Kinder bringen ihre Ideen ein
Tanzgruppe "Kreaktiv" bietet viel für Auge und Ohr
Durch Austausch "Sinn ändern"
Der Dank galt allen ehrenamtlichen Tätigkeiten
Mehr als eine Chronik der laufenden Lörracher Ereignisse
Dem Alltag eine Struktur geben
"Hier wird Bürokratie aufgebläht"
Begegnungen hinterläßt Spuren
Frohes Spiel in der Natur
"Kinderarmut ist der größte Skandal"
Traumfresserchen zu Endes Achzigstem
"Karsilasma Begegnungen" in Kunst
Rollen schienen auf den Leib geschrieben
Jugendparlament sucht Wände für Graffiti- Kunst
Bilder für Spielplatz
40 Jahre Sozialer Arbeitskreis - nicht mehr wegzudenken
Chronik des SAK
Einsatz auf dem Spielplatz
Schlussstein für das Alte Wasserwerk
Ein Raum zum Mitgestalten
Ein Hoch auf die Jugendkultur
Jugend (t)räume wurden war
Über die Realitität der "Wiesionen"
"Eltern schicken ihre Kinder beruhigt zu uns"
Neue Ideen für Wiese- Ufer
Kampf gegen Knöterich und Springkraut droht
Neue Ideen und frische Kraft
Mehr als 1000 Kinder kommen
Kleeblatt zu Fünf-Städte-Stern
Diskussion über Wiesionen
Orientierungsplan: Vieles ist noch unklar
Mit Hitzfeld um die Wette schießen
Szenisch lernen
Noch nicht am sicheren Ufer
Dem Täter auf der Spur
Meisterdetektive auf Spurensuche
Spielend deutsch lernen
Waschechte Männerwirtschaft
Dem Fluss hat’s gutgetan
In den Ferien Deutsch verbessern
Gewinn für Mensch und Natur
Glück hat, wer zum Zug kommt
So sind die Ferien ein Hauptgewinn
Promis und "P-Nuts" für Afrika im Einsatz
Deutsch-Türkisches Netz zur beruflichen Bildung
Nachmittags den Körper kreiseln lassen
Schule ist mehr als Unterricht
Breakdance... Ex-Weltmeister Mentor
Alles drehte sich um den Tisch
Bei Rock am Pool in Badehose zum Konzert
Lörrach möchte eine "citta slow" werden
Ganz neue Aufgaben
Breakdance mit Lörracher Weltmeistern
Betreuungsangebot wird erweitert
Spielend deutsch lernen
Ferienprogramm in drei Tagen ausgebucht
Deutsch lernen im Sommercamp
Jugend-Camp in Senigallia
Mit Breakdance in die Ferien starten
Es wird nochmal "aufgetischt"
Mischung aus Liebeskummer und partytauglichen Texten
Für die Entschleunigung beim Essen
Der Riesenschritt zur Vorzeigeschule
Neues Haus dank viel Engagements
Kleinod an lebendigem Ort
Für schwermetallbelastete Herzen
Filme unter freiem Himmel
My Globe - Entdecke die Welt
Matthäusgemeinde zieht in die alte Feuerwache
Nachtsport im Grütt
One for the Team im Alten Wasserwerk
Ende und Neuanfang zugleich
Aus dem Projekt wird ein neuer Verein
Projektabschluss Frauen-Wege
Bücherwurm auf Türkisch
Kunterbuntes Treffen
Gemeinsam in geselliger Runde
Zukunftsweisendes wird gefeiert
Wir basteln weiter an der neuen, positiven Salzert-Identität
Riesiges Angebot auf dem Salzert
Musik und Malerei im Einklang
Sport bis in die Nacht
Open- Air- Kino im Grütt
Kleine Akteure, große Wirkung
Open- Air- Kino
Tanzcamp
So ein Theater - das kam an
Theater, Zirkus und Jonglage
Der Gurkenkönig und der ausgelagerte Kabarettist
100 lebendige Weisen im Grütt
Workshops und Kulturaustausch
Anpfiff für Sommer-Nachtsport im Grütt
Begegnung soll trinational werden
Nachtsport im Sommer
Die Giraffe zieht ins Rathaus
Es geht rund beim Arbeitskreis
Eine kleine SAK Werkschau
Jährliches Sommerfest des Wasserwerks
Kanu- und Kletterfreizeit des SAK
Aus alt mach Neu
Hoffnung nicht aufgeben
Miteinander leben und gemeinsam feiern
Kinder vermessen ein Stück Straße
Nachtsport geht weiter
Nachstsport im Grütt
Auch im Sommer nachts Sport
Wider die Politikverdrossenheit
Fünf Tage durchtanzen in Lörrach
Flohmarkt für das Frauenhaus
Damit die Menschen im Quartier zusammenrücken
Für die Wahlen sensibilisieren
Podiumsdiskussion: Jugend und Politik
Zehn Jahre west-östliche Freundschaft
Jugendthemen im Focus
Wiedersehen macht Freunde
Eine bewegte Vergangenheit
Immer schon ein Ort diakonischer Arbeit
Jungs sind sehr sensibel
Sieben von zehn haben ihre Schulpflicht erfüllt
Konturen für's Kinderland
Kindertheatertreffen in Lörrach
Alles nur Theater
Mit der Seifenkiste talwärts
Von Seifenkisten und Luxuskarossen
Verbote, Auflehnung und Sabotage
Job im Wasserwerk
Jugendtheaterfestival Rampensau
Betreuung bleibt bezahlbar
Auf dem richtigen Weg
Mehr als Appetithappen aud Festival "BScene"
Lernen, einfach cool zu bleiben
SAK klettert in den Frühling
Hoch hinauf
Die Leute mit dem "reisenden Blut"
Bühne frei für die Jugend
Die Rampensau ist los
65 Jugendliche bei Schachmeisterschaft
Schach ist wie Musik
Sichere Trampelpfade im Online-Wald
Küssende Hasen erziehen zum Frieden
Wie wird die Jugend fit für den Markt?
Auf den Einzelnen eingehen
Maultaschen mit viel Swing
Große Pläne für die Kleinen
Ermäßigung für Familien
Ordentlich Pfeffer für den guten Zweck




18. Dezember 2009






18. Dezember 2009

Tanzgruppe "Kreaktiv" bietet viel für Auge und Ohr

LÖRRACH. Mit einem satirischen Unterton ließ die Tanzgruppe "Kreaktiv" des TSV Rot-Weiß-Lörrach (RWL) die Welt der Medien und der Werbung im Alten Wasserwerk aufleben. Später gehörte die Bühne verschiedenen Vertretern der Hip-Hop-Szene aus der Region und aus Lörrachs französischer Partnerstadt Sens, die im Rahmen der Austauschreihe "Change Lö-Sens" des Sozialen Arbeitskreises (SAK) auftraten.
Die jungen Tänzer und Tänzerinnen von RWL unter dem Management von Roswitha Thurow, wollten das Publikum mit der Flut der Sinneseindrücke vor allem "verwirren". Die tägliche Konfrontation und Überschwemmung mit Werbung haben sie während des Jahres in ihren Tanzproben in den Proberäumen des SAKs zum Thema gemacht. Nun stellten die vier Tanzgruppen gemeinsam ihr Ergebnis vor: mit einer Fülle von Tanzeinlagen, "Werbegags", eingestrahlten Filmsequenzen und gesprochenen Dialogen boten sie den Zuschauern einiges für Auge und Ohr.

In den tänzerischen und schauspielerischen Szenen tauchten immer wieder Sketch-Elemente auf, unter anderem ernteten die "Putzfrauen", die nach jedem Auftritt die Leute von der Bühne scheuchten, einige Lacher. Die Szenenübergänge waren also gut organisiert, die Jugendlichen traten alle souverän und mit Spaß an der Sache auf. Die Überleitung zum zweiten Event dieses Abends gestaltete die Tanzgruppe aus Sens, die spontan mit den französischen Musikern mitgereist war und direkt im Anschluss an "Kreaktiv" auftrat.

Sie kamen somit noch in den Genuss von gut gefüllten Publikumsreihen, das Alte Wasserwerk leerte sich danach zusehends und zum deutsch-französischen Hip-Hop-Konzert war die Zuschauermenge auf ein Minimum geschrumpft. Die deutschen Austauschpartner, "Team Babylon" aus Lörrach, fielen krankheitsbedingt aus. Deshalb sprangen einige Künstler aus der Region kurzfristig ein und unterstützen die acht HipHopper ("Hype Level") aus Sens. Vor einem fast leeren Zuschauerraum zu spielen, war für Franzosen ebenso wie für Deutsche relativ frustrierend. "Vous aimez cela?"("mögt ihr das überhaupt?") fragte ein französischer Rapper verzweifelt, als das spärliche Publikum keine Reaktion zeigte.

Aber so ist es ja nicht immer. "Normalerweise sind die Konzerte gut besucht", sagt Eric Bintz, der den Bandaustausch mit Sens, den es jetzt schon vier Jahre gibt, organisiert. Auch von Seiten der jungen Musiker sei genug Interesse am gegenseitigen Kennenlernen und an neuen Kontakten vorhanden. "Change Lö-Sens" wird also im neuen Jahr in alter Form weiter bestehen.




17. Dezember 2009






16. Dezember 2009






16. Dezember 2009

Mehr als eine Chronik der laufenden Lörracher Ereignisse

LÖRRACH. Noch bevor für das neue Hotel auf dem "Kinderspielplatz” die Baugenehmigung erteilt ist, ist es Anlass für einen Jahrbuch-Schwerpunkt - so sehr ist es in Zuschnitt und Architektur anders als alles, was Lörrach an Gästeherbergen bisher kannte.

Den Band Lörrach 2009 betreute das bewährte Team mit Wolfgang Göckel, Waldemar Lutz und Markus Moehring, statt Helmut Bürgel ist zum ersten Mal Lörrachs Pressesprecher Jochen Schicht mit im Boot. Das Buch, das wie gewohnt mit großer Sorgfalt gestaltet und verarbeitet ist, erlaubt Begegnungen mit dem vergangenen Jahr - mit Menschen, Ereignissen, Entwicklungen.
Die Chronik nimmt den gewohnten breiten Raum ein und erzählt, reich bebildert, von den Monaten zwischen Oktober 2008 und September 2009. Die Eröffnung der Synagoge, das Lörracher Liederbuch, der beinharte Winter, der Brand im "Meyerhof” oder das Feuerwehrjubiläum sind da ebenso gewürdigt wie alle Ereignisse, die jährliche wiederkehren – Fasnacht, "Lörrach singt", Märkte. Feste und vieles mehr.
Auch die Chronik der baulichen Veränderungen unter dem Stichwort "Stadt im Wandel" kennt und schätzt der Jahrbuch-Leser. Diesmal sind etwa die Grabenstraße, die Alte Halle Haagen und er Volksbank-Neubau in Bild und Text gewürdigt.

Das Thema des Jahres also, das Hotel-Projekt lieferte den Anlass: Betrachtungen zum Tourismus. Lörrach wird auch mit dem geplanten Best-Western-Hotel, das bis zum 250 Betten bieten und weit in den Himmel ragen soll, nicht zu einer Touristenstadt werden, doch es werden neue Türen aufgestoßen – und der Bau wird die Stadt verändern. Das Jahrbuch nähert sich aus verschiedenen Blickwinkeln dem, was war und ist. Michael Fautz, Heimatforscher und Sammler, hat zusammen mit Waldemar Lutz einen Streifzug durch die Herbergen in Lörrach und den Stadtteilen vom Ende des 17. Jahrhunderts bis heute unternommen. Einem fiktiven Interview mit Hirschenwirt Markus Pflüger, das auf leichte Weise Historisches vermittelt, ist ein reales mit Iris Thudichum, der Inhaberin des Stadt-Hotels, gegenüber gestellt.
Ein Register wird vermisst
Waldemar Lutz hat sich mit der Frage befasst, wie Lörrach über die Zeiten für sich warb. Trotz der sich in Stil und Aufmachung wandelnden Bemühungen - "ein Touristenort”, stellt Lutz fest, "ist Lörrach nie geworden". Ein Bericht vom Selbstversuch im Best-Western-Hotel Esslingen rundet das Jahresthema ab.

Wie andere vor ihm gewährt der Band 2009 Einblick in ein Lörracher Wirtschaftsunternehmen. Wolfgang Göckel hat das Jubiläum 75 Jahre NSI Präzisionsdrehteile in Stetten zum Anlass für ein Betriebsporträt genommen. Herbert Sitterle, der als Geschäftsführer des Sozialen Arbeitskreises (SAK) viele Jahre in dem Gebäude verbrachte, hat die Geschichte der Alten Feuerwache nachgezeichnet. Und auch der neue Stadtarchivar Andreas Lauble wurde gleich im ersten Amtsjahr eingebunden. Er würdigt aus Anlass des 100. Geburtstags das Tumrigner Schulhaus und lässt dabei ein Stück Ortsgeschichte lebendig werden. So ist das Buch wieder, wie man es seit Jahren kennt: Chronik auf der einen Seite, in der man lustvoll blättert, aber auch ein Band, den man aus dem Regal zieht, wenn ein spezifisches Thema interessiert. 15 Bände gibt es unterdessen von diesem Jahrbuch. Zeit für ein Register! Jahrbuch Lörrach 2009, Herausgeber Stadt Lörrach und Verlag Waldemar Lutz,
Lörrach 2009, 20,40 Euro




14. Dezember 2009

Dem Alltag eine Struktur geben

LÖRRACH. Neben der Hilfe für Not leidende Familien und Einzelpersonen fördert die BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen" Aktivitäten sozialer Initiativen und caritativer Verbände. Einige Projekte, die vergangenes Jahr unterstützt wurden, stellen wir in loser Folge vor.
"Gerade in Zeiten sozialer Umbrüche ist die Kontinuität einer Spendenaktion wie dieser sehr wichtig" , sagt der Geschäftsführer des Lörracher Sozialen Arbeitskreises (SAK), Jürgen Wiesenhütter. "Wegbrechende Zuschüsse und Förderungen zum Beispiel aus dem regionalen Geldtopf des Europäischen Sozialfonds belasten gerade die Beschäftigungsinitiativen unseres Vereins sehr und schränken unsere Arbeitsbedingungen immer weiter ein" , so Wiesenhütter. Im vergangenen Jahr bat er die BZ, sich bei der Weihnachtsaktion an der Finanzierung eines gebrauchten Ersatzfahrzeugs zu beteiligen, das in der Beschäftigungsinitiative Gartenbau zum Beispiel für den Transport von Pflanzen dienen sollte. Aus der Weihnachtsaktion konnte die Anschaffung des VW-Pritschenwagens zu rund einem Fünftel finanziert werden.

Die Initiative im Bereich Gartenbau, die seit 1990 besteht, beschäftigt langzeitarbeitslose Erwachsene. Ihr Ziel ist es, sozial Benachteiligten einen Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Dazu gehören, so Wiesenhütter, Menschen mit Migrationshintergrund; Menschen, die wegen persönlicher oder gesundheitlicher Probleme keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen können; junge Menschen mit Startproblemen ins Berufsleben und ältere, die nur noch geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Ansatz hierbei ist es, die Mitarbeiterinnen an die Anforderungen einer dauerhaften Beschäftigung heranzuführen.

Am wichtigsten sei hier, so Wiesenhütter, dass die Menschen eine geregelte Alltagsstruktur haben. Auch der Kontakt zu Arbeitskolleginnen und Kunden und die Anerkennung der geleisteten Arbeit motiviere die Teilnehmer der Initiative und bereite auf eine dauerhafte Teilnahme am Arbeitsleben vor. Darüber hinaus bietet der Verein individuelle Hilfe im Berufsalltag in Form von Sprachkursen und Unterstützung durch Sozialpädagogen und bei Problemen in der Schule an.

Spenden können auf die Konten bei der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden (BLZ 68350048, Konto: 1008820) und der Volksbank Dreiländereck (BLZ 68390000, Konto: 3131) eingezahlt oder in den vier BZ-Geschäftsstellen im Kreis abgegeben werden.




08. Dezember 2009

"Hier wird Bürokratie aufgebläht"

LÖRRACH In welcher Form wird die Grundsicherung künftig organisiert und Langzeitarbeitslose (Hartz IV) betreut? Nächstes Jahr ist eine Antwort fällig, denn Ende 2010 läuft die Frist aus, die das Bundesverfassungsgericht zur Neuordnung der Mischverwaltungen wie der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Kreis (GAL) gewährt hat. Während die Politik weiter um Positionen ringt, hat sich die Liga der Wohlfahrtsverbände im Kreis inzwischen festgelegt. Im Interesse einer bedarfsorientierten Lösung plädiert sie für eine möglichst kommunale Lösung, so der Tenor eines BZ-Redaktionsgespräches.
Die Zusammenlegung der ehemaligen staatlichen Arbeitslosenhilfe und der kommunalen Sozialhilfe zur Grundsicherung mit den Hartz-Reformen mündete in den mühsamen Aufbau einer neuen Säule im sozialen Netz: Das Gros der Städte und Landkreise hat sich dabei für die kooperative Lösung entschieden und mit den Arbeitsagenturen Arbeitsgemeinschaften wie die GAL gegründet. Theoretisch sind dort die Agenturen zuständig für die Zuschüsse zum Lebensunterhalt sowie die Integration in den Arbeitsmarkt, Kreise und Kommunen für Mieten und Nebenkosten. Praktisch werden diese Leistungen den Betroffenen aber aus einer Hand und mit einem Bescheid gewährt. Genau dies aber hatte das Bundesverfassungsgericht als undurchsichtige Vermischung kommunaler und staatlicher Aufgaben kritisiert und eine Änderung gefordert.
Im Prinzip bieten sich dafür drei Modelle an: eine Verlagerung auf die kommunale Seite, was unter dem Begriff Option schon einige Kreise praktizieren, zum Beispiel der benachbarte Kreis Waldshut, die strikte Trennung kommunaler und der staatlicher Ebenen als zweite Möglichkeit oder schließlich die Legalisierung der Mischverwaltung mittels Grundgesetzänderung. Die aber scheint politisch nicht durchsetzbar - zumal das Thema auch in der Großen Koalition nicht lösbar war. An der Grundkonstellation hat sich seitdem im Grunde zwar wenig geändert. Auf der einen Seite stehen Befürworter von möglichst viel Zentralität, die an einer Steuerung aus der Agentur festhalten, ja diese ausbauen wollen, auf der anderen die dezentraler, kommunaler Lösungen. Erhöht hat sich aber der Handlungsdruck.

Leidtragende der Entwicklung aber, so fürchten Michael Schmitt-Mittermeier und Wolfgang Gorenflo, beide Geschäftsführer beim Diakonischen Werk der evangelischen Kirchenbezirke im Kreis, werden allemal die Betroffenen sein. Bei einer konsequenten Entflechtung der kommunalen und der staatlichen Ebene zum Beispiel müssten sich diese künftig wieder mit zwei Behörden und zwei Bescheiden auseinandersetzen. "Das wäre kontraproduktiv und erhöht die Konfusion" , befürchtet Wolfgang Gorenflo; zumal die existenzielle Notlage keine gute Vorausetzung sei, bürokratischen Abläufe gelassen zu bewältigen. Darüber hinaus seien die Bescheide bereits heute teilweise so kompliziert, dass sie auch Sozialarbeiter nur mit Mühe nachvollziehen könnten, ergänzt Michael Schmitt-Mittermeier. Dann aber haben die Leute zwei Bescheide, "die sie nicht verstehen" , fürchtet er. "Für die Menschen kommt bei der neuerlichen Reform nichts heraus. Hier wird nur eine weiter aufgeblähte Bürokratie erzeugt" , vermutet auch Jürgen Wiesenhüter vom Sozialen Arbeitskreis (SAK) in Lörrach. Zumindest in der Anlaufphase seien zudem wieder hohe Reibungsverluste zu erwarten, die zu Lasten der Betroffenen korrigiert werden müssten.

Landrat Walter Schneider und der Direktor der Agentur für Arbeit in Lörrach, Ingo Zenkner haben bislang zwar stets betont, dass die Kooperation in der GAL klappe und sie willens seien, an dem Modell festzuhalten. Denn trotz der Tendenz der Bundesagentur zum restriktiven Reinregieren sei es dem Kreis und der lokalen Agentur vor Ort gelungen, "ein stabiles System zu schaffen" , befand Schneider schon im Spätsommer an einer Informationsveranstaltung der CDU. Andererseits strebe der Kreis die kommunale Lösung an, sollte das Optionsmodell erweitert werden. "Wenn das kommt, machen wir das" , so Schneider damals. Ob das kommt, ist aber nach wie vor sehr fraglich. Die Spitze der Agentur für Arbeit und auch Ingo Zenkner jedenfalls sehen in der zentralen Steuerung weniger ein Hindernis denn einen"Faktor für den Erfolg" . Aber unabhängig davon welche Variante komme, "kriegen wir das hin, ohne dass die Bürger darunter leiden müssen" , beruhigte Ingo Zenkner damals.

Die Liga der Wohlfahrtsverbände im Kreis, zu der neben der Diakonie unter anderem die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband und das DRK gehören, aber sympathisieren eindeutig mit einer Stärkung des kommunalen Parts. Die Kreis und die regionalen Akteure hätten das Ohr an den Bedürfnissen vor Ort, begründet Schmitt-Mittermeier. Das fördere nicht nur eine bessere Verzahnung der regionalen Akteure, sondern habe im Gegensatz zur zentralen Vergabe aus Nürnberg auch den Vorteil, das Förder- und Integrationsprogramme an die regionalen Besonderheiten angepasst werden könnten. "Eine bedarfsorientierte Lösung führt nur über die kommunale Seite" , ist auch die Sprecherin der Liga, Caritas-Geschäftsführerin Gudrun Schemel, sicher.




28. November 2009






28. November 2009






28. November 2009

"Kinderarmut ist der größte Skandal"

LÖRRACH (tm). Mehr als 16 Prozent der Menschen gelten als arm – und das in einem reichen Land wie Deutschland. Das muss nicht sein, meinten Redner und Diskussionsteilnehmer einer Veranstaltung der Sozialtage Südbaden am Donnerstagabend im Alten Wasserwerk in Lörrach. "Es ist genug für alle da. Wer über Armut klagt, muss auch über Reichtum reden", lautete das Motto der Veranstaltung.
Die oberen 30 Prozent der Gesellschaft besitzen 90 Prozent, die untere Hälfte nur 1,6 Prozent des Vermögens in Deutschland, berichtete Wilfried Wienen von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB). Sie veranstaltet die Sozialtage gemeinsam mit der Erzdiözese Freiburg, der Evangelischen Arbeitnehmerschaft und Pax Christi. Armut ist aber nicht nur Mangel an Geld, sie bedeutet auch Ausgrenzung – bei Wohnen und Bildung, bei Schulausflügen, in der Freizeitgestaltung, bei Konsum und Urlaub, stellte Wienen vor etwa 30 Zuhörern fest. "Der größte Skandal ist die Kinderarmut", betonte er. Sie betrifft etwa drei Millionen Kinder in Deutschland, das heißt jedes vierte Kind. "Zu den Ursachen gehört das Versagen der Verteilungspolitik", sagte Wienen. Als weitere Ursachen nannte er Arbeitslosigkeit, die Aushöhlung der sozialen Unterstützung sowie eine Bildungspolitik, die die Spaltung zementiert. "Arme Kinder haben kaum eine Chance, eine höhere Schulbildung zu bekommen", sagte er.

Ein wesentlicher Grund für Armut ist aber auch der Niedriglohnsektor, sagt er. 26,5 Prozent der Hartz-IV-Empfänger haben einen Job, nur können sie von diesem nicht leben. 16,7 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten für weniger als acht Euro Stundenlohn, vier Prozent sogar für weniger als fünf Euro in der Stunde. "Deutschland ist fast das einzige Land in Europa, das keinen gesetzlichen Mindeslohn hat", stellte Wienen fest. Die KAB fordert einen von 9,20 Euro. Außerdem fordert sie in der Bildungspolitik die Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher und eine offensive Arbeitsmarktpolitik. "Wir müssen Solidarität und Gerechtigkeit einfordern und als Tugend üben", sagte Wilfried Wienen.

Luisa Boos, Juso-Vorsitzende aus Emmendingen, prangerte die Ausgrenzung sozial Benachteiligter an und den neoliberalen Mainstream, der auch die SPD nicht verschont habe. "Rot-Grün hat die Verteilungsfrage sehr ungenügend beantwortet, aber nicht alles an den Agenda-2010-Reformen war schlecht", sagte sie. Auch sie forderte Mindestlohn und mehr Anstrengungen im Bildungssektor. Eine Vermögenssteuer von einem Prozent würde im Land rund eine Milliarde Euro bringen, sagte sie. "Wir brauchen eine gesellschaftliche Diskussion, um Armut zu bekämpfen", stellte Boos fest.




27. November 2009

Traumfresserchen zu Endes Achzigstem

LÖRRACH. Was wäre die deutsche Kinderbuchliteratur ohne Michael Ende und seine phantastischen Geschichten? "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", "Momo", "Die unendliche Geschichte" und seine anderen Werke begeistern heute Kinder genauso, wie früher schon ihre Eltern. Am 12. November wäre der deutsche Schriftsteller 80 geworden.
Aus diesem Anlass feierten kürzlich die Kinder der SAK-Grundschulkinderbetreuung in der Astrid-Lindgren-Grundschule die Premiere ihrer Inszenierung von Endes "Traumfresserchen" und ließen in dieser Woche zwei weitere Aufführungen folgen. Die Geschichte spielt im Schlummerland, wo die höchste Priorität natürlich das Schlafen ist. Nun hat die Tochter des Königs, Prinzessin Schlafittchen, ein Problem: des Nachts wird sie von fürchterlichen Albträumen geplagt und kann somit ihrer königlichen Pflicht, dem Schlafen, nicht nachgehen. Das bereitet ihren Eltern und dem gesamten Königreich große Sorgen. Und als niemand einen Rat weiß, beschließt der König, selbst in die Welt zu ziehen, um ein Mittel gegen die bösen Träume seiner Tochter zu finden. Nach einer langen Reise bis ans andere Ende der Welt, findet er schließlich das Traumfresserchen, das sich als Lösung des Problems erweist.

Corinna Renckly hatte mit Hilfe von Timo Garni und Rahel Schepperle mit viel Einsatz und Zeitaufwand die Schulkinder angeleitet und ihnen den Spaß am Schauspielern vermittelt. Das war der Vorstellung anzumerken, denn die Mädchen und Jungs waren an der Erstaufführung mit Elan dabei und trugen den gründlich gelernten Text überzeugend vor. Schauspielerisches Können bewiesen die immerzu strickende Königin, der freundliche König, die Prinzessin und ein herzallerliebstes freches Traumfresserchen. Die übrigen kleinen Akteure stellten, von gut organisierten Bühnenwechseln unterbrochen, die verschiedenen Kulturen dar, denen der König auf seiner Reise begegnet. Ob Musik-, Tanz- oder Stockkampfeinlagen, die Schulkinder waren mit viel Eifer und Spaß dabei. Wenn dann etwas nicht so gut klappte und jemand seinen Einsatz verpasste und mit dem Ellbogen angestupst werden musste, trug das nur zur Erheiterung des Publikums bei, das hauptsächlich aus Eltern und Geschwistern bestand. Auch Corinna Renckly zeigte sich nach der Vorstellung mit dem Ergebnis zufrieden und bedankte sich bei ihren Helfern, sowie dem Hausmeister der Astrid-Lindgren-Grundschule, ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Den jungen Schauspielern überreichte sie jedem eine Rose, wie es sich bei einer "richtigen" Premiere gehört.




20. November 2009






26. Oktober 2009

Rollen schienen auf den Leib geschrieben

LÖRRACH. Eine rundum gelungene Premiere war der Auftakt des "Salzertbrettli" in die neue Spielzeit. Mit der Komödie "Ein seltsames Paar" begeisterten die acht Laienschauspieler ihr Publikum im ausverkauften Max-Josef-Metzger-Haus auf dem Salzert. Die Einnahmen des Premierenabends von 1500 Euro spendete die Theatergruppe dem Sozialen Arbeitskreis (SAK).

Monatelang haben die Schauspieler unter der Leitung von Reintraud Freude das humorvolle Stück von Neil Simon geprobt. In den Hauptrollen Michael Gerisch als Oskar und Ralf Beck als Felix – ein seltsames Paar, das sich in einer Wohngemeinschaft zusammengefunden hat. Felix ist verzweifelt, weil seine Frau nach 12 Jahren Ehe ihn aus der ehelichen Wohnung weist und sich scheiden lassen will. Er schlüpft bei seinem Freund Oskar unter, der seinerseits seit einiger Zeit getrennt lebt. Dumm nur, dass die beiden frisch gebackenen Junggesellen so verschieden sind. Während Oskar ein chaotischer Lebemann ist, entpuppt sich Felix als pedantische Nervensäge. Ständig putzt und wischt er die gemeinsame Wohnung, sorgt sich um die Reinheit der Atemluft und geht sogar so weit, die Spielkarten der gemeinsamen Männer-Pokerrunde zu desinfizieren. Dass er dabei ein weinerlicher Hypochonder ist, der auch nicht davor zurückschreckt, mit Suizid zu drohen, wenn er seinen Willen nicht bekommt, macht das Zusammenleben nicht einfacher. Kein Wunder also, dass die Situation eskaliert, als der sauertöpfische Felix dann auch noch verhindert, dass Oskar mit den hübschen Nachbarinnen anbändeln kann.

Wunderbar haben die Schauspieler die Rollen umgesetzt. Wenn man nicht genau wüsste, dass schon vor vier Jahrzehnten das gleiche Stück mit den Schauspielern Walter Matthau und Jack Lemmon als Spielfilm gedreht wurde, könnte man meinen, die Rolle des Oskars sei für Michael Gerisch kreiert worden. Aber auch die Darsteller der kleineren Rollen – als Pokerrunde Martin Schade, Willi Weissenberger, Detlef Weller und Paul Jürgens und als reizende Nachbarinnen Doris Specker und Lilian Paolazzi – überzeugten voll auf der Bühne. An den witzigen und bisweilen bissigen Dialogen hatte das Publikum seine helle Freude. Dem kurzweiligen Stück merkt man seine gut zwei Stunden Spielzeit gar nicht an.

Es ist schon fast Tradition, dass das Salzert-Brettli sämtliche Einnahmen des Premierenabends aus Kartenverkauf und Bewirtung spendet. Es kamen 1500 Euro für den SAK zusammen.




22. Oktober 2009






21. Oktober 2009

Bilder für Spielplatz

LÖRRACH (BZ). Aus Anlass des 40 jährigen SAK Jubiläums hat Helga Ludorf, Frau des verstorbenen Malers Heinz Ludorf einige Gemälde zur Verfügung gestellt. Diese werden im Alten Wasserwerk ausgestellt. Der Erlös soll zur Finanzierung des Kinderspielplatzes auf dem Geländes des Alten Wasserwerks beitragen.

Heinz Ludorf wurde am 1923 in Bad Nauheim geboren und starb am 2002 in Lörrach. Seine künstlerische Ausbildung erhielt Ludorf bei Professor Curt Scholz an der Städel- Kunsthochschule in Frankfurt am Main. Nach dem Krieg war er hauptsächlich Porträtist, danach Werbeleiter in Markenartikelfirmen in Wien und Frankfurt. Ab 1974 war er freiberuflicher Maler und Grafiker und Leiter von Malkursen. Hier gab er seine Kenntnisse in der Pastellmalerei an seine Malschüler weiter. Bei zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz nahmen besonders seine Pastelle einen großen Raum ein. Heinz Ludorf ging als Künstler seinen eigenen Weg. Frei von Saisongepräge beeindrucken seine Bilder durch ihre Feinheit in Rhythmus und Farbe. Es sind Bilder voll zarter Poesie. Dabei war Ludorf beileibe kein Heile- Welt- Maler. Nicht selten setzte er sich mit aktuellen Gegenwartsfragen auseinander.




16. Oktober 2009

40 Jahre Sozialer Arbeitskreis - nicht mehr wegzudenken

LÖRRACH. Als der Theologiedozent Dieter Walter vor 40 Jahren den Sozialen Arbeitskreis (SAK) ins Leben rief, sah er ihn als Brücke zwischen Establishment und aufrührerischer Jugend. Aus der Initiative sozial engagierter Studenten ist eine aus der Stadt nicht mehr wegzudenkende Einrichtung mit vielfältigen Angeboten im kulturellen, sozialen und ökologischen Bereich geworden. Im Auftrag der Stadt betreibt der SAK Kinder-, Jugend- und Stadtteilarbeit. Die drei Leitwörter seines Wirkens heißen Arbeit, Bildung und Stadtentwicklung.

Konfrontation:
"Ein paar Betonringe mit Sand gefüllt zwischen den Blocks" – das war alles, was der SAK vorfand, als er 1972 die Teichmatten besuchte, einen sozialen Brennpunkt der Stadt. Man organisierte einen stadtteilbezogenen Elternabend und zeigte mit Fotos den Kontrast auf: hier in Schwarz-Weiß die trostlose Situation für Kinder vor Ort – dort farbige Bilder vom Sommer-Zeltlager am Bodensee. Das war der Auslöser dafür, dass die Eltern für einen Spielplatz in den Teichmatten kämpften. Zum ersten Mal wurden Flugblätter gedruckt. Das löste im Gemeinderat eine kleine Krise aus. "Die sind bös verschrocke", erinnert sich Herbert Sitterle. Das Quartier aber bekam einen Spielplatz und der Bau einer sechsspurigen Straße wurde verhindert. Das Verhältnis des SAK zur Stadt wurde dadurch nachhaltig geprägt.

Kooperation:
Als Rainer Offergeld Oberbürgermeister wurde, war die Alte Feuerwache eine "abbruchreife Hütte". Der SAK kämpfte für eine Renovierung durch Jugendliche seiner Arbeitslosen-Initiative. Schließlich ließ sich Offergeld sogar überzeugen, Geld für die Beseitigung baulicher Mängel zu geben. In einem weiteren Schritt floss auch Geld für eine Stelle, da der OB er so überzeugt von der Arbeit des SAK war, wie er die Beschränkungen der Stadt sah, eigene Jugendarbeit zu betreiben. Aus Konfrontation wurde Kooperation. Jürgen Wiesenhütter beschreibt die Entwicklung so: "Gegen die Stadt, mit der Stadt, für die Stadt".

Stadtentwicklung:
Mit dem Salzert hatte die Stadt ein Trabantenstädtchen ohne soziale Infrastruktur auf die grüne Wiese gesetzt. Das einstige Sorgenkind des SAK hat sich in enger Kooperation mit Schule, Kindergarten, Kirchengemeinde und Städtischer Wohnbau zu einem Quartier entwickelt, in dem sich die Bewohner an der Beheimatung beteiligen, etwa mit der Verschönerung von Gebäuden, dem Bau eines Bolzplatzes oder dem "Salzertblättli". "Mieter machen mit" heißt das Motto. Die Aufenthaltsqualität wurde deutlich verbessert und auch das dichte Zusammenleben im Quartier, das Toleranz von allen erfordert.

Bildung:
Das Thema versteht der SAK als breiten Strang. Man fing an mit der nachholenden oder begleitenden Erziehung, etwa mit Hausaufgabenhilfe. Infolge der veränderten Situation an Schulen, die heute ein zentraler Lebensort für Kinder sind, änderten sich auch die Aufgaben und Angebote. Katja Stange erklärt: "Nicht was die Kinder tun, sondern wie sie miteinander auskommen und sich arrangieren, ist für uns wichtig."

Beschäftigungsinitiative:
In vielen Arbeitsfeldern ist der SAK ein Ausbildungsort für Lehrlinge, Praktikanten oder Jugendliche in der Beschäftigungsinitiative. Hat man etwa bei der Renovierung der Alten Feuerwache oder des Alten Wasserwerks gute Erfahrungen gemacht, ist heute durch die Trennung von Arbeitsagentur und GAL und die zentrale oder sehr kurzfristige Ausschreibung manches schwieriger geworden. Die örtliche GAL muss von der Nürnberger Anstalt aufgelegte Produkte nutzen. "Die Kurzatmigkeit der Programme bejammern wir seit zwanzig Jahren", so Sitterle. "Bei uns werden Leute beschäftigt, die Leistung erbringen, nur nicht acht Stunden ,Powerpower’. Für die müssen wir dauernd neue Worte erfinden. Das drückt einen."

Migranten:
Erst in den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, in den Köpfen der Politiker angekommen. Dem SAK war schon früh klar: "Wir müssen das gestalten und Anstrengungen zur Bildung der Migranten unternehmen". Man hat die Flüchtlinge in der Wohnanlage im Wölblin betreut und mit der nicht integrierten Jugend dort einen schwierigen Prozess durchlaufen. "Ein Prozess, mit dem wir noch heute kämpfen", sagt Wiesenhütter. "Da ist eine verlorene Generation."

Ökologie:
Am Anfang wollte man den Kindern zeigen, wie ein Produkt wird: Apfelsaft im Herbst. Dabei hat man die schönen Streuobstwiesen gesehen und das Augenmerk auf ihre Bedeutung für Ökologie, Touristik und Kultur gelegt. Heute stellt der SAK selbst ökologisch korrekten Apfelsaft her, lässt ihn in regionalen Märkten abfüllen und vertreibt ihn regional. Der Verdienst ist gleich Null, der Gewinn enorm.

Finanzen:
Der SAK hat seit 2007 einen auf fünf Jahre angelegten Vertrag mit der Stadt über die Teilfinanzierung für Altes Wasserwerk und Salzerttreff. In anderen Bereichen wie den Beschäftigungsinitiativen muss man sich immer neu durch das komplizierte Gestrüpp der Zuschussregeln kämpfen. "Wir haben uns mit der Zeit als Bettler qualifiziert", sagt Sitterle. Man wünscht sich wieder eine bessere Beteiligung an Bußgeldern und Spenden.

Kirche:
Die beiden Stellen der SAK-Geschäftsführer werden von der evangelischen Landeskirche finanziert, was ein hohes Engagement in diesen sozial-diakonischen Arbeitsfeldern bedeutet. "Wir haben kein Kreuz hier hängen, versuchen aber die Arbeit und den Umgang so zu gestalten, dass wir die Maxime der Kirche umsetzen können", sagt Sitterle. "Dabei beziehen wir uns auf die Leitelemente der Basler Erklärung: Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung".




16. Oktober 2009

CHRONIK DES SAK

Der Spielbus wird bei der Alten Feuerwache beladen.

1969: Gründung des Sozialen Arbeitskreises (SAK) durch Dieter Walter (Pädagogische Hochschule Lörrach) und die evangelische Studentengemeinde; der Rotary-Club unterstützt die studentische Initiative finanziell.

1971: Im Flachsländerhof werdem zwei Räume bezogen

1972: Dieter Walter geht, die Diakone Herbert Sitterle, Kurt Kern und Joachim Straub übernehmen die Begleitung des SAK. Zeltlager am Bodensee für Kinder aus dem Landkreis Lörrach.

1973: Diakon Jürgen Wiesenhütter kommt, Joachim Straub geht. Der SAK zieht in die untere Etage im Burghof/ Alte Feuerwache. Gründung der Bürgerinitiative Teichmatten

1974: Die Devise des SAK "Jugendarbeit braucht Baustellen" wird mit Leben erfüllt. Das vom Markgrafen Max von Baden gepachtete Gehöft in Deisendorf wird ausgebaut. Die Arbeitskraft stellt der SAK.

1976: Erstes Jugendzeltlager in Frankreich. Kurt Kern geht, Fritz Schmidt kommt.

1977: Einrichtung des Spielbusses im Landkreis

1978: Erste Familienfreizeit in der Schweiz. Nun können Großfamilien komplett in den Urlaub.

1979: Erstes Internationales Baucamp auf dem Rengolshauser Hof

1980: Der SAK erhält von Ministerpräsident Lothar Späth den Hauptpreis der Bürgeraktionen

1982: Die Beschäftigungs-Iniative (B.I.) für arbeitslose Jugendliche wird gegründet. Sitterle ist verantwortlich, Wiesenhütter übernimmt die Verantwortung für Kinder- und Jugendarbeit.

1983: Die B.I. wird um eine Landschaftspflegegruppe erweitert.

1984: Renovierung der Alten Feuerwache durch die B.I.

1985: Weitere B.I.-Gruppen für Hauswirtschaft und Bauen

1986: Einweihung Burghof-Alte Feuerwache: das erste Jugendzentrum der Stadt. Die Stadt bezuschusst eine hauptamtliche Stelle.

1987: Schließung der PH und Gründung des SAK als eingetragener Verein

1989: Erste Erwachsene in der B.I.

1992: Erstes Städtepartnerschafts-Camp in Meerane; Ausbau der Städte- und Landkreispartnerschaften

1995: Vermarktung des SAK-Apfelsafts von heimischen Streuobstwiesen

1996: Schreinerei zieht ins Werk I, Brombacher Straße. Eröffnung des Stadtteiltreffs auf dem Salzert. Erste Gespräche mit der neuen Oberbürgermeisterin über möglichen Umzug.

1997: Gründung der SAK-Forstgruppe in Schopfheim

1998: Beginn Umbau des Alten Wasserwerks durch die Beschäftigungsinitiative Bauhütte

2001: Neue Zweigstelle der BI in Rheinfelden-Nollingen; Bundespreis für die Asylarbeit, überreicht von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse; Beginn der Quartiersarbeit "Soziale Stadt" in Oberrheinfelden

2002: Bau des Weidenpalasts im Grütt

2004: Gründung der SAK-Wasserwerk GmbH. Das zentrale Kinder-, Jugend- und Sozialzentrum Altes Wasserwerk wird eingeweiht.

2006: Herbert Sitterle geht in Ruhestand. Nachfolgerin ist Katja Stange. Gründung und der SAK-Arbeit-gGmbH

2007: Einstieg in Nachmittagsbetreuung und Ganztagsschulbetreuung Neumattschule; Beginn Wohnbauprojekt Teichstraße




10. Oktober 2009

Einsatz auf dem Spielplatz

LÖRRACH. Statt Schokolade zu produzieren haben 26 Milka-Mitarbeiter diese Woche im SAK beim Spielplatzbau geholfen. Zehn weitere Mitarbeiter unterstützten tatkräftig die Lörracher Tafel. Der Arbeitseinsatz für soziale Zwecke war Teil einer weltweiten Aktion des Unternehmens Kraft Foods.

"Delicious Difference Week" heißt die Aktion, die Kraft Foods erstmalig und weltweit an allen Unternehmensstandorten in 33 Ländern der Welt ins Leben rief. Mitarbeiter, die sich freiwillig melden konnten, arbeiteten diese Woche jeweils für einen Tag nicht an ihrem normalen Arbeitsplatz, sondern ehrenamtlich für ein soziales Projekt, und zwar im Rahmen ihrer üblichen Arbeitszeit, wie Personalchef Edgar Jäger berichtet. Die Lörracher Milka-Mitarbeiter hatten sich unter anderem das Alte Wasserwerk des Sozialen Arbeitskreises (SAK) und die Tafel ausgesucht, wo sie bei der Gestaltung des Außenspielbereichs mit Schaufel und Schubkarre tätig wurden. Sie legten einen Sandkasten an und bauten Terrassenstufen an einem Hang, wo demnächst Wasserspiele fließen sollen. 26 Milka-Mitarbeiter haben im täglichen Wechsel hier mitgeholfen. "Das ist eine klasse Aktion, die sehr gut passt", freut sich SAK-Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter. Kürzlich wurde erst fünf Jahre Altes Wasserwerk gefeiert, nun sollen auch die Außenspielbereiche fertiggestellt werden. 100 000 Euro sind dafür insgesamt veranschlagt, 65 000 trägt die Stadt bei, den Rest muss der SAK selbst aufbringen. "Da hilft es natürlich auch Kosten zu sparen, wenn Leute mit Hand an legen", stellt Wiesenhütter fest. Darüber hinaus trug Kraft Foods auch finanziell etwas bei und übergab eine Spende von 1000 Euro für den Spielplatzbau. Denselben Betrag erhielt auch die Lörracher Tafel. Im Tafelladen im Brombach haben weitere zehn Milka-Mitarbeiter während der vergangenen Woche Essen ausgegeben und die Regale bestückt. Die Projekte, an denen die mithelfen wollten, haben sich die Mitarbeiter selbst ausgesucht. Unterstützt werden sollten soziale Projekte am jeweiligen Standort. Der Spielplatz im Alten Wasserwerk wird von den Kindern in der Ferien- oder Nachmittagsbetreuung im SAK nutzen.




29. September 2009

Schlussstein für das Alte Wasserwerk

LÖRRACH. Das soziokulturelle Kinder- und Jugendzentrum Altes Wasserwerk feierte am Sonntag nicht bloß fünften Geburtstag, sondern auch die Einweihung des neuen Kinderspielplatzes mit einem großen Fest.

Obwohl er bis gestern noch Baustellengelände war, haben die Kinder sich den Abenteuerspielplatz im laufenden Betrieb längst angeeignet. Er ist der letzte von vielen Bausteinen, also quasi der Schlussstein des ganzen Zentrums. Gudrun Heute-Bluhm macht das froh, denn schließlich hatte sie Jürgen Wiesenhütter vom Sozialen Arbeitskreis SAK, dem Betreiber des Alten Wasserwerks, nach jedem Baustein gefragt, ob es nun endlich fertig sei – das gemeinsame Baby. "Wir als Stadt haben nicht unerheblich zur Finanzierung beigetragen, weil wir wussten, dass hier super Arbeit für die Kinder und Jugendlichen gemacht wird", sagte die Oberbürgermeisterin. "Wie eine hochkarätige Spinne hat sich der SAK über alles gelegt, was mit Kinder- und Jugendarbeit zu tun hat und nach und nach ein tragfähiges Netz(werk) gesponnen, um das uns sehr viele beneiden". Diese Tatsache habe auch viel Engagement von privater oder Firmenseite und diversen Kooperationspartnern angelockt.

Für den Abenteuerspielplatz, der schon in den ersten Plänen für das Zentrum angedacht war, weil sich Kinder erfahren und entdecken müssen, wurde der Hang zur Straße so genutzt, dass in der Mitte eine begrünte Fläche entstand. Hier kann man im Sommer Wasser herunterlaufen lassen und im Winter Schlitten. Entstanden ist auch eine Open-Air-Bühne für Kinder, die gleichzeitig Kletterwand ist und eine "Trauminsel" hinter der Bühne. Jürgen Wiesenhütter dankte den Kindern für die Geduld, die sie geübt hatten. Das geflügelte Wort "Was lange währt wird endlich gut" träfe auf den Spielplatz zu. Ein wahrer Marathon liege hinter allen Beteiligten. "Manche von euch waren vielleicht schon auf der Welt, als wir das Areal eingeweiht haben", wandte sich Wiesenhütter an die Jüngsten, "aber als wir mit dem Bau begonnen haben, kannten sich einige euer Eltern noch nicht ".

Ganz fertig gestellt ist der Spielplatz freilich noch nicht. Mitarbeiter von Kraft Foods werden Anfang Oktober dabei helfen, den ausstehenden Wasserbereich umzusetzen. Die noch benötigten 45 000 Euro möchte der SAK in bereits bewährter Weise über Spenden hereinbekommen. Wiesenhütters Dank für die bisherige Unterstützung bezeichnete Gudrun Heute-Bluhm als "schärfste Form der Herausforderung", die den ein oder anderen hoffentlich dazu nötige, (erneut) sein Schärflein beizutragen.

Ein schönes Programm hatte der SAK zur Feier des fünfjährigen Jubiläums zusammengestellt mit Theater und Jugendchor, Poi-Show, den Breakdancern von "The Rookies" und Bandkonzerten. Die Kletterwand wurde betreut, weiter gab es eine Seilrutsche, zwei Spielparcours und leckeres Essen.

Ausreden, man könne nicht zur Bundestagswahl gehen, weil man diesem Fest unbedingt beiwohnen wolle, ließ der SAK aber nicht gelten. Ab 18 Uhr konnte man über Großbildleinwand die erste Hochrechnung verfolgen.




29. September 2009






28. September 2009






26. September 2009






26. September 2009

Über die Realitität der "Wiesionen"

LÖRRACH. "Die Wiese muss sich nicht verstecken, sie kann mit anderen Renaturierungsmaßnahmen in ganz Deutschland gut mithalten." Dieser Satz von Professor Werner Konold von der Universität Freiburg war wohl der Kernsatz der Podiumsdiskussion als Abschluss der Sommeraktion des BUND Lörrach zum Thema "Lebendige Wiese". Noch einmal trafen bei der Diskussionsrunde in der Stadtkirche die unterschiedlichen Standpunkte zum Projekt "Wiesionen" aufeinander.

Bei der Diskussion herrschte auf dem Podium weitgehend Einigkeit: Dem Projekt "Wiesionen" sei gelungen, aus einem gleichförmigen Industriekanal einen lebendigeren Fluss zu schaffen, mit unterschiedlichem Fließverhalten und deutlich erholter Fauna. Während den einen die Maßnahmen noch nicht weit genug gehen, sind sie für andere genug und wider Erwarten sehr positiv. Zu letzteren gehört Heino Oberschelp, Vertreter der Angler, der dem "Rummel" an der Wiese nichts abgewinnen kann, der aber zu seiner Freude feststellte, dass der Wiese die "Wiesionen" gut getan haben – vor allem gemessen am Fischbestand. Fünf neue Fischarten sieht man seit neuestem in der Wiese unter anderem auch zwei, die auf der roten Liste der aussterbenden Arten stehen. Zumindest soweit es um die Verbesserungen im Flussbett geht, also um die Eingriffe der Gewässerbehörden zur Auflockerung des Fließverhaltens im bislang kanalisierten Fluss, haben die Angler ein positives Verhältnis zu den "Wiesionen" entwickelt. Allen anderen Aspekten stehen sie skeptisch gegenüber.

Impulsgeber war Architekt Gerhard Zickenheiner gewesen, der sich von der neuen Flusslandschaft inspirieren ließ, die zur Freude der Bevölkerung bei Maulburg nach einem Hochwasser entstanden ist. Insgesamt zog er eine positive Bilanz der "Wiesionen". Kai Hitzfeld, Hydrologe und als Vertreter des BUND auf dem Podium, erklärte, den Tieren sei es egal, ob Fels oder künstlicher Steg, sie bräuchten eine Möglichkeit, sich zu verbergen. Überhaupt sei die ökologische Qualität unterhalb der Wasseroberfläche deutlich gestiegen. Für die Soziale Nachhaltigkeit saß Jürgen Wiesenhütter vom SAK am Tisch. Er will das Wieseufer für die Menschen des Neumattquartiers zum Aufenthaltsraum machen – auch zur Aufwertung eines benachteiligten Stadtviertels, das künftig noch zurätzlich unter der Zollfreien zu leiden haben werde.

Auch Werner Konold, Professor für Landesplanung an der Uni Freiburg, sieht eine der Wiesen-Visionen darin, den Menschen in der Stadt ihren Fluss wieder nahe zu bringen, am besten so nahe, dass er zur Stadt dazugehört. Der Verkehr am Wieseufer stelle sich dem aber entgegen. Genau diese Verkehrsproblematik spielt eine Rolle bei der Frage, ob sich die Kommunalpolitik im Allgemeinen und die Fraktion der Grünen im Speziellen bei dem Projekt zu sehr im Hintergrund halten. Anfangs sei man skeptisch gewesen, weil zeitgleich der Eingriff bei der Zollfreien Straße erfolgt sei und ein paar Meter weiter ein Renaturierungsprogramm gestartet worden sei. Die ökolgische Aufwertung des Flusses werde anerkannt, aber für die Grünen bleibe wichtig, dass Freizeitnutzung in ökologisch sensiblen Bereichen in einem vertetbaren Rahmen gehalten werde.

Ob der Rest des "Wiesionen"-Projektes noch realisiert werden kann, welche Rolle die Stadt dabei spielen wird oder ob in Zeiten knapper Kassen auch das "Wiesionen"_Projekt kurz vor dem Ziel austrocknet, das werden die nächsten Monate zeigen.




25. September 2009

"Eltern schicken ihre Kinder beruhigt zu uns"

LÖRRACH. Fünf Jahre ist es her, dass für die Kinder und Jugendlichen der Stadt mit der Einweihung des neuen Kinder- und Jugendzentrum "Altes Wasserwerk" beim Parkschwimmbad ein lang gehegter Traum in Erfüllung ging. Mit Jürgen Wiesenhütter, damals Bauherr und bis heute Leiter des Sozialen Arbeitskreises SAK, der das Haus mit seinen Abteilungen Kinderbüro, Jugend und Kultur und Gastronomie betreibt, sprach Barbara Ruda über inhaltliche Schwerpunkte, Entwicklungen, Erfolge und Probleme.

BZ: Als der SAK vor fünf Jahren das Alte Wasserwerk in Betrieb nahm, war es quasi noch eine Baustelle. Ist das Areal nach fünf Jahren nun endlich "komplett"?

Wiesenhütter: Beim Jubiläumsfest am Sonntag weihen wir den Abenteuerspielplatz ein, der schon im ersten Entwurf für das neue Kinder- und Jugendzentrum enthalten war. Er ist zwar noch nicht ganz fertig, aber wir hoffen, dass wir den Rest in absehbarer Zeit noch packen und dass genügend Spenden reinkommen, um die Finanzierungslücke in Höhe von 45 000 Euro zu schließen. Der Abenteuerspielplatz rundet das Ganze ab, ist quasi unser symbolischer Schlussstein.

BZ: Schon beim Bau hatte das Alte Wasserwerk eine außergewöhnliche Dimension bekommen, weil der SAK als Betreiber die Gebäude mitgestaltete und wegen der Beschäftigungsinitiative "Bauhütte", bei der arbeitslose Jugendliche Schlüsselqualifikationen erwarben. Hat sich das Besondere im laufenden Betrieb fortgesetzt?

Wiesenhütter: Ja, wir haben unsere Praxisfelder der Kinder- und Jugendarbeit sukzessive an die Herausforderungen angepasst und haben jetzt ein generations-, schicht- und kulturell übergreifendes Angebot. Damit arbeiten wir an allen drei Integrationsforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht. Im Alten Wasserwerk wird sowohl im Gastro- und Hauswirtschaftsbereich als auch im Kinder- und Jugendbereich auf breiter Schiene und praxisnah ausgebildet und für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Es ist inzwischen ein Ganzjahresbetrieb in punkto Kinderbetreuung mit flexibler Nachmittagsbetreuung für zwei Schulen, dem offenen Schülermittagstisch und Angeboten in allen Schulferien. Im vergangenen Jahr hatten wir hier zwölf Wochen Kinderangebote. Wir haben bei unserem Veranstaltungsangebot eine soziokulturelle Ausrichtung, fördern regionale Künstler und stellen ihnen regelmäßig eine Plattform zur Verfügung. Mit Vereinen, Kirchengemeinden, sozialen Diensten und Institutionen wird eine gute Zusammenarbeit gepflegt. Es gibt kaum eine Organisation, die noch nicht bei uns war. Und wir haben ein Raumangebot, das für Veranstaltungen wie Tagungen, Kurse, Feiern, Vorträge genutzt und gemietet werden kann. Die Räume hier sind phantastisch – seien es nun die Bandprobe- oder die Übernachtungsräume. Wir haben sehr gute Mitarbeiter. Die Dinge greifen so gut ineinander, dass es leicht ist, bei uns anzudocken.

BZ: Das Alte Wasserwerk ist also ein getreues Abbild dessen, was sich der SAK auf die Fahnen geschrieben hat.

Wiesenhütter: Wir vom SAK beschränken unsere Arbeit natürlich nicht bloß aufs Alte Wasserwerk. Das Zentrum ist unser Basislager für Kinder- und Jugendkultur. Vor hier aus organisieren wir internationale Freizeiten, Camps, Workshops, Spielbus und Kindertheatertreffen.

BZ: Wo viel Leben herrscht, ist das mit Lärm und Nachbarschaftsproblemen verbunden. Wie schätzen Sie diese ein?

Wiesenhütter: Zuerst einmal: Wir haben, so sehe ich es, einen sehr guten nachbarschaftlichen Kontakt. Wir sind heute im Gegensatz zum Anfang ein reines Wohngebiet. Was wir hier widerspiegeln gibt es an überall in der verdichteten Stadt. Das Problem ist nicht die Musik bei Veranstaltungen, sondern ein hoher Redespiegel von denen, die draußen stehen und etwa rauchen. Wir haben außerdem jetzt den großen Parkplatz vor der Tür und damit alles, was abends in die Stadt geht. Wir versuchen mit der Stadt die eine oder andere Maßnahme wie eine begrünte Lärmschutzwand zu verwirklichen. Das wäre auch für den Spielplatz gut, denn dort stört der Lärm vorbeifahrender Autos die spielenden Kinder.

BZ: Außer vereinzelter Meldungen über Ruhestörungen gab es noch nie negative Schlagzeilen über das Alte Wasserwerk?

Wiesenhütter: Es ist absolut positiv hervorzuheben, dass wir hier einen Ort haben, wo es keine Sachbeschädigungen und keine Gewalt zwischen Jugendlichen verschiedener Kulturen, Gruppen oder Musikstilen gibt. Hier schicken Eltern ihre Kinder und Jugendlichen beruhigt hin.

BZ: Haben Sie das Jubiläumsfest bewusst auf den Wahlsonntag gelegt?

Wiesenhütter: Nein, das hat sich so ergeben, aber es passt gut. Ich erinnere daran, dass Gudrun Heute-Bluhm während ihres ersten Wahlkampfs um das Oberbürgermeisteramt 1995 bei einer UFO-Veranstaltung das Wahlversprechen gab, dafür zu sorgen, dass Jugendliche in Lörrach Räume bekommen. In einem Kraftakt hat sie das mit Hilfe des Gemeinderats auch umgesetzt. Das Alte Wasserwerk sollte Jugendliche also ermutigen, Politiker als Partner für die Umsetzung von Projekten zur Verbesserung der Lebenssituation in Lörrach zu sehen.




25. September 2009

Neue Ideen für Wiese- Ufer

LÖRRACH. Die Initiatoren der "Wiesionen" halten an einem Aufenthaltsbereich im Bereich der Stettener Neumatt fest. Dieses Teilprojekt soll den Abschluss der Wiesionen bilden und möglichst bis Ende 2010 realisiert sein. Allerdings wurde die ursprüngliche Planung für einen "Wiesestrand" samt des umstrittenen Namens aufgegeben. Die neue Planung setzt mit Grillplätzen, einem Podium und einem Kunstwerk tropfenförmige Akzente in die Uferlandschaft. Daher auch der Name "Steter Tropfen".

Im wissenschaftlichen Beirat der "Wiesionen" fanden die neuen Planungen gestern bereits Zustimmung. Auch bei der Bürgerstiftung, die zu den wichtigsten Trägern der "Wiesionen" gehört, stößt "Steter Tropfen" auf mehr Akzeptanz als es bei den Entwürfen für einen sogenannten "Wiesestrand" der Fall war.

Während die ersten Pläne mit einer großen roten Betonplatte für viele provozierend wirkten und der Titel angesichts des Badeverbots bei Behörden auf Vorbehalte stieß, tritt der neue Entwurf zurückhaltender auf. Wie "Wiesionen"-Initiator Gerhard Zickenheiner und Isolde Britz für die Projektträgerin Stadtbau GmbH gestern in der Beiratssitzung darlegten, habe aufgrund anderweitiger Verpflichtungen der frühere, ehrenamtlich tätige Landschaftsplaner Donald Jacob nicht mehr zur Verfügung gestanden und auch das Projekt sei mangels Durchsetzbarkeit ebenfalls abhanden gekommen. Für einen neuen Anlauf haben die Initiatoren den Landschaftsplaner Hans-Jörg Wöhrle angesprochen, der jüngst in Lörrach die Wettbewerbe für die Freiflächen von Campus-Rosenfels und Niederfeldplatz (mit dem Architekturbüro "Thoma, Lay, Buchler") gewonnen hatte.

Gerhard Zickenheiner sprach gestern von einer "moderaten Lösung". Der Entwurf schlägt als Symbol einen großen Tropfen aus Edelstahl vor, der gleichzeitig als Spielgerät dienen kann. Als Treffpunkt oder als grünes Klassenzimmer dient ein Podium, das durch halbrund geschichtete Betonsteine gebildet wird. Ebenfalls mit Betonsteinen sollen tropfenförmige Grillstellen angelegt werden. Schließlich sollten große Trittsteine eine Art Brücke zum gegenüberliegenden Ufer bilden und als spielerisches Element ist schließlich noch eine Wassersäule am Radweg geplant. Wie es im Projektbericht heißt, sei die neue Planung zwar kostengünstiger, aber mit den
100 000 Euro Rücklagen derzeit dennoch nicht zu finanzieren.André Marker und Frank Hovenbitzer sagten als Vertreter der Bürgerstiftung Unterstützung zu.

Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm betonte, die Stadt haben in der augenblicklichen Lage keine Spielräume und könne allenfalls die Verlegung des Radwegs übernehmen. Gleichzeitig wehrte sie sich gegen Aussagen eines Gutachters, der in einem Sachstandbericht für den Beirat mehr finanzielles Engagement der Stadt angemahnt hatte. Es sei immer klar gewesen, dass "Wiesionen" über Fördertöpfe und Bürgerengagement getragen werden müsse.




25. September 2009

Kampf gegen Knöterich und Springkraut droht

LÖRRACH. Der Planungsfachmann der Ortsgruppe Lörrach-Weil des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Kai Hitzfeld hat davor gewarnt, die Vegetation der im Rahmen von "Wiesionen" umgestalteten Uferzonen der Wiese sich selbst zu überlassen.

"Wir konnten bei den jüngsten Pflanzenkartierungen starkes Aufkommen von Neophyten feststellen", so Hitzfeld bei der gestrigen Sitzung des Projektbeirats. Neophyten sind Pflanzen, die nicht ins Artenspektrum mitteleuropäischer Landschaften gehören. Definitionsgemäß wird die Trennlinie nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 gezogen. Als problematisch gelten Hitzfeld zufolge vor allem massenhafte Vorkommen von Japanischem Staudenknöterich und Indischem Springkraut. Beide Arten könnten innerhalb kürzester Zeit unbewachsene Flächen besiedeln und mit rascher Beschattung das Aufkommen anderer Arten unterdrücken. Ansätze dafür sehe man nun an den umgestalteten Uferzonen der Wiese. "Wir müssen jetzt zusehen, dass wir diese Arten kurz halten, bis sich andere Pflanzen etabliert haben."

In der Folge entspann sich eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmern der Projektsitzung, wie das am geschicktesten zu machen sei. Dabei musste selbst Kai Hitzfeld zugeben, dass das mit weichen Eingriffen kaum zu schaffen sei. Bernhard Burkart vom Regierungspräsidium Freiburg berichtete, dass erfahrungsgemäß ein flächenhaftes Eindämmen von Neophytenformationen schlichtweg unmöglich sei. "Wenn sie einmal da sind, sind sie da", so Burkart. Dem pflichtete Daniel Rüetschi vom Ingenieurbüro Geoserve bei: "Vor allem der Japanische Staudenknöterich ist nur mit der geballten Ladung eines starken Herbizids klein zu kriegen, das man am besten direkt in den hohlen Stängel gibt."

Abseits der Debatte um die drohende Uferbesiedlung mit Neophyten bescheinigte Hitzfeld den Anstrengungen im Zuge der naturnahen Gestaltung der Wiese mit den Randzonen großen Erfolg: "Schneller als erwartet konnten wir bei den Fischen neue Arten feststellen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung." So seien das Bachneunauge, der Schneider, Elritz und Döbel wieder entdeckt worden. Bei den Klein- und Kleinstlebewesen ergaben die Beprobungen die Ansiedlung von Zeigerarten für gute Wasserqualität: Köcher- und Steinfliegenlarven.

Nach den Eingriffen noch Narben in der Vegetation
Ein ähnliches Bild ergab sich aus der Untersuchung des Artenspektrums bei den Vögeln. Sichtungen von Eisvogel, Wasseramsel und Bachstelze zeigten, dass das Konzept von "Wiesionen" aufgehe, so Hitzfeld. Lediglich bei der Vegetation gebe es noch Narben der baulichen Eingriffe. Deshalb zeigten Pflanzenkartierungen stellenweise eine Dominanz von Pionierarten, die neue Standorte immer als erste besiedelten. "Wenn wir das Problem der Neophyten unter Kontrolle halten, ist die Tendenz aber auch hier eindeutig positiv", sagte Hitzfeld.

Inwieweit der Einbau von Lenkungsbuhnen, flachen Stein- und Totholzwällen im Flussbett der Wiese Anteil an diesen Erfolgen hat, erläuterte Matthias Mende von der Ingenieur-Unternehmungs AG in seinem Vortrag. Sei die Wiese noch vor dem Sommer 2007 ein weitestgehend einförmig strömendes Gewässer gewesen, hätten die Buhnen für Diversität im Flussbett gesorgt. Mende: "Heute können Forellen in den Sedimentanhäufungen zwischen den Buhnen am Grund wieder einen Laichplatz freischlagen. Deutlicher könnte sich der Erfolg nicht zeigen."




25. September 2009






24. September 2009






24. September 2009






23. September 2009






17. September 2009






16. September 2009






09. September 2009






09. September 2009

Noch nicht am sicheren Ufer

LÖRRACH. Obwohl Gerhard Stratthaus gekommen war, um den CDU-Bundestagskandidaten Armin Schuster in seinem Wahlkampf zu unterstützen, war sein Auftritt wohltuend arm an Parteipolitik. Stratthaus, Baden-Württembergs Finanzminister bis 2008 und jetzt Mitglied im Leitungsausschuss des Finanzmarktstabilisierungsfonds, sprach im Alten Wasserwerk zum Thema "Finanzkrise – Wirtschaftskrise – Gesellschaftskrise", kompetent und so verständlich, wie es die komplexe Materie eben zulässt. Viele vor allem aus den Reihen der CDU in Stadt und Landkreis waren gekommen – ein gut informiertes Publikum, wie die Fragen nach dem Vortrag erkennen ließen.

Stratthaus beschrieb die Krise in ihrer ganzen Dramatik und analysierte die Ursachen. Skizzierte, wie sich die Finanz- zur Wirtschaftskrise entwickelte und wie die Staaten darauf reagierten. Aus der Entwicklung nach 1929 habe man gelernt und vieles richtig gemacht. Deswegen sei es weder zu einer Panik noch zu einer nennenswerten Hinwendung zu radikalen Strömungen gekommen. Am sicheren Ufer aber sei man noch lange nicht. Die Finanzkrise werde wohl bis zum Jahresende beherrschbar sein, die Anpassung der Handelsräume und Produktionskapazitäten aber werde länger dauern. Dies sei, betonte Stratthaus, ohnehin fällig gewesen – die Finanzkrise habe den Prozess nur beschleunigt.

Da die Wirtschaft heute global verflochten ist, umkreiste auch Stratthaus mit seiner Analyse die Welt. Regelungen, die nur national griffen, seien wirkungslos, betonte er. Oasen dürfe es künftig nicht mehr geben, nicht den "Wahnsinn der Boni", nicht Banken, deren Größe in keinem Verhältnis zum Land ihres Sitzes steht. Wichtig sei, zu wirkungsvollen staatlichen Regelungen zu kommen, aber auch rechtzeitig Eingriffe zurückzufahren. Auch gelte es, die Geldmenge zu begrenzen, wenn die Wirtschaft wieder anspringe, sonst drohe Inflation. Die Grundüberzeugungen der Marktwirtschaft blieben wahr, ihre Demontage gelte es zu verhindern. Die Weltwirtschaft werde sich neu ordnen, Deutschland könne davon durchaus profitieren, zeigte sich Stratthaus überzeugt. Noch aber sei ein langer und riskanter Weg zu gehen.




09. September 2009






08. September 2009






04. September 2009






04. September 2009






01. September 2009

Dem Fluss hat’s gutgetan

LÖRRACH. In den fast fünfzehn Monaten seit dem Einweihungsfest an der Rossschwemme hat sich dieser neu gestaltete Platz an der Wiese zu einem beliebten Aufenthaltsort entwickelt. Noch wichtiger ist den Akteuren von "Wiesionen" aber, dass sich die Umgestaltung der Wiese dort und weiter südlich bereits für den Fluss und die Lebewesen darin positiv auswirken.

Man überblickt eine Vegetationsperiode und einen Fortpflanzungszyklus. Das ist wenig, denn Flussgewässer haben nach solchen Eingriffen wie dem an der Wiese unterhalb der Tüllinger Brücke eine Regenerationszeit zwischen 15 und 50 Jahren. Dennoch lassen sich bereits erste positive Auswirkungen der Um- und Einbauten am Fluss. "Wiesionen"-Projekteiterin Isolde Britz bezog das im Vorher-Nachher-Vergleich auf die Fisch-Fauna. Dabei beruft sie sich auf die erste vom Regierungspräsidium Freiburg (Fischereiwesen) veranlasste Kontrollfischung vor knapp einem Jahr. Danach wurde festgestellt: Die Zahl der Fischarten und der Einzeltiere hat zugenommen, darunter auch gefährdete Arten wie Bachneunauge. Äsche und Schneider. Voll durchschlagen würden die Umbaumaßnahmen an der Rossschwemme jedoch erst, wenn der Lachsaufstieg weiter südlich an der Grenze fertig sein wird. Das soll zum Jahresende der Fall sein. Die größte Artenintensität findet sich laut Regierungspräsidium unterhalb der Stege, wozu die neuen Strömungsverhältnisse und die Buhnen beigetragen haben. Allerdings stellt der Bericht auch fest, dass dem Fluss eine weitere Erhöhung der Restwassermenge nicht schaden würde. Dies wird immer wieder oberhalb der Tüllinger und oberhalb der Tumringer Brücke gefordert.

Strömungsvielfalt und die Durchlässigkeit für Wanderfische herzustellen, sind ebenso Ziele, die mit den Eingriffen in den Fluss verfolgt werden, wie der Erhalt der Hochwassersicherheit – im Stadtgebiet ein wichtiger Aspekt. Erich Linsin, vom Referat Planung und Bau an Oberflächengewässern in der Abteilung Umwelt im Dienstsitz Bad Säckingen des Regierungspräsidiums Freiburg, hatte vor den Ferien im Gemeinderat dazu erläutert, dass mit dem Entfernen der alten Schwellen und dem Einbau der Buhnen sowie Maßnahmen an der Gewässersohle eine neue Fließlinie des Wassers im Bereich Rossschwemme erreicht wurde. Weiter flussabwärts wurden Buhnen und Steine so eingebaut, dass sie als Störmungstrichter die Strömung konzentrieren. Neben den ökologischen Verbesserungen habe der Strömungstrichter auch beim Hochwasserabfluss Verbesserungen gezeigt.

Ob auf dem Ufer ein neuer hochwertiger Auenlebensraum durch die Vegetation entstehen wird, muss nach dem Bericht des Regierungspräsidiums noch abgewartet werden. Darin wird neben den Renaturierungserfolgen festgestellt, dass der Mensch der größte Gewinner der "Wiesionen" an der Roßschwemme sei. Wie sie den Aufenthalt am Fluss genießen, kann man fast täglich beobachten.

Unterdessen finden sich, so Isolde Britz, die "Wiesionen" auch in einer internationalen Vergleichsstudie der Uni Hannover zu "Prozessorientierter Gestaltung urbaner Fließgewässerräume" unter anderen mit Limmat, Seine und Rhone. Darin heißt es, die Kombination einer naturnahen Entwicklung und der Bestrebung, die Bürger von Lörrach wieder an den Fluss zu bringen, sei "sehr zukunftsweisend".




31. August 2009

In den Ferien Deutsch verbessern

LÖRRACH. 25 Kinder nutzen zwei der sechs Ferienwochen, um besser Deutsch zu lernen. Das Sommerlerncamp im Alten Wasserwerk – ein Lörracher Projekt, das zum dritten Mal stattfindet – hilft Kindern, beim Reden auf Deutsch am Ball zu bleiben und Defizite abzubauen.

Mit Schule hat die Atmosphäre im Alten Wasserwerk nichts zu tun. Das Erlernen der deutschen Sprache geschieht im Spiel. Mit Themenvorgaben und Spielanreizen bringen die Betreuer die Kinder dazu zu reden, am Besten untereinander. Damit soll verhindert werden, dass die ohnehin geringen Deutschkenntnisse während der langen Ferienzeit abgebaut werden. "Das Sommerlerncamp wendet sich fast ausschließlich an Kinder, für die Deutsch die Zweitsprache ist", sagt Frank Intlekofer vom Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Lörrach. Die Kinder kommen aus vielen verschiedenen Nationen: aus Japan, der Türkei, dem Libanon, aus Kolumbien, Amerika, Russland, Vietnam, Serbien, Italien und Polen. Oft sind es Kinder, die erst seit Kurzem in Deutschland sind und deshalb die Landessprache kaum können. Ein Mädchen aus den USA ist erst seit einem Monat in Lörrach. Das Camp wendet sich aber auch an deutsche Kinder, die zu wenig Selbstbewusstsein haben und sich nicht trauen, mit anderen zu reden und denen deshalb der Kontakt zu Gleichaltrigen in den Ferien gut tut.

Über Handlung und Spiel regen die Betreuer die Kinder zum Sprechen an. Gab es im vorigen Jahr verschiedene Thementage, so steht diesmal jeweils eine ganze Woche unter einem Thema. "Kinder dieser Welt" lautet das Motto der ersten Woche, bei der jeden Tag ein anderer Kontinent im Mittelpunkt steht. In der zweiten Woche ist Zirkus angesagt. Dabei können die Kinder unter anderem Geschichten erzählen oder Clownnummern aufführen. Betreuer und Lehrer gehen individuell auf die Kinder ein und fördern sie gezielt.

Angestoßen hat das Projekt die Stadt Lörrach, die nach den Ergebnissen der Pisa-Studie Bedarf sah, Kindern mit Migrationshintergrund Hilfen zu bieten. Sie finanziert das Projekt mit 9000 Euro, 30 Euro müssen die Eltern der Kinder zahlen, wobei das Essen inklusive ist. Als Partner hat sich die Stadt den Sozialen Arbeitskreis (SAK) ins Boot geholt, der nicht nur die Räume bietet, sondern auch drei Betreuer, Essen und Freizeitpädagogik. Dritter Partner ist das Seminar für Lehrerbildung, das drei weitere Betreuer, nämlich einen Lehrer und zwei Lehreranwärterinnen, stellt sowie die inhaltliche Konzeption erarbeitet hat. Frank Intlekofer hat das Camp in den letzten beiden Jahren selbst ausgeführt und das Konzept anschließend gemeinsam mit dem Team und dem Lehrerseminar erweitert und verfeinert. Dieses Jahr nimmt er die Rolle des Koordinators und Ansprechpartners für die Betreuer ein.

Deutsch als Zweitsprache gewinnt in der Schule Bedeutung

"Die Kinder sind sehr begeistert von dem Camp und erzählen auch in der Schule ganz erfreut darüber", berichtet Intlekofer. Das sieht man auch daran, dass acht der diesjährigen Teilnehmer schon im letzten Jahr dabei waren. Wie die Erfolge aussehen, lässt sich indes nur schwer konkretisieren. "Es ist kaum messbar, wie sich die Entwicklung der Sprachkompetenz auswirkt", stellt Intlekofer fest. Dennoch ist er überzeugt, dass die Kinder nicht nur ihr Sprachvermögen verbessern, sondern auch mit gestärktem Selbstvertrauen und positiven Erfahrungen an ihre Schulen zurückkehren. Auch die Lehrer und Lehreranwärter des Seminars können hier Erfahrungen mit Kindern sammeln, die Deutsch als Zweitsprache sprechen, und diese Erfahrungen im eigenen Unterricht umsetzen. Das Lehrerseminar möchte auf Grundlage der Erfahrungen mit dem Sommerlerncamp 2009 Lehrerinnen und Lehrer im Bereich Deutsch als Zweitsprache fortbilden, da dieses Thema in den Schulen eine immer größere Rolle einnimmt. In viele Grundschulklassen gehen zahlreiche Kinder mit Migrationshintergrund, die zu Hause kein Deutsch sprechen.

Die Stadt Lörrach nimmt mit diesem Sommerlerncamp eine Vorreiterrolle ein – das Camp gibt es in dieser Art im weiteren Umkreis nicht noch einmal. Viele Lehrer an Schulen anderer Städte sind jedoch begeistert von diesem Konzept und würden sich solch ein Engagement ebenfalls wünschen, wie man beim Lehrerseminar weiß.




31. August 2009






27. August 2009






27. August 2009

So sind die Ferien ein Hauptgewinn

LÖRRACH. Das Thema Kinderbetreuung ist in den letzten Jahren weit nach vorne gerückt, in den Kindertagesstätten und Schulen hat sich viel getan. Eine Herausforderung bleibt für Familien die Ferienzeit, vor allem der lange Sommer. In Lörrach fangen die Kaltenbach-Stiftung und der Soziale Arbeitskreis (SAK) mit ihren Angeboten viel auf. Gestern sah sich Oberbürgermeisterin Heute-Bluhm mit Thomas Wipf und Stefan Dieterle vom Fachbereich Jugend/Schule/Sport vor Ort um.

Beide Einrichtungen machten schon Ferienangebote auf hohem Niveau, bevor das Thema "Konjunktur bekam", wie Heute-Bluhm es formulierte. Geblieben ist die Zielsetzung, Kindern, deren Eltern sich keinen Urlaub leisten können, Ferien ohne Langeweile zu ermöglichen. Daneben ist es mehr und mehr die Regel, dass beide Eltern berufstätig sind. Ganztagsangebote an Kindertageseinrichtungen und Schulen tragen dem Rechnung – dies müsse über Angebote "in die Ferien fortgesetzt" werden, so die Oberbürgermeisterin.

Der Bedarf sei so schnell gewachsen, dass man kaum nachgekommen sei, bemerkte Heute-Bluhm. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, vor allem beim SAK ist das Programm stets innerhalb von Stunden ausgebucht. Die Stadt will deshalb in Abstimmung mit den Trägern mittelfristig eine Erhöhung der Plätze. Der Besuch der Verwaltung bei den Einrichtungen diente auch der Sondierung, wo sinnvoll angesetzt werden könnte.

Joachim Sproß, Geschäftsführer der Kaltenbach-Stiftung, skizzierte das Angebot seiner Einrichtung. Die Kinder können aus einem von 60 Kursen wählen oder das sehr flexible offene Angebot besuchen. Die Hortkinder sind auch in den Ferien auf dem Gelände, insgesamt summen täglich rund 120 Kinder aus allen sozialen Schichten übers Gelände. Daran, dass viele Jungen und Mädchen schon sehr früh am Morgen gebracht werden, erkenne man, dass oft die Berufstätigkeit beider Eltern oder eines alleinerziehenden Elternteils dahinter steht, so Sproß. Zum ersten Mal kooperiert die Einrichtung mit Betrieben. Die Kapazitäten sind mit dieser Dimension erschöpft. Sproß: "Mehr schaffen wir nicht".

Das gilt auch für den SAK. Hier gibt es die ganztägigen, thematischen Wochenangebote im Alten Wasserwerk, maximal 35 Kinder können das pro Woche nutzen. Parallel läuft das Sprachcamp für Kinder, die eine spezielle Förderung brauchen. Stadtteilbezogen sind die Arbeit auf dem Salzert und an der Neumattschule sowie der Spielbus, der in Tumringen, in Haagen und auf dem Spielplatz Neumatt Station macht. Beide Angebote sind niederschwellig und eher sozialpädagogisch ausgerichtet. Nimmt man alle SAK-Angebote zusammen, sind auch hier an die 150 Kinder täglich eingebunden.

Was Lörrach an Ferienbetreuung zu bieten hat, bewegt sich auf hohem qualitativem Niveau, war man sich einig. Die Stadt unterstützt das, 50 000 Euro gibt sie jährlich allein für die Leistungen in den Sommerferien dazu. Unbefriedigend sei, dass auch gut verdienende Eltern in den Genuss der sehr niedrigen Gebühren kämen, sagte Heute-Bluhm, doch das sei nur mit viel Aufwand zu ändern. Klar ist, dass kein Kind aus Geldnot außen vor bleiben soll.Wie man in Zeiten knapper Kassen am sinnvollsten ausbauen könnte, blieb vorerst offen. Der SAK arbeite an Ideen, die es erlauben würden, mehr Kinder zu berücksichtigen, ohne qualitative Abstriche zu machen, sagte dessen Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter. Konsens ist nämlich: Auch in den Ferien sollen die Kinder nicht einfach verwahrt werden, sondern in jeder Hinsicht profitieren.




18. August 2009






18. August 2009






05. August 2009

Nachmittags den Körper kreiseln lassen

LÖRRACH. Das ganze vergangene halbe Jahr über haben die Fünft- und Sechstklässler der Lörracher Neumattschule nachmittags getanzt, Hütten gebaut, Zirkusnummern geprobt oder Sport getrieben. In Kooperation mit dem Sozialen Arbeitskreis (SAK) bietet die Grund- und Hauptschule in ihrem Hauptschulzweig seit zwei Jahren ein verpflichtendes Ganztagsangebot – als eine der ersten Schulen im Kreis. Das Spektrum soll im kommenden Schuljahr noch ausgebaut werden.

Bei der Präsentation ihrer Projektergebnisse legten die einzelnen Gruppen zum Schuljahresschluss heiße Nummern auf der Bühne der Schulaula hin. Da wirbelten Beine im Breakdance, tanzten Jungen und Mädchen im Paar und ließen Hütchenspieler ihrem Gegenüber keine Chance bei kleinen Zaubertricks.
Das ganze zweite Halbjahr des abgelaufenen Schuljahrs über haben die rund 160 Schüler der 5. und 6. Klasse der Neumattschule an der Käppelestraße in Kleingruppen von im Schnitt 15 Jugendlichen Dinge gelernt, zu denen man daheim nicht die Mittel oder Zeit hat.

Nach dem mittlerweile zweiten Jahr als Ganztagsschule zieht Rolf Fenselau eine positive Bilanz. Er war bis zum Schuljahresende Leiter der Neumattschule. Die Kinder bräuchten die Betreuung über den Unterricht hinaus. Aber nehmen die jungen Menschen diesen Eingriff in ihre Freizeit auch wirklich an? Fenselau ist überzeugt davon: "Wenn die Schüler unzufrieden wären, würde ich das hören. Ich habe ja auch in der Mensa gegessen und dort die Ohren aufgesperrt."

Die ersten zwei Jahrgänge im Ganztagsangebot hätten aber gezeigt, dass die von der Stadt ursprünglich angesetzten anderthalb Stellen für die Betreuung durch sozialpädagogisch geschultes Personal des SAK zu wenig sind. "Im kommenden Schuljahr sind wir schon bei 2,25 Stellen", so Fenselau. Der stellvertretende Schulleiter Gerhard Vetter räumt ein, dass die Ressourcen nicht immer für eine vollständige Betreuung in den Angeboten des SAK reichten. "Manchmal müssen dann einzelne Schüler zum Förderunterricht an der Schule bleiben", so Vetter.

Zum Schuljahr 2009/2010 sind es drei Klassen, die in die Nachmittagsbetreuung durch den SAK einbezogen werden. "Dann müssen 220 Schüler betreut werden", so Fenselau. Im Endausbau des Angebots sollen es drei ganze Stellen sein – womöglich schon im Schuljahr 2010/2011. Für das Jahr 2013 ist die klassenweite Ganztagsschule an der Neumattschule angepeilt. Dann sollen auch die Schüler der 10. Klasse nachmittags Angebote wahrnehmen.

Die Stadt wird das Ganztagsangebot an der Neumattschule im kommenden Schuljahr rund 130 000 Euro kosten. Damit können die Schüler in 62,5 Nachmittagsstunden betreut werden. Für das Schuljahr 2010/2011 sind Mittel von rund 170 000 Euro für den Ganztagsbetrieb veranschlagt.




05. August 2009






05. August 2009






04. August 2009

Alles drehte sich um den Tisch

LÖRRACH (dw). Auf der Bühne beim alten Wasserwerk reden Menschen, essen Menschen, trinken Menschen. Doch etwas fehlt: wo das Glas hinstellen, wo die Gabel ablegen? Es gibt keinen Tisch. In der nächsten Szene ist er da, man speist und diniert, es wird aufgefahren und abgetragen, parliert und geschwiegen rund um die Tische aus Holz. Was ist ein Tisch? Dieser Frage widmet das Freie Theater Tempus fugit die letzte Produktion des Jahres. Es ist eine temporeiche Performance mit Live-Musik, die fast ohne Worte auskommt. Ein Finale, das noch einmal alle Gruppen von Tempus fugit vereint, eine Gemeinschaftsproduktion auch der Regisseurinnen Karin Maßen, Eva Gruner und Silvia Jourdan-Kirzdörfer. Rhythmisch unterstützt wird die Gruppe von Daniel Vogel. Alles ist im Fluss, ständig wechseln die Akteure und Settings, immer wieder werden neue und andere Bilder beschworen.

Und die Bilder entwickeln sich weiter, lassen ganze Epochen entstehen, wenn sich Till Lang und Lina Schelker zum Beispiel als altes Ehepaar an ihrem leeren Tisch niederlassen und darüber sinnieren, was sich hier schon alles abspielte. Wer kennt sie nicht, die vielen kleinen Tragödien, die im Kreise der ach so trauten und lieben Familie gegeben werden? Die falschen Filme, die bei solchen Terminen laufen, die Leichen unterm Tisch, die sich bemerkbar machen, von denen aber niemand Notiz nehmen will.

Am Geschäftstisch tanzen die Börsianer

Der Tisch des geschäftlichen Meetings wird zur Farce, ein Abriss der jüngsten Wirtschaftskrise, von Monopoly spielenden Zockern, die freudig vereint alle aufs Gleiche setzen, bis zu geschassten Topleuten, denen der Stuhl vor die Tür gestellt wird. Wendelin Wiedeking lässt grüßen – obwohl der, als die Theaterproduktion vor vier Wochen begann, noch im Amte war. Anne Ehmke hat hier noch ihren Auftritt und interpretiert Konstantin Weckers: "Wenn die Börsianer tanzen". Sie tanzen nach wie vor der Krise.

Zum Schauplatz eines Mikroepos wird der Tisch ebenso. Anne Ehmke ist dieses Mal diejenige, die den Tisch der Reichen vor der Invasion der Armen bewahrt. Sie selektiert, lehnt ab, erlaubt, meint sich behaupten zu können, allein im Glanz des Scheinwerferlichts. Doch die anderen, die die nur unterm Tisch Platz finden, kommen. Erwehren kann sich ihrer niemand, sie erobern den Platz im Licht, werden verdrängt, andere kommen, auch diese gehen.

Aber auch Komik hat Platz in der einstündigen Produktion von Tempus fugit. Heiterkeit, hervorgerufen von der Spielfreude der vielen verschiedenen Theatergruppen. Rundum gelungen ist das Stück, ein fulminanter Abschluss, ein rhythmenreicher mitreißender Theaterabend. Offenen Szenenapplaus ernteten die jungen Schauspieler, selbst bei einem Stück wie diesem, das gar keine Zeit für den Beifall ließ.




03. August 2009

Bei Rock am Pool in Badehose zum Konzert

„Johnny Football Hero" ist eine der drei Bands, die am Samstag bei Rock am Pool aufgetreten sind. | Foto: Ulla Kaufmann

Näherte man sich am Samstag dem Lörracher Parkschwimmbads, hörte man nicht nur wie gewöhnlich die Badegäste, sondern auch Rockmusik. Der Grund dafür war die Premiere der Konzertreihe "Rock am Pool” mit den drei jungen Bands "Split", "Johnny Football Hero” und "yournextboyfriend". Die Idee dazu hatten die Nachwuchsmusiker selbst.

Das Wetter, über das sich die Bands vorher mit am meisten gesorgt hatten, spielte mit und so konnte diese Premiere im Schwimmbad bei strahlendem Sommerwetter beginnen. "Es klappt alles besser als erwartet”, sagte Felix Weiß, der Gitarrist der Band "yournextboyfriend". Mit Unterstützung des städtischen Fachbereichs Jugend/Schule/Sport und einiger Sponsoren, hatten die Nachwuchsmusiker das Programm selbst auf die Beine gestellt.

Vor allem jugendliche Badegäste versammelten sich dann gegen 16 Uhr auf ihren Handtüchern vor der Bühne neben dem Volleyballfeld. Den Auftakt machte die vierköpfige Band "Split” aus Eislingen, die schon Erfahrung auf der großen Festival-Bühne in der Eifel bei Rock am Ring gesammelt hat. Im Anschluss spielten dann "Johnny Football Hero", die auch bekannte Chart-Hits in rockigerer Version zum Besten gaben – unter anderem "Pokerface” von Lady Gaga.

Die Bands wurden von "yournextboyfriend” aus Weil am Rhein eingeladen. Sie kennen sich unter anderem über ihre Internet-Seiten auf MySpace. Den Abschluss der Auftakt-Konzerte lieferten die Organisatoren, die gerade an ihrem ersten Album arbeiten, selbst. Gut funktioniert hat auch die Organisation im Bad. Gäste, die sich das Konzert anhören wollten, fanden genug Platz vor der Bühne. Die Badegäste, die sich für die Musik eher weniger interessierten, bekamen im weitläufigen Schwimmbad nichts mit. Jedoch haben deshalb auch einige Schwimmbadbesucher gar nicht bemerkt, dass überhaupt ein Konzert stattfindet.

Bei der Fortsetzung von Rock am Pool am nächsten Samstag, 8. August, werden wieder drei Bands spielen – "Wacky Flash", die Hip-Hop Band "The Bulbs+Smurf” und "Ferum Incantare”. Beginn ist wieder um 16 Uhr, um 21 Uhr ist Schluss, nicht zuletzt mit Rücksicht auf die Nachbarn.




01. August 2009






30. Juli 2009






30. Juli 2009

Breakdance mit Lörracher Weltmeistern

LÖRRACH (rud). Mentor Shalijani und seine Kollegen bieten der tanzenden Jugend dieses Jahr zu Beginn der Sommerferien wieder ein Breakdance-Weekend an. Am Donnerstag, 30., und Freitag, 31. Juli, geht es in der Tanzschule Art & Dance in der Wiesentalstraße 75 bereits in die vierte Runde. In dem zweitägigen Workshop geben die Deutschen Meister und Weltmeister Ersen, Mentor, Jimmy, Anton, Felix und Jan ihr Können und Wissen an Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen weiter. Sie möchten das Körpergefühl – sprich Motorik, Körperhaltung und die Flexibilität – der Teilnehmer fördern und ihnen zeigen, wozu jeder einzelne durch Fleiß und Begeisterung fähig ist. Teilnehmen können Anfänger und Fortgeschrittene. Check in ist am 30. Juli um 14 Uhr in der Tanzschule. Neben zwölf praktischen Unterrichtsstunden in Breakdance und HipHop wird auch Theorie gelehrt und der Film "Beatstreet" über Breakdance gemeinsam angeschaut. Abends gibt es kleine Wettkämpfe (Battles), damit sich die Schüler auf die öffentliche Breakdance Battle am Folgetag (31. Juli, 15 Uhr) auf der Bühne im Alten Wasserwerk vorbereiten können, bei der es Sachpreise zu gewinnen gibt. Übernachtet wird in der Tanzschule.
Für Verpflegung ist gesorgt, mitzubringen sind Trainingskleidung, Schlafsack/Isomatte, Geschirr und Becher. Anmelden kann man sich per Abschnitt auf dem Flyer, der in Schulen und Jugendeinrichtungen ausliegt. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt. Informationen gibt es unter http://www.sirmentor.de oder 0173/ 4393873




30. Juli 2009






30. Juli 2009






30. Juli 2009






30. Juli 2009

Deutsch lernen im Sommercamp

Zum dritten Mal findet in den Ferien das Sommercamp zur Sprachförderung im Alten Wasserwerk statt. Die 25 Plätze für Grundschüler mit Migrationshintergrund waren schnell vergeben.
Die Warteliste ist lang. Möglicherweise wird es im nächsten Jahr zwei Gruppen geben. Die Kooperationspartner sind dafür offen, sagt Fachbereichsleiter Thomas Wipf.
"Das ist eine tolle Einrichtung", sagt Inge Wehrle, stellvertretende Leiterin des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung in Lörrach, die dort auch für das Projekt verantwortlich ist. Wie wichtig Sprachkompetenz für den Lernerfolg und die Lebensituation ist, ist hinlänglich bekannt. Nicht nur die Kinder aus Lörracher Grundschulen, die in den Ferien fachlich kompetent betreut und gefördert werden, profitieren davon, sondern auch die beteiligten jungen Lehrkräfte. Zwei, die Erfahrung in Jugendarbeit haben und deren Spezialgebiet Deutsch als Zweitsprache ist, steigen neu ein, an ihrer Seite zwei Kollegen, die im vorigen Jahr im Camp dabei waren.

Zum Betreuungsteam gehören auch Mitarbeiter des Sozialen Arbeitskreises (SAK). Dessen Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter betont, dass der Sommercamp-Ort auch für den Erfolg wichtig sei. Im Alten Wasserwerk neben dem Parkschwimmbad erinnere nichts an Schule, der Ort werde von den Kindern als Freizeitort wahrgenommen.

Campteilnehmer haben es in der Schule leichter...
Das Sommercamp wurde in den Schule vorgestellt. Diese melden auch Kinder, bei denen sie Förderbedarf sehen. Da in den Schulen auch erlebt werde, dass frühere Campteilnehmer in der Schule erfolgreicher und integrierter seien, brauche man nicht mehr eigens zu werben, weiß Stefan Dieterle (FB Jugend/Schule/Sport). Die Warteliste von 30 bis 40 Kindern spricht für den Bedarf die Akzeptanz dieses Sprach-Sommercamps. Hier erweitern die Kinder spielerisch ihre Kompetenz in der Anwendung der deutshen Sprache, verbunden mit einem Freizeitprogramm und intensiver pädagogischer Begleitung.

Die Kooperationspartner Stadt, Seminar und SAK haben das Sommercamp verbessert. Dazu trägt auch Frank Intlekofer bei, der im ersten Camp dabei war, unterdessen eine internationale Vorbereitungsklasse unterrichtet und nun im Seminar als Ausbilder für Deutsch als Zweitsprache seine Erfahrungen an die jungen Kolleginnen und Kollegen weitergibt, wie Inge Wehrle erläuterte. Gerade dies Nachhaltigkeit sei besonders wichtig. Im Sinne wünscht sich die stellvertretende Seminarleiterin auch Fortbildungsangebote des Staatlichen Schulamtes für die Lehrer in den Schulen.
Finanziert wird das Sommercamp vom städtischen Fachbereich Jugend/Schule(Sport mit 9000 Euro. Für jedes Kind ist ein Beitrag von 30 Euro für das zweiwöchige Sommercamp, Essen inklusive, zu bezahlen. Das Sommercamp findet vom 24. August bis 4. September statt.




29. Juli 2009






29. Juli 2009






29. Juli 2009






29. Juli 2009






29. Juli 2009






27. Juli 2009

Der Riesenschritt zur Vorzeigeschule

LÖRRACH. An Lörrachs erster Ganztagsschule (GTS), der Neumattschule, stehen an der Spitze die Zeichen auf Wechsel. Gestern wurde nach zwölf Jahren als Schulleiter und 41 Jahren im Schuldienst Rolf Fenselau in den Ruhestand verabschiedet. Seine Leistung in der schwierigen Phase der Neuorientierung wurde dabei gewürdigt.
Als Fenselau 1997 von der Fridolinschule als Rektor an die Neumattschule zurückkehrte, an der er es insgesamt auf 29 Jahre bringt, war die Ganztagesschule noch kein Thema. Aber die Stadt als Schulträger begann, sich auch inhaltlich in die Schulgestaltung einzubringen. OB Gudrun Heute-Bluhm erinnerte daran. Bei seiner Bewerbung wollte der neue Rektor diese Grund- und Hauptschule in ihrem Umfeld neu ausrichten. Mit der Ganztagsschule, der damit verbundenen konzeptionellen Arbeit, den Veränderungen im Schulalltag mit den vielseitigen außerunterrichtlichen Angeboten und nicht zuletzt dem Neubau von GTS-Gebäude und Sporthalle nahm dieses Projekt ganz andere Dimensionen an, als sich der Schulleiter gedacht hatte. Seine Offenheit für Veränderungen, die ihm Xaver Andres vom Seminar für Lehrerausbildung attestierte, kam ihm dabei entgegen. Die Neumattschule war immer auch Ausbildungsschule für angehende Lehrer. 41 Kurse des SAK im nächsten Schuljahr stehen für die Veränderungen (Sozialpädagoge Samuel Rüsch dankte für die Zusammenarbeit "zum Wohle der Jugendlichen mit schwierigen Startvoraussetzungen"). Die Lehrer hätten bei Rolf Fenselau viel Freiheit gehabt, lobte Elternvertreter Dietmar Banke. So seien neben anderem das Schulorchester, das mit Ulrich Winzer die Feier mitgestaltete, und die Schülerfirma mit Ulrich Stölzle entstanden. Auch die Kooperation mit den Eltern sei vorbildlich gewesen. OB Heute-Bluhm brachte den "Riesenschritt" so auf den Punkt: Die Neumattschule wurde von einer Schule, die keinen guten Ruf hatte, zur Vorzeigeschule. Daran habe Fenselau erheblichen Anteil.

Dem scheidenden Kollegen dankte der Geschäftsführende Schulleiter Dieter Leiber und ihre guten Wünsche überbrachten die Schulleiterinnen und Schulleiter in einem Defilee mit Rosen und Riesling, die Blumen für Dora Fenselau, den Wein für ihren Mann. Zur Laudatio auf den scheidenden Chef ließ Helmut Bertelmann Marcel Reich-Ranicki den gelungenen, auf den Anlass angepassten Faust-Monolog im typischen MRR-Sprachduktur auftreten. Das Kollegium sang mit dem Schulleiter ein Abschiedslied.

Rolf Fenselau dankte herzlich. Die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand hatte ihm Schulamtsleiter Helmut Rüdlin überreicht, der auch dessen Schullaufbahn skizziert hatte. Jetzt leitet Konrektor Gerhard Vetter die Schule. Der Chefposten ist ausgeschrieben, erste Bewerbungen gebe es bereits. Mit mindestens einem halben Jahr Vakanz müsse man rechnen, hieß es gestern.




20. Juli 2009

Neues Haus dank viel Engagements

LÖRRACH. Als großen emotionalen Moment und hoffnungsfrohen Aufbruch erlebte gestern die evangelische Matthäusgemeinde mit vielen Gästen die Eröffnung ihres neuen Gemeindehauses in der zukunftsweisend umgestalteten Alten Feuerwache. Das Motto "aufgetischt" zog sich durch die gesamten Feierlichkeiten.
Bis die Tische zu diesem Fest gedeckt werden konnten, hatten viele Menschen viele Schritte zu gehen, sagte der Vorsitzende des Ältestenkreises, Patrick Leonhardt. Als Wegbereiter die einen, andere als Wegbegleiter oder Wegweiser. Weitere Schritte gelte es noch zu tun, denn die Eröffnung fand auf blankem Estrich statt. "Die Gemeinde ist auf dem Weg, aber sie ist auch ein Weg", stellte Leonhardt fest. Einigen dankte er namentlich, etwa Christoph Meyer, der mit seinem Ältestenkreis vor Jahren mit viel Weitsicht den Weg eingepurt habe. Den unermüdlichen Einsatz von Markus Schmieder vom Architekturbüro Würkert bezeichnete er als "schier unmöglich". Allen voran galt sein Dank aber Pfarrer Martin Abraham. Dank seines Engagements stehe das Haus nun als Einladung an die Menschen in der Stadt, hier das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. "Es ist Zeit, aufzutischen", griff Leonhardt das Festmotto auf. Für seinen geäußerten Wunsch, das neue Gemeindehaus möge sich eingliedern in die Reihe schöner Plätze, die der Stadt Lörrach ihr Gesicht geben, erhielt er Applaus.

Dass der Heilige Geist dieses Haus genauso erfülle und dass das Feuer die Herzen der Menschen der Tischgemeinschaft genauso ergreife wie beim biblischen Pfingstereignis als "plötzlich ein Brausen vom Himmel das ganze Haus erfüllte", wünschte Jörg Thalmann, der für die Kirchengemeinde Lörrach mit ihren sechs Gemeinden gratulierte ("Wir freuen uns, dass wir das gemacht haben."). Als später an den Tischen Suppe gelöffelt wurde, fegten plötzlich wie als Echo zur Apostelgeschichte heftige Windböen über den Kirchplatz.

Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm blickte in die Vergangenheit zurück. Die Matthäusgemeinde habe ein Haus gebaut, das immer schon da war, im Mittelpunkt der Stadt stand und höchst unterschiedliche Funktionen hatte – von der Zehnttrotte über Suppenküche und Feuerwache bis hin zum Zentrum für Kinder und Jugendliche des Sozialen Arbeitskreises. Sie schenkte der Gemeinde einen Baum, der im Herbst gepflanzt werden soll.
Bei den 13 musikalischen und literarischen Leckerbissen, die ab Mittag stündlich aufgetischt wurden, ließ sich gut das Haus erkunden – von Akteuren des Theaters Tempus fugit, die eine Performance um das tägliche Brot zeigten, über Chöre wie Soulfood oder Lesungen von Essens- und Tischgeschichten bis zum Digestif mit Konstantin Uhrmeister.




20. Juli 2009






09. Juli 2009






09. Juli 2009






09. Juli 2009






08. Juli 2009

Matthäusgemeinde zieht in die alte Feuerwache

LÖRRACH (BZ). Mit Hochdruck arbeiten derzeit Handwerker und Freiwillige auf der Baustelle der Alten Feuerwache. Am Sonntag, 19. Juli, soll dort mit einem großen Fest das neue Gemeindehaus der Stadtkirche eröffnet werden – auch wenn bis dahin noch nicht alles fertig ist. So wird zum Beispiel der Parkettboden noch nicht verlegt sein: Derzeit trocknet der Estrich.
Der Tag der Eröffnung steht unter dem Titel "aufTISCHen in 13 Gängen". Mit dem Gottesdienst um 10 Uhr in der Stadtkirche beginnt der Tag. In der von der Kantorei Lörrach und der Kindertagesstätte "Guter Hirte" mitgestalteten Feier steht der Altar als der "Ur-Tisch" aller Einladungen im Mittelpunkt der Betrachtung. Es folgen ein Empfang auf dem Kirchplatz sowie eine musikalisch geführte Hauserkundung. Das Theater Tempus fugit zeigt eine Performance zum Tisch. Als "Gruß aus der Küche" folgen Worte und Wünsche, unter anderem von Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm. In der Suppenküche kocht Günther Rosskopf mit einem Team der Matthäusgemeinde für das Fest.

Dann folgen zu jeder vollen Stunde musikalische, literarische und geschichtliche "Appetithappen". Das musikalische Dessert um 13 Uhr serviert der Chor Soulfood unter der Leitung von Ute Schilling. In die Geschichte der Alten Feuerwache führt der langjährige "Hausbewohner" und frühere Geschäftsführer des Sozialen Arbeitskreise (SAK), Herbert Sitterle, ein. Gleichzeitig wird Rolf Keßling "Tischlein deck dich" und andere Märchen nicht nur für Kinder lesen. Ab 15 Uhr singt der Kinder- und Jugendchor Lörrach. Zugleich erzählen Menschen von ihren Erinnerungen an die Alte Feuerwache. Gelegenheit zum Mitsingen bieten "Drei Mann und ein Klavier" ab 16 Uhr. Ebenfalls zum "Z’vieri" liest Gottfried Schubert eine Geschichte von Franz Hohler: "Das verspeiste Buch".

Unter dem Titel "Wohlfeiles Gastmahl" liest der Basler Kunsthistoriker und Schriftsteller Beat Trachsler Tischgeschichten von Johann Peter Hebel. Kulinarische Geschichten tischen auch die Mitglieder der Lesegesellschaft Lörrach auf (18 Uhr). Als Abendprogramm folgen drei musikalische Leckerbissen: das Klarinettenquintett der Stadtmusik (19 Uhr), Walti Huber mit Gesang und Gitarre (20 Uhr) und die Sunshine Doreen Starlets, das Eigengewächs des Nellie Nashorn (21 Uhr). Zudem ist von 19.30 Uhr an die Cocktailbar von Peter Bader geöffnet.

Ganztägig stehen Tische auf dem Kirchplatz, an denen Platz genommen und gekauft werden darf. So zum Beispiel am Kuchentisch, am "Welttisch" des Milchüsli aus Stetten oder am Büchertisch mit Büchern aus der Bücherei des früheren Gemeindehauses an der Baumgartner Straße 14. Zudem gibt es Spielgelegenheiten und Mitmachaktionen für Kinder. Als Digestif gibt es eine kleine Nachtmusik um 22 Uhr mit Konstantin Uhrmeister.

Mit dem Gebäude verbinden viele Menschen mehrerer Generationen aus Lörrach ganz verschiedene Erinnerungen. Wem besondere Anekdoten im Gedächtnis geblieben sind, ist eingeladen, dies der Matthäusgemeinde mitzuteilen, damit sie gesammelt werden können. Außerdem freut sich die Stadtkirchengemeinde über Kuchenspenden.

Anmeldung und Information im Pfarramt der Matthäusgemeinde, Basler Str. 147, Tel. 07621/2838, http://www.matthaeusgemeinde-loerrach.de Ein Programm erscheint noch und wird am Tag der Eröffnung ausliegen.




03. Juli 2009






01. Juli 2009






01. Juli 2009






30. Juni 2009






29. Juni 2009

Projektabschluss Frauen-Wege

RHEINFELDEN -Nach 3- jähriger Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge feiert das Projekt „Familienorientiertes Coaching für Migrantinnen“ genannt „Frauen- Wege“ am 27.06.09 seinen Projektabschluss. Interessierte sind ab 14:00 Uhr herzlich zur Teilnahme in die Hans- Thoma- Halle in Warmbach eingeladen.



Die Projektleiterin Susanne Pretzsch freut sich zusammen mit Lili Tschapliev vor allem über im Projektverlauf initiierte Angebote, die nun über Fachstellen und neue Strukturen fortgesetzt werden können. Neben der Präsentation der Projektinhalte, wird beim Abschlussfest daher vor allem auf solche weiterführenden Elemente aufmerksam gemacht. Allen voran wird sich der bisherige Klub „Rosinka“, der im Rahmen des Projektes Angebote zur Pflege der Muttersprache und zur Entwicklung kultureller Identität aufbauen konnte, als selbständiger Bildungs-, Kultur- und Integrationsverein vorstellen. Das Rahmenprogramm mit Musik, Tanz, und Theater bietet einen ersten Einblick in die wertvolle Arbeit der Vereinmitglieder. Für Verpflegung sowie Spiel und Spaß für Kinder ist natürlich auch gesorgt.




24. Juni 2009

Bücherwurm auf Türkisch

RHEINFELDEN (bz). Der Mobile Bücherwurm machte im Stadtteiltreff "Pfiffikus" auf dem Spielplatz Schwedenstraße erneut Station. Kinder und Jugendliche wurden unter der Leitung von Hülya Bogazliyanlioglu und Christine Tortomasi eingeladen, an dem bunten Programm teilzunehmen. Ziel ist es, die Kinder zum Lesen zu motivieren "Leider lesen die Kinder immer weniger. Wir versuchen durchs Vorlesen und einem eingeführten Stempelpass, mit dem die Kinder Bücher ausleihen können, das Lesen wieder attraktiv zu machen.", erzählt Bogazliyanlioglu im Gespräch mit BZ- Praktikantin Julienne Wetzel. In einem Projekt mit einer 6. Klasse der Schillerschule tritt der Mobile Bücherwurm mittwochs alle 14 Tage auf und ist etwa einmal im Monat im Pfiffikus präsent. Diese Vorlesereihe wird über das Modellvorhaben Oberrheinfelden finanziert.

"Im Anschluss an das Vorlesen gibt es für die Kinder immer wieder andere Unterhaltungsmöglichkeiten, die zu den vorgetragenen Geschichten passen", sagt Christine Tortomasi. Dieses Mal wurde eine Märchenralley angeboten. Ansonsten wird auch gebastelt oder gemalt und die Kinder machen immer gerne mit, auch wenn sie bei schönem Wetter gerne auch draußen spielen. Im Anschluss an die Ralley trug Hülya Bogazliyanlioglu türkische Fabeln vor, um den Kindern einerseits diese in Rheinfelden oft zu hörende Sprache näher zu bringen, aber auch um den türkischen Kindern etwas in ihrer Muttersprache vorzulesen.




23. Juni 2009

Kunterbuntes Treffen



Rheinfelden - Viele kleine und große Besucher lockte das Lesefest des Mobilen Bücherwurms auf den Spielplatz Schwedenstraße. Vom Bühnenprogramm wurde vor allem die Umsetzung von fünf Fabeln in kleine Theatersequenzen, die eine Klasse der Schillerschule vorbereitet hat, begeistert aufgenommen. Auch der Tanz, den zwei Schülerinnen der türkischen Klasse von Semra Ersöz darboten wurde mit viel Applaus belohnt. Geehrt wurden von Susanne Pretzsch, die durchs Programm führte, die Mitarbeiterinnen Christine Tortomasi, Hülya Bogazliyanlioglu, Fatbardha Zittlau und Malgorzata Wachecka für engagierten Einsatz und die fleißigsten Besucher des Projekts mit Blumen und Gutscheinen der Buchhandlung Merkel. Das Fest wurde schließlich mit einer Lesung, zu der die Jugendbuchautorin Nicole Vosseler aus Konstanz die Kinder direkt auf die Bühne einlud, sowie mit einem bunten Spiel- und Bastelangebot an den Bücher- und Thementischen auf dem Spielplatz, abgeschlossen. Fürs leibliche Wohl sorgten Mitarbeiterinnen des Bildungsvereins Hochrhein mit türkischen Leckereien. Die Macher des Mobilen Bücherwurms dankten insbesondere der Stadtbibliothek und dem Büchertausch Nollingen.




18. Juni 2009

Gemeinsam in geselliger Runde

RHEINFELDEN (bz). Mehr als 20 Frauen kamen zum Internationalen Frauenfrühstück ins Gambrinus, um sich bei allerhand Leckereien zu unterhalten, neue Kontakte zu knüpfen und sich den Vortrag von Heike Jentsch zum Thema Streitschlichtung anzuhören. Derart gesellige Runden werden seit März einmal pro Monat von Mitgliedern des Runden Tisch "Mitgemischt" organisiert und werden am 18. Juli fortgesetzt. Das Internationale Frauenfrühstück wird von Susanne Pretzsch, Leiterin des Projekts Frauen-Wege des SAK gemeinsam mit Hülya Bogazliyanlioglu vom Rhein-Bildungszentrum begleitet.




29. Juni 2009






27. Juni 2009






27. Juni 2009






27. Juni 2009

Musik und Malerei im Einklang

SCHOPFHEIM-EICHEN. Es war ein Überraschungsei, von dem selbst die Mitwirkenden nicht wussten, wie es zum Schluss aussieht. Doch die originelle Idee, Musik und Malerei zusammenzubringen, funktionierte auf Anhieb bestens bei einem ungewöhnlichen Chor- und Kunst-Projekt in der Hülschematthalle. Während der Lollipop-Chor das Publikum mit Popsongs, Liedern und Gospels unterhielt, gingen Schüler der Kunstklasse der Friedrich-Ebert-Schule mit Pinsel und Farbe ans malerische Werk. So verwandelte sich die Halle am Freitagabend bei diesem doppelten Kreativ-Happening in eine Mischung aus Konzertsaal und Maleratelier.
Zehn große Leinwände waren auf Staffeleien aufgebaut und die Konzertbesucher konnten verfolgen, wie die leeren weißen Flächen von Lied zu Lied mit Farben, Formen und verschiedensten Motiven angefüllt wurden – eine gelungene spontane Mal-Aktion, die unter dem Motto "Music goes painting" parallel zu den Gesangsvorträgen lief. "Wir werden nicht zur Musik malen, wir wollen sie interpretieren", erklärte Kunstpädagogin Brigitte Born, "die Schüler haben keine Ahnung, was kommt, wir haben das nicht geübt". Schüler aus zwei Klassen schlüpften trotz Prüfungsstress in die blauen Maler-Umhänge, griffen zu Pinseln und ließen mit viel Schwung, Farbgefühl und Ideenreichtum farbenfrohe Gemälde entstehen. Auch sechs Freiwillige aus den Publikumsreihen gesellten sich zu der Kunstklasse und malten kräftig mit.

Die Stichworte für die Bildermotive gab Chorleiter Dieter Waibel mit seinem Lollipop-Chor vor. Da wurden Lieder vom Mond, vom Himmel, von Wasser, Brücken, Regen und Liebe gesungen. Und passend dazu malten die Kunst-Akteure Motive wie Mondsicheln, Sonne, kühne Brückengebilde, blaue bewegte Wellen, das Wort "Love" in Großbuchstaben und sogar, wie es sich für musikalisch inspirierte Bilder gehört, Noten. Wie im Action Painting sprühten die Maler Farbe auf die Leinwand und ließen die Farbspritzer, Schlieren und Farbspuren herablaufen wie Regentropfen. Als sich die jungen Chorsängerinnen neckische Strohhüte aufsetzten und die Zuhörer mit karibischen Rhythmen und jamaikanischen Liedern in heitere Stimmung versetzten, zierten bald prächtige Palmen die poppig bunten Bilder-Landschaften.

Der Lollipop-Chor, ein gemeinsames "Kind" des Gesangvereins Eichen und der Friedrich Ebert-Schule, hatte sich für sein erstes eigenes Konzert eine ansprechende Auswahl von 25 Liedern aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen ausgesucht. Die zehn jungen Sängerinnen bezauberten mit schönen, klaren und frischen Stimmen. Charmant und gekonnt sangen sie gefühlvolle Songs wie "Falling in love" und "Bridge over troubled water", aber auch den populären Musicalhit "Memories" aus "Cats". Enorm viel Rhythmusgefühl, Elan und Bewegung kam in einem südafrikanischen Lied mit elementarem rhythmischem Klatschen und Stampfen auf. Instrumental flott begleitet wurde der Lollipop-Chor von Susanne Hagen am Klavier, Chorleiter Dieter Waibel am Cello, Josh Bauer am Bass, Petra Brombacher-Vollmer an der Gitarre und dem Schüler Fabian Völz am Schlagzeug. Ebenso wirkte der Gesangsverein Eichen mit, der den Lollipop-Chor im ersten Programmteil bei einigen Chorstücken unterstützte. Nach der Pause gab es dann noch einen gemeinsamen Chorblock, einen unterhaltsamen lockeren "Chor-Jam" mit bekannten Spirituals wie "Amazing Grace" und "Oh Happy Day", aber auch poppigen Gospels aus dem Film "Sister Act". Da fanden sich die erfahrenen Chorsänger und der Nachwuchs über die Generationen hinweg zu einer gut harmonierenden und mitreißend singenden Chorgemeinschaft zusammen.




24. Juni 2009






24. Juni 2009






24. Juni 2009






24. Juni 2009






24. Juni 2009

Tanzcamp



LÖRRACH . Kürzlich fand im Alten Wasserwerk zum ersten Mal das Tanzcamp statt. 21 Jugendliche verbrachten fünf Tage und vier Nächte zusammen mit einem Team von Betreuern und Tanzlehrer und lernten verschiedene Formen des Tanzes kennen. Im Vordergrund standen dabei Hiphop, Breakdance und Salsa. Das Highlight der Woche stellten das Tanzbattle am Freitagabend und die Abschlussvorführung vor den Eltern dar. Möglich wurde das Tanzcamp durch viel Engagement und viele Unterstützer. So trugen die Breaker um Mentor Shalijani zum inhaltlichen gelingen des Camps bei. Information zu den Tanz- und Freizeitangeboten des SAK gibt es unter http://www.alteswasserwerk.de




24. Juni 2009

So ein Theater – das kam an

LÖRRACH. Im Lörracher Grüttpark fand seit Sonntag das Kinder- und Jugendtheatertreffen statt. Es erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Akteuren und Zuschauern.
Hinter der Bühne im Grünpalast im Grütt herrscht Hektik, die Bearbeitung der Zauberflöte an der August-Macke-Schule in Kandern geht gerade zu Ende, draußen schreien die Kinder auf den Sitzen nach einer Zugabe.
Eine der Begleitpersonen der Sechstklässler ist überzeugt, dass Kinder ein Interesse an klassischen Werken entwickeln, wenn sie ihnen altersgerecht angeboten werden. Auch Angelika Mennle von der Grundschule Höllstein meint, wenn Kinder nicht in diesem Alter mit den klassischen Werken in Berührung kommen, wird es später schwerer.

Die Höllsteiner machen in diesem Jahr nicht mit beim Theaterfestival, sie sind nur Publikum und gehören so zu den 1100 Zuschauern, die sich für diese drei Tage angemeldet haben. Der Soziale Arbeitskreis (SAK) veranstaltet das Kinder- und Jugendtheatertreffen gemeinsam mit dem Jungen Theater Nellie Nashorn und der Stadt Lörrach. Dreizehn Gruppen nehmen in diesem Jahr teil. Das macht 230 Akteure und dazu noch Musiker.
"Das Kinder- und Jugendtheatertreffen wird immer beliebter", stellt Birgit Vaith, fest. Die Leiterin des Jungen Theaters Nellie Nashorn ist mit einer Nellie- und mit je einer weiteren Produktion der Schule in Tumringen und des Hans-Thoma-Gymnasiums gleich dreimal beim Festival dabei.

Da ist das Basler Kindertheater, das unbedingt im Grütt auftreten wollte, man fand mit viel gutem Willen und Umorganisieren einen Platz für das Märchenmusical am Familientag, am Sonntag. Überhaupt habe sich der Familientag als Renner erwiesen. Von morgens um elf Uhr bis zum späten Nachmittag war die Wiese hinter dem Jazztone voller Kinder mit ihren Eltern. Zum zweiten Mal eröffnete der Familiensonntag das Theatertreffen. Birgit Vaith sieht einen Bedarf an Kinderkulturangeboten, gerade auch für die Kleinsten und zu Zeiten, wenn die ganze Familie es schafft, zu kommen.

Zum Kindertheatertreffen gehören nicht nur die vielen Vorstellungen, die von den Kindern Aufmerksamkeit und auch Konzentration erfordern. Da gehört auch ein riesiger Spieleparcours dazu, der einlädt sich selbst zu erfahren. Sei es gemeinsam am Schwungtuch oder auf der Rollenrutsche. Künftige Erzieher der Fachschule für Sozialpädagogik und deren Lehrerin Gabi Marx haben ein Auge auf die tobenden Kinder. Und dazwischen einfach nur den anderen beim Spielen zuzusehen – das kommt bei den Kindern an. Auch am Schminktisch ist der Andrang groß. Kinder lieben es einfach sich verwandeln zu lassen, da halten sie schon einmal 20 Minuten ruhig aus.

Die zweite Vorstellung am Montagmorgen, ist eine Eigenproduktion des Schulzentrums Efringen-Kirchen unter der Regie von Tanja Holtze. Die bunte Persiflage um den kleinen Unterschied, um Rollenklischees haben sich die Kinder selbst ausgedacht. Das Stück ist sehr detailverliebt umgesetzt. Natürlich riefen die Zuschauer nach der Zugabe, riefen die jungen Schauspieler zurück auf die Bühne und ließen sie nur ungern wieder gehen. Später beim Gesprächsforum treffen sich alle. Sie wollen noch einmal erzählen, wie es ihnen ergangen ist. Vor allem davon, wieviel Spaß sie hatten, vor so viel Publikum Theater zu spielen.




22. Juni 2009






21. Juni 2009






20. Juni 2009






19. Juni 2009






16. Juni 2009

Anpfiff für Sommer-Nachtsport im Grütt

LÖRRACH. Im Grütt wurde am Freitagabend die Nachtsport-Sommersaison angepfiffen. Bei der Skater- und Streetball-Anlage beim Grüttpark-Stadion vergnügten sich am Freitag rund 30 Jungs mit Basketball oder Skateboard-Akrobatik.
"Hier kann jeder mitmachen, egal welche Hautfarbe oder Religion", stellte der verantwortliche Leiter Bernhard Piller eingangs fest. Es zähle der gemeinsame Spaß und die gemeinsame Bewegung. Nachtsport ist ein integratives Projekt, das die Stadt Lörrach in Zusammenarbeit mit dem SAK schon seit mehr als drei Jahren mit großem Erfolg anbietet und das mittlerweile andernorts kopiert wird. Die Teilnehmer – ganz überwiegend Jungs – können sich hier austoben und haben eine sinnvolle, niemanden störende Freizeitbeschäftigung. Während der Wintermonate findet der Nachtsport in der Salzert- und in der Eichendorff-Halle statt, im Sommer war bisher Pause. Nach einem Test im letzten Jahr ist der Sommer-Nachtsport im Grütt nun seit Freitag eine feste Einrichtung. Bis zum 25. September findet er jeden Freitag von 21.30 Uhr bis Mitternacht statt. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung abgesagt.

Auch deshalb müssen sich die Teilnehmer in eine Liste eintragen. Dort erhalten sie ein blaues Armband, damit die Betreuer wissen, wer dazugehört und wer nicht. Neben den professionellen Betreuern vom SAK leiten sechs bis sieben Coaches und vier Junior-Coaches aus den Reihen der Jugendlichen die Aktionen.

Beim ersten Mal im Grütt waren es noch nicht so viele Teilnehmer wie man in den Hallen gewohnt ist. Offenbar muss sich der Sommer-Nachtsport erst noch herumsprechen. Doch diejenigen, die dabei waren, hatten viel Spaß beim Spiel auf die Basketball-Körbe oder beim Skateboarden. Dass das Projekt auch im Sommer angeboten wird, war ein Wunsch von vielen Jugendlichen, die schon in den Hallen mitgemacht haben.




16. Juni 2009

Begegnung soll trinational werden

LÖRRACH (tm). Menschen mit und ohne Behinderung trafen sich am Samstag zum Begegnungstag für Behinderte im Landkreis Lörrach beim SAK im Alten Wasserwerk. Kennenlernen und Wiedersehen, gemeinsam Spaß haben sowie Spiel und Kreativität standen dabei im Mittelpunkt.
Veranstaltet wurde der Begegnungstag gemeinsam von der Lebenshilfe Lörrach, dem St. Josefhaus in Herten, der Werksiedlung St. Christoph, der Leben & Wohnen gGhmbH, dem Haus der Diakonie in Wehr-Öflingen und der Caritas Hochrhein. Rund 90 Behinderte und etwa 35 Helfer nahmen daran teil. Um das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern wurde eine ganze Reihe von Workshops angeboten, die verteilt über das ganze Wasserwerk stattfanden. Da wurden Blumentöpfe gestaltet und T-Shirts mit bunten und lustigen Motiven bemalt. Mit viel Elan spielte man Tischtennis und Tischkicker, die Teilnehmer bastelten ein Windspiel, studierten eine kleine Theateraufführung ein, bildeten sich im Bereich Multimedia weiter oder schwärmten zum Stadtspiel in die Umgebung aus. Am späten Nachmittag führten die Workshop-Teilnehmer ihre jeweiligen Ergebnisse den anderen vor. Diese Angebote waren vor allem dazu gedacht, das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern, bei manchen Workshops spielte aber auch der Bildungsaspekt eine Rolle. Einige Teilnehmer kannten sich auch schon von vorangegangenen Begegnungstagen oder anderen Veranstaltungen und freuten sich, einander wiederzusehen.

Entstanden ist der Begegnungstag, der seit sechs Jahren regelmäßig einmal pro Jahr veranstaltet wird, aus dem Forum Beuggen. Er soll den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Betreuern fördern. Anfangs fanden die Begegnungstage im Wechsel in den Betreuungseinrichtungen statt, doch schließlich kam der Wunsch auf, die Veranstaltung aus der gewohnten Umgebung herauszulösen, um den Teilnehmern etwas Neues zu bieten. So fand sie nun schon zum zweiten Mal im Alten Wasserwerk in Lörrach statt, das beste Voraussetzungen dafür bietet. Die Teilnehmer kamen nicht ausschließlich aus dem Landkreis Lörrach, sondern zum Teil auch aus Nachbarlandkreisen. Geplant ist, die Begegnung künftig auch über die Landesgrenzen hinaus auszudehnen und zu einem trinationalen Ereignis zu machen.




16. Juni 2009






10. Juni 2009






08. Juni 2009






08. Juni 2009






07. Juni 2009






06. Juni 2009






03. Juni 2009






02. Juni 2009

Hoffnung nicht aufgeben

LÖRRACH. Mehr Beratungsgespräche, mehr Übernachtungen und einen Besucherrekord in den Wärmestuben – bei der Wohnungslosenhilfe im Erich-Reisch-Haus war im Jahr 2008 mehr los als in den Jahren davor. Mit der gesamtwirtschaftlichen Lage will Einrichtungsleiter Stefan Heinz diese Entwicklung nicht in Zusammenhang bringen. Die Folgen der Wirtschaftskrise werde man erst verzögert spüren, meint Heinz. "Es macht mir Sorgen, dass sich die bessere wirtschaftliche Lage in den Jahren zuvor nicht positiver auf die Wohnungslosen ausgewirkt hat", sagt Heinz. .
Es kamen mehr wohnungslose Frauen in die Einrichtung und der Gesundheitszustand der Wohnungslosen ist im Schnitt schlechter als in den vergangenen Jahren. Das Erich-Reisch-Haus vom AGJ (Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg) reagierte darauf mit einer neuen Ambulanz. Außerdem hat eine neue Betroffeneninitiative ihre Arbeit aufgenommen.

1503 Beratungsgespräche führten die Mitarbeiter der AGJ-Wohnungslosenhilfe in Lörrach und Weil am Rhein 2008. Das sind ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. 431 Mal übernachteten Wohnungslose in den Notübernachtungen, fast zwei Drittel mehr als im Jahr zuvor. Im Aufnahmehaus gab es regulär 12 138 Übernachtungen – fast 2000 mehr als 2007.

Die ersten Erfahrungen mit der Betroffeneninitiative empfand Stefan Heinz als sehr positiv. Es gibt schon seit einigen Jahren landes- und bundesweite Initiativen von Wohnungslosen, in denen das Erich-Reisch-Haus bereits Mitglied war. "Mich hat beeindruckt, wie sich Wohnungslose dort politisch engagiert haben", sagt Heinz. Das sei eine gute Möglichkeit, um an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben. Mindestens sechs Personen treffen sich jetzt ein- bis zweimal im Monat zur Besprechung, oft geht es dabei um das Erich-Reisch-Haus selbst. Der Sprecher der Initiative, Zvonimir Francki, ist mittlerweile auch Vorstandsmitglied der bundesweiten Organisation "Bundesbetroffeneninitiative" (BBI). "So können sich die Betroffenen überregional vernetzen", sagt Heinz. Höhepunkt der neuen Arbeit war der Besuch der Armutskonferenz im Alten Wasserwerk in Lörrach, wo rund 60 Personen zum Beispiel über gesellschaftliche Ausgrenzung und Gesundheitspolitik diskutiert haben.

Neu war im vergangenen Jahr im Erich-Reisch-Haus auch die medizinische Ambulanz. "Wir glauben, dass etwa 60 Prozent aller Betroffenen gesundheitliche Behandlung brauchen. Vielleicht sind es auch noch mehr", sagt Stefan Heinz. In der Ambulanz kümmert sich jetzt eine gelernte Altenpflegerin, um zehn bis zwölf Wohnungslose pro Sprechstunde. Sie begleitet die Kranken zum Arzt oder hilft ihnen, die Praxisgebühren zu zahlen.

Beide Neuheiten werden derzeit über Spenden finanziert, das Erich-Reisch-Haus wird ansonsten hauptsächlich aus Leistungen der Sozialhilfe und über Zuschüsse finanziert. Hauptkostenträger ist der Landkreis Lörrach. "Es wird die Frage sein, wie Steuermittel in Zukunft verwendet werden, wenn es der Wirtschaft weiterhin schlecht geht. Einschnitte in diesem Bereich gefährden soziale Grundrechte", sagt Heinz. Aber die Gründung der medizinischen Ambulanz und der Betroffeneninitiative seien Schritte in die richtige Richtung: "Für uns ist es entscheidend, dass wir soziale Teilhabe ermöglichen und dass Menschen in Not die Hoffnung nicht verlieren."




02. Juni 2009






28. Mai 2009






20. Mai 2009






15. Mai 2009






15. Mai 2009






14. Mai 2009






13. Mai 2009






12. Mai 2009

Flohmarkt für das Frauenhaus

LÖRRACH (rud). Ein paar Wochen vor dem bisherigen Termin hat am Samstag der Förderverein Autonomes Frauenhaus seinen Frauenflohmarkt im Alten Wasserwerk veranstaltet. Wie beim Aktionstag im Herbst soll nicht nur Geld für das Frauenhaus zusammenkommen, sondern auch auf das Frauenhaus und sein Anliegen aufmerksam gemacht werden. Heuer muss diese Lörracher Einrichtung wie berichtet umziehen. Es wird also viel finanzielle Unterstützung benötigt. Caro Throm vom Verein kündigte noch für dieses Jahr eine größere Geldübergabe an. Wie groß die Summe sei, hänge davon ab, welcher Erlös beim Frauenflohmarkt samt Kuchenverkauf erwirtschaftet werde und wie viele Spenden zusammenkommen. 30 Frauen boten beim gut besuchten Flohmarkt Schuhe, Kleidung und Schmuck an. Die Terrasse nutzen die Besucherinnen rege zur Begegnung.




08. Mai 2009

Damit die Menschen im Quartier zusammenrücken

LÖRRACH (kwb). Unter dem Motto "Zusammen leben – miteinander feiern" das Pfarrer Klett-Kazenwadel beim Pressegespräch nannte, soll das erste große Salzertfest am Sonntag, 14. Juni, im Röttelnblick auf dem Areal der Grundschule und im Stadtteiltreff Salzert stattfinden.
Im Gespräch mit den Organisatoren Willi Brunnen (Wohnbau Lörrach), Sabine Heitzmann (SAK Stadtteiltreff Salzert), Andreas Klett-Kazenwadel (Evangelische Salzertgemeinde) und Harald Valachovic (Grundschule Salzert) – die Mitorganisatoren Silvia Gerisch (Kindergarten Luise Scheppler Haus) und Werner Tröndle (Gemeinde St. Fridolin) waren verhindert – wurde herausgestellt, dass das Hauptereignis ein großes Seifenkistenrennen ist.

Die Initiatorengruppe ist aus dem Netzwerk der Stadtteilkonferenz Salzert entstanden. Um die Strecke renntauglich zu machen wird die Straße Röttelnblick für den Verkehr gesperrt. Man rechnet mit 50 jungen Rennfahrern, die auf der rund 200 Meter langen Strecke alle Sieger werden wollen. Gestartet wird in vier Rennklassen, Bobbycar-Rennen (Kindergartenkinder 4 bis 6 Jahre), Seifenkistenrennen (6 bis 12 Jahre), Seifenkistenrennen (12 – 16 Jahre) und Seifenkistenrennen (ab 16 Jahre). Von einem Inspektionsteam werden die Seifenkisten am Freitag, 12. Juni, von 15 bis 20 Uhr im SAK Stadtteiltreff im Röttelnblick auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft. Wer teilnehmen will, muss sich bis Freitag, 5. Juni, im Kindergarten Salzert, im Sekretariat der Grundschule oder im Stadtteiltreff anmelden.

Das Fest soll die Identifizierung mit dem Stadtteil und das nachbarschaftliche Miteinander fördern. Schirmherrin ist Bürgermeisterin Dammann, die am 14. Juni um 11 Uhr das Fest eröffnen wird. Um 11.30 Uhr fällt der Startschuss zum Rennen. Ab 13 Uhr gibt es Essen und Trinken auf dem Schulhof und vor dem Stadtteiltreff ein Kinderprogramm. Um 15 Uhr findet die Siegerehrung statt.

Mit eingebunden sind viele Gruppen vom Salzert wie die Salzertbuben, die Tauschbörse, der Nachtsport, der ökumenische Ausschuss, der Sprachkurs der Wohnbau sowie die Eltern von Kindergarten und Grundschule. Die Bäckerei Bender und die Erlebniskletterwand unterstützen das Projekt. Das Speisenangebot soll die Internationalität des Stadtteils wiedergeben. Als Sponsoren sind die Sparkasse, Quabeck Holzhandel, Hornbach und die Wohnbau mit im Boot.




08. Mai 2009






07. Mai 2009






06. Mai 2009

Zehn Jahre west-östliche Freundschaft

LÖRRACH (maj/seh). Seit zehn Jahren besteht die Freundschaft zwischen Wischgorod in der Ukraine und Lörrach – keine offizielle Partnerschaft ist das, aber ein Kontakt auf vielen Ebenen. Die Rückreise von einem Besuch in Sens nutzte eine 70-köpfige Gruppe jetzt zu einer Visite und einem dicht gedrängten Programm in Lörrach. Unter anderem ging es darum, die zehn Jahre zu bilanzieren und in die Zukunft fortzudenken.
Gestern Vormittag stand ein Empfang auf dem Programm der Visite. Eine Begebenheit am Rande: Zwei Frauen fielen sich im Rathaus in die Arme. "Ist das schön", sagte die deutsche, die Frau aus Wischgorod erwiderte nichts und drückte Regina Geiger stattdessen noch einmal ganz fest an sich. 2002 war Jaroslava aus der Ukraine mit dem Ensemble Korali erstmals zu Gast in Lörrach, für einen Auftritt zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Vereins "Familien helfen Familien". Damals hatte sie während ihres Aufenthaltes in Deutschland bei der Familie Geiger in Inzlingen gewohnt. Groß war nun die Wiedersehensfreude, denn Regina Geiger hatte bis gestern Abend nicht gewusst, ob Jaroslava bei der Delegation aus der Ukraine sei, darunter Vertreter der kommunalen Verwaltung, Musiker des Ensembles Korali und des Jugendblasorchesters "Vodogray". In den vergangenen Jahren hat die Familie aus Inzlingen den Kontakt mit Jaroslava gehalten, auch wenn es schwer war, wie Regina Geiger erklärte. Gemeinsam mit dem Verein "Familien helfen Familien" sei sie in den vergangenen Jahren immer wieder nach Wischgorod gereist, um auch vor Ort Unterstützung zu leisten.

In diesem Jahr feiert die Städtefreundschaft Lörrach-Wischgorod ihr zehnjähriges Bestehen und Ursula Vollmer freute sich in Vertretung der Oberbürgermeisterin, dass sie so viele Gäste im Rathaus-Foyer begrüßen durfte. Damals habe die Stadträtin von Sens ihre Bürger aufgerufen, die Bevölkerung in Wischgorod zu unterstützen. Daraufhin habe sich auch in Lörrach spontan eine Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden, zahlreiche Initiativen wie die Suppenküche des DRK sowie Spendenaktionen zugunsten Leukämiekranker folgten. Inzwischen konnten aufgrund des Engagements ein Kindergarten renoviert sowie Schulen, Kinder und Jugendliche unterstützt werden. Mit Freude habe Lörrach Wischgorod vor einem Jahrzehnt in die Gemeinschaft der partnerschaftlichen Städte aufgenommen. Besonders freute sich Ursula Vollmer darüber, dass die Freundschaft trotz weiter Wege und Visapflicht so gut funktioniert, was mit Empfang und festlichem Abend gebührend gefeiert wurde.

Bei einem Pressegespräch äußerten sich Manfred Raupp und Anne-Christine Heyn vom Verein Lörrach International, aber auch Wischgorods Hauptamtsleiter Yuriy Tkalych und andere Vertreter der ukrainischen Stadt dazu, wie die Beziehung weiterentwickelt werden könnte. Deutlich sei, fasste Thomas Wipf vom Fachbereich Jugend/Schulen/Sport zusammen, dass humanitäre Hilfe und auch Unterstützung anderer Art weiter nötig sei und gewünscht werde – gerade in Zeiten der Krise. Besonders die Jugendlichen hat man im Auge. Wir wollen, sagte Raupp, "Zukunft gestalten, indem wir Jugendliche zusammenbringen". Der Soziale Arbeitskreis, der Verein "Familien helfen Familien" und das Rote Kreuz werden auch künftig wichtige Partner sein.




06. Mai 2009






06. Mai 2009






29. April 2009






29. April 2009

Immer schon ein Ort diakonischer Arbeit

LÖRRACH. Die Feuerwehr feiert ihr 150-jähriges Bestehen, die Matthäuspfarrei bereitet sich auf die Einweihung ihres neuen Gemeindezentrums vor. Als solches wird gerade die Alte Feuerwache umgebaut, in der die Freiwillige Feuerwehr bis zu ihrem Umzug in die Weiler Straße untergebracht war. Aus diesen Anlässen hat Herbert Sitterle, der als Diakon beim Sozialen Arbeitskreis in diesem Haus jahrzehntelang gewirkt hat, dessen Geschichte recherchiert. Die Ergebnisse präsentierte er am Sonntagabend beim "Mitarbeiterdank" der Matthäuspfarrei in der Baustelle. Dass die Gäste dabei mit wohl schmeckenden Suppen bewirtet wurden, war eine Reminiszenz an die Geschichte des Ortes. Denn hier wurde nach dem Ersten Weltkrieg eine Suppenküche eingerichtet, die bis 1949 in Betrieb war.
Im Basler Stadtarchiv, in Lörrach im Museum am Burghof und im Stadtarchiv hat Sitterle Urkunden, Bilder und Texte gesichtet, um die Geschichte "eines der bedeutsamsten historischen Gebäude" der Stadt zu erzählen. Es ist fast 500 Jahre alt und hat in dieser Zeit manche Nutzungsänderung erlebt, auch den einen oder anderen Umbau. Zur Zeit sind wieder die Handwerker zu Gange.

Dass das überhaupt möglich ist, war Herbert Sitterle eine ganz besondere Hymne wert. Er sang sie auf Katharina Steib, die Architektin des Burghof. Denn deren unter 82 Arbeiten preisgekrönter und realisierter Entwurf war der einzige, der die Alte Feuerwache erhalten hat. Die Basler Architektin sei auch die einzige gewesen, die bei den SAK-Diakonen Sitterle und Jürgen Wiesenhütter vorgesprochen hatte, um sich über dieses Haus, seine Bedeutung und Nutzung informieren zu lassen. Ihr Entwurf war "die Rettung" (Sitterle) für die Alte Feuerwache und den SAK mit seiner Jugendarbeit und die Voraussetzung dafür, dass der schon vor 50 Jahren vom damaligen Dekan Wettmann geäußerte Satz nun Wirklichkeit werden kann: "Es gibt keinen besseren Platz für ein Gemeindehaus als hier am Burghof." Ältestenkreisvorsitzender Patrick Leonhard hat am Sonntagabend daran erinnert. Und schon mal seiner Vorfreude auf die Einweihung am 19. Juli Ausdruck gegeben, mit dem Zusatz: "Ich habe nicht den Anspruch, dass das Haus dann fertig ist". Denn er habe unterdessen gelernt, dass die Arbeit mit und an dem Bau "auch Gemeindeleben ist".

Leben war in diesem Haus immer. Aber, nicht erst seit dem der Soziale Arbetiskreis (SAK) sich von 1972 an um (benachteiligte) Jugendliche kümmerte und der CVJM hier eine Teestube unterhielt, fand hier diakonische Arbeit statt, auch wenn sie so nicht ausdrücklich genannt wurde. Armenhaus war die Alte Feuerwache, während die Floriansjünger hier untergebracht waren. Und 1928 wurde hier nach dem Umbau des Dachgeschosses die erste Jugendherberge Lörrach eingeweiht - nur für Jungen.

Zum Burghof-Areal, zu dem auch die Stadtkirche, die Lateinschule (heute Museum am Burghof), das alte Museum (steht nicht mehr), das Feuerwehrgerätehaus (steht auch nicht mehr) und die Burgvogtei (heute Arbeitsgericht) sowie die Polizeigebäude (einst Speicherbauten) zählen, gehört auch der Platz hinter der Kirche. Gauckler traten hier auf, Kriegsgefangene wurden hier vorgeführt, Lörrachs erste Halfpipe für Skater stand hier. Dass dieser Platz aus seiner asphaltierten Langeweile herausgeholt werden möge, daran appellierte Herbert Sitterle gleich zu Beginn seines kurzweiligen Vortrags. Ideen dafür gibt es ja.




29. April 2009






25. April 2009






24. April 2009






24. April 2009






24. April 2009

Alles nur Theater

LÖRRACH. Dazu gibt es eine Rahmenprogramm mit Spielen, Ständen und Unterhaltung, sowie einen Familiensonntag. Damit auch möglichst viele Besucher kommen, sollen mannshohe Puppen im Stadtgebiet für das Theatertreffen werben. 20 000 Euro beträgt das Budget, das die Veranstalter – das Kinderbüro des SAK, das Nellie Nashorn und das Jugendreferat der Stadt - zur Verfügung haben. 3000 Euro gab es an Zuschüssen, 4- bis 5000 Euro legen diverse Sponsoren drauf. Zum achten Mal findet das Kindertheatertreffen für junge Schauspieler der Klassen Eins bis Sechs statt und ist mittlerweile so beliebt, dass sich erstmals mehr Gruppen beworben haben, als Aufführungen möglich sind. Deshalb überlegen die Veranstalter, das Festival künftig zu verlängern.
Mit einem Familienfest beginnt das diesjährige Theaterfestival im Grütt. Das Basler Kindertheater führt ein verrücktes Märchenmusical auf, der französische Cirque Gones zeigt eine Mischung aus Acrobatic, Schauspiel und Musik, jongliert mit Eiern und anderen Zutaten und backt so ganz nebenher einen Kuchen. Das Orchester der Neumattschule spielt und das Breakdance-As Mentor zeigt seine Show. Außerdem findet ein Kindersachenflohmarkt statt.

Im Laufe des Festivals gibt es dann Auftritte der August-Macke-Schule Kandern ("Zauberflöte"), des Schulzentrums Efringen-Kirchen ("Hilfe, die Weiber kommen") und der Karl-Tschamber-Schule Weil am Rhein ("Wir pfeifen auf den Gurkenkönig"). Das Lörracher Hans-Thoma-Gymnasium spielt "Die zertanzten Schuhe", das Georg-Büchner-Gymnasium Rheinfelden "Der Krug" und die Schule Kleines Wiesental "Das Märchen vom dicken, fetten Pfannkuchen". Den "Zirkus Ramba Zamba" zeigt die Tüllinger Höhe und das Junge Theater Nellie Nashorn "Der kleine Wassermann". "Das lebende Geschenk" beschert die Grundschule Tumringen, "Arlequin Medecin" eine Schule aus dem französischen Rosenau, "Der gestohlene Himmel" die Lindenschule Grenzach-Wyhlen und "Schiff ahoi! Ein Mädchen geht an Bord" das Kindertheater Phantadu aus Inzlingen.

Als besonderer Hingucker sollen rund 20 mannshohe Puppen dienen. Das Josefshaus Herten bastelt gerade an den Märchengestalten, die in Lörrach aufgestellt werden und für das Kindertheaterfestival werben sollen.
Kindertheatertreffen im Lörracher Grüttpark, 21. bis 24. Juni. Anmeldung für Gruppen und Schulklassen:
07621/ 927915 .
Anreise: Mit der S-Bahn bis Bahnhof Haagen; per Buslinie 6 bis Schöpflinsiedlung




18. April 2009

Mit der Seifenkiste talwärts

LÖRRACH. Bremsen, Hindernissen ausweichen, Slalom und rückwärts fahren – wer mit der selbst gebauten Seifenkiste losbrausen wollte, musste gestern eine Führerscheinprüfung bewältigen. Die Aktion war Abschluss des SAK-Ferienprogramms auf dem Salzert und Vorbereitung für das Seifenkistenrennen beim Salzertfest am 14. Juni.
16 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren bauten beim Stadtteiltreff Salzert die Woche über Seifenkisten, und sie waren mit viel Freude und Engagement bei der Sache, wie Christine Cramer berichtet. Zusammen mit zwei Praktikantinnen, einem Arbeitserzieher im Anerkennungsjahr und einer ehrenamtlichen Helferin betreute die Erzieherin das Ferienprogramm, das auf das Salzertfest ausgerichtet war. Denn dort findet ein Seifenkistenrennen den Röttelnweg hinunter statt.

"Die Kinder waren mit großem Eifer dabei, ihre Traumseifenkiste zu bauen", erzählt Christine Cramer. Gewerkelt haben sie in zwei Gruppen im Gemeinschaftshaus der Wohnbau, wo auch eine Werkstatt zur Verfügung steht. Während die einen gebohrt, geschraubt und geschmirgelt haben, waren die anderen mit einem Alternativprogramm mit Spielen und Basteln beschäftigt. "Aber auch die, die gerade nicht gebaut haben, haben Skizzen gezeichnet, Pläne gemacht und Schablonen gebastelt", erzählt die Erzieherin. Das Material für die Seifenkisten haben die Firmen Quabeck und Hornbach zur Verfügung gestellt, trotzdem gab es für die Kinder noch einiges zu tun. Viele wollten ihre Seifenkiste noch verschönern und ihr eine besondere Note geben, einer hat sogar ein Jaguar-Emblem für seinen Flitzer gebastelt.

Gestern fanden die ersten Fahrversuche auf einem Parcours im Schulhof statt, bei denen die Kinder die Funktion der Seifenkisten und den Umgang damit testen konnten. Alle haben die Führerscheinprüfung bestanden, so dass dem Rennen nichts mehr im Weg steht. Auch in den Pfingstferien werden beim Stadtteiltreff wieder Seifenkisten gebaut, und zwar vom 25. bis zum 29. Mai. Kinder, die neu hinzu kommen, bauen eigene Seifenkisten, wer dieses Mal schon dabei war, bringt seine Kiste mit, um sie aufzupeppen. In der zweiten Woche der Pfingstferien, vom 2. bis 5. Juni, wird der Stadtteiltreff zu Hollywood – es wird ein Film gedreht. Für beide Aktionen nimmt der SAK unter Tel. 3184 noch Anmeldungen an (E-Mail an salzert@sak-loerrach.de).




18. April 2009






16. April 2009






16. April 2009






02 - 08. April 2009






28. März 2009






28. März 2009

"Auf dem richtigen Weg"

LÖRRACH. Die Betreuung an den Grundschulen soll weiter ausgebaut werden. Der städtische Fachbereich Jugend Schule und Sport legte dem Gemeinderat ein Konzept vor, das einhellige Zustimmung fand. Lörrach, hieß es übereinstimmend, sei auf einem guten Weg. Sicher werde man in Zukunft deutlich mehr Geld aufbringen müssen als bisher, doch dies sei eine Investition in die Zukunft.
Das Lörracher Modell, für die Betreuung der Grundschulkinder mit Partnern wie dem Sozialen Arbeitskreis (SAK), der Kaltenbach-Stiftung und Kindergärten zu kooperieren, ermöglicht es, an allen zehn städtischen Grundschulen und an der Pestalozzi-Förderschule ganztägig Betreuung anzubieten. Die Offerten können von den Eltern sehr flexibel genutzt werden. Bei entsprechender Nachfrage gibt es ein Mittagessen, das für Kinder aus wenig begüterten Familien von der Fritz-Berger-Stiftung bezuschusst wird.

Das Angebot, das in kurzer Zeit aufgebaut wurde, trifft auf eine große Nachfrage. Ende 2008 nahmen es rund 500 Kinder wahr, in vielen Schulen gibt es teils lange Wartelisten. Auf dem Salzert, in der Hebel-, Neumatt-, Astrid-Lindgren-, Albert-Schweitzer- und Pestalozzischule liegt die Betreuung in den Händen des SAK. Der Soziale Arbeitskreis übernimmt künftig auch die Betreuung in Tumringen, die derzeit noch in städtischer Hand liegt. Um die Brombacher Grundschulkinder kümmern sich Gemeindekindergarten und Kinderhaus auf dem Bühl, die Kinder der Eichendorffschule betreut der Pestalozzi-Kindergarten. Für die Fridolinschule und künftig auch für die Schlossbergschule Haagen ist die Kaltenbach-Stiftung Partner. Wo Bedarf besteht, soll das Angebot zum nächsten Schuljahr um eine Halbgruppe ausgebaut werden, so dass je 30 Kinder unterkommen können.

Elternbeiträge steigen zum nächsten Schuljahr

Finanziert wird die Leistung aus Elternbeiträgen und Zuschüssen von Stadt und Land. Der Elternbeitrag ist mit bisher einem Euro pro Stunde moderat und wird, wenn Geschwisterkinder betreut werden oder die Familie Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II bekommt, noch einmal halbiert. Die Mindereinnahmen aus der Ermäßigung und die Verwaltungskosten trägt die Stadt. Der Anteil der Kinder, die den ermäßigten Satz zahlen, ist an der Salzertschule (39 Prozent) und an der Neumattschule (35 Prozent) am höchsten. Der Zuschussbedarf durch die Stadt lag im Schuljahr 2007/08 noch bei 37 000 Euro, für das Schuljahr 2009/10 ist er bereits mit 104 000 Euro kalkuliert. Künftig werden für die einzelnen Betreuungsabschnitte unterschiedliche und generell höhere Beiträge erhoben. Sie werden zwischen 1,10 und 1,25 Euro pro Stunde liegen.

Das Konzept sei ein weiterer großer Schritt hin zu einer zeitgemäßen Familienpolitik, lobte Ursula Vollmer für die CDU. Man stehe, sagte Günter Schlecht für die SPD, allerdings erst am Anfang einer Entwicklung. Die Sprecher aller Fraktionen anerkannten die soziale Ausgestaltung und Flexibilität des Angebots. Es würden hier sicher noch höhere Kosten auf die Stadt zukommen, doch das Geld sei gut angelegt. Margarete Kurfes (Grüne) mahnte an, die pädagogische Qualität im Auge zu behalten, ihre Fraktionskollegin Cornelia Eitel machte auf das gravierende Defizit bei der Ferienbetreuung aufmerksam. Dies und die Frage von Erika Brogle (Freie Wähler) nach der Betreuung an den weiterführenden Schulen beantwortete Oberbürgermeisterin Heute-Bluhm mit der Bitte um Geduld. Man sei in kurzer Zeit schon sehr weit gekommen. Und sie ergänzte: "Ohne die Kaltenbach-Stiftung und den SAK wären wir längst nicht so weit".




27. März 2009






19. März 2009






17. März 2009






17. März 2009






13. März 2009

Die Leute mit dem "reisenden Blut"

LÖRRACH. Sie ginge wieder los, sagt Josephine Beyer, geborene Hartmann, wenn es irgendwie möglich wäre. Endlos reisen – "das liegt im Blut". Vielleicht sogar nochmal "mangern", nur nicht in Lörrach. "Mangern" ist der Wort der Jenische für betteln. Josephine Berger ist eine Jenische, und sie hat gebettelt als Kind. Das gehörte dazu zur Lebensweise der fahrenden Leute.
84 Jahre alt ist Josephine Beyer heute, eine zierliche, gepflegte Frau, die die Sprache der Jenische noch perfekt beherrscht. Längst ist sie heimisch hier, auch wenn sie noch heute ziemlich grimmig erzählt, wie die Stadt Lörrach wohl Anfang der 50er Jahre den Wohnwagen der Familie loszuwerden versuchte, der im Steinbruch an der Rheinfelder Straße stand. Sie hatten damals läuten hören, erzählt die alte Dame, dass man sie vertreiben wolle. Also montierten sie kurzerhand die Räder ab und versteckten sie im Wald. Das nützte freilich nicht viel, der radlose Wagen kam auf einen Tieflader und wurde abtransportiert. Die Hartmanns stöberten ihn wieder auf. Insgesamt dreimal hat sich das wohl wiederholt.

Schließlich ließ sich die verzweigte Familie auf ein Leben zwischen festen Wänden ein. Zunächst in Baracken im Steinbruch, dann in wechselnden Wohnungen und Häusern unter anderem in der Hang-, Damm- und Lerchenstraße. So erzählt es Josephine Beyer. Endlich nicht mehr unter dem Wohnwagen schlafen auf Reisig und Stroh – das hatte auch sein Gutes. Aber einfach war die Umstellung nicht.

Josephine Beyer kam als eines von 19 Kindern einer Familien der fahrenden Jenische irgendwo am Bodensee im Wohnwagen zur Welt. Die Mutter starb mit 43 Jahren kurz nach der Geburt des jüngsten Bruders; der Vater, den die Kinder mit "Ihr" statt mit "Du" ansprachen, verdiente sein Geld mit Korbflechten, die Kinder bettelten. Die Großfamilie zog in Wohnwagen, später mit einem Pritschenwagen und Pferden am Bodensee, am Hochrhein und in der Nordschweiz von Ort zu Ort.

"Warsch frei. Und heut’ bisch eing’sperrt."
Manchmal waren es mehrere Wagen, dann wurde es heikel, erzählt Josephine: "Reisen in Horden" war verboten. "Wenn uns die Polizei erwischt hat...". Der Satz bricht ab. In die Schule ging man, wo man gerade war. "Das war ein Leben – aber schön war’s", sagt sie, und ihre Gedanken schweifen weit zurück. "warsch frei. Und heut’ bisch eing’sprerrt".

Die Nationalsozialisten verfolgten die Jenische wie andere mobile Minderheiten auch. Zwei Brüder kamen im Konzentrationslager um, Josephine und eine Schwester überstanden die Zeit in einem Mädchenheim in Heitersheim, der Rest der Familie kam irgendwie durch – und machte sich nach 1945 wieder auf die Socken. Wenig später begann für die Sippe die Lörracher Zeit. So richtig ortsfest wurde man auch mit der Postadresse nicht: Josephine zog mit ihrem Mann Ernst Beyer, ebenfalls ein Jenischer Korbmacher, mit Fahrrad und Zelt umher. Bei Bauern hätte sie "stör g’schafft", gearbeitet ohne Steuerkarte, Körbe repariert und geflochten – gegen Hühner und eine warme Mahlzeit.

Mit nur einem Kind setzte Josephine die Großfamilien-Tradition nicht fort, wohl aber ihre Schwester Berta. Die heiratete den Jenischen Berger und bekam 13 Kinder, viele Nachkommen wohnen noch in Lörrach und Umgebung. Ob denn Berta richtig sesshaft geworden sei? Josephine denkt nach. "Wie das ist, wenn Du das reisende Blut in dir hast – auf einmal war sie wieder weg." Als Berta 70 wurde, fragte Herbert Sitterle sie, ob man mit so einer verzweigten Familie überhaupt feiern könne. Da müsste sie wohl die Stadthalle mieten, habe Berta sinniert.

Herbert Sitterle kennt die Familien Berger/Hartmann/Beyer schon lange. Der Soziale Arbeitskreis, den er maßgeblich mit aufbaute, betreute von Anfang an Kinder aus wenig begüterten Familien, vor allem aus dem "Schuldenhof" an der Hangstraße. Da waren immer Kinder der Jenische dabei. Josephine Beyer und ihr Bruder brachten den Leuten vom SAK das Korbflechten bei, der Weidenpalast und andere Werke im Landkreis gehen auf diesen Kontakt zurück. Sitterle kennt viele Geschichten rund um diese Familien. Da gab es Juli, einen von Josephines Brüdern. Der lebte zeitweise in einem Waldstück bei Eichsel und war, ist Sitterle sicher, der beste Korbmacher weit und breit. Sein Pferd kam, wenn Juli wieherte, die beiden schliefen Seite an Seite; als Juli einmal mit auf eine vierzehntägige SAK-Freizeit kam, erzählt Sitterle, da rückte er mit einer Plastiktüte an. Darin ein Hemd und ein Handtuch, das war ihm genug.

Ob sie sich sehnt nach der fahrenden Zeit? Josephine Beyers Blick zurück gerät verklärend, aber mit Sinn für die Realität. "Schön war’s. Aus is’."




11. März 2009






11. März 2009

Die Rampensau ist los

LÖRRACH. Jugendliche machen Theater: Vom 1. bis 3. April findet in Lörrach das zweite Jugendtheaterfestival "Rampensau" statt. Im Alten Wasserwerk, im Nellie Nashorn und erstmals auch in der Neumattschule zeigen acht Theatergruppen Stücke, die ihnen wichtig sind. Mit dabei ist auch eine Gruppe aus dem polnischen Lubliniec.
Acht Gruppen mit jungen Schauspielern wollen Lörrach drei Tage lang in eine Theaterfestivalstadt verwandeln. Zum zweiten Mal haben Nellie Nashorn und Altes Wasserwerk ein Festival für junge Schauspieler organisiert. Das Budget beträgt dabei dank Zuschüssen und Sponsoren 17 000 Euro.

Den Auftakt macht Tempus Fugit im Alten Wasserwerk. Sie spielen Molières "Der eingebildete Kranke". Ebenfalls im Alten Wasserwerk tritt der Europaschulclub Lubliniec auf. Die Jungs und Mädchen aus Lörrachs Partnerkreis haben "Hänsel und Gretel" einstudiert - und zwar auf deutsch.

"Improvisationen" ist der Titel des Stücks des Theaterprojekts der Oberstufenklassen der Fachschule für Sozialpädagogik der Mathilde-Planck-Schule Lörrach. Sie gehen im Nellie Nashorn unter anderem den Fragen nach: "Was mache ich, wenn in meinem Leben etwas schief geht?" und "Wer ist denn bitte die Super-Nanny". Aus Basel kommen die jungen Schauspieler des Jugendtheater Sprachhaus M ins Alte Wasserwerk. Im Gepäck haben sie Michael Endes "Der Gaukler" . Darin geht es um einen bankrotten Zirkus, der von einem Chemiekonzern ein unmoralisches Angebot unterbreitet bekommt.

Gleich zweifach aktiv ist das Junge Theater Nellie Nashorn. In selbigem spiele sie "Der gelbe Vogel" , die Geschichte einer geheimen Freundschaft zwischen einem amerikanischen Jungen und einer jungen französischen Jüdin im New York der 40er Jahre. Im Alten Wasserwerk tritt das Junge Theater Nellie Nashorn gemeinsam mit dem französischen Ensemble Les Hippopotames auf. In "Die Grenze" geht es um ein kleines Dorf, dass nach einem tragischen Vorfall in zwei Hälften gespalten wird.

"Männersache - Frauensache" thematisiert - wer hätte es gedacht - die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. 14 behinderte Menschen haben in der Theater AG der Lebenshilfe das Stück eingeübt und führen es im Alten Wasserwerk auf. Neu als Spielstätte des Jugendtheaterfestivals ist die Aula der Neumattschule — aus Platzgründen haben die Veranstalter einen dritten Aufführungsort dazugenommen. Hier zeigt die Theater-AG der Freien Evangelischen Schule Lörrach "Erinnern und Vergessen" , das in Vorbereitung der gleichnamigen Ausstellung entstanden ist . In dem Drama geht es um Lörrach in der Hitler-Zeit.




10. März 2009

65 Jugendliche bei Schachmeisterschaft

Dass sich Kinder heute kaum noch auf eine Sache konzentrieren können, ist eine gängige These. Bei der zweiten offenen Stadtjugendschachmeisterschaft im SAK Wasserwerk ist am Samstagmittag davon allerdings nichts zu merken.
Spannung liegt an diesem Nachmittag in der Luft. In fünf Altersklassen treten 65 Kinder und Jugendliche an, spielen um "Buchholz-Punkte" und um die "Sonneborn-Berger"-Wertung. Was es damit auf sich hat, das dürfte die von Laien am meisten gestellt Frage des Tages sein. Markus Haag, Veranstalter des Turniers, kann hier weiterhelfen:
Beide Systeme basieren, vereinfacht ausgedrückt, darauf, dass die vom Gegner in anderen Partien erspielten Punkte bei einem Sieg eingefahren werden, je stärker also der Kontrahent im bisherigen Turnier, desto wertvoller der Sieg.

Haag zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Erneut waren Teilnehmer aus ganz Baden angereist, aus Ettlingen bei Karlsruhe, aus Freiburg, vom Bodensee. Dass es trotzdem insgesamt weniger Spieler geworden sind als im Vorjahr erklärt sich Haag mit Terminüberschneidungen mit anderen jugendrelevanten Veranstaltungen. Die offensive Werbung der Veranstalter hatte also den gewünschten Effekt gehabt. Mit Inseraten in der "Rochade", mit Ausschreibungen auf entsprechenden Internetseiten hatte man das Teilnehmerfeld deutlich über den eigenen Brombacher Nachwuchs hinaus erweitern können. Das Konzept soll in den nächsten Jahren weitergeführt werden: Sowohl mit den Räumen als auch mit dem Modus der Meisterschaft sind alle einverstanden.

Als gegen 16 Uhr die Siegerehrung anstand, hielt es dann vor allem die Jüngeren nicht mehr an den karo-gemusterten Tafeln: Voller Ungeduld wartete man nun auf den Verkünder Haag, der einen Packen Urkunden, Pokale für die jeweils ersten drei einer Altersklasse und Tische voller Sachpreise zu vergeben hatte. Manuel Berger von den Schachfreunden Wutachtal räumte in der Kategorie U8 ab, ihm folgte der Sieger der U10, Andreas Di Giovanni aus Riehen. Den Sieg in der Altersklasse der bis 12-Jährigen fuhr Andreas Ciolek ein, der aus Singen angereist war. Die im Turnier zusammengelegten Spielklassen U14 und U16 entschieden Daniel Bahner (Laufenburg) beziehungsweise Florian Ciolek (Singen) für sich. Für die dahinter platzierten Spieler stehen aber schon zwei Termine für eine Revanche im Kalender: Der 10. Oktober, wenn ein Turnier der Grand-Prix-Serie des Schachbezirks Hochrhein in Brombach ausgetragen wird, und im Frühjahr bei der Neuauflage der offenen Stadtmeisterschaften.




09. März 2009






18. Februar 2009

Sichere Trampelpfade im Online-Wald

Die Jugend der islamischen Ditib-Gemeinde hat eine Reihe von Integrationsveranstaltungen eröffnet. Sie will nicht über ihre Gemeinde hinaus Jugendliche in Lörrach ansprechen. Das Thema des ersten Nachmittags: Risiken in der Computer- und Handywelt. Rechts hängt die deutsche Flagge, links die türkische. Dazwischen steht Ulrich Schneider. Es ist Sonntagnachmittag, und der Beamer funktioniert endlich. Schneider steht auf der Bühne des Alten Wasserwerks, er ist Polizeihauptmeister und wird jetzt über die Gefahren der digitalen Medien sprechen. Vor ihm sitzen fünfzig Zuhörer: Kinder, Jugendliche, Männer, Frauen – manche tragen ein Kopftuch.
Das ist die erste Integrationsveranstaltung der Lörracher Ditib-Gemeinde. Die Idee stammt von den jungen Mitgliedern der türkisch-islamischen Union. "Bei uns war früher tote Hose, was Jugendliche angeht", erzählt Adem Abanus, Vize des Jugendrats der Ditib. Zusammen mit Halil Began, dem Jugendvorsitzenden, hat er den Nachmittag organisiert. Zwar gebe es am Wochenende einen Treff: Zusammen schauen sie die türkische Fußballliga, spielen Billard, kickern. Das ist ihnen aber nicht genug. "Wir können uns gut vorstellen, aus unserem Raum eine Art Jugendzentrum zu machen", sagt Halil. "Auch für Jugendliche aus anderen Nationen." Deswegen bezeichnen sie den Vortrag , der eigentlich nur Tipps und Tricks für den digitalen Dschungel bietet, vielleicht etwas weitgreifend als Integrationsveranstaltung. Und deswegen findet er auch nicht in der Moschee statt, sondern im Alten Wasserwerk.

Referent Schneider klärt sein Publikum auf. Wer illegal CDs und Filme aus dem Internet lädt, dem drohen bis zu fünf Jahren Haft. Eine Schülerin staunt: "Was? Fünf Jahre?" Das ist ein Drittel ihrer Lebenszeit. Doch Schneider hat auch eine positive Überraschung: Entgegen den Erwartungen sind Kopien grundsätzlich erlaubt. "Jetzt kommt das Aber: Nur eine Sicherheitskopie für mich selber. Und fünf bis sieben für engste Freunde und Familienmitglieder. Und das gilt auch nur, wenn kein Kopierschutz geknackt wird", erklärt Schneider. Seine Hinweise sind die sicheren Trampelpfade im Online-Wald.

Revierleiter Wolfgang Grethler sitzt auch auf der Bühne. "Das Digitale ist ja nur ein Mosaikstein", sagt Grehtler. Er hofft auf besseren Kontakt mit den islamischen Mitbürgern: "Aus Information wird Wissen, aus Wissen wird Vertrauen. Darum geht es, und um ein besseres Miteinander."

"Neue Medien sind ein Thema, das Jugendliche interessiert", sagt Organisator Halil. Er möchte nicht nur junge Menschen neu ansprechen, er habe auch das Ziel aufzuklären: "Wir wollen die Jugendlichen vor schlechten Einflüssen bewahren." Drogen und Alkohol sollen darum bei einem anderen Informationsnachmittag besprochen werden. Der nächste Termin ist jedoch ein sportlicher: Am 14. März laden Halil und Adem zum Integrations-Fußballtunier in die Wintersbuckhalle. Auf dem Werbeplakat jubelt Premiere-League-Spieler Tuncay Sanli – im Trikot der türkischen Nationalmannschaft.




17. Februar 2009






21. Januar 2009






21. Januar 2009

Auf den Einzelnen eingehen

LÖRRACH. Eine individuellere Ausgestaltung der Berufsausbildung, stärker aus einzelnen Modulen aufgebaut, die nach oben hin durchlässiger sein sollen als bisher – das wünschen sich die Teilnehmer einer Diskussion über die Chancen von Hauptschülern. Auf Einladung der Jusos im Landkreis Lörrach diskutierten Fachleute aus der Region am Montagabend im Alten Wasserwerk über das Thema "Chancen für alle!?"
Im vergangenen Jahr war der Lehrstellenmarkt ausgeglichen, es gab vier Lehrstellen mehr als Bewerber, berichtete Wolfgang Kolep von der Arbeitsagentur. Allerdings gingen von 2259 Bewerbern nur 1222 in eine Ausbildungsstelle. 493 besuchten eine weiterführende Schule, 32 machten ein soziales Jahr, 265 nahmen Förderangebote wahr und 247 haben sich bei der Arbeitsagentur nicht mehr gemeldet. In weiterführenden Schulen findet man eher die intelligenteren Schulabgänger, während in Berufsvorbereitungsmaßnahmen diejenigen sind, denen die Voraussetzungen dafür fehlen, meinte Jürgen Lussi von der IG Metall. Ein Berufschullehrer unter den Zuhörern bestätigte das. Der SPD-Landtagsabgeordnete Alfred Winkler kritisierte, die duale Berufsausbildung sei das einzige Bildungssystem, das konjunkturabhängig sei. In den vergangenen 25 Jahren fielen 25 Prozent der Ausbildungsplätze weg. Die qualifizierten Arbeitsplätze seien in diesem Zeitraum um 180 Prozent gestiegen. "Die einfach Ausgebildeten braucht man nicht mehr, ganz zu schweigen von den gar nicht Ausgebildeten", sagte Winkler.

"Wir sollten keine Katastrophenstimmung verbreiten", sagte Michael Rumpff von der IHK. "80 Prozent der Schüler machen ihren Weg direkt und sind zum Teil sehr gute Leute", berichtete er. "Ein Problem haben wir mit den Leuten, die intelligent genug wären, aber es nicht umzu setzen wissen und sich nicht motivieren lassen", betonte Rumpff. "Gute Schüler haben keine Schwierigkeiten, eine Ausbildungsstelle zu finden", bekräftigte Wolfgang Kolep. Viele Hauptschüler hätten aber große Defizite in der Sprachkompetenz und seien nicht ausbildungsfähig, oft fehlten auch soziale Kompetenzen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. "Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule wird das nicht lösen", sagte Kolep.

Michael Rumpff bestätigte, dass die Ausbildungsberufe immer komplexer werden. Daneben würden aber Ausbildungsberufe mit geringeren Anforderungen und nur zwei Jahren Lehrzeit entwickelt: "Die Menschen sind unterschiedlich, und deshalb müssen wir individuell auf den Einzelnen eingehen."

Jürgen Lussi erklärte, die IG Metall habe bei der Entwicklung der zweijährigen Lehrberufe mitgewirkt. Er beobachtet aber, dass die Industrie, insbesondere im Automobilbereich, wo oft nur ganz wenige spezielle Tätigkeiten ausgeübt werden müssen, verstärkt geringer ausgebildete Leute einsetzt, die auch erheblich weniger verdienen. Wenn diese arbeitslos werden, haben sie deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weil sie weniger können.

Alfred Winkler hat beobachtet, dass viele Schüler gar keine Vorstellung von Berufen haben. Das wurde von einer Zuhörerin bestätigt, die meinte, wenn mehr Informationen über Berufe da wären, würde das die Schüler motivieren, sich die nötigen Qualifikationen für ihren Wunschberuf anzueignen. Die IHK bemühe sich inzwischen, Schulen und Betriebe zusammenzubringen, was aber nicht einfach sei, berichtete Rumpff. Und teilweise herrschten in Schulen falsche Vorstellungen. Der Leiter eine Realschule habe ihm einmal gesagt, er bilde seine Schüler nicht für die Wirtschaft aus, sondern für die Universität. "Schüler, die auf so einer Schule sind, haben Pech", sagte Michael Rumpff.




16. Januar 2009

Maultaschen mit viel Swing

LÖRRACH (BZ). Zuerst ganz entspannt, später wippend und schnippend und sogar die Tanzbeine schwingend erlebten am Mittwochabend die Gäste das Konzert mit den Pepperhouse Stompers im Alten Wasserwerk, mit dem die Badische Zeitung traditionell ihre Weihnachtsaktion abschließt.
Mit spritzigem Swing, deftigem Dixie und gefühlvollen "Naschlupferle", wie der Schwabe den Blues nennt – und mit Wilfried Wöhrle und Adolf Schäuble entstammen gleich beide Frontmänner der Band dem Schwabenländle – ging’s mitten hinein ins sonnige Mississippi-Delta und das Lörracher Jugendzentrum verwandelte sich in eine brodelnde Jazzkneipe in New Orleans. Beliebte Klassiker der Pfefferhäusler, etwa "Avalon" oder "Bourbon Street Parade", wechselten sich ab mit seltenen Perlen wie "De Rägeboge" von Frank Dietsche.

Die Mannschaft vom SAK versorgte die hundert Gäste aufmerksam mit Speis und Trank, wobei man sich beim Angebot ganz dem "Top Act des Abends", wie BZ-Redaktionsleiter Willi Adam die Wiesentäler bei seiner Begrüßung vorstellte, angepasst hatte: "Maultaschen" standen auf der Karte, und "Mauldasche" nennen die Pepperhouse Stompers liebevoll ihren Chef – nicht ganz von ungefähr, wie das Publikum bei den wortreichen, Ankündigungen von Wilfried Wöhrle ein ums andere Mal feststellen konnte.

Auch, dass die Pepperhouse Stompers beim Hilfe-zum-Helfen-Konzert immer eine junge oder neue Formation mitbringen, hat sich mittlerweile eingebürgert. Diesmal begeisterten die gerade mit fünf Sängerinnen und Sängern zum "weltweit größten Quartett" angewachsenen Four for more, die sich jetzt Four and more nennen, mit der augenzwinkernden Darbietung von Liedgut aus der Renaissance bis zum Barbershop-Song.

Die prächtige Laune der Gäste schlug sich auch auf deren Spendierfreudigkeit nieder. Die Sektkühler, mit denen Musiker ausschwärmten, wurden gut gefüllt. 1053,95 Euro und 10 Franken am Ende des Abends sorgten dafür, dass bei Hilfe zum Helfen wohl wieder ein neuer Rekord eingefahren werden konnte.




14. Januar 2009






14. Januar 2009

Ermäßigung für Familien

LÖRRACH (BZ). Familien, die Leistungen nach dem Arbeitslosengeld II oder Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen, erhalten bei den meisten städtischen Angeboten in der Regel fünfzig Prozent Ermäßigung. Darauf weist die Lörracher Stadtverwaltung hin.
Diese Regelung gilt beispielsweise in den Schwimmbädern, im Museum, an der Volkshochschule, in der Stadtbibliothek oder auch beim Dreiland-Ferienpass, der jedes Jahr für Kinder von vier bis 16 Jahren angeboten wird. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt von beteiligten Städten und Gemeinden im Dreiländereck. Verantwortlich für Organisation und Realisierung der Angebote des Dreiland-Ferienpasses ist die "Basler Freizeitaktion" eine gemeinnützige Einrichtung der Stadt Basel.
Auch Institutionen, die ein Programm in städtischem Auftrag anbieten, wie beispielsweise der Soziale Arbeitskreis (SAK), die Kaltenbach-Stiftung oder das Soziokulturelle Zentrum Nellie Nashorn offerieren regelmäßig familienfreundliche Veranstaltungen zu ebensolchen Preisen.




07. Januar 2009

Ordentlich Pfeffer für den guten Zweck

LÖRRACH . (bku). Die BZ-Weihnachtsaktion geht in den Endspurt. Zum Finale von "Hilfe zum Helfen" spielen die Pepperhouse Stompers am Mittwoch, 14. Januar, im Alten Wasserwerk am Berliner Platz beim Sozialen Arbeitskreis (SAK). Wie schon im vorigen Jahr wird die Dixielandband aus dem Wiesental um den Trompeter Wilfried Wöhrle ihren Zuhörern ordentlich einheizen. Als Vorband tritt diesmal das Vokalquartett Four For More auf. Der Eintritt zum Konzert, das um 20 Uhr beginnt, ist kostenlos. Allerdings sammeln die Musiker am Benefizabend für die BZ-Weihnachtsaktion. Auf dem Programm der Pepperhouse Stompers, die 1987 zum ersten Mal aufgetreten sind, stehen Standards von Dixie, Blues und Swing.
Der erkrankte Gitarrist Werner Kaiser wird von Dieter A. Walz vertreten. Gerd Maier aus Hauingen unterstützt die achtköpfige Truppe am Bass. Im Repertoire sind Stücke von Louis Armstrong und Duke Ellington. Aber auch Titel wie "Du bisch mi kleini Liabi" oder "Chuttle vo Kandern" des alemannischen Liedermachers Frank Dietsche geben die Pepperhouse Stompers zum Besten.

Die Jazzband aus dem Wiesental ist in Lörrach sehr beliebt. Für ausnehmend gute Laune und mitreißende Musik sorgten die Pepperhouse Stompers im vergangenen Jahr etwa beim Wiesefest, beim Weindorf oder beim BZ-Jubiläum.

Die Vorband Four For More wechseln bei ihrer Musik zwischen unterschiedlichen Sprachen und Epochen. Das Repertoire reicht von Renaissance bis Jazz. Marina Greiner singt Sopran, Waltraud Schwald die Alt-Stimme, außerdem ist sie an der Gitarre dabei. Klaus Streicher ist der Bariton der Formation und spielt ebenfalls Gitarre und Kontrabass, die Bass-Stimme übernimmt Bob Cavender. 120 Sitzplätze gibt es im Alten Wasserwerk. Die Gäste werden auch bewirtet. Sitzplatzreservierungen sind nicht möglich. Wer einen guten Platz haben möchte, sollte also früh da sein. Einlass ist von 19 Uhr an.