder- und Jugendangebote genannt hätten.

1009 Fragebögen waren an die Bewohner verschickt worden. 488 kamen ausgefüllt ans FIFAS zurück. Zusätzlich hatten die Sozialwissenschaftler 38 Bewohner ausführlich befragt und Daten des Einwohnermeldeamts ausgewertet, wie Alter, Geschlecht, Nationalität. Für die Auswertung wurde der Salzert in zehn Quartiere eingeteilt. Ergebnis: Ob Ausländer- oder Frauenanteil, Kinderzahl oder der Anteil an Sozialempfängern - es gibt nicht den Salzert, sondern höchst unterschiedliche Gebiete mit ebenso verschiedenen Menschen.

Kleinkinder- und Hausaufgabenbetreuung wurden als Verbesserungsvorschläge genauso genannt wie Nachbarschaftshilfe, bessere Einkaufsmöglichkeiten und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Wie dies umgesetzt wird, können die Bewohner selbst entscheiden. Zum Mitmachen sind alle Bewohner eingeladen.

"Am Ende des Prozesses ist der Salzert nicht nur ein Stück höher gelegen, sondern auch ein Stück weiter als die anderen Stadtteile", sagte OB Gudrun Heute-Bluhm in ihrer Begrüßungsrede. Während das Engagement in der häufig zu unkonkreten Kommunalpolitik zurückgehe, könne die Stadtteilkonferenz die Bewohner vielleicht besser erreichen, da die Bürger konkret daran mitwirken könnten, dass etwas zustande komme. Der Salzert könnte zum Vorbild werden.

Kommentar
Perspektive für den Salzert
Dieser Aufbruch auf dem Salzert steht in einer gewissen Tradition. Immer wieder wurden in dem Lörracher Höhenstadtteil Anstrengungen unternommen, das Miteinander und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Die Kinder- und Jugendarbeit des SAK ist nicht mehr wegzudenken. Die Kirchengemeinden leisten seit Bestehen des Stadtteils hier ihren unverzichtbaren Beitrag. Zu nennen ist auch die Quartierarbeit der Wohnbau Lörrach. Jetzt also die Stadtteilkonferenz. Sie bietet dem "Trabäntli" Lörrachs (Hans Güdemann) eine Perspektive, weil der gesamte Stadtteil in den Blick genommen wird, alle wichtigen Bereiche an den runden Tischen thematisiert werden und weil die Bewohner des Salzert einbezogen werden. Ein spannender Weg ist das, auf den sie sich begeben. Dieser Prozess wird den Salzert weiterbringen. Dazu werden schließlich auch konkrete kommunalpolitische Entscheidungen gehören und damit die Bereitstellung finanzieller Mittel. Das müssen Stadtverwaltung und Gemeinderat wollen, damit der Salzert mit der Stadtteilkonferenz zu dem Vorbild werden kann, das ihn die Oberbürgermeisterin bereits werden sieht. Das Engagement, das erbracht wurde, um dieses Projekt auf den Weg zu bringen, ist ermutigend. Die Richtung stimmt.

Nikolaus Trenz




09. Juli 2004

Den Salzertwald entmüllt
Waldputzete der Schüler von Salzert- und Neumattschule / Kubikmeterweise Hausmüll
Von unserer Mitarbeiter Kornelia Schiller

LÖRRACH. Stühle, ein Radio, Windeln, ein Teppich, diverse Zeitschriften, Handtücher, Töpfe, Messer, Schuhe, ein Fahrrad - dies ist nicht das Inventar einer Wohnung; nein - dies alles haben rund 90 Schüler gestern bei der Waldputzete im Salzertwald gefunden.

Stolz präsentierten die Schüler der Grundschule Salzert und der Neumattschule am Mittag beim Starthäuschen der Finnenbahn ihre "Beute". Drei Stunden hatten sie den Wald von der Jugendherberge über die Eiserne Hand bis hin zur Autobahn nach Müll abgesucht und waren reichlich fündig geworden. Drei Viertel einer Containermulde von sieben Kubikmetern füllten die Kinder mit Unrat aus dem Wald.

Organisiert wurde die Waldputzaktion vom Sozialen Arbeitskreis/Stadtteiltreff Salzert, die Stadt hatte die Leitung für dieses Projekt. Als Marion Dammann, Fachbereichsleiterin für Grundstück- und Gebäudemanagement, die quirligen Schüler am Ende der Aktion fragte, was sie denn alles so gefunden hätten, sprudelten die Antworten nur so aus den Kindermündern. Von alten Schuhen bis zum weggeworfenen Lenkrad war alles dabei. "Vor allem haben wir sehr viel Hausmüll gefunden", erzählt Sabine Heitzmann, Leiterin des Stadtteiltreffs Salzert. Sie freute sich, dass die Aktion den Kindern so viel Spaß gemacht hat. Das sah man auch dem kleinen Enzo Consoli und seinen Schulkameraden aus der fünften Klasse der Neumattschule an. Stolz berichteten er und seine Mitschüler von ihren Funden. Für die sammelfleißigen Schulklassen gab es als Belohnung von der "Sparkassenstiftung zur Förderung von Jugend und Umwelt" 100 Euro für die Klassenkasse.

Einen entsorgungsbedürftiges Blechteil mussten die Kinder bei der Jugendherberge stehen lassen. Dort steht ein geparktes und abgemeldetes Peugeot Cabrio. Das Thema hatten wir diese Woche schon einmal.




20. April 2004

Die Stadt will Bedürfnisse auf dem Salzert erkunden
An die Bewohner werden seit gestern Fragebögen verteilt

LÖRRACH (wik). Die Menschen auf dem Salzert sollen Einfluss auf ihr Umfeld haben und es mitgestalten. Um die Stadtteilpolitik besser auf die Interessen der Bürger abstimmen zu können, hat die Stadt gemeinsam mit dem Sozialen Arbeitskreis (SAK) und der Wohnbau eine Stadtteilkonferenz ins Leben gerufen. Zunächst starteten die Initiatoren eine Fragebogenaktion, in der alle Bürger des attraktiven Wohngebietes um Auskunft gebeten werden. Diese begann gestern.

In den vergangen Jahren habe sich der Salzert mit seinen etwa 3000 Bewohnern positiv entwickelt, sagte Jürgen Wiesenhütter vom SAK bei einem Mediengespräch. Um die Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen aller Bürger zu erfahren, werde nun die Aktion ausgeführt. "Wir hoffen auf einen hohen Rücklauf der 1276 verteilten Fragebögen, damit die Ergebnisse repräsentativ sind", so Wiesenhütter. Innerhalb einer Woche sollten die Bewohner ihren Bogen ausfüllen und entweder per Post in dem beigefügten Umschlag anonym zurücksenden oder in den Briefkasten der Schule oder des Kindergartens einwerfen. Den Befragten entstehen keine Kosten.

Entwickelt wurde der Fragebogen in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaft. Darin gehe es zunächst um eine Analyse des Zusammenlebens, wie Marc Wiesenhütter vom Institut erläutert. In einem zweiten Teil werden die Bedürfnisse der Bewohner erfasst und die Bereitschaft, sich selbst mit einzubringen.

Die Stadtteilkonferenz ist ein Prozess, der zunächst auf zwei Jahre angelegt ist. Nach der schriftlichen Befragung werden Bewohner, die Interesse daran haben, in einem persönlichen Gespräch interviewt. Nach der Auswertung der Ergebnisse durch das sozialwissenschaftliche Institut gehe es dann an die Umsetzung von einzelnen Maßnahmen. Auch dabei sollten die Bewohner mit einbezogen werden, wie Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff Salzert des SAK erläutert. Sie koordiniert das Projekt. "Bei dem Projekt geht es um das Miteinander der Menschen hier", betont sie. Es gebe viele engagierte Menschen im Stadtteil. Das Projekt böte die Möglichkeit, dass sie sich mit einbringen können. Die Aktion "Mieter machen mit", die die Wohnbau gemeinsam mit dem SAK seit einiger Zeit ausführt, habe gezeigt, dass viele Leute gern bereit sind, ihre Umgebung mit zu gestalten und das Miteinander zu fördern.

Thomas Wipf, Leiter des Fachbereiches Schule/Jugend/Sport hob hervor, dass dieses Projekt, das aus der Jugendhilfeplanung entstanden sei, möglicherweise auch in andern Stadtteilen ausgeführt werden könnte.




13. Mai 2003

Mieterprojekt auf dem Salzert
Neue Anlage geschaffen

LÖRRACH (wg). Auf dem Salzert haben mehr als 60 Bewohner das gebaut, was sie sich im Winter für die Grünanlagen rund um die Häuser ausgedacht hatten: einen Boule-Platz sowie aus Weiden eine Schattenlaube und ein Kinderspiel-Iglu. Die Wohnbau Lörrach hatte den Bewohnern Gelegenheit gegeben, mit eigenen Ideen das neue Bild der Außenanlagen zu prägen. Die Chance ließen sie sich nicht entgehen.

Sechs Monate nach den ersten Beratungen mit dem Planungsbüro AG Freiraum und dem SAK-Stadtteiltreff Salzert legten Erwachsene, Kinder und Jugendliche selbst Hand an. Die Mieterbeteiligung sei hervorragend gelaufen, urteilt Willi Brunen, der für die Wohnbau Lörrach das Projekt leitete. Sein Ziel war neben der bedarfsgerechten Gestaltung des Wohnumfelds auch die Entwicklung der Nachbarschaft, das Miteinander von Alt und Jung, von Alteingesessenen, Aussiedlern und Menschen aus verschiedenen Nationen. "Das haben wir voll erreicht", sagt er und fügt hinzu, die Bewohner hätten bereits Ideen für weitere gemeinschaftliche Aktivitäten im neuen Gemeinschaftshaus entwickelt, das derzeit von der Wohnbau Lörrach fertig gestellt wird. Im August werden Eltern und Kinder das nächste Mal in Arbeitskleidung zusammenkommen. Dann legen sie auf dem gerade entstehenden Kinderspielplatz den Wasserlauf mit einem farbigen Mosaik aus.