Trendsport Parkour: Die Stadt als Sportplatz
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Nachttaxis gesucht
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Ein Preis aus Berlin für die Teichstraße
Katalog auf dem Prüfstand
Galerie unter freiem Himmel
Techcore und Alternative
Ein begehrter Partner in der Bildung
Nachtschwimmen im Freibad




25 . Februar 2011

Trendsport Parkour: Die Stadt als Sportplatz

LÖRRACH. Sie klettern an Mauern empor, springen über Zäune und Geländer: Für vier Lörracher Jungs ist die Stadt ihr Sportplatz. Sie machen Parkour - eine Trendsportart. Dafür trainieren sie bis zu dreimal in der Woche.
Parkour- Über Stadt und Stein (1:34) "Bei Parkour geht es darum, möglichst effizient Hindernisse zu überwinden. Darum, in der Stadt, auf einem selbst gewählten Weg, von A nach B zu kommen", erklärt Christian Daus die Sportart. Und dabei gilt es dann mit Bewegungskunst und Technik, Zäune und Blumenkübel zu überwinden oder sich an Geländern entlang zu hangeln. "Showelemente wie Salti oder Schrauben kommen beim klassischen Parkour nicht vor", sagt Martin Giggler (19). Die Vier, die sich den Gruppennamen "3 Motion" gegeben haben, machen aber gerne auch solche Kunststücke, wenn sie durch die City rennen. "Das nennt sich dann Freerunning", erklärt Martin. "Das hat sich aus dem Parkour entwickelt, es geht dann nicht mehr nur um Effizienz. Man hat sozusagen ein paar akrobatisch-künstlerische Freiheiten."

Als Begründer der Sportart gilt der Franzose David Belle. Sein Vater war Soldat im Vietnamkrieg. Im Dschungel Vietnams lernte Belles Vater, sich schnell und an seine Umgebung angepasst fortzubewegen. Er lehrte diese Fertigkeiten seinem Sohn. Der wiederum übertrug die Methode in sein eigenes Lebensumfeld, die Stadt. Das war vor etwa 20 Jahren.

"Hindernisse überwinden, das kann man auch im übertragenen Sinne sehen."Janis Reis In Lörrach ist Parkour viel jünger. "Im Februar 2008 haben wir einen Kurs zu Parkour und Freerunning angeboten", sagt Eric Bintz vom Sozialen Arbeitskreis (SAK) in Lörrach. Zusammen mit einem Stuntman, habe man damals die Grundtechniken, wie zum Beispiel richtiges Hinfallen geübt. Das ist besonders wichtig, denn, so viele Möglichkeiten die Stadt zum Springen bietet, so hart ist hier auch die Landung.

Parkour-Jam in Kassel

"Der Kurs hat eine richtige Eigendynamik entwickelt. Heute trainieren die Jungs total selbstständig, die Gruppe verändert sich von alleine. Wir vom SAK schauen nur alle paar Monate mal vorbei."Zwei der vier Stadtsportler, die heute beim Training dabei sind, haben über den SAK-Kurs zum Parkour gefunden, die anderen sind so dazugestoßen. "Die Szene in Lörrach ist klein. Es sind vielleicht so zehn bis fünfzehn Leute in der Stadt, die Parkour aktiv betreiben", meint der 17-Jährige Patrick Diewald. Das habe Vor- aber auch Nachteile. Einerseits genießen es die Jungs Pionierarbeit für ihren Sport in Lörrach zu leisten, finden es stark, die Ersten und Einzigen zu sein, die die Stadt auf diese Art erobern.

"Aber wir haben halt auch niemanden, von dem wir uns was abschauen, oder mit dem wir uns austauschen können", meint Martin Giggler. Über Internetforen stehen sie deshalb in Kontakt mit anderen Parkour-Sportlern in Deutschland. Demnächst fahren sie gemeinsam nach Kassel, die Szene dort lädt zu einem Jam, einem gemeinsamen Training.

Damit Lörrach da vernünftig vertreten wird, legen sich die Lörracher Querstadteinläufer ordentlich ins Zeug, zwei bis dreimal die Woche treffen sie sich zum Trainieren. Es geht ihnen aber nicht darum, besser durch die Stadt hüpfen zu können als andere, der Wettbewerbsgedanke stehe nicht im Vordergrund, sagen sie. Hinter Parkour, stehe eine Philosophie. Wenn sie darüber sprechen, hören sich die jungen Männer nicht an wie urbane Trendsportler, sondern vielmehr wie traditionelle fernöstliche Kampfsportler. "Hindernisse überwinden, das kann man auch im übertragenen Sinne sehen", sagt Jannis Reis (16). Das meint auch Christian Daus. "Ich merke, dass ich Hürden überwinden kann. Solche aus Stein und Beton, aber eben auch Probleme in meinem Leben. Ich bekomme durch Parkour Selbstvertrauen, es hilft mir weiter."






22 . Februar 2011




11 . Februar 2011




10 . Februar 2011




09. Februar 2011




08. Februar 2011

Stars von morgen gesucht

LÖRRACH. Der Jugendkulturverein "Jamhouse Neuenburg" präsentiert wieder den Jugendbandwettbewerb Music-Star(t)-Contest (MSC) 2011 in Verbindung mit Aufklärung über Umweltschutz. Erstmalig wurde dafür ein Konzept erarbeitet, in dem energieaufwendige Jugendmusikkultur und Umweltschutz eine gemeinsame Rolle spielen. Der Bandcontest soll 2011 auch Aufklärungscharakter haben. So werden die teilnehmenden Bewerberbands beispielsweise vor die Aufgabe gestellt, einen Song zum Thema "Umweltschutz" unplugged zu präsentieren.
Die Bands beim MSC 2011 werden vor einem neuen Bühnenbild auftreten. Der Zusammenhang zwischen stromaufwendiger Musikkultur und bewusstem Umgang mit Energie bietet nach Ansicht der Veranstalter eine neue Chance, jugendliche Musiker mit in die Verantwortung zu nehmen. Die Bewerberbands werden weiterhin in erster Linie nach der Qualität ihrer musikalischen Fähigkeiten und Präsentationen bewertet. Sie sind jedoch angehalten, durch ihre Teilnahme auch Werbung für den verantwortungsvollen Umgang mit Energie beim jugendlichen Fanpublikum zu machen. Werbung, Bühnenbild, Information und Aufklärung über Ökoenergie werden den Wettbewerb bei den Vorausscheidungen und beim Finale prägen. Der MSC 2011 wurde organisatorisch verkleinert. Es werden im Gegensatz zu sechs Vorausscheidungen nur noch drei Ausscheidungen in Offenburg, Freiburg und Lörrach (Altes Wasserwerk, Freitag, 1. April, 20 Uhr) stattfinden. Die jeweils ersten beiden Sieger der Vorausscheidungen nehmen nicht nur am Finale am 4. Juni im Neuenburger Stadthaus teil, sondern qualifizieren sich gleichzeitig für eines von drei Semifinalen des neuen trinationalen Jugendbandwettbewerbes "Tri-bune". Das heißt, der MSC ist auf nationaler Ebene das Sprungbrett für junge Bands, auch in den trinationalen Vergleich mit Jugendbands aus der Schweiz und aus Frankreich zu treten. Für die ersten drei Siegerbands des Neuenburger MSC Finales winken neben Auftritten beim Stimmenfestival und beim Zeltmusikfestival eine Tonstudioproduktion.






08. Februar 2011




03. Februar 2011




03. Februar 2011




19. Januar 2011




19. Januar 2011




19. Januar 2011




17. Januar 2011

Katalog auf dem Prüfstand

LÖRRACH. Im Oktober wurden in einer Fortschreibung des Prozesses Lokale Agenda 21 von Bürgern und Verwaltung Ideen, Ziele und Maßnahmen zur Stadtentwicklung gesammelt und gewichtet. Bei einer Veranstaltung am Freitag konnten die Mitwirkenden sich darüber informieren und auch kommentieren, wie die Ideen in den Ziele-katalog der Stadt für die nächsten Jahre eingingen. Dieser Katalog wird auch Gegenstand im Gemeinderat sein.
Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm führte ein und stellte die wesentlichen Ergebnisse der Oktober-Veranstaltungen vor. Die Themen Energie und Umwelt, Wirtschaft und Tourismus, Mobilität und Lebensraum, Gesellschaftliche Entwicklung und Bildung sowie Perspektiven der Kulturarbeit seien nicht gleichmäßig und nicht unbedingt gemäß ihrer tatsächlichen Bedeutung besetzt gewesen, schränkte die Oberbürgermeisterin ein. So fehle der wichtige Bereich Sport, weil Vertreter verhindert waren. Auch lasse sich ein Thema, das vom Gemeinderat bereits diskutiert und abgelehnt wurde, nicht über den Weg des Agenda-Prozesses neu setzen. Solche Punkte wurden in die Zusammenstellung zwar aufgenommen, aber zugleich gestrichen – die Themen Lörrach Schrankenlos oder die Definition der Innenstadt im Sinne des Zentren- und Märktekonzepts gehören dazu. Dies stieß in der Veranstaltung auf Kritik. So sei der zeitliche Rahmen für den Ziele-katalog – er nimmt die nächsten fünf Jahre in den Blick – zu eng gesteckt. Rede man über Visionen der Stadtentwicklung, dann finde die Tieferlegung der Bahn ja vielleicht wieder ihren Platz, fand etwa Uwe Claassen. Über ein Gutachten zur Verlängerung der Tram 6 sei im Rat noch nicht abgestimmt worden, erklärte FDP-Stadtrat Eugen Paul mit Nachdruck, eine Streichung nicht in Ordnung. Sie werden das prüfen, versprach Heute-Bluhm, und gegebenenfalls ändern.

Viel Gewicht erhielten Verkehrsfragen, etwa eine vorzeitige Beendigung des Probelaufs Fußgängerzone oder zusätzliche Nachtbusse und -züge, aber auch die Aufenthaltsqualität in der Stadt, Fragen zu Tourismus, Energie und Umwelt oder das Zusammenleben der Generationen. Neue Aspekte taten sich auf, anderes ist schon länger in der Diskussion.

Die Veranstaltung sollte Gelegenheit bieten, zu kommentieren, wie die Verwaltung diese Vielzahl an Einzelthemen in einem Zielekatalog Struktur verliehen hat. In der Diskussion ging es dann aber immer wieder um konkrete Detailfragen und Einzelinteressen. Kritiker monierten, der Prozess sei schon im Oktober von der Verwaltung zu sehr gelenkt worden, auch sei ein Thema - Stichwort Ethikrat - uminterpretiert worden.

Die Oberbürgermeisterin versprach, nichts unter den Tisch fallen zu lassen. Freilich sei ein perfekter Konsens nicht zu erreichen: "Die beste lokale Agenda kann nicht dazu führen, dass es allen Recht gemacht werden kann".






15. Januar 2011

Galerie unter freiem Himmel

LÖRRACH. Nachdem die Brückenpfeiler im Grüttpark unter der A 98 als sogenannte Free Walls im letzten Jahr für das legale Sprayen freigegeben worden sind, hat sich besonders an den Wochenenden dort ein reges Treiben entwickelt. Viele Jugendliche aus der Region haben die Betonflächen als Übungsplattform angenommen. Mehr als 60 "Greencards", die zum Sprayen berechtigen, haben Stadt, SAK und Carhartt inzwischen ausgegeben.
Zunehmend kommen Sprayer auch aus dem Basler Umland, weil es dort kein vergleichbares Angebot an legalen Graffiti-Flächen gibt und die schnelle S-Bahn-Verbindung sie förmlich dazu einlädt. idealen Ort für ihr künstlerischen Schaffen entdeckt, weil sich dort relativ wettergeschützt und ohne Angst vor Strafverfolgung gut arbeiten lässt.

Jahresschluss standen noch einmal zwei Brückenpfeiler nahe des Brombacher Kreisels im Fokus eines Graffiti-Wettbewerbs: Das sogenannte Montana Writer Team (MWT), eine kleine Auswahl der Sprayer-Elite im deutschsprachigen Raum, veranstaltet alle zwei bis drei Jahre so genannte Derbys. Das letzte MWT-Derby fand 2007 in Dubai statt, jedes Teammitglied hatte einen Teil einer riesigen Fassade vor der Hochhaussilhouette des Wüstenstaates zu gestalten. Als Grundlage dafür dienten bekannte Bildmotive von Leonardo da Vinci bis Dalì.

Der derzeit wohl bekannteste Schweizer Sprayer, Smash 137, in Dubai noch für die Pop-Art-Variation von Roy Lichtenstein verantwortlich, wählte für seinen Wettbewerbsbeitrag den Lörracher Grüttpark aus. Direkt von der Art Basel Miami Beach eingeflogen, begann er nach einem Kälteschock mit 30 Grad Temperaturunterschied Mitte Dezember im Hubwagen mit seinen Arbeiten, die zuvor mit dem Lörracher Rathaus abgestimmt waren.
Betonpfeiler breites Kunstwerk in den Offsetdruck-Grundfarben Gelb, Magenta und Cyanblau.




13. Januar 2011





13. Januar 2011





13. Januar 2011