Für das Leben und die Würde
Zwei Urgesteine der Nächstenliebe
"Motoren und Träger der Jugendarbeit"
"Motoren des SAK" geehrt
Menschen in ihrem Alltag abholen
Astronauten im Dienst der Hilfsaktion
Wahlwerbung - aber wie?
Chance für Schulverweigerer, die Kurve zu bekommen
Kinderherzen schlagen höher
Unter Armut leiden Kinder besonders
Saft aus Streuobst, der Natur und Menschen hilft
Neues Festival für junge Theatermacher
Bühne frei für die "Rampensau"
Fondue und Sambarythmen
Vorlesen macht Leselust
Gute Bilanz und neuer Sponsor
Deutsch lernen ist oberstes Ziel
Die Schüler bleiben gerne länger
Für die Arbeit fit machen
Wir haben es geschafft - zu überleben
Frech und augenzwinkernd Homosexualität behandelt
"Tanzkampf" im Alten Wasserwerk
Europa tanzt im SAK
Wesen aus Lehm
Der König thront auf Alu
Abenteuer in der Lesestadt
SAK gibt Schreinerei auf
Apfelannahme für den SAK - Apfelsaft
Bühne frei für Theatertreff
Zu dick: "Keiner mag mich"
Völkerverständigung mit Bigos
Auf den Wiesen verfault das Obst
Trash Metal- Top- Act in Rheinkultur
Hämmern in Kopf und Magengegend
Südbaden rockt wieder los
Integration im Vordergrund
Brücke zwischen den Festivals
Das Leben — ein Theater?
Breakdance ist Kämpfen mit den Mitteln des Tanzes
Ferien einmal anders
Jeder Tag ist eine Herausforderung
In den Ferien spielend dazulernen
Betreuungsbedarf übersteigt Angebot
Der Spielbus tourt durch die Stadt
In den Ferien Deutsch lernen
Integration für Frauen
Gastspiel im alten Wasserwerk bei der Metal Forces Night am 29. September
Platz gleich in Beschlag genommen
Die Idee von Europa gelebt
Im Stadtteil ist was LOS
Raumerlebnis ganz in Holz
SAK ein wichtiger Partner
Wettkampf und Begegnung
Grüne tragen SAK mit
Rock, Regen, Heiterkeit
Goetheschule baut Brücken
Sanierung für das Haus und das Milieu
Am Fluss hat die Fantasie freien Lauf
Wohnbau fördert soziale Projekte
Heitere Stimmung im Alten Wasserwerk
Initiative wird weiter- beschäftigt
Blicke über den eigenen Bühnenrand
Fete beim Wasserwerk
"Wir unterschätzen uns oft selber"
Ferienprogramm mitgestalten
Spontan im Viervierteltakt
Universum des Wahnsinns
Jugendspiele der Partnerstädte in Lörrach
Hilfe bei der Integration in Deutschland
JuPa feiert mit Weiler Kollegen
Campus ist Thema im Jugendparlament
Europa Stimmen und Gesichter geben
Gesehen: Change Lö-Sens
Live Acts beim vierten "Change Lö Sens"
Jumelage der Jungpolitiker




10. Dezember 2007

Für das Leben und die Würde  
Bundesverdienstkreuz für SAK-Tandem Herbert Sitterle und Jürgen Wiesenhütter / "Einheit von Glauben und Tat"
Von Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Die Ehrung galt einem Tandem. Das gibt es nicht oft. Sie galt auch "einem Lebenswerk in unserer Stadt" (OB Heute-Bluhm). Sie galt der Konstanz und der Einmaligkeit dessen, was Jürgen Wiesenhütter und Herbert Sitterle in mehr als drei Jahrzehnten gemeinsamer Arbeit an der Spitze des Sozialen Arbeitskreise (SAK) Lörrach geleistet haben. Arbeits- und Sozialministerin Monika Stolz überreichte ihnen das vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz.
Die Feierstunde mit mehr als 100 Gästen, darunter MdB Marion Caspers-Merk, MdL Rainer Stickelberger, Altlandrat Alois Rübsamen und Prälat Hans Pfisterer, im Alten Wasserwerk bot die Gelegenheit, ausführlich auf das Werk und die Geehrten einzugehen. Ministerin Stolz nannte die beiden "die Motoren des SAK und Vorreiter in der Kinder und Jugendpolitik in Stadt und Kreis Lörrach" . Dabei hätten sie auf Entwicklungen reagiert, kreativ Projekte angestoßen, Initiativen verwirklicht und so ein stabiles Netzwerk der Kinder- und Jugendarbeit geknüpft. Besonders erwähnte die Ministerin die Beschäftigungsinitiativen, die im Land einmalige Bauhütte, die beim Bau des Jugendzentrum Altes Wasserwerk Menschen die Möglichkeit bot, über die Tätigkeit dort den Weg in den "ersten Arbeitsmarkt" zu gelangen, und natürlich das Projekt Altes Wasserwerk selbst. Dabei hätten die beiden immer wieder die Politik gefordert und so Förderung erhalten. Gerade diesen Aspekt sprachen OB Gudrun Heute-Bluhm und Landrat Walter Schneider ("Sie haben auch in den Kreis gewirkt." )ernst und augenzwinkernd an, denn Stadt und Kreis haben, auch mit dem Land, viele Projekte finanziert und sich dabei nicht immer leicht getan. "Geld ist genug da, man muss nur dran kommen" , zitierte die Oberbürgermeisterin Herbert Sitterle und attestierte beiden Tatkraft und Verhandlungsgeschick. Auch würden sie "Glaube und Tat" überzeugend verbinden.

Sitterle und Wiesenhütter sind Diakone der Badischen Landeskirche. Der Lörracher Dekan Reinhold Sylla nannte sie Vorzeigediakone, deren christlicher Glaube ihre "ganze Existenz geprägt" habe. Allerdings meinte er auch in protestantischer Nüchternheit: "Diese Ordensverleihung ist keine Heiligsprechung." Sie entspreche international einem Ritterschlag. Das Engagement der Geehrten, betonte Sylla, "galt immer Menschen, für die sich sonst nicht viele engagieren".

Dass zwei solche Persönlichkeiten, die das Treiben um sie herum stets kritisch beobachtet und begleitet und daraus in ihrer Arbeit Konsequenzen gezogen haben, eine solche Ehrung des Staates nicht leichthin annehmen, machten ihre Reden deutlich. Er kämpfte schließlich für "die Opfer von falscher Politik" sagte Sitterle. Aber er habe dabei "vor Ort" bei Politikern und Behörden stets Menschen gefunden, "die mit uns gekämpft und gelitten haben" . Für Wiesenhütter bedeutet dies auch Arbeit an der Demokratie. Christliches und staatsbürgerliches Bewusstsein sind die Quellen seines Engagements. Die beiden Freunde haben den Orden angenommen und betont, dass ihre Ehrung vielen gelte, die sie begleitet, ge- und unterstützt haben. Und: Die Arbeit geht weiter. Wie Wiesenhütter sagte, richte sie den Scheinwerfer auf das, "was dem Lebensmut von Kindern im Wege steht, was den Mut junger Menschen beeinträchtigt und was der Würde des erwachsenen Menschen abträglich ist".





10.Dezember 2007

 




 




08.Dezember 2007

 




08. Dezember 2007

"Motoren des SAK" geehrt  
Bundesverdienstkreuz





LÖRRACH (ktz). Jahrzehntelang gaben sie gemeinsam dem Sozialen Arbeitskreis (SAK) Lörrach sein Gesicht: Jürgen Wiesenhütter und Herbert Sitterle. Seit 15 Monaten ist Sitterle im Ruhestand. Gestern Abend wurde das beispielhafte und unermüdliche Engagement der beiden Diakone der Badischen Landeskirche mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. In einer Feierstunde im Alten Wasserwerk, das beide maßgeblich vorangetrieben und verwirklicht haben, überreichte ihnen Landessozialministerin Monika Stolz die vom Bundespräsidenten verliehene Auszeichnung. Sie seien die "Motoren des SAK" , so die Ministerin, und hätten immer wieder Vorreiterrolle übernommen in der Kinder- und Jugendpolitik im Kreis Lörrach.




08. Dezember 2007

Menschen in ihrem Alltag abholen  
Im Kreis organisieren immer mehr Träger Sprachangebote, die sich speziell an Frauen mit Migrationshintergrund richten
Von Regine Ounas-Kräusel

WEIL AM RHEIN. Kaffeeduft zieht durch das Mehrgenerationenhaus in Weil-Friedlingen: An die 20 Frauen aus verschiedenen Ländern treffen sich zum internationalen Frauenfrühstück des Diakonischen Werks. Nach und nach kommen sie an, umarmen sich herzlich. Schnell ist eine Unterhaltung im Gange — in der gemeinsamen Sprache Deutsch. "Ich halte das Café für sehr notwendig" , sagt Albert Versteeg vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Im Landkreis organisieren immer mehr Träger niederschwellige Sprachangebote speziell für Frauen mit Migrationshintergrund. Albert Versteeg will solche Projekte fördern. Die meisten Frauen am Frühstückstisch stammen aus der Türkei und dem Kosovo. Andere kommen aus der Ukraine und aus Kasachstan, Vietnam und Sri Lanka. Nach dem Frühstück lernen sie, angeleitet von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, Deutsch für Alltagssituationen, einen Arztbesuch zum Beispiel. Oder sie besuchen Kindergarten und Schule. Manchmal singen sie auch und erzählen von ihren Heimatländern.
"Für viele Frauen ist das internationale Café die einzige Möglichkeit Deutsch zu sprechen" , sagt Leiterin Ingrid Fischer. Viele Migrantinnen hätten im Alltag fast nur Kontakt zu Landsleuten. Natürlich könne es in einer Familie zu Spannungen kommen, wenn eine Frau Deutsch lerne und dadurch ihren Handlungsspielraum erweitere, meint Fischer. Doch immer mehr Ehemänner würden dies gutheißen: "Wir haben auch Männer, die anrufen und fragen, ob ihre Frau herkommen darf." Die Frauen selbst schätzen es, dass sie beim internationalen Frühstück unter sich sind. Sie habe zu Hause "zwei Männer" und auch am Arbeitsplatz männliche Kollegen erzählt eine Frau aus Kasachstan. Beim Frühstück könne sie über ihre Erfahrungen offen sprechen: "Eine Frau redet mit einer Frau, was sie will."

Langsam setzt sich in Deutschland die Erkenntnis durch, dass Migranten vor allem eins lernen müssen: die Sprache. Seit dem Jahr 2005, seit das neue Zuwanderungsgesetz in Kraft ist, bezuschusst das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge daher Integrationskurse. Die Kurse umfassen 600 Stunden Deutsch und 30 Stunden Landeskunde. Niederschwellige Angebote wie das Frauenführstück sollen auf die Integrationskurse vorbereiten und sie ergänzen. Zum Frühstück kommen die Frauen aus den verschiedensten Gründen: Die einen sind erst seit kurzem in Deutschland und suchen erste Kontakte; andere sind schon seit 20 Jahren da. Manchen machen gerade einen Integrationskurs und suchen Hilfe beim Deutschlernen, andere haben den Kurs abgebrochen, weil ein Kind unterwegs war. Kinder, die älter als ein Jahr sind, werden während des Frühstücks betreut.

Wenn Mütter Deutsch lernen, ist das auch für die Kinder gut

Ähnliche Sprachangebote, die die Migrantinnen in ihrem Alltag abholen, entstehen seit kurzem im ganzen Landkreis. Im Bonifatiuskindergarten in Lörrach üben Mütter zum Beispiel einmal in der Woche Deutsch für den Alltag. Eine Erzieherin kümmert sich um den Nachwuchs. Die Internationale Kommission des Lörracher Gemeinderates bietet einen Frauenkurs an einer Schule an. Andere Organisationen veranstalten Deutschkurse für Migrantinnen direkt im Wohnquartier, zum Beispiel der Soziale Arbeitskreis in einer Hochhaussiedlung in Rheinfelden. Alle diese Kurse bezuschusst das Bundesamt.
Wenn die Mütter Deutsch lernten, sei das auch gut für ihre Kinder, berichtet Elvira Heggenberger, Leiterin des Bonifatius-Kindergartens. Viele Frauen hätten in der fremden Umgebung Angst um ihren Nachwuchs: "Wenn wir die Eltern durch Deutschkurse sicherer machen können, machen wir auch die Kinder sicherer."





07.Dezember 2007

 




05. Dezember 2007

Wahlwerbung - aber wie?  
Jugendparlamentarier stellen sich im nächsten Jahr zur Wahl / Über die Werbung sind sie uneins
Von Kornelia Schiller

LÖRRACH. Uneinigkeit herrscht im Jugendparlament hinsichtlich der anstehenden Wahl im kommenden Sommer. Das Datum der Wahl steht zwar fest, aber über die Art der Wahlwerbung wird noch diskutiert. Zwei Varianten für die Wahl- und Kandidatenwerbung sind möglich.
Vorstandsmitglied Elisabeth Weiß schlug vor, das Jugendzentrum Altes Wasserwerk zu nutzen, um dort Klassen über die Inhalte des Jugendparlaments zu informieren. "Wir haben vom SAK dieses Angebot bekommen und könnten unser Jugendparlament und die damit verbundene Wahl dort vor mehreren Klassen präsentieren", sagte Weiß. Außerdem verfüge das Alte Wasserwerk über Leinwand und Beamer, so dass man die Präsentation professionell gestalten könne.
Die andere Alternative auf Stimmenfang zu gehen, ist ein Kurzreferat der Jupa-Mitglieder in den stimmenberechtigten Klassen der unterschiedlichen Schulen. So hat man bereits 2005 für das Jugendparlament geworben. Stimmenberechtigt sind auch bei der Jugendparlamentswahl 2008 wieder Jugendliche im Alter zwischen 12 und 21 Jahren, die in Lörrach wohnhaft sind.

Die Mehrzahl der Parlamentarier sprach sich dafür aus, auf Wahl- und Kandidatenwerbungstour in die Lörracher Schulen zu gehen. Dies sei laut Danny Pendt logistisch einfacher und man habe unterstützend die Autorität der Lehrer in den Klassen zur Verfügung. So könne man sich sicher sein, dass die Schüler den Ausführungen der Jupa-Mitglieder folgen. Weiß hielt dagegen, dass in den Schulen nicht jeder Lehrer damit einverstanden sei, den Parlamentariern Unterrichtszeit für die Wahlwerbung zur Verfügung zu stellen. Matthias Lindemer fügte an, dass es auch eine Idee wäre, beide Vorschläge umzusetzen. Die Abstimmung darüber haben die Jupa-Mitglieder aus Gründen der Uneinigkeit nochmals verschoben, denn bis zu den Wahlen, die vom 16. bis 18. Juli nächsten Jahres stattfinden sollen, ist noch Zeit. "Vielleicht gibt es ja bis zur nächsten Sitzung noch weitere Vorschläge", sagte Weiß.
Konkreter hingegen sind die Pläne für den nächsten Konzertabend, den das Jugendparlament veranstalten wird. Am 11. Januar werden zum zweiten Mal Nachwuchsbands beim "Freaky Friday Reloaded" im Alten Wasserwerk spielen. Zwei Bands stehen bisher definitiv fest, weitere kommen laut Vorstandsmitglied Danny Pendt noch hinzu. Alexander Castle fügte an, dass Jugendliche ab 16 Jahren Zutritt zum Konzert haben. Am 5. Januar wollen sich die Jugendparlamentarier dann in der Stadt treffen um nochmals kräftig die Werbetrommel für ihren Konzertabend zu rühren.





04. Dezember 2007

Chance für Schulverweigerer, die Kurve zu bekommen  
Landkreis soll sich an Kooperationsklasse "Fit für Arbeit" mit 88 500 Euro beteiligen / Projekt für Haupt- und Förderschüler
Von Daniel Gramespacher

LÖRRACH. Mädchen und Jungen, die häufig in der Schule fehlen, doch noch einen Abschluss zu ermöglichen und sie auf den Beruf vorzubereiten — das ist das Zeil einer Kooperationsklasse, die die Gewerbeschule Lörrach, die Albert-Schweitzer-Schule Lörrach, die Neumattschule Lörrach, die Hellbergschule Brombach, die Pestalozzischule Lörrach, die Leopold-Förderschule Weil am Rhein sowie die Schule für Erziehungshilfe Tüllinger Höhe gemeinsam einrichten wollen.
Der Jugendhilfeausschuss des Kreistages begrüßte in seiner jüngsten Sitzung das Projekt. Er empfahl dem Verwaltungsausschuss, der sich morgen mit dem Thema befasst, dass sich der Kreis mit 88 500 Euro an den Kosten beteiligt, verteilt aus die Haushalte 2008 und 2009.

Die Kooperationsklasse Hauptschule-BVJ soll Jugendlichen aus Haupt- und Förderschulen vor Ende der Schulpflicht eine realistische Chance bieten für einen Einstieg in das Berufsleben, um dann den Lebensunterhalt eigenständig sichern zu können. Der Landkreis verspricht sich davon, langfristig weniger Ausgaben in der Sozial- und Jugendhilfe. Das Projekt mit zwölf Plätzen soll am 1. März 2008 beginnen und Ende Juli 2009 enden. Der Unterricht findet überwiegend bei einem freien Träger, dem Sozialen Arbeitskreis Lörrach im Alten Wasserwerk, statt. "Von der Schule haben die Betroffenen häufig ein sehr negatives Bild" , begründete Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella. Sie sieht in dem Projekt, mit dem die Mädchen und Jungen doch noch den Dreh finden sollen, ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Fachbereiche Jugend/Familie und Schule/Bildung im Landratsamt. Zum pädagogischen Konzept, gehört auch ein gemeinsames Frühstück. So sollen die Jugendlichen lernen, für andere Verantwortung zu übernehmen und positiv auf den Tag eingestimmt werden. Vom Land wird das Projekt mit 55 000 Euro gefördert.

Für Gabriele Weber von der SPD stellt sich die Frage, was nach dem Ende des Projektes kommt. Längst nicht alle, die es bräuchten, hätten das Privileg, in das Programm aufgenommen zu werden, merkte Gunter Halter von den Freien Wählern an. Er forderte daher, früher anzusetzen und eine "ressourcenneutrale Prävention" anzustreben anstatt als Reparaturbetrieb aufzutreten, wenn die Probleme massiv geworden sind. Dabei sieht er auch die Eltern in der Pflicht. Ähnlich argumentierte Dietmar Fulde, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises: "Wir können den Jugendlichen die Anpassung an die Gesellschaft nicht hinterhertragen."





01.Dezember 2007

 




01. Dezember 2007

Unter Armut leiden Kinder besonders 
Zum Auftakt der 35. BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen" eine Gesprächsrunde zur aktuellen soziale Lage im Landkreis
Von Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Der Sozialetat des Landkreises Lörrach erreicht zum ersten Mal die Marke von 100 Millionen Euro. Positive wirtschaftliche Entwicklung und eine sich stabilisierende bis wachsende Armut, sind zwei Seiten derselben Medaille. Arbeitsagentur, GAL, Sozial- und Jugendamt, Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Hilfsorganisationen erleben es täglich: Es sind trotz des Aufschwungs viele, die in unserem Land nicht (mehr) auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Beim Blick auf die soziale Landschaft im Landkreis zeigen sich Aspekte, die nicht so ohne weiteres offenkundig sind, bisweilen sogar widersprüchlich wirken.
Differenzierendes Hinschauen ist gefragt, nicht pauschalierende Polemik. So ist im Kreis Lörrach die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (Einzelpersonen oder Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind) von 5562 in 2007 auf nun 5173 gesunken, aber die Ausgaben des Kreises pro Bedarfsgemeinschaft steigen. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass häufiger Familien mit Kindern betroffen sind. Und das ist ein Feld, das der Expertenrunde im Glashaus sehr am Herzen liegt. "Die Kinder trifft es als die Schwächsten besonders", meint Heidi Kuttler. Bei der Ernährung, in der Schule. Für manche wird der Schüler-Mittagstisch "unerschwinglich", weiß Jürgen Wiesenhütter. Der koste 2,50 bis 3 Euro, aber die Menschen kriegen nur 2,50 Euro. "Das kann nicht funktionieren", so der SAK-Geschäftsführer. Eine alleinerziehende Mutter verzichte schon mal auf ihr Essen — zugunsten des Kindes, steuert Heidi Kuttler eine weitere Facette bei. "Ohne die Tafel geht’s für viele, die von Hartz IV leben müssen, nicht", stellt Diakonie-Geschäftsführer Michael Schmidt-Mittermeier fest. Dabei ist die Tafel kein offizieller Bestandteil des sozialen Netzes — aber die Wirklichkeit sieht anders aus.


BZ-Gesprächsrunde im Glashaus (linkes Bild von links): Heidi Kuttler (Villa Schöpflin), Wolfgang Gorenflo (Diakonisches Werk Schopfheim), BZ-Redaktionsleiter Willi Adam, Franz Volk und Gudrun Schemel (Caritasverband, Kreis Lörrach), Stefan Heinz (Erich-Reisch-Haus); rechtes Bild von links) Kreissozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella, ihr Stellvertreter Hugo Mehlin, Werner Merz (Lörracher Tafel), Christoph Meyer (Lebenshilfe Lörrach), Michael Schmidt-Mittermeier (Diakonisches Werk Lörrach), Jürgen Wiesenhütter (Sozialer Arbeitskreis Lörrach). Ilona Oswald (Fachbereichsleiterin Bürgerdienste, Stadt Lörrach).

Für Grundsicherung im Alter (345 Euro monatlich) sind im Kreis Lörrach die Ausgaben von 5 Millionen Euro in 2005 auf 8 Millionen im Haushaltsplan 2008 gestiegen. Hier tut sich ein neues Problemfeld auf der Sozialkarte des Kreises auf. Es steige die Zahl derer, die jenseits des 65. Lebensjahres nicht von ihrer Rente leben können. Fachleute sprechen von "verschämter Armut", oft ist lange Erwerbslosigkeit mit geringen Rentenversicherungsleistungen der Grund.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sieht Hugo Mehlin (Kreissozialamt) für bestimmte Gruppen nicht eben rosig. Auf dem ersten Arbeitsmarkt würden hochqualifizierte und einsatzfähige Kräfte gefragt, wer dem nicht genüge, finde wenig Möglichkeiten. "Die billige Arbeit ist globalisiert. Die ist weg", so Mehlin. Der sogenannte dritte Arbeitsmarkt werde immer nötiger. Man müsse Chancen schaffen für Menschen mit "multiplen Vermittlungshemmnissen" (Sozialdezernentin Elke Zimmernann-Fiscella), Leute, die aus mehrfachen Gründen nicht oder auch nicht viel arbeiten können. Dem Leben Sinn geben, dem Tag Struktur, dem Mensch seine Würde und dabei die eigenen Kräfte der Menschen stärken, beschreiben Mehlin und Caritas-Geschäftsführerin Gudrun Schemel als wichtige Aufgabe. Die gute Konjunktur kommt beileibe nicht bei allen an, wie die Kanzlerin dieser Tage noch nahe legte. In der Schuldnerberatung erleben es die Berater jeden Tag. Die vom allgemeinen Leben Ausgeschlossenen merken es, Kinder, für die das Geld nicht da ist, um an Schulveranstaltungen teilzunehmen, "dauerhaft Erwerbsgeminderte". Es wächst aber auch die Zahl der "working poor", also jener Menschen, die trotz Arbeit nicht von ihrer Hände Arbeit leben können.
Franz Volk (Caritas) sieht die Entwicklung generell vor dem Hintergrund eines "Paradigmenwechsels" in der Sozialpolitik: Vor zehn Jahren durfte die Sozialhilfe das Existenzminimum nicht unterschreiten, mittlerweile ist diese Barriere gefallen. "Hartz IV ist nicht mehr bedarfsgerecht", befindet Volk.

Mietkosten ein Problem ür Sozialamt und Betroffene

Zur Vielschichtigkeit der Situation im Kreis gehört auch diese Zahl: 22,5 Millionen Euro werden an Mietzuschüssen und Unterbringungsgeld gezahlt. Es gebe kaum Wohnraum, der "aus Transferleistungen", sprich aus den staatlichen Zuschüssen, bezahlt werden kann, sagt Ilona Oswald (Stadt Lörrach). Sozialer Wohnungsbau findet praktisch nicht mehr statt. Die Sanierung von Einfachwohungen, die begrüßt wird, hat später Mietsteigerungen zur Folge. Auch für das Wohnen seien die Regelsätze nicht bedarfsgerecht.
Das soziale Landschaftsbild hat unter der Oberfläche zum Teil dramatische Zonen. Die Einrichtungen und Verbände tun viel, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, Menschen auf in die Lage zu bringen, ihren Alltag selbst zu bewältigen. Darüber hinaus bleiben noch viele Wünsche an die BZ-Weihnachtsaktion, Einzelfallhilfe wie Projektunterstützung. Auch darauf können die Einrichtungen und Verbände nicht mehr verzichten — und setzen auch in diesem Jahr wieder auf das Engagement unserer Leserinnen und Leser.




30. November 2007

Saft aus Streuobst, der Natur und Menschen hilft 
Der Soziale Arbeitskreis produziert Apfelsaft aus heimischem Streuobst / Die BZ-Weihnachtsaktion unterstützt das Projekt

LÖRRACH (skn). Soziale Einrichtungen sind einige der Begünstigten der BZ-Weihnachtsaktion. Aber nicht nur mit Spenden will die BZ helfen. Sie versucht auch, mit Aufträgen die Arbeit in den Einrichtungen zu sichern. Für die Tombola auf dem Weihnachtsmarkt kauft sie darum auch beim SAK ein: Naturtrüben Apfelsaft aus heimischem Streuobst. Mit seiner Streuobstaktion engagiert sich der Soziale Arbeitskreis sowohl ökologisch als auch sozialpädagogisch: Zum einen hilft die Aktion, die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen in Lörrach und Umgebung zu erhalten. Zum anderen bietet der SAK arbeitslosen Jugendlichen und langzeitarbeitslosen Erwachsenen eine sinnvolle Beschäftigung und Qualifikation.
Der SAK will mit seinem Gartenbau- Betrieb Arbeitslosen helfen, neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Er vermittelt nicht allein gärtnerische und ökologische Kenntnissen, sondern berät die Mitarbeiter auch bei lebens praktischen und psychosozialen Problemen.
Auch in diesem Jahr hat wieder eine Gruppe schwer vermittelbarer arbeitsloser Menschen Streuobst in Haltingen und Lörrach angenommen. Auf Wunsch holen die Mitarbeiter die ungespritzten Äpfel auch bei den Besitzern von Streuobstwiesen ab.
Das SAK gibt das Obst an die Firma Jacoby in Auggen weiter. Dort wird der Saft hergestellt, in örtlichen Getränkemärkten und Lebensmittelläden werden die Flaschen verkauft. Auch den Schülern macht das SAK mit seiner Streuobstaktion immer wieder Freude. Auf Wunsch kommen Mitarbeiter mit einer Saftpresse in die Klassen. Die Kinder probieren selbst aus, wie aus Äpfeln Saft wird.
Spendenkonten für die BZ- Weihnachtsaktion: Sparkasse Lörrach- Rheinfelden 1008820 (BLZ 683 500 48), Volksbank Dreiländereck 3131 (BLZ 683 900 00).




30. November 2007

Neues Festival für junge Theatermacher  
"Rampensau" kommt im März

LÖRRACH (mir). Jungen Schauspielern die Möglichkeit geben, ihre Stücke einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, möchte eine Kooperationsveranstaltung des Jugendbüros des SAK, des Jugendreferats der Stadt und des Vereins Nichtsdestotrotz. Vom 12. bis zum 14. März findet deshalb zum ersten Mal das Jugendtheaterfestival "Rampensau" statt. Acht Theatergruppen mit jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren können dann ihr Bühnentalent im Alten Wasserwerk und im Nellie Nashorn zeigen.
Aufgefordert sind alle Schüler- und Jugendtheatergruppen im Landkreis. Auch zu Ensembles im Elsass und der Schweiz sowie in Lörrachs Partnerstädten wurde bereits Kontakt aufgenommen, berichtete Ingrid Weinmann vom Nellie Nashorn in einem Pressegespräch. Besonders angesprochen sind Theatergruppen aus Behinderteneinrichtungen. Vier Gruppen haben sich bereits angemeldet, die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 8. Dezember. Die Teilnehmer bekommen bei Bedarf eine Unterkunft und Verpflegung sowie einen kleinen Reisekostenzuschuss. Dafür ist eine Etat in Höhe von 15 000 Euro vorhanden.

"Das Festival soll bei Jugendlichen und Schülern, aber auch bei Pädagogen Impulse setzen" , sagte Weinmann. Angedacht sei, dass beispielsweise Aufführungen aus den Partnerstädten in den Fremdsprachenunterricht an Schulen aufgenommen werden. Im Rahmen des Festivals soll es auch Diskussionsrunden geben, in denen sich die Teilnehmer austauschen.
Wer mitmachen will, kann sich bewerben unter: Nellie Nashorn, Tumringerstraße 248, 79539 Lörrach





28. November 2007

 




28. November 2007

 




27. November 2007

Vorlesen macht Leselust  
Positive "Leselust" -Bilanz / Angebote werden überdacht / Loeba als neuer Förderer
Von Barbara Ruda

LÖRRACH. Die "Leselust" lebt und war im Zusammenhang mit der Kinderbuchmesse auch in diesem Jahr ein großer Erfolg für die Lesestadt Lörrach. So positiv Florian Nantscheffs Fazit des dezentralen Vorprogramms insgesamt auch ausfiel, konnte es nicht über ein paar Wermutstropfen hinwegtäuschen. Im 13. Jahr in Folge war das eng geknüpfte Netzwerk für Leseförderung wieder ganz engagiert dabei und hatte der steigenden Leseunlust an vielen Orten und mit vielen Initiativen etwas entgegengesetzt. "Mit den Lesungen an Schulen und Kindergärten haben wir 560 Kinder dort erreicht, wo sie jeden Tag sind — ob sie nun begeisterte Leser sind oder vielleicht mit Buch und Lesen nicht viel zu tun haben", erläuterte der Bibliotheksleiter Nantscheff im Pressegespräch.
Man habe den Teilnehmern möglichst eine Mischung von Aufnehmen beim Vorlesen und anschließendem kreativen Gestalten geboten. Mit Erfolg, denn die Reaktion der Kinder sei immer die gewesen, dass sie mit großen
Augen dasaßen: "Das schafft bleibende Erinnerungen".
Allderdings war die Resonanz nicht auf alle Angebote so gut wie auf die Lesungen. So fielen etwa die Stadtführungen mit Reportagen in der Stadt und auf dem Salzert mangels Anmeldungen aus, im Gegensatz zu der Stadtrallye der Brombacher Bibliothek und der Jagd des SAK nach Mr. X, an denen je 20 Kinder teilnahmen.
Die Ursachen dafür will das Netzwerk Leselust erforschen, damit man mit den Angeboten im nächsten Jahr auf eine vielleicht geänderte Situation besser eingehen kann. Erste Überlegungen gehen in die Richtung, dass es scheinbar eine gewisse Ermüdung gebe und auch zu viele Angebote das ganze Jahr über. Vielleicht sei auch das Thema nicht so attraktiv gewesen. Ganz sicher suchten Eltern wegen des Nachmittagsunterrichts stärker aus, wo sie ihre Kinder mitmachen lassen. Birgit Vaiths Meinung, dass die Kinderbuchmesse so im Mittelpunkt des Interesses stünde, dass die Leselust ein bisschen abgekoppelt sei, wollte sich Florian Nantscheff nicht anschließen. "Das ergänzt sich schon", sagte er. Die Kinderbuchmesse stehe in der Öffentlichkeitswirkung im Vordergrund. "Wir machen eher die Arbeit im Verborgenen." Der Besuch von Theateraufführungen oder Lesungen der Leselust bringe die Kinder auf jeden Fall später zur Messe in den Burghof.
Als neuen Sponsor der Leselust stellte Nantscheff gestern die Loeba Treuhand vor. Hans-Joachim Harrer und Benedikt Walter überbrachten einen Scheck über 2000 Euro. Dabei handelte es sich um den Obolus, den die Gäste des Kunstevents am Samstag zu entrichten hatten. "Wir sind froh, diese Organisation gefunden zu haben, denn für uns ist es ganz wesentlich, dass wir Kinder erreichen und dass sie hier aus der Gegend sind", sagte Harrer. Aus Begeisterung über die Leselust versprach er, ab jetzt jedes Jahr zu erscheinen und die Unterstützung dauerhaft zu machen.




27. November 2007


 




23. November 2007

Deutsch lernen ist oberstes Ziel  
SAK betreut Projekt zur besseren Integration russischsprachiger Frauen / Berufsausbildung wird meist nicht anerkannt
Von Ralf Staub

RHEINFELDEN. Seit 2006 läuft in Rheinfelden das Projekt "Familienorientiertes Coaching für Migrantinnen" , das zum Ziel hat, insbesondere Frauen aus dem russischsprachigen Raum Hilfestellung bei der beruflichen und gesellschaftlichen Integration zu geben. 27 Frauen haben bisher an den verschiedenen Angeboten teilgenommen.
Gefördert wird das Projekt durch das Bundesamt für Migration, Antragstellerin ist die Stadt und betreut wird das ganze vom Sozialen Arbeitskreis, SAK. Projektleiterin Susanne Pretzsch gab in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses einen Zwischenbericht, nachdem der Förderantrag für 2008 eingereicht worden ist. Ein ganz wichtiges Ziel ist die Verbesserung der deutschen Sprache. Dazu wurden wöchentlich zwei Sprachkurse mit unterschiedlichem Niveau angeboten. Die berufsbezogenen Angebote schlossen neben Deutschunterricht auch Bewerbungstraining, PC-Kurse und interne Arbeitserprobungen ein. Dazu kamen zahlreiche Einzelveranstaltungen, Hausauf- gabenhilfe und ein Mutter-Kind-Angebot. Seit September bieten im Rahmen des Projekts zwei Teilnehmerinnen ehrenamtlich Russischunterricht an, was zunächst auf Erstaunen im Ausschuss stieß. Wie Susanne Pretzsch erklärte, sei die Pflege der Muttersprache sehr wichtig, da auch in den Familien Russisch gesprochen werde. Es habe sich als besser erwiesen, dass Leute, die ihre Muttersprache beherrschen auch einfacher eine Fremdsprache, in diesem Fall Deutsch lernen, so Pretzsch sinngemäß.

Für die verschiedenen Angebote stehen 15 Plätze zur Verfügung, da die Teilnehmerinnen wechselten, konnten insgesamt 27 Frauen (22 aus Rheinfelden, 5 aus Lörrach) erreicht werden.

Bei Einzelveranstaltungen, etwa Elternabenden an der Goetheschule sind bis zu 40 Eltern aus Russland, der Türkei, dem Iran und Albanien gekommen, bei einem Treffen im Fécampring waren es 16 Mütter der russischen Kindergruppe — für Susanne Pretzsch potenzielle Teilnehmerinnen an künftigen Kursen. Der Schwerpunkt im kommenden Jahr ist die Gewinnung ehrenamtlicher Kräfte "für den Ausbau bildungsorientierter Angebote an der Goetheschule sowie eine intensive Öffentichkeitsarbeit" . Die Sozialpädagogin machte deutlich, dass fast alle Teilnehmerinnen einen Berufsabschluss in ihrem Herkunftsland erworben haben, acht haben studiert. In den wenigsten Fällen sind diese Berufe jedoch in Deutschland anerkannt, so dass sich die Frauen neu orientieren oder umschulen — oder sich mit einer geringer qualifizierten Stelle zufriedengeben müssen.
Problematisch ist auch der Kontakt mit der deutschen Bevölkerung, weil, so Pretzsch, "auf beiden Seiten hohe Hemmschwellen" bestehen. Die Kontaktaufnahme funktioniere am besten über das Stadtteilfest oder andere Veranstaltungen. Eine Entscheidung gab es für den Sozialausschuss nicht zu treffen, OB Niethammer meinte jedoch: "Das ist ein Bereich, in dem wir noch viel tun müssen".





17. November 2007

Die Schüler bleiben gerne länger  
Neumattschule macht gute Erfahrungen mit dem Ganztagsbetrieb / Beim Fitnesstraining für die Schule lernen
Von Willi Adam

LÖRRACH. Seit den Sommerferien ist die Neumattschule selbst am Lernen. Als erste echte Lörracher Ganztagsschule bietet die Neumattschule zunächst für die fünften Klassen Mittagessen und nachmittags Unterricht oder sozialpädagogische Angebote. Die erste Bilanz fällt positiv aus. Rektor Rolf Fenselau spricht von "einem Schritt in die richtige Richtung" . Die Lehrer beobachten, dass die Kinder gerne kommen und Schule verstärkt als ihre Angelegenheit betrachten. Die Schule, sagte Fenselau, sei für viele Fünftklässler "ein Stück Heimat" geworden.
12.30 Uhr, Essenszeit in der Neumattschule. Räume des ehemaligen Horts wurden provisorisch zur Mensa umfunktioniert, bis Anfang des kommenden Jahres der Neubau fertig sein wird. An der Essensausgabe steht Küchenmeister Michael Schwarzwälder mit Zwirbelbart und Kochmütze.
Der Chef der Klinik-Küche, die als Dienstleister für die Ganztagsschule kocht, kommt jeden Tag persönlich zur Essensausgabe. Wenn die Kinder an der Theke ihren Chip auf das Lesegerät legen und damit ihren Essensbeitrag (maximal drei Euro) abbuchen, dann werden sie behandelt wie Gäste. Das ist im Konzept der Ganztagsschule so gewollt.
Beim Thema Essen bündeln sich viele Fäden der Ganztagsschule. "Der Mittagstisch ist deshalb für uns eine wichtige pädagogische Situation" , sagt Konrektor Gerhard Vetter. Oft kennen Kinder von zu Hause weder geregelte noch gemeinsame Mahlzeiten. Sie lernen im wahrsten Sinn für das Leben, wenn sie in der Schulmensa den Wert eines gesunden Essens erfahren. Dieser Aspekt wird wieder aufgegriffen, wenn es bei den sozialpädagogischen Nachmittagsangeboten zum Beispiel um Fitness oder um das Zubereiten einfacher und gesunder Gerichte im Unterrichtsfach Hauswerken geht.
Die Mittagspause ist auch die Zeit, in der die Ganztagsschule viel von ihrem Anspruch verwirklicht, den Kindern soziale Kompetenzen zu vermitteln. Die Schüler lernen, Regeln einzuhalten und Aufgaben zu übernehmen. Tatsächlich beobachten die Lehrer der Neumattschule, wie Schüler freiwillig zu den Tischdiensten kommen, und Konrektor Vetter überlegt, ob sich aus dieser Bereitschaft nicht eine Schülerfirma für Küchendienste entwickeln ließe. Als Gradmesser für das Verantwortungsgefühl nehmen die Lehrer auch die Menge des Essensabfalls. "Die Disziplin ist einzigartig", findet Gerhard Vetter.
Die Ganztagsschule wächst langsam. Sie gilt derzeit nur für die Fünftklässler, somit wird die Neumattschule also erst dann vollständig umgestellt sein, wenn die älteren Schüler die Schule verlassen haben werden. Das Ganztagsangebot können Schüler aus der ganzen Stadt in Anspruch nehmen. Deshalb setzen sich die vier fünften Klassen aus Kindern von acht Grundschulen zusammen. Außer freitags sind sie durchgehend von 8 bis 16.10 Uhr in der Schule.
Beim Nachmittagsunterricht lösen sich die vertrauten Klassenverbände auf. Teilweise stehen nach der Mittagspause noch klassische Schulfächer auf dem Programm, aber im Mittelpunkt stehen zusätzliche Angebote wie Förderkurse, Erlebnispädagogik, ein Theaterprojekt, Kochen, Fitness oder die Arbeit an einer Schülerzeitung. Weil jedes Kind in den Genuss von Förderunterricht kommen und weil auch die anderen Angebote gerecht verteilt sein sollen, wird jedes halbe Jahr gewechselt.
Was über das rein schulische Angebot hinausgeht, hat die Stadt vertraglich an den SAK vergeben. Wie das Beispiel Fitness zeigt, geht es dabei keineswegs nur um sozialpädagogisch fundierte Freizeitbetreuung. Wenn die Schüler Breakdance lernen oder beim Muskeltraining weiter kommen wollen, müssen sie üben. Aus solchen Erfahrungen entstehe ein "enormer Lerneffekt" , glaubt Klassenlehrerin Horstmann. Und irgendwann, so hofft Gerhard Vetter, "überträgt es sich auch auf das Schulische, wenn sich die Kinder da durchgebissen haben."

Fenselau: "Die Ausstattung

muss stimmen"


Aus diesem Grund plant die Neumattschule, die Klassenlehrer verstärkt in die Nachmittagsangebote einzubinden. "Wenn ich die Kinder in anderen Zusammenhängen wahrnehme, habe ich die Chance, das auch im Unterricht anders anzudocken" , sagt Maike Horstmann. Doch dafür reichen derzeit die Kapazitäten nicht. Fünf zusätzliche Lehrerstunden pro Ganztagsklasse bekommt die Neumattschule. Auf Dauer, da ist sich Rektor Fenselau sicher, braucht die Hauptschule mehr Unterstützung. "So muss Schule sein" , sagt Fenselau über die Ganztagsschule, "aber die Ausstattung muss stimmen."




15. November 2007

Für die Arbeit fit machen  
INTEGRATIONSPROJEKTE IM LANDKREIS (2): Interegia
Von Ulla Kaufmann

LÖRRACH. Das Thema Integration steht auf der Agenda des Kreises ganz oben. Das zeigt zum Beispiel die Stelle eines Integrationsbeauftragten, die Anfang des Jahres im Landratsamt eingerichtet wurde. Die institutionalisierte Integrationsarbeit ist aber nur ein Baustein erfolgreicher Eingliederungen. Ein zweites zentrales Element ist der ehrenamtliche Einsatz, die Basisarbeit. Diese leisten verschiedene Gruppen im Kreis, die sich dieser Tage in einer Ausstellung im Landratsamt präsentierten. Die BZ stellt sie nun in einer Serie vor. Heute das Migrationsprojekt Interegia:
Znsgesamt 60 Migrantinnen und Migranten aus dem Landkreis Lörrach haben seit Januar 2007 die Chance mit Hilfe des Projektes Interegia in die Arbeitswelt integriert zu werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beziehen Hartz IV-Leistungen, gelten somit als langzeitarbeitslos.
Ziel des Integrationskonzeptes ist neben der praktischen Arbeitsqualifizierung an drei Tagen pro Woche, die theoretische Qualifizierung an zwei Tagen. Diese Kombination soll die Chancen der Teilnehmer auf Arbeitsmarktintegration verbessern, so die Hoffnung der Initiatoren.
Der Soziale Arbeitskreis (SAK) und Produktion, Vertrieb und Dienstleistungen (PVD) sind als Beschäftigungsträger für die Vermittlung von Fähigkeiten in verschiedenen Berufsfeldern zuständig. Im Jahresdurchschnitt können sie jeweils 30 Arbeitssuchende mit Migrationshintergrund aufnehmen, um sie, zum Beispiel als Maler oder Maurer, einzusetzen und den beruflichen Einstieg zu ermöglichen.
Der Bildungsträger Vermittlung Jugend Berufshilfe (VJB) übernimmt die theoretische Qualifizierung an zwei Tagen der Woche. Das Hauptanliegen ist die Vermittlung von Sprachkenntnissen. Drei Qualitätsstufen von Sprachkursen werden angeboten, um optimal auf die vorhandenen sprachlichen Fähigkeiten aufbauen zu können. Ergänzend gibt es Kurse, in denen unter anderem Bewerbungsstrategien vermittelt werden sollen.
"Teilnahme heißt auch eine Chance zu bekommen" , so die Sprachlehrerin Petra Fischer-Wasels und Hans-J. Klamp, Geschäftsführer des VJB.
Neben dem Einsatz von speziell geschulten Personen und Sprachlehrern sind ehrenamtliche Mentoren wichtiger Bestandteil des Konzepts. Die Mentoren sollen die Programmteilnehmer auch nach dem Jahr, in dem sie durch das Projekt Interegia beschäftigt werden, weiterbegleiten. Sie helfen bei Kontaktaufnahmen mit Firmen und Betrieben und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.




15. November 2007


 




14. November 2007

Frech und augenzwinkernd Homosexualität behandelt  
Rainbowstars veranstalteten schwul-lesbische Filmtage
Von Kornelia Schiller

LÖRRACH. Zum ersten Mal flimmerten am Wochenende Kurzfilme und Filme über die Leinwand im Alten Wasserwerk, die sich ausschließlich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzten. Organisiert hatte die Filmabenden der schwul-lesbische Verein Rainbowstars. "Das ist sind die ersten schwul-lesbischen Filmtage", erklärt Sonja Summ vom Vorstand der Rainbowstars. Bisher hatte der Verein zu Parties oder zu Informationsveranstaltungen eingeladen. "Wir wollten einfach mal was anderes machen und kamen auf die Idee, Filme zu zeigen", erzählt Summ.

Bei einem Medienverlag haben Summ und ihre Vereinskollegen Johnny Schuler und Britta Markutzyk die Filme ausgeliehen. Die Besonderheit an diesen Kurzfilmen: Sie widmen sich dem Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe. "Wir haben eine Sammlung mit Filmen für Frauen und eine Sammlung mit Filmen für Männer" , so Summ. Witzig und frech präsentierten sich die Kurzfilme, bei denen die Frauen im Vordergrund standen. Von sehr unterschiedlichen Standpunkten aus wurde das Thema der lesbischen Liebe in den Filmen interpretiert. So beschäftigte sich der norwegische Kurzfilm "Weihnachten zu Hause" mit dem Coming-out einer jungen Studentin. In der amerikanischen Filmepisode "Ten rules" ging es um die zehn Regeln der lesbischen Liebe, die den Zuschauer in komödiantischer Manier erzählt wurden.
Das gleichgeschlechtliche Liebe in der Gesellschaft immer noch ein Tabu sein kann, zeigte der Kurzfilm "Starcrossed" der schwulen Kurzfilmsammlung "Verliebte Jungs" . Im Mittelpunkt des zehnminütigen Films stehen zwei Freunde, die ihre Liebe zueinander entdecken, jedoch mit dieser Zuneigung auf die Abneigung der Eltern stoßen. Der Film endet tragisch: Beide begehen Selbstmord. Witz, Ironie und Satire waren die Stilmittel der anderen Filme, in denen den Thema Homosexualität mit Humor begegnet wird. Am Samstagabend wurde der Film "Relax, it’s just sex" gezeigt, der sich sowohl mit homo- als auch mit heterosexueller Liebe auseinandersetzte. Auch wenn sich dieses Filmangebot vor allem an Homosexuelle richtete, waren auch Heteros im Wasserwerk willkommen. "Uns ist das Miteinander sehr wichtig" , sagt Johnny Schuler, schließlich würden die Rainbowstars für Akzeptanz werben.




30. Oktober 2007

"Tanzkampf" im Alten Wasserwerk  
Mit Konzerten internationaler Bands und einem Breakdance-Wettbewerb endete die Veranstaltungsreihe "Blicke nach Polen"
Von Kornelia Schiller

LÖRRACH. Unter dem Titel "Change Lö Sens" haben das SAK und die Veranstaltungsreihe "Blicke nach Polen" junge Leute aus ganz Europa im Alten Wasserwerk zusammengebracht. Mit einem Konzert internationaler Bands und einer Breakdance-Battle endete die Polen-Reihe am Samstagabend. Einen Monat lang hatte der Verein "Lörrach International" in diversen Veranstaltungen über das Nachbarland informiert.
"Die Jugend ist unsere Zukunft und deswegen ist dieser Konzertabend der passende Abschluss für die Veranstaltungsreihe" , erklärte Anne-Christine Heyn, die im Verein die Arbeitsgruppe Osteuropa leitet. Sie sei überaus zufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltung. "Ich hätte nie gedacht, dass unser Programm so gut in Lörrach ankommt."

Ein Treffpunkt für viele unterschiedliche Gruppen

Zwar sei die Musik ein wenig zu laut für ihre Ohren, das mache aber nichts. Schließlich erhalte man im Verein so viel Zuspruch von der Jugend, dass man die Zusammenarbeit auf dieser Ebene weiterhin fördern möchte. Da hatte es sich bei der Planung der Veranstaltungsreihe angeboten, den Sozialen Arbeitskreis (SAK) als Partner in das Programm mit einzubinden. Eric Bintz, Verantwortlicher für die Jugendarbeit beim SAK, engagierte sich und so kam die fünfte Auflage von "Change Lö Sens" zustande.
"Ursprünglich war "Change Lö Sens" eine Konzertreihe, um Bandbegegnungen aus den Partnerstädten zu ermöglichen" , erklärt Bintz. Am Samstagabend fand diese Bandbegegnung zum zweiten Mal statt — gekoppelt mit einer Breakdance-Battle.
"Ich persönlich finde diese Mischung sehr viel besser, denn so kommen bei uns die unterschiedlichsten Kulturen und Subkulturen in Kontakt" , meinte Bintz. Das SAK schaffe damit eine Plattform für die Begegnung unterschiedlicher Gruppen wie Rocker, HipHopper, Breakdancer, Alternative und Punks.
Dass diese Idee ankommt, bestätigte sich an Samstagabend. Auch wenn sich ein Teil der Veranstaltung einmal mehr im Hof des Alten Wasserwerks abspielte. Die Jugend zog es in den Konzertpausen immer wieder nach draußen, schließlich gilt auch im SAK das Rauchverbot. Für die Bands war das nicht unbedingt von Vorteil.
Die Mitglieder der polnischen Band "The Spotted Hoodoo" waren ein wenig enttäuscht von der mangelnden Begeisterung zu Beginn des Konzertabends. Aus diesem Grund durften sie später am Abend nochmals auf die Bühne. Und schafften es dann doch, die Gäste zum Tanzen im Alten Wasserwerk zu animieren anstatt zum Rauchen vor der Tür. Volle Aufmerksamkeit schenkte das Publikum auch den Breakdancern aus Frankreich und Deutschland.

Rockige Rhythmen und wilde Tänze

Vor allem die Battle zwischen dem 24-jährigen Mentor Shalijani und der 13-jährigen Ines begeisterte das Publikum. Auch wenn Mentor als Sieger aus diesem "Tanzkampf" hervorging, "die Siegerin der Herzen bist Du, Ines" , kommentierte Anton aus der dreiköpfigen Jury. Das Finale der Breakdance-Battle bestritten Mentor und ein Breaker aus Sens, und auch diese Battle ging an Mentor.
Weil die Zuschauer von den Tanzbewegungen der Breakdancer nicht genug bekommen konnte, gab es noch eine Gruppen-Show-Battle zwischen den Tänzern der Lörracher "Body-Language" und der Senser Gruppe "Krash Breaker" . Anschließend an den tänzerischen Wettkampf spielten die Bands "Sunshine Mafia" aus Lörrach, "Sut Cliff" aus Sens und "The Perfect Guardaroba" aus Senigallia und verlangten mit ihren rockigen Rhythmen dem Publikum wilde Tanzbewegungen ab.




29. Oktober 2007

 



27. Oktober 2007

Wesen aus Lehm  
Freiburger Theater Zerberus war im Alten Wasserwerk zu Gast

LÖRRACH (sik). Ein Schauspieler, ein Percussionist — mit wenigen Mitteln brachte das Theater Zerberus aus Freiburg am Donnerstagabend düstere Momente auf die Bühne des Alten Wasserwerks: Die Geschichte vom Golem, jenem Wesen, aus Lehm geformt, das den Befehlen der Menschen gehorcht, sich ihnen schließlich entzieht und Schrecken unter denen verbreitet, die es einst beschützte.
In Sorge um seine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder immer wieder unter Verleumdungen und Abgriffen leiden, erschafft der Prager Rabbi Löw das Geschöpf aus Lehm. Seinem Willen gehorchend bringt der Golem der Gemeinde zunächst Sicherheit und Frieden. Als aber am Jom-Kippur-Tag im Viertel ein Feuer gelegt wird, geht der Golem mit solcher Gewalt gegen die Brandstifter vor, dass seinem Besitzer Angst wird.
Der Schauspieler Raimund Schall berichtet dieses Geschehen aus der Perspektive des Rabbi. Die Ereignisse werden allein durch seine lebendige Erzählung auf die Bühne gebracht. Ab und zu schlüpft er in die Rolle des stummen Golem. Brillant gelingt es ihm hier, die Beziehung zwischen dem Geistlichen und seinem Geschöpf darzustellen: die Zärtlichkeit, die das Wesen seinem Herrn entgegenbringt, das Erstaunen, mit dem der Schöpfer sein Geschöpf betrachtet.
n anderen Szenen würde dagegen weniger Gestik genügen. Die Gebärden sind groß, durch die Wiederholungen aber irgendwann inhaltsleer. Mit seiner Mimik kann Schall weit mehr erreichen. Zudem die Musik an Stimmung schon vieles zum Ausdruck bringt: Hartmut Nold entlockt seinem Vibraphon mal sanfte, mal schrille Töne. Mit Gong und Plattenglocken wird die Geschichte vom rasenden Golem und dem verzweifelnden Rabbiner noch einmal erzählt. Eindrücklich wurde das Geschehen durch die intime Atmosphäre im Alten Wasserwerk: Die wenigen Zuschauer erlebten die Künstler ganz nah: Die Nähe zum Geschehen ermöglichte auch eine Nähe zur Geschichte.




23. Oktober 2007

Der König thront auf Alu  
Im Burghof bastelten die Kinder mit Abfällen — und heraus kam phantasievolles Spielzeug
Von Barbara Ruda

LÖRRACH. Der Aktionstag in der Ausstellung "Einfälle für Abfälle — Not macht erfinderisch" lockte am Sonntag viele Kinder und Erwachsene ins Museum am Burghof. Als besonders positiv haben Markus Moehring und seine Mitarbeiter vermerkt, dass für einige von ihnen der Besuch eine Premiere war. "Seid ihr denn schon mal hier gewesen?" , fragt Marion Grainca eine gerade hereingeschneite Familie. Nachdem sich alle aus den warmen Winterklamotten herausgeschält haben, antwortet eins der Kinder: "Nee" . Aus Weitenau haben sie den Weg hierher gefunden. Marion Grainca erklärt ihnen, was sie in der Sonderausstellung im ersten Stockwerk heute so alles anstellen können.
Eine Aktivität ist schon im Foyer nicht zu überhören: Badou Sène aus dem Senegal trommelt da oben mit Groß und Klein.
Dicht umringt sind die Tische, an denen gebastelt wird. Beim SAK wird aus Tetrapack-Müll im Handumdrehen ein individueller Geldbeutel. Vor den Vitrinen mit Spielzeug aus der dritten Welt, das den großen Erfindungsreichtum der Kinder dort belegt, werkeln Jungen und Mädchen aus der Region. Eigentlich, so ist gleich daneben auf einer Tafel zu lesen, sei dieser Erfindungsreichtum den Kindern in unserer perfekt organisierten Industrie- und Konsumgesellschaft längst abhanden gekommen. Die Autos, Tiere und Puppen, welche die Kinder hier basteln, strafen diese Feststellung aber Lügen. Die Materialien sind andere — Korken und Katzenfutterverpackungen statt verrostetem Schrott und Getränkedosen. Was dabei herauskommt ist jedenfalls genauso phantasievoll wie die Exponate. Hier wie dort ist schon der Bau an sich ein faszinierendes Kinderspiel. Und so wird aus vier mit gelber Wolle umwickelten Hölzchen die Krone eines Königs aus Korken. Sein Fahrzeug, eine mit Stoff beklebte Aluminiumschachtel.
Ein paar Meter daneben führt Jürg Lareida von der Velo-Werkstatt Basel vor, wie er Gürtel, Schlüsselanhänger und Schmuck aus Fahrradschrott fertigt. Wie Vijendra aus dem indischen Jaipur ausgerechnet aus Elefantendung traumhaft schönes handgeschöpftes Papier mit Rosenblüten darauf herstellt? Beim Stand des Lörracher Milch-Hüsli wird es anschaulich erklärt.
Auch das Projekt "Zur Kalebasse" aus Basel klärt auf, was in der dritten Welt aus Abfall alles gemacht wird und wie Familien davon leben können. Etwas abseits vom Trubel zeigt unten im Foyer Ute Neufeld von der Abfallwirtschaft im Landkreis, wie man aus organischen Materialien wie verwelkten Blumen oder Küchenabfällen selbst Kompost herstellen kann. Für die Kinder hat sie eine Becherlupe mitgebracht, durch die sie Kompostwürmer angucken können. Solche Gläser sind Bestandteil einer Kompostkiste, die bei Interesse an Kindergärten und Schulen ausgeliehen wird.




18. Oktober 2007

Abenteuer in der Lesestadt  
Kinderbuchmesse vom 23. bis 25. November / Stadt und Sponsoren bieten Planungssicherheit
Von Barbara Ruda

LÖRRACH. Zum 16. Mal findet in diesem Jahr die Kinderbuchmesse statt, die von einer ehrenamtlichen Initiative quasi aus dem Nichts ins Leben gerufen wurde und sich mit den Jahren professionalisiert und zur größten Kinderkulturfestival der Region entwickelt hat. "Sensationell" , nennt das Birgit Degenhardt. Sie und ihr Team haben "Stadtgeschichten in der Geschichtenstadt" als Thema für die Veranstaltung vom 23. bis 25. November gewählt. Städte sind in Bilderbüchern sehr beliebt.
Die preisgekrönten Bilderbücher von Jörg Müller aus den 70er-Jahren zum Thema seien ein gutes Beispiel dafür, dass Ernsthaftigkeit und Spaß in der Kinderliteratur keine Gegensätze sein müssen, findet die Ideengeberin und Organisatorin. Überhaupt lautet der Ansatz, den die Veranstalter dem Publikum immer wieder transportieren wollen, in Kinderbüchern nicht so sehr nach "falschen Niedlichkeiten oder bonbonsüßen Albernheiten zwischen zwei Buchdeckeln" zu suchen. Dies sei diesem pädagogischer Muff, der immer noch in vielen Exemplaren zu finden ist. Und wie soll so ein Buch stattdessen sein? "Klug, spannend, dramatisch, fantastisch, mehrdeutig, meisterlich, witzig, poetisch und manchmal auch politisch" , sagt Birgit Degenhardt.
Zu Bewährtem — Kindertheater, Lesungen, Messezeitung, Schmökerecke, Kinderbuchausstellung, Auftritten von Kindern, Geschichtentram, Kinderatelier oder Kräuterwissen — kommen einige Premieren. So gibt es einen Architektur-Workshop "Räume planen und gestalten" mit dem Büro Würkert. Erstmals werden in Zusammenarbeit mit der Schubert-Durand-Stiftung Lesungen in türkischer, englischer, brasilianischer und kroatischer Sprachen angeboten, um ein neues Klientel anzusprechen. Neu ist auch, dass das Museum am Burghof Expo-Spiele vorstellt. Ein Freund des Hauses, Wenzel, singt nach seinen umjubelten Auftritten 2006 erneut und bietet zudem einen Workshop für Kinder an.
Neben dem Hauptsponsor Kraft Foods — dank ihm bleibt der Eintritt weiterhin frei — der Sparkassenstiftung Jugend Umwelt Bildung, dem KKF, der Stadt, die die Förderung gerade um drei Jahre verlängert hat, sowie Kooperationspartnern wie dem SC Freiburg oder der psychologischen Beratungsstelle kann sich Birgit Degenhard vor allem auf die Hilfe des Kinderhauses am Bühl stützen. Das Vorprogramm, die "Lörracher Leselust" , läuft ab 10. November und greift den Schwerpunkt der Messe auf. Da gibt es neben Lesungen in Kindergärten und Schulen beispielsweise den Traumstadtbau in der Kaltenbachstiftung oder eine Jagd durch Lörrach mit dem SAK. Stadtbibliothek und Touristinformation bieten erstmals Stadtführungen für Kinder an. Dafür muss man sich anmelden.
Ein Programmheft liegt in Lörrach und Umgebung aus.





17. Oktober 2007






17. Oktober 2007






17. Oktober 2007

Bühne frei für Theatertreff   
Zehn Gruppen aus fünf Ländern

LÖRRACH (ulk). Mit dem Clownstück "Drei Orchideen" beginnt heute im Burghof der 11. Internationale Theatertreff. Zehn Gruppen aus fünf verschiedenen Nationen werden bei diesem Festival für Amateurtheater an vier aufeinander folgenden Tagen ihre Arbeit zeigen. Die Auftritte der insgesamt 85 Schauspieler und Schauspielerinnen finden an vier Spielorten statt, unter anderem in der Stadtkirche Lörrach, dem Alten Wasserwerk/SAK und der Aula des Hans-Thoma- Gymnasiums.
Zentraler Punkt des Festivals ist, neben dem künstlerischen Aspekt, die Begegnung von Menschen über die Grenzen hinweg, so Ingrid Weinmann, Geschäftsführerin des Kulturzentrums Nellie Nashorn und Vaclav Spirit, künstlerischer Leiter. Täglich werden darum auch Gesprächsrunden unter den Teilnehmern stattfinden, in denen über ihre Arbeit gesprochen wird. Alle Teilnehmer sind gemeinsam in der Jugendherberge untergebracht und werden im Kulturzentrum Nellie Nashorn verköstigt.
Bewusst holte man dieses Jahr Gruppen in die Stadt, die noch nicht in Lörrach waren. Das österreichische Eröffnungstrio mit "Drei Orchideen" ist dagegen schon vor zwei Jahren beim Internationalen Theatertreff Lörrach aufgetreten und hat schon damals das Publikum begeistert. Am Samstag endet das Festival mit dem Dialog "Einer flog über das Kuckucksnest" von einer tschechischen Gruppe. Wie in den vergangenen Jahren, so sollte auch dieses Jahr der hohe Anspruch an die Qualität der Stücke erhalten bleiben.





16. Oktober 2007





10. Oktober 2007

Völkerverständigung mit Bigos  
In der Reihe "Blicke nach Polen" wird heute Hausmannskost und Lyrik aus dem Nachbarland serviert / Polnische Köchinnen
Von unserer Mitarbeiterin Heidemarie Wussler

LÖRRACH. Ein Blick in des Nachbars Kochtopf hat schon immer die Völkerverständigung befördert. Deshalb schmecken die Organisatoren der polnischen Kulturtage die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft des fremden Nachbarlandes mit einem gemütlichen Beitrag ab. " Polen kulinarisch" ist der Titel dieser Veranstaltung, bei der heute Abend bei Musik getafelt wird. Für die Originalität der Gerichte stehen zwei echte Polinnen aus Lörrach.

Ein Organisationsteam mit Anne- Christine Heyn, Waltraud Kilian und Gisela Werner hat den Anlass organisiert. Federführend in der Planung der polnischen Kulturtage ist die Gruppe Osteuropa von Lörrach International, für die Anne-Christine Heyn zuständig ist. Sie hat zu Beginn der Planung alle polnischen Mitbürger Lörrachs angeschrieben, etwa acht haben sich gemeldet. Mit ihnen kam die Frage auf, ob man nicht auch eine Veranstaltung für die "Sinne" , etwas Gemütliches machen sollte, das beste Stück Polens den Menschen näher bringen. Die Idee für einen kulinarischen Abend war geboren. Das Organisationsteam, unterstützt von fünf bis sechs Polinnen und Polen, organisierte die Räume beim SAK, die Küche dort, die Dekoration mit Blumen und Kerzen in den Landesfarben Rot und Weiß und schließlich das Programm.

Die polnischen Köchinnen und ein Koch stellten das Menü zusammen. Michaela Weltis und ihr Team von SAK-Gastro helfen bei der Dekoration und im Service, Koch Hanspeter Dreyer schaut in der Küche nach dem Rechten.

Gekocht wird natürlich typisch polnisch. Lidia Sosfa- Pacella erklärt die Besonderheiten der polnischen Küche. Die Vorspeise und die Suppe kommen zusammen auf den Tisch. Als Hauptgericht gibt es Bigos, eine Art Eintopf aus Gemüse und Fleisch. Typisches Dessert ist Kuchen, dazu gibt es Kaffee und Tee. Als Getränke werden polnisches Bier und hiesiger Wein angeboten. Die Frage, wo es in Lörrach die Zutaten zu diesem Menü gibt, kann sie leicht beantworten. In Stetten gibt es ein Geschäft mit osteuropäischen Spezialitäten und einmal in der Woche macht ein fahrender Händler mit polnischen Lebensmitteln in Haagen Station. Das polnische und deutsche Essen sei sich ähnlich, erzählt Lidia Sosfa-Pacella, im Norden gebe es eher Kartoffeln, im Süden Nudeln. Da sie mit einem Italiener verheiratet ist, gibt es im Hause Sosfa-Pacella internationale Küche.

Bei den Mitköchinnen ist es ähnlich. Das Festessen wird teilweise zu Hause gekocht — der Bigos braucht traditionell eine Woche, bis er fertig ist. Andere Teile werden frisch in der SAK-Küche gekocht. Die Gerichte kommen in Schüsseln auf den Tisch, auch das ist typisch polnisch. Dafür mussten die Köchinnen Suppenschüsseln zusammensuchen, da im SAK-Café vorwiegend auf Tellern serviert wird.

Für Unterhaltung zwischen den Gängen sorgen ein Quiz über Polen, die Tanzgruppe "Mazurka" und der Akkordeonspieler Marcin Wyrostek. Als Andenken gibt es ein Blatt mit Gedichten einer polnischen Lyrikerin in polnisch und deutsch — übrigens bei jeder Veranstaltung der Reihe, wie Anne-Christine Heyn ergänzt.

Angemeldet haben sich etwa 50 Personen, auch Deutsche, es ist ausverkauft. Die Organisatorinnen meinen, das ist genau das, was wir wollen, die Leute zusammenbringen, und das auf einer sinnlichen Ebene. Sie lassen sich wie die Gäste von dem Abend überraschen und sind neugierig, wie die polnische Hausmannskost wohl schmeckt.




09. Oktober 2007

Auf den Wiesen verfault das Obst  
Es gibt aber auch Initiativen wie den SAK / Die Bäume im Besitz der Stadt sind alle verpachtet / Einfach aufsammeln, ist geklaut
Von Regine Ounas- Kräusel

LÖRRACH. Der Blick schweift weit über die Obstwiesen am Maienbühl: Die Bäume haben die ersten gelben Blätter, viele hängen noch voll mit Äpfeln und Nüssen. Doch an vielen Stellen liegen die Früchte auch im Gras, weil niemand sie geerntet hat. Säuerlich-herb steigt der Duft von faulendem Obst in die Nase.
"Viele Bäume werden nicht mehr geerntet, weil es unrentabel ist", erinnert Britta Staub-Abt (Fachbereich Stadtplanung/Umwelt im Rathaus) an eine längst bekannte Tatsache. Manche Besitzer seien auch einfach zu alt, um auf eine Leiter zu steigen; oft lebten ihre Kinder zu weit entfernt, um helfen zu können.
Doch es gibt auch Initiativen, um die Früchte der Streuobstwiesen zu verwerten. Beim Sozialen Arbeitskreis (SAK) können Besitzer von Streuobstwiesen aus Lörrach und Umgebung jeden Herbst ihre Äpfel anliefern. Der SAK leitet sie weiter an die Firma Jacoby, Auggen, die daraus Saft herstellt. Zu kaufen ist der Saft bei Hieber, Migros und in einzelnen Getränkemärkten.
Das Grundprinzip der "Apfelsaftaktion" ist einfach: Der SAK zahlt seinen Lieferanten einen garantierten Preis; diese quittieren im Gegenzug, dass sie ungespritzte Äpfel von Hochstammbäumen liefern. Auch in diesem Jahr nehmen die Garten-Mitarbeiter des SAK, eine Gruppe von schwer vermittelbaren arbeitslosen Menschen, an fünf Samstagen in Haltingen und Lörrach-Haagen die Äpfel an. Auf Wunsch holen sie das Obst auch ab. Viele ältere Grundstücksbesitzer nähmen die "Apfelsaftaktion" wahr, Gartenbesitzer genauso wie Landwirte, berichtet Rainer Dürr, der Leiter der Gartengruppe. In guten Erntejahren sammle man mehrere hundert Tonnen Mostobst ein.
Auch wer kein Grundstück besitzt, kann sein "eigenes" Obst ernten. Die Stadt Lörrach verpachtet Bäume von ihren Streuobstwiesen: Der Pächter verpflichtet sich, einen Baum zu schneiden und zu pflegen und darf dafür die Früchte ernten. Die Stadt besitze auf der gesamten Gemarkung Obstwiesen, berichtet Britta Staub-Abt. Dort stünden vor allem Apfel-, Mostbirnen- und Walnussbäume. Allerdings bedauert sie: "Zur Zeit ist kein Baum frei."

Trotz all dieser Bemühungen bleiben auf vielen Bäumen Äpfel. Nüsse und andere Früchte hängen. Darf ein Außenstehender sie dann ernten? "Nein" , sagt Britta Staub-Abt entschieden.
"Die Früchte gehören demjenigen, dem auch Grundstück und Bäume gehören." Immer wieder beobachte sie, dass Menschen größere Mengen Obst von Streuobstwiesen — oder sogar von eingezäunten Plantagen — stehlen. Auch die Bäume der Stadt würden manchmal abgeerntet, ohne dass die Leute vorher um Erlaubnis fragten.

Für Kinder bietet der Herbst ein besonderes Vergnügen: Viele Kindergärten und Schulen pressen Apfelmost. Das Kinderbüro des SAK kommt auf Wusch mit seiner Saftpresse zu ihnen. Außerdem laden Birgitt Kiefer und ihr Team zur "Offenen Mostaktion" ins Alte Wasserwerk ein. Dort probieren die Kinder selbst aus, wie aus Äpfeln Saft entsteht: Sie waschen die Äpfel, schicken sie durch die Quetsche und pressen aus dem Apfelmus schließlich den fruchtig-frischen Most.

Termine des SAK zum Ankauf von Äpfeln von Streuobstwiesen: 6. und 20. Oktober, 9 bis 12 Uhr, Lörrach-Haagen, Am Buchenrain 11. Vorher anmelden unter 07621/9279-11. Die offene Mostaktion des SAK-Kinderbüros: Altes Wasserwerk, 8., 15. und 22. Oktober 15.30 Uhr bis 17 Uhr, für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, kostenlos.





04. Oktober 2007






02. Oktober 2007

Hämmern in Kopf und Magengegend   
Die Metal Forces Night im Alten Wasserwerk in Lörrach stand im Zeichen des Trash Metals

War die Heavy Metal Musik vor Jahren noch weitgehend aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verbannt, sind Künstler und Veranstalter mittlerweile deutlicher sichtbar . Gleichzeitig scheint die Zahl der Anhänger zu wachsen, was dem Erfolg der Metal Forces Festival Reihe entspricht, die um ein weiteres Angebot erweitert wurde: die Metal Forces Night. So drängten sich am Samstag erneut einige Hundert Metalmusikfans im Alten Wasserwerk in Lörrach. Die Metal Forces Night stand im Zeichen des Thrash Metals der ’80er Jahre, dementsprechend altersgemischt erschien auch das Publikum von Jugendlichen bis zu Mitfünfzigern.
Charakteristikum jeder Subkultur ist das Zusammengehörigkeitsgefühl. Aber dieses dokumentiert sich heute längst nicht mehr nur über das äußere Erscheinungsbild: Aufnäher-Kutten, schwarze Kleidung und lange Haare sind auch in der Metal-Szene kein Muss mehr. Was geblieben ist, ist die kommerzfreie Musik, und der harte Stil, der in den Kopf und die Magengegend hämmert, Konzerte zum Belastungstest werden lässt und die Hörauswahl auf Ausschnitte begrenzt — Nuclear Warfare etwa eine Band aus Süddeutschland, mit einer Frau am Schlagzeug und hymnenhaften Passagen, oder die showlastige Gruppe Goddess of Desire aus den Niederlanden.
Den weitesten Weg legten die Jungs von Hirax aus Los Angeles zurück. Mit ihrem ultraschnellen, aggressiven Klang und der hohen, vollen Stimme ihres Sängers Katon de Pena knüpfen sie an die ’80er Jahre an, einen ersten Höhepunkt des Heavy Metal mit Bands wie Slayer, Exodus und Metallica. Und bis heute sieht Hirax Live-Konzerte als ihr Kerngeschäft an. "Auf Tour zu gehen und live zu spielen ist der Mittelpunkt für einen Musiker. Nicht Musik über das Internet zu verkaufen ist das Ziel, sondern rauszugehen, und den Fans auf Augenhöhe zu begegnen" , findet Katon de Pena.

Im Gegensatz zum amerikanischen Untergrund, der sich stark an Trends orientiere, hat Katon de Pena beobachtet, könne die Szene in Europa auf eine authentischere Basis bauen. Und neue Generationen wachsen nach. Um das Ganze für die Besucher kostengünstig zu halten, werden bei den Metal Forces Veranstaltungen keine Gewinne erwirtschaftet. Und die Organisatoren, Daniele Milizia und Svea Schlageter, planen bereits das nächste Festival.

Daniela Buch




29. September 2007

Südbaden rockt wieder los  
Bewerbungsfrist für vierten "Musik-Star(t)-Contest / Vorausscheidung am 18. Januar in Lörrach

LÖRRACH (BZ). Der Jugendkulturverein "Jamhouse Neuenburg" und das Jugendbüro der Stadt veranstalten den vierten Musik-Star(t)-Contest ’08. Der Wettbewerb ist der größte Nachwuchswettbewerb für Rock- und Popbands in Südbaden. Der Energieversorger "badenova" präsentiert die Veranstaltung wie im Vorjahr. Medienpartner ist unter anderem die Badische Zeitung.
5000 Flyer und 1000 Plakate sind bereits an Schulen und Jugendzentren in der Region unterwegs. Die Ausschreibung läuft und Einsendeschluss ist am Dienstag, 30. Oktober.
Die Bands bewerben sich entweder per Post oder auf der Homepage. Mindestens drei eigene Kompositionen, Bandinfo und Adresse müssen enthalten sein. Die Mitglieder dürfen zum Zeitpunkt der Bewerbung im Schnitt nicht älter als 20 Jahre sein.

Der Wettbewerb beginnt mit der ersten Vorausscheidung am 1. Dezember in Titisee-Neustadt. Weitere Ausscheidungsrunden folgen vom 15. Dezember bis zum 16. Februar in Offenburg; die im Kreis Lörrach ist am 18. Januar beim SAK Altes Wasserwerk in Lörrach. Pro Region werden unter den Bewerbern jeweils fünf Bands ausgewählt; die Erstplazierten darf am 19. April im Neuenburger Stadthaus im Finale spielen. Erstmals wird es eine Lucky Loser-Runde geben. Alle Zweitplazierten spielen am 15. März im Freiburger "Z" erneut um Teilnahme am Finale.

Wiederum erhalten die Sieger wertvolle Preise und Auftritte. So wird der Sieger, wie ’07, als Vorband eines Topacts auf der großen Bühne des Stimmenfestivals spielen. Auch für den Zweit- und Drittplazierten winken Preise. Die badenova bietet wieder einen zusätzlichen Wettbewerb in Form des " Favorite-Song" Preises an. Die Bands können ihren Lieblingssong online stellen lassen und die Fans dürfen abstimmen. Der Bestplazierte erhält einen Auftritt auf dem ZMF in Freiburg.

Weitere Infos zum Musik-Star(t)-Contest 2008 gibt es im Internet unter
Verweis in neuem Fenster öffnenhttp://www.badenova.de/music-start-contest oder telefonisch unter 07631/793614 beim Jugendbüro Neuenburg am Rhein.






22. September 2007






22. September 2007

Brücke zwischen den Festivals  
Erste "Metal Forces Night"

"Metal Forces Nights" heißt eine Konzertreihe, die am 29. September erstmals im SAK Altes Wasserwerk in Lörrach stattfindet. Die Veranstalter — Daniele Milizia und Svea Schlageter aus Weil am Rhein — haben dazu fünf Bands aus Europa und den USA verpflichtet, die den Metallikern einheizen sollen. Seit ’98 stellt das Duo die "Metal Forces Festivals" auf die Beine. Diese sind mittlerweile eine feste Institution geworden und locken Metal-Fans aus ganz Europa nach Lörrach. Jetzt haben die zwei Weiler beschlossen, die Zeit zwischen den Festivals mit "Metal Forces Nights" zu überbrücken.

So sieht die erste Metal- Forces-Nacht aus: Aus Kalifornien kommen die fünf Jungs von "Hirax" . Seit mehr als 20 Jahren spielt die Band um Katon W. De Pena Speed- und Trashmetal, im März dieses Jahres erschien ihre neueste CD "Assassins Of War" . In Lörrach geben sie das Abschiedskonzert ihrer Europa-Tournee. Trashcore spielen "Slit" aus Malta. "We destroy the world on tour" versprechen ganz bescheiden die Berliner Trash-Metaler "Fatal Embrace" . Die Metal-Freunde können sich auf den Auftritt von "Goddess of Desire" freuen. Die Niederländer sind vielen von ihrem Auftritt beim Wacken-Openair 2005 bekannt. Als Special Guest wurden "Drifter" eingeladen. Die Trasher haben sich ’06 wiedergegründet und feiern ihr Comeback bei der Metal Forces Night.

Michael Reich

Metal Forces Night: am Samstag, 29. September, von 20 Uhr an im SAK Altes Wasserwerk in Lörrach. Vorverkauf: im "Undercover" in Lörrach.




13. September 2007

Das Leben — ein Theater? 
Worshops für Jugendliche

LÖRRACH (BZ). "Das Leben — ein Theater?" fragt eine Workshop- Reihe für 16- bis 19-Jährige, die am 27. September beginnt. Veranstalter sind VHS und SAK, bis Montag, 17. September, läuft die Anmeldefrist. Die Reihe gehört zum Projekt "Brücken bauen zwischen Generationen, Kulturen und Institutionen" der Landesstiftung. Fachleute und Ensembles geben Informationen und Einblick in ihre Arbeit. Die Theater- Workshops leiten Karin Maßen (Tempus fugit), Birgit Vaith (Junges Theater Nellie Nashorn) und Vaclav Spirit (Gut & Edel). Die Termine richten sich nach den Proben der Gruppen und werden noch bekannt gegeben.

Die Workshops sind donnerstags von 15 und 17 Uhr im Alten Wasserwerk (SAK) oder in der VHS (Altes Rathaus). Anmeldungen über vhs.loerrach.de oder mit der Anmeldekarte im VHS-Programm. Zum Auftakt geht es am 27. September um das "Theater rund ums Handy" . Tipps gibt Hermann Eppler. Am 4. Oktober steht die Frage "Typisch männlich, typisch weiblich — gibt’s das noch?" im Raum. Mit Valeska Rüsch wird reflektiert, was heute von Mädchen und Jungen erwartet wird. Am 11. Oktober geht es darum, wie Werbung Jugendliche ködert, Peter Eichin leitet den Workshop. Am 18. Oktober folgt das Thema "For boys only, Vom Jungen zum Mann — ein Kinderspiel?" Fragen rund um "das Männliche" werden mit Jürgen Bittner besprochen; Mädchen lädt Sonja Blattmann parallel dazu zum Thema "For girls only, Sexy, stark und selbstbewusst" ein. Am 25. Oktober heißt ein Workshop mit Stefan Seitz "Bridge over Troubled Waters, Rassismus und Apartheid" , eine Zeitzeugin nimmt teil. Am 8. November geht es unter dem Titel "Das geht echt zu weit!" um Grenzen der Toleranz und Konfliktlösung. Die Leitung hat Mechthild Hof. Sie leitet auch den Workshop am 15. November mit dem Titel "Wer bin ich denn? — Wie unterschiedlich sind unsere Kulturen?" Der Titel am 22. November: "DINKS — Was is’n das?" Mit Marc Trautmann werden Weisen des Zusammenlebens diskutiert. Den Abschluss bildet am 29. November das Thema "Vom Tannenbaum zur Urne" — Generationenprobleme in Deutschland, ebenfalls mit Trautmann. Faltblatt unter anderem bei VHS und SAK.





06. September 2007

Breakdance ist Kämpfen mit den Mitteln des Tanzes 
Deutschlands bester Straßentänzer kommt aus Lörrach: Mentor Shalijani / Sein Bruder Ersen ist der amtierende Weltmeister
Von Sebastian Hautli

LÖRRACH. Breakdance-Wettbewerbe sind Kämpfe, aggressiv und mit vielen Provokationen. Aber niemals mit Gewalt. Deutschlands bester Straßentänzer kommt aus Lörrach. Der 24-jährige Tanzlehrer Mentor Shalijani hat die Deutsche Meisterschaft in Wuppertal gewonnen. Sein Kumpel Anton Schanalnich, 18, wurde Dritter.
"Ich habe in den Sommerferien viel Zeit zum Trainieren gehabt" , sagt Shalijani. Einen Monat lang hat er sich auf die Titelkämpfe vorbereitet, bei der er gegen sechs Breakdancer angetreten ist.Die Meisterschaft sah so aus: In der Kamikaze-Runde wird zu sechst getanzt.
Jeder will dabei mit seinen Formationen die drei Jurymitglieder beeindrucken. Danach gibt es zwei Einzelparts und dann die so genannten Battles (Kämpfe). Wie zwei Boxer stehen sich die Tänzer gegenüber. Einer beginnt mit dem Tanzen, kreist mit dem Kopf auf dem Boden und macht Handstand. Wenn der Gegner dran ist, versucht der, die Darbietung zu toppen. "Das sieht aus als würden wir bald aufeinander losgehen, ist aber völlig friedlich, wir prügeln uns quasi tänzerisch" , sagt der neue deutsche Meister.

Für den gebürtigen Kosovo-Albaner war das Tanzen früher ein Mittel, um seine Hyperaktivität zu bekämpfen, sagt er. Heute hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit drei Jahren ist er Tanzlehrer bei der Tanzschule Art and Dance in Lörrach. Mentor Shalijanis Bruder Ersen, 20, ist auch Breakdancer und sogar noch erfolgreicher. Er ist der amtierende Weltmeister, konnte an der Deutschen Meisterschaft verletzungsbedingt aber nicht teilnehmen. Vielleicht wird es bei der Weltmeisterschaft im Oktober in Bremen zum Bruderduell im Finale kommen. "Das wäre klasse", meint Shalijani, für den der internationale Titel bedeuten würde, dass er sich deutschlandweit als Workshopleiter "verkaufen" könnte.





01. September 2007

Ferien einmal anders
In einem Sommercamp des SAK verbesserten Kinder ihr Deutsch
Von Sabine Ehrentreich

LÖRRACH (joh). "Ich weiß gar nicht, was ich nächste Woche ohne das Sommercamp mache" , spricht die kleine Tatjana das aus, was ihre neu gewonnenen Freunde denken. Das Sommercamp des SAK, dass unter dem Motto "Ferien mit der deutschen Sprache" stand (wir berichteten), hat gestern Nachmittag ein buntes Abschlussfest für alle Teilnehmer und deren Familien veranstaltet. Zwei erlebnisreiche Wochen sind für 16 Kinder, die mit Deutsch als Zweitsprache aufwachsen, zu Ende gegangen. Zum Abschluss haben die vier Mädchen und elf Jungs ein Programm erstellt, in dem sie ihre Projekte der vergangenen Wochen vorgestellt haben.
Selbst gebastelte Gipsmasken, die verschiedene Gefühle ausdrücken, gehörten genauso dazu, wie eine kleine Ritterdarbietung und selbstentworfene Bücher, aus denen die Kinder vorlasen. "Wir ziehen eine positive Bilanz aus dem Sommercamp" , begeistert sich der Lehrer Frank Intlekofer, der mit der Pädagogin des SAK, Christine Cramer, der Lehrerin Christina Zang und dem Studenten Lukas Zwigart die Schützlinge betreut hat. Alle sind sich einig, dass das Pilotprojekt auf jeden Fall eine Fortsetzung finden soll, da "die Rückmeldung der Kinder bestätigt, dass das Sommercamp ein Erfolg war" , bekräftigt Frank Intlekofer.
In einer lockeren Atmosphäre wurden die Kinder zum Sprechen der ihnen fremden Sprache, animiert und motiviert. Das Konzept scheint aufgegangen zu sein: "Die Kinder haben toll gearbeitet und sowohl ihre Sprachkompetenz, als auch ihr Selbstvertrauen sind gewachsen," freut sich Intlekofer. "Das Camp hat ihr Bewusstesein und ihr allgemeines Verständnis gestärkt."




31. August 2007

Jeder Tag ist eine Herausforderung
LEUTE IN LÖRRACH: Katja Stange ist seit einem Jahr Geschäftsführerin beim SAK und hat unterdessen festen Boden unter den Füßen
Von Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. Ziemlich genau ein Jahr ist sie im Amt und unterdessen "angekommen" : Katja Stange, die die Nachfolge von Herbert Sitterle beim Sozialen Arbeitskreis antrat und dort zusammen mit Jürgen Wiesenhütter die Geschäfte führt. Leicht war der Einstieg nicht, sagt sie — und noch heute ist die Arbeit Tag für Tag "eine große Herausforderung". Zehn Jahre lang war die Diakonin zuvor in der Kinder- und Jugendarbeit in Heidelberg und Rastatt tätig gewesen, hatte Dekanatsarbeit und politisches Arbeiten kennen gelernt, ein Zusatzstudium Beratung und Sozialrecht qualifizierte sie zusätzlich für den Arbeits-schwerpunkt Beschäftigungsinitiativen beim SAK.
Die Voraussetzungen stimmten also. Die große Herausforderung war die Größe und Vielgestaltigkeit des Sozialen Arbeitskreises, der Kontakt mit täglich neuen Menschen und Gremien, mit denen der Verein vernetzt ist. 30 Hauptamtliche, rund 100 Menschen in den Beschäftigungsmaßnahmen, dazu Auszubildende, Zivildienstleistende und viele Ehrenamtliche — da schwirrte in den ersten Monaten abends oft ganz schön der Kopf, war es ein hartes Stück Arbeit, Überblick zu gewinnen, sagt Katja Stange. Es gab anfangs oft eine erschlagende Fülle an Eindrücken zu verarbeiten. Andererseits, erinnert sich die Diakonin, wurde sie mit viel Offenheit empfangen und mit Geduld an einen Betrieb herangeführt, in dem nichts so beständig ist wie der Wandel, in dem ständig ein Feuerwerk an Ideen gezündet wird. Da nach dem Rückzug von Herbert Sitterle, der den SAK mitbegründete und lange zusammen mit Jürgen Wiesenhütter leitete, ein klarer Generationswechsel kam und sie eine Frau sei, sagt Katja Stange, gab es "wenig Vergleichsebenen" — ein Vorteil. Sie habe ohne Vorbehalte ihre Chance bekommen. Mit Jürgen Wiesenhütter habe sie einen erfahrenen Partner, mit dem die Zusammenarbeit konstruktiv sei und Spaß mache. Neu erfunden wurde die Aufgabenstruktur des Geschäftsführer-Duos nicht. Man setzte auf Kontinuität — Bewegung gibt es beim SAK auf allen Ebenen schließlich genug.

Die Diakonin bringt das Temperament mit, das erforderlich ist, um beim hohen Tempo des SAK und seiner beiden Gesellschaften mitzuhalten. Die Einrichtung und ihre Besonderheiten schätzt sie außerordentlich — die Tatsache, dass die Kirche zwei Diakone für diese Arbeit stellt; den Umstand, dass die Stadt große Teile ihrer Jugendarbeit delegiert hat und die Zusammenarbeit so gut funktioniert; der Blick auf das Soziale; die vielen Ebenen und Bezüge, die hier ineinandergreifen. Die Gefahr sei groß, sagt die 36-jährige Mannheimerin, die in Freiburg studierte, sich und andere zu überfordern — im Laufe des ersten Jahres habe sie gelernt, auch mal die Bremse zu ziehen. Dafür lerne sie täglich dazu. Anstrengend sei die Arbeit und überaus reizvoll. Am Leistungsverzeichnis des SAK für die Stadt hat sie mitgearbeitet, das habe ihr geholfen, festen Boden unter die Füße zu bekommen. Auf diesem Boden macht sie nun die stete Bewegung mit, in der sich der SAK befindet.





24. August 2007

In den Ferien spielend dazulernen
Stadt und SAK-Kinderbüro bieten erstmals ein Sommercamp an, das ein Freizeitprogramm mit Sprachunterricht verbindet
Von Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. Die Maske bekommt einen Mund in Form eines Herzens, der aus einem Pfeifenputzer geformt ist. Das Gefühl, das sie ausdrückt? "Ich mache Liebe" , erklärt der Junge, der diese Maske gebastelt hat. Er nimmt an einem Sommercamp im Alten Wasserwerk teil, das der Fachbereich Jugend/Schulen/Sport in Zusammenarbeit mit dem Kinderbüro des Sozialen Arbeitskreises zum ersten Mal anbietet. Das Ziel: Kinder mit Sprachproblemen sollen hier spielend dazulernen.
15 Kinder sind zwei Wochen lang den ganzen Tag zusammen, um spielerisch mit der deutschen Sprache vertrauter zu werden. Verbunden wird das immer mit Handeln — mit basteln, klettern, spielen, schwimmen, Besuche in der Bücherei, auf der Burg und vielem mehr. Die Kindern kommen aus der Türkei und dem Irak, aus Russland, Thailand und Italien, aber auch ein paar deutsche Kinder sind dabei. Zum einen, weil auch die ihre Sprache mitunter nicht wirklich beherrschen, zum anderen, weil die Mischung einfach gut tut.

Vier Erwachsene kümmern sich um die Gruppe. Das sind Christine Cramer vom SAK und der Student Lukas Zwiegart, dazu die Lehrer Frank Intlekofer und Christina Zang, die am Lörracher Seminar ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Am Tag drei nach Beginn des Camps sind alle Beteiligten bereits ziemlich begeistert: Den Kindern machen die Aktionen Spaß, und sie haben rasch begonnen, die Sprachhemmung zu überwinden. Damit sie am Ende nicht nur mehr, sondern auch richtiger deutsch sprechen, nehmen sich die beiden Lehrer die 6- bis 11-Jährigen auch einzeln vor und fördern gezielt. Ihm mache die Arbeit große Freude, sagt Frank Intlekofer — es komme sehr viel Positives zurück, und Fortschritte seien schon jetzt mit Händen zu greifen.

Die Kinder, von denen manche sonst sechs Wochen lang wenig Abwechslung hätten und sprachlich eher Rückschritt machen, erleben in den Ferien Schönes und lernen zugleich dazu. Wenn es gut läuft, profitieren sie in der Schule ungemein. Weil ihre Sprachkompetenz wuchs und damit vielleicht auch das Selbstvertrauen. Der Fachbereich Jugend/Schulen/Sport trägt das Projekt, das Vorbildern in Bremen und den USA folgt, im Rahmen der städtischen Bildungsoffensive, erläuterte Stefan Dieterle beim Pressegespräch. Der Kiwanis-Club Lörrach unterstützt es mit 2000 Euro. Es füge sich gut in das Motto "Kindern und Jugendlichen eine Zukunft geben" , erklärte dessen Präsident Horst Donner.

Die Familien müssen für die beiden Wochen einen Unkostenbeitrag von 30 Euro bezahlen. Das ist bewusst nicht viel, zumal die Kinder auch im Alten Wasserwerk zu Mittag essen. Aber der Beitrag schafft eine gewisse Verbindlichkeit. Es war nicht ganz leicht, an die Zielgruppe heranzukommen, sagt Dieterle, obwohl die Schulen einbezogen waren. Die Schwelle müsse sehr niedrig sein — schon ein Anmeldeformular sei unter Umständen eine Hürde, die nicht genommen wird. Das Projekt werde ausgewertet, im nächsten Jahr werde man die Erfahrungen umsetzen. Schon jetzt ist er überzeugt, dass "Ferien mit der deutschen Sprache" eine Wiederauflage erfahren wird. Christine Cramer: "Es ist spannend — und sehr herausfordernd".




03. August 2007

Betreuungsbedarf übersteigt Angebot
Angebote für Kinder ab sechs Jahren vom Sozialen Arbeitskreis, der Kaltenbachstiftung und dem Dreiland- Ferienpass
Von Barbara Ruda

LÖRRACH. "Hurra, endlich Sommerferien!" In diesen Jubel können berufstätige Eltern von Kindergarten- oder Schulkindern mit Hortbetreuung auch in Lörrach nur bedingt einstimmen. Oftmals ist für sie die Suche nach einer Betreuung für ihre Sprösslinge während der sechswöchigen Sommerferien recht schwierig. "Es tut mir leid" , sagt Birgitt Kiefer zu der Mutter, die mit ihrem Sohn ans Alte Wasserwerk gekommen ist, weil sie ihn aus beruflichen Gründen nicht selbst betreuen kann und ihn irgendwo unterbringen muss.
Es ist Mitte der ersten Ferienwoche, und diesen Satz hat die Anleiterin des SAK-Kinderbüros in den vergangenen Tagen und Wochen unzählige Male sagen müssen. Am ersten Tag nach den Pfingstferien, blickt sie zurück, sei die Sommerferienprogramm-Broschüre des Sozialen Arbeitskreises flächendeckend an allen Schulen und Behörden ausgelegt worden. Nur drei Tage habe es gedauert, bis alle Plätze für die thematischen Wochen im Alten Wasserwerk für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren belegt waren. Seitdem wuchs die Warteliste, und eine Mitarbeiterin war eigentlich nur noch damit beschäftigt, anfragende Eltern zu vertrösten oder auf die offenen Angebote in der Stadt hinzuweisen.

Wegen großer Anfrage
sind die Gruppen größer


Dieses Jahr hat der SAK sein Ferienprogramm neu konzipiert. Angeboten werden thematische Wochen, für die eine Anmeldung auch nur noch wochenweise erfolgen kann. Außerdem wurden die Öffnungszeiten im Sinne von werktätigen Eltern erweitert. Kinder können nun bereits ab 8 Uhr morgens kommen und werden bis 10 Uhr von einem Frühdienst betreut. "Geplant waren vom pädagogischen Anspruch und vom Personal her eigentlich 32 Plätze pro Woche" , berichtet Birgitt Kiefer weiter. Belegt wurden die Gruppen aber doch mit je 38 Kindern, weil der Bedarf einfach zu groß war. Dabei ist man mit der Stadt, in deren Auftrag der SAK die Ferienbetreuung übernimmt, bemüht darum, das Angebot jährlich auszuweiten. "Die Anfrage ist seit einigen Jahren sehr groß" , bestätigt auch Lörrachs Jugendreferent Stefan Dieterle: "Weil wir das wissen, werden wir in Zukunft Gespräche führen, wie wir das Betreuungsangebot noch ausweiten können. Natürlich ist das nicht unbegrenzt möglich."

Für die Sechs- bis Zwölfjährigen, die keinen Platz im SAK- Ferienprogramm ergattert haben, gibt es das offene Angebot im Spielbus, der bis Mitte August auf diversen Plätzen Halt macht. Jeder kann kommen und bleiben, wie er möchte. Eine "Rundumbetreuung" mit Mittagessen für neuneinhalb Stunden gibt es im offenen Ferienprogramm der Kaltenbachstiftung. Zwischen 7.30 und 17 Uhr können Kinder ab sechs Jahren ohne Anmeldung am täglich wechselnden Angebot teilnehmen. 90 kommen derzeit pro Tag. Bis 11 Uhr muss sich angemeldet haben, wer am warmen Mittagessen teilnehmen möchte. Für die VHS-Kurse im "Zentrum für Spielen und Gestalten" ist ebenfalls eine Anmeldung nötig. Das geht über Internet ( http://www.kaltenbach-stiftung.de wo man auch eine Übersicht des Programms findet. Für ältere Kinder, die schon selbstständiger sind, bietet sich der Dreiland- Ferienpass an. Er besteht, wie Stefan Dieterle erläutert, aus dem Basispass, der für alle Grund- und Top-Angebote gültig ist wie reduzierte oder freie Eintritte in Schwimmbäder oder Museen, und zwei Tranchenmarken für die Kreativangebote und die grenzüberschreitend gültigen Reise- Wochenmarken für Ausflüge mit dem TNW, RVL und SWEG. Auf http://www.dreiland-ferienpass.org sind die Angebote übersichtlich aufgelistet. Man sieht auch, wo es noch Restplätze gibt. "Man kann sehr viel machen zu einem fairen Preis" , meint Dieterle. Deshalb sei die Nachfrage sehr gut. 2006 waren 90 Prozent der Veranstaltungen ausgebucht.





02. August 2007

Der Spielbus tourt durch die Stadt
Offenes Angebot in einigen Stadtteilen / Besondere Aktionen an der Wiese in der Neumatt / Offenes Angebot ohne Anmeldung
Von Barbara Ruda

LÖRRACH. Für die zahlreichen Kinder, die keinen Platz im Ferienprogramm des Alten Wasserwerks ergattert haben, bietet der Soziale Arbeitskreis auch in diesem Jahr erlebnisreiche Spielbusaktionen auf verschiedenen Plätzen der Stadt und in den Stadtteilen an. Das Motto "Auf die Plätze — fertig — los" deutet schon an, dass das Programm um den gelben Wagen herum in diesem Jahr viele sportliche Aktivitäten beinhaltet. Der Spielbus funktioniert nach dem so genannten "Prinzip der aufsuchenden Sozialarbeit" , wie Birgitt Kiefer, diplomierte Sozialarbeiterin und Anleiterin im SAK-Kinderbüro, erläutert.
"Das heißt, wir gehen dorthin, wo die Kinder sind und wollen dorthin nicht nur Spiel und Sport bringen, sondern auch Möglichkeiten der Gestaltung aufzeigen, auf welche die Kinder auch zurückgreifen können, wenn der Spielbus wieder weg ist." Dieses Angebot ist ein offenes, das heißt, es erfordert keine Anmeldung. Die Kinder zwischen sechs bis zwölf Jahren können innerhalb der Öffnungszeiten einfach vorbeikommen und mitmachen — und zwar wann und wie lange sie möchten, auch bloß an einzelnen Tagen. Betreut werden sie von Teams aus Hauptamtlichen, zahlreichen ehrenamtlichen Helfern sowie Praktikanten. Ein Mittagessen wird täglich mit den Kindern vor Ort zubereitet und kostet jeweils 1,50 Euro.

Noch bis einschließlich Freitag steht der Spielbus an der Wiese bei der alten Turn- und Festhalle in Haagen. 80 bis 90 Kinder seien derzeit dort jeden Tag mit Spiel und Spaß mit von der Partie, berichtet Birgitt Kiefer. "Und wenn’s mal einen Tag zwanzig mehr werden, ist es auch egal." Von Montag, 6., bis Freitag, 10. August parkt der Spielbus dann auf dem Spielplatz Tumringen/Teichmatten, und von Montag, 13., bis Freitag, 17. August auf dem Spielplatz Neumatt an der Käppele-/Austraße.

An diesem Ort gibt es anlässlich des gerade begonnenen Projekts "Wiesionen" ganz spezielle Aktivitäten. Das Spielbusteam nimmt nämlich mit den Kindern die "Wiese" genauer in Augenschein, erforscht sie mit Becherlupe und Kescher und lässt die Teilnehmer anschließend in einer "Traumwerkstatt" überlegen, wie sie sich den Fluss und seine Umgebung in Zukunft wünschen. Die Spielbuszeiten sind im Vergleich zu den Vorjahren unverändert geblieben. Sie lauten: Montag bis Mittwoch von 10 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 15 bis 18 Uhr, und am Freitag von 10 bis 12.30 Uhr. Donnerstags laden der Soziale Arbeitskreis und die Städtische Wohnbaugesellschaft Lörrach die Kinder mitsamt ihrer Freunde und Familien zusätzlich ab 18 Uhr zu einem großen Abschlussfest ein.




28. Juli 2007

In den Ferien Deutsch lernen
Sommercamp für Kinder

LÖRRACH (BZ). Der städtische Fachbereich Jugend/Schulen/Sport veranstaltet in enger Zusammenarbeit mit dem Kinderbüro des Sozialen Arbeitskreises (SAK) in den Sommerferien vom 20. bis 31. August ein "Sommercamp" unter dem Motto "Ferien mit der deutschen Sprache". Das Pilotprojekt soll Kinder unterstützen, die Schwierigkeiten mit dem Lernen und Anwenden der deutschen Sprache haben (beispielsweise Kinder, die nicht Deutsch als Muttersprache sprechen). In den zwei Wochen, die beim SAK im Alten Wasserwerk stattfinden, werden die Kinder von Montag bis Freitag auch von 9 bis 17 Uhr betreut, inklusive Mittagstisch.

Für diese "Ferienbetreuung mit Sprachförderung" sind noch Plätze frei. Teilnehmen können Kinder, die nach den Sommerferien die vierte Grundschulklasse besuchen werden oder im entsprechenden Alter sind (neun oder zehn Jahre). Anmeldungen über das SAK- Kinderbüro, Christine Cramer, 927915 oder 92 79-18, Altes Wasserwerk, Tumringerstraße 271, 79539 Lörrach oder im Internet unter http://www.alteswasserwerk.de. Es wird ein Beitrag von 30 Euro erhoben.

Die Veranstalter nehmen sich hier Eckpunkte eines Modellprojekts aus Bremen zum Vorbild, bei dem sich nach einer wissenschaftlichen Auswertung die Kompetenzen der teilnehmenden Kinder in der deutschen Sprache erheblich gebessert haben. Dabei soll aber keine ernste Lernatmosphäre herrschen. Die Kinder werden ein vielfältiges Programm erleben. Neben Spielen zur Sprachanimation oder einer kleinen Schreibwerkstatt wird ein Theaterstück eingeübt wird. Das gesamte Sommercamp wird von ausgebildeten Sozialpädagogen, Lehrern und Erziehern geleitet und vom Kiwanis Club Lörrach finanziell unterstützt.





23. Juli 2007

Integration für Frauen
Aus Russland und Ukraine

RHEINFELDEN. Das Projekt "Familienorientiertes Coaching für Migrantinnen" der Stadt Rheinfelden, genannt "Frauen- Wege", hat dank der Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seit Jahresbeginn mit weiteren Angeboten zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration von Frauen aus Russland und der Ukraine beigetragen. Dazu wurden von Mitarbeiterinnen des SAK 2 Sprachkurse mit unterschiedlichem Niveau, ein Intensivkurs Deutsch, ein Berufsorientierungskurs mit Bewerbungstraining, ein PC- Kurs, eine Mutter- Kind- Gruppe und Hausaufgabenhilfe sowie ein Elternabend durchgeführt.
Kooperiert wurde mit dem Diakonischen Werk, der städtischen Wohnbau und mit der Goetheschule. Organisiert wurden die Veranstaltungen von der Projektleiterin Susanne Pretzsch.
Die zahlreiche Teilnahme von Frauen zeigt den bestehenden Bedarf an gezielter Information und individuellem Austausch. Nach der Sommerpause geht es daher wie gewohnt zunächst mit Sprachtraining und Hausaufgabenhilfe weiter, Blockseminare werden auf der Homepage des SAK unter "Projekte" bekannt gegeben.
Kontakt: Susanne Pretzsch, Tel. 07621 48546, s.pretzsch@sak-loerrach.de, http://www.sak-loerrach.de




20. Juli 2007

Gastspiel im alten Wasserwerk bei der Metal Forces Night am 29. September

Eine lebende Legende wird am Samstag 29. September, das Alte Wasserwerk in Lörrach besuchen: Katon, der Afro- Amerikanische Sänger der Thrash Metal Band HIRAX aus Los Angeles wird zusammen mit seinen Bandkollegen nach ihrem letzten BYH Auftritt im Jahre 2003, Deutschland wieder einmal heimsuchen...
Einmalig unter dem Motto GET THRASHED, findet die erste Metal Forces Nights PART I in den Gemächern des Alten Wasserwerkes statt. Das von den Machern des Metal Forces Festival ins Leben gerufene Projekt, hat seine Premiere mit 4 erstklassigen Thrash Metal bands aus der ganzen Welt.
Nicht nur die US-Band Hirax sondern auch die Niederländer Goddess of Desire (berühmt/berüchtigt für ihre klasse Showeinlage) sowie die aus Malta stammende Band Slit werden das Altes Wasserwerk mit tatkräftiger Unterstützung der einzigen Deutschen Formation Fatal Embrace, gebührend einthrashen.

Thrash Metal anno 2007 inklusiver visueller Kutten und Nietenzelebration der Generationen kann man also in dieser Nacht aufleben lassen. Die Metal Forces Nights werden voraussichtlich regelmäßig in halben bis dreiviertel Monatstakten stattfinden. Bei jedem MFN wird noch ein Überraschungs Gast auftreten. Je nach Motto des Abends werden neben Merchandise Ständen, Verlosungen, Autogrammstunden und viele andere specials geplant. Für die Night wird exklusiv ein Media Partner vor Ort sein, der das Treiben, die Auftritte und das Gesamtbild des Abends professionell filmt. Informationen über das Endprojekt dieser Filmaufnahme folgen dann auf der Seite www.metalforcesfestival.de . Metal Forces Festival wünscht thrashige Unterhaltung und viel Spaß bei der hautnahen musikalischen Zeitreise.

Die Ticket Preise werden im VVK die 12 Euro-Grenze nicht überschreiten. Kult Metal für wenig Geld ist hier also die Devise. Wer sich für das Event neu einkleiden will: Auf der Website findet ihr das exklusive METAL FORCES NIGHTS T-Shirt, Patches (exklusiv ) sowie weitere Goodies. Info und Tickets und mehr unter: www.metalforcesfestival.de oder im Undercover Record Lörrach.




17. Juli 2007

Platz gleich in Beschlag genommen
Initiative Spielhaus Nollingen feierte Einweihung des erneuerten Spielplatzes / Zweiter Abschnitt folgt sogleich
Von unserer Mitarbeiterin Jutta Rogge

RHEINFELDEN. "Die Kinder haben den Spielplatz sofort in Beschlag genommen, so muss es sein" , freute sich Günther Berger, einer der Initiatoren des Festes zur Einweihung des ersten Abschnitts des Nollinger Spielplatz. Es war ein langer Weg, bis die Neugestaltung Formen annahm, schon 2005 gab es Überlegungen seitens des Vereins Initiative Spielhaus e. V., Spielgeräte für den maroden Spielplatz anzuschaffen.
Vorsitzender Wolfgang Gorenflo beschrieb in seiner Ansprache, wie schnell allen die Erkenntnis kam, dass es mit einigen neuen Geräten nicht getan sein würde. "Wir sind dann mit unserer Zusage einer größeren Kostenbeteiligung vorgeprescht und haben damit das Ganze ins Rollen gebracht" , beschrieb Gorenflo den Prozess. Es bildete sich innerhalb des Vereins eine Elterngruppe, die sich um die Neugestaltung kümmerte, geleitet von Dorit Hellmich. Sie beschrieb die vielen Aktivitäten der Elterngruppe, die sich zunächst einen Plan von Landschaftsgärtner Roland Senger machen ließ und dann den SAK beauftragte, den Spielplatz zu sanieren. Hellmich dankte Roland Senger, der sich sehr für das Projekt engagierte, der Stadt Rheinfelden für die Zuschüsse und den Mitarbeitern des Bauhofs für die Unterstützung. Nicht zu unterschätzen sei das Engagement der Elterngruppe, die sowohl tatkräftig Hand anlege, andererseits aber auch Gelder beschaffte, durch die Haussammlung in der Adventszeit und durch Spendenanfragen. Viele Nollinger Vereine, Firmen und Nollinger Bürger bezeugten ihre Solidarität mit dem Projekt und zeigten dies durch ihre Spenden.

Oberbürgermeister Eberhard Niethammer lag das Projekt als Nollinger Bürger sehr am Herzen, er lobte die Kontinuität der jahrelangen Arbeit des Nollinger Spielhauses. Es sei nicht mit einer Baugenehmigung getan, wichtig sei, wie danach damit gelebt würde. In diesem Zusammenhang warb er um Toleranz der umliegenden Bewohner für das, was auf und um den Spielplatz geschieht. Dorit Hellmich und Wolfgang Gorenflo betonten, dass nun nahtlos der zweite und letzte Bauabschnitt folgt. Nach dem offiziellen Teil begann das Spielfest. Es wurde gehüpft, gebastelt und gespielt. Riesenseifenblasen begeisterten die Kleinen, die den Spielplatz sofort in Beschlag nahmen. Es gab Stockbrot, es wurde gegrillt und zum Abschluss fand eine Nachtwanderung statt. Als die Wanderer zurückkamen, erwartete sie eine große Überraschung: Über 700 Teelichter zierten den Spielplatz. Im Rahmen der Spielplatzeinweihung wurde der Startschuss für den Foto-Wettbewerb des Spielhauses für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren gegeben. Das Motto lautet: "Mein schönstes Foto von der Grün" . Bis zum 30. September können die Bilder im Spielhaus Nollingen abgegeben werden.




03. Juli 2007

Die Idee von Europa gelebt
20. Jugendspiele der Partnerstädte enden mit Multikulti-Büfett / SAK ein bewährter Partner
Von unserer Mitarbeiterin Britta Wieschenkmäper

LÖRRACH. Mit einem Multikulti-Büfett und einer Party beendeten die 180 Teilnehmer die Internationalen Jugendspiele am Sonntagabend. Am Montagmorgen traten dann die Jugendlichen, die Betreuer und die Delegationen die Heimreise in die Partnerstädte Sens, Senigallia und Chester an. Die Jugendspiele waren eine rundum gelungene Sache, lautete das allgemeine Fazit. "Petrus ist Europäer" , meinte Stefan Dieterle vom Fachbereich Jugend/Schule/Sport.
Denn entgegen aller Befürchtungen hatte Petrus für ein paar weitgehend regenfreie Tage in einer sonst eher wässrigen Zeit gesorgt. Und schlechtes Wetter hätten den Jugendspielen am meisten schaden können.

Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm dankte den zahlreichen Mitwirkenden aus den Lörracher Sportvereinen, vom Sozialen Arbeitskreis (SAK), vom Hans-Thoma-Gymnasium und der IGTS für die Unterstützung. Alles sei positiv verlaufen. Mit Sportsgeist und Fairness seien die Jugendlichen in den Wettkämpfen mit- und gegeneinander angetreten. Veranstaltungen wie diese, bei der Menschen aus den verschiedenen Ländern miteinander in Kontakt kommen, seien notwendig, um die Idee von Europa tatsächlich zu leben. James Lathem, Lord Major von Chester, und Roberto Mancini, Gemeinderat aus Senigallia, dankten den Organisatoren für ihre gute Arbeit. "Wir haben gemeinsam tolle Tage miteinander verbracht" , so Mancini. Er überreichte mehrere Bücher als Spende für die Stadtbibliothek.

Erstmals war der SAK mit in die Organisation und Betreuung der jugendlichen Gäste aus den Partnerstädten eingebunden — eine Zusammenarbeit, die sich nach Ansicht der Beteiligten schon bewährt hat. Der SAK gestaltete ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm. Am Samstag fuhren die Jugendlichen nach Basel, bei der Abschlussparty am Sonntag spielte die Band The Bulbs, die im Alten Wasserwerk probt. Als sinnvoll hat sich auch erwiesen, dass die Jugendlichen im SAK zu Mittag aßen und so nicht mittags zur Jugendherberge rauf mussten.




02. Juli 2007

Im Stadtteil ist was LOS
Zweites Stadtteilfest zum Abschluss des Förderprogramms / Starker Einsatz in Oberrheinfelden
Von unserem Mitarbeiter Valentin Ade

RHEINFELDEN. Zum Abschluss der dritten Periode des Bund/EU-Förderprogramms LOS in Oberrheinfelden wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung das Stadtteilfest gefeiert. Viel hat sich binnen drei Jahren LOS getan. Doch sind noch lange nicht alle Wünsche im einstmaligen Problemstadtteil erfüllt. "Noch ist es keine Tradition, aber das kann es werden" , so Bürgermeister Rolf Karrer bei der Eröffnung. Gute Chancen dazu hat das Fest in der für diesen Anlass
gesperrten Schwedenstraße und dem angrenzenden Spielplatz, beachtet man die Hunderte von Besuchern, die dem Angebot des Veranstalters, der IG Spielplatz Schwedenstraße, gefolgt waren.
Durch das ehrenamtliche Engagement und das Bemühen um den Stadtteil, meinte Karrer, welches mit dem Sanierungsprogramm "Soziale Stadt" begonnen hat, durch LOS gefördert wurde und in der IG Spielplatz seine erfolgreichste Ausprägung hervorbrachte, sei es gelungen den Stadtteil lebenswerter zu gestalten. "Hier ist Multi-Kulti kein Schimpfwort" , so Karrer. "Wir leben in einem Land zusammen und müssen darauf achten miteinander aus zu kommen" , so eine ältere Dame nach der internationalen Begrüßung.

Doch es gibt immer noch Missstände im Stadtteil, die durch den Bewohnerbeirat regelmäßig mit der Stadtverwaltung beraten werden. So die Schwierigkeiten mit dem Spielplatz selbst, auf dem sich nachts Jugendliche aufhalten, trinken, lärmen und Müll hinterlassen.
Am Freitag jedenfalls feierten alle Generationen friedlich miteinander. Eine beachtliche Anzahl an Partnern hat die IG während ihrer Zeit des Einsatzes für den Stadtteil und besonders für die Kinder des selbigen gewonnen. Die Kindergärten Kunterbunt und St. Josef boten den Kleinen Basteln und Kinderschminken. Beim SAK bearbeiteten die Kids Specksteine. Ein Höhepunkt vor dem stets Gedränge herrschte war das Ponyreiten, des Ponyhofs Karsau. Die Höllhooge Bruet und die Schillerschule waren fürs leibliche Wohl zuständig. Musik und Tanz kam von einer Gruppe der Musikschule, der Lehrerband "Die faulen Säcke" sowie Kindern und Jugendlichen des Tanzcenters Just Dance.

Im Spielhaus Pfiffikus stellten VHS, Bewohnerbeirat und die städtische Wohnbau ihre Arbeit vor. Die insgesamt 12 LOS-Projekte, von denen einige sehr erfolgreich auch über den Förderzeitraum hinaus bestehen bleiben werden, präsentierte die Verantwortliche des SAK Christiane Schuhen. Bis das Open-Air Kino auf dem Spielplatz dann den Schlusspunkt setzte.
Vor diesem Hintergrund strich Karrer nochmals die Leistungen der IG heraus, die unterstützt durch den Stadtjugendreferenten Günther Schmidt zur preisgekrönten, ehrenamtlichen Größe in Oberrheinfelden geworden ist.





30. Juni 2007

Raumerlebnis ganz in Holz
Kuppelbauten für Kinder

RHEINFELDEN (ja). Kuppeln zum "Bespielen und Bewohnen" entstehen gerade Tage im Spielpark auf dem Tutti Kiesi Areal. Das Gemeinschaftsprojekt der Architektenkammer Baden-Württemberg und Auszubildender in Handwerksberufen des SAK Lörrach-Rheinfelden soll Kindern den Umgang mit Architektur und Raumerfahrung näher bringen.
Drei miteinander verbundene Kuppelbauten von denen der größte 4,10 Meter
und der kleinste 3 Meter misst stehen Kindern offen.Aber nicht nur zum Spielen sind die aus Fichtenholzlatten aufgeschichteten Bauten reizvoll, auch optisch sind die Bauten schön anzusehen.




30. Juni 2007

SAK ein wichtiger Partner
Gemeinderat stimmt Leistungsvertrag und Jahreszuschuss zu

LÖRRACH (ktz). Der Soziale Arbeitskreis (SAK) hat für die offene Kinder- und Jugendarbeit und für die Gemeinwesenarbeit in der Stadt Lörrach einen hohen Stellenwert. Der wird jetzt gestützt durch einen Leistungsvertrag zwischen Stadt Lörrach und SAK, in dem auch für die Jahre 2007 bis 2011 ein jährlicher Betriebskostenzuschuss an den SAK von 361 400 Euro festgeschrieben wird. Dieser teilt sich auf in rund 281 550 Euro für das Alte Wasserwerk und 79 000 Euro für den Stadtteiltreff Salzert. Das gibt dem Sozialen Arbeitskreis Planungssicherheit. Er bekommt für dieses Jahr noch einen Nachtrag von 45 000 Euro.
Nachdem das Alte Wasserwerk nun rund zweieinhalb Jahre in Betrieb ist, ließen sich die Kosten nun verlässlich ermitteln und sowohl Kosten als auch die Leistungen, die der SAK für die Stadt erbringt,"bündeln und klarstellen", wie das OB Gudrun Heute-Bluhm im Gemeinderat formulierte.

Die in der Sitzung anwesenden SAK-Geschäftsführer, Katrin Stange und Jürgen Wiesenhütter, hörten viel Lob über die Arbeit des SAK und dessen Bedeutung für die Stadt. "Viele andere Städte wären froh, einen solchen Partner zu haben," meinte Margarete Kurfess (Grüne). Auch Hubert Bernnat (SPD) betonte, dass die Stadt gut gefahren sei in der Jugendarbeit mit SAK und Kaltenbach-Stiftung. Gisela Talke (CDU) freute sich, dass damit das Alte Wasserwerk sozusagen von der Probezeit in den Dauerbetrieb übergeht und wünschte weiterhin dieselbe Qualität der SAK-Arbeit. Werner Lacher (Freie Wähler/KuL) wies darauf hin, dass die Stadt auch den SAK "nicht unbegrenzt belasten" dürfe. Mario Perinelli (FDP) verband mit seinem Lob die Hoffnung, "dass der pauschalierte Betriebskostenzuschuss reicht." Darin beteiligt sich die Stadt auch an Personalkosten. Ein Anstieg sei bereits eingerechnet, sagte die Oberbrügermeisterin und unmissverständlich deutlich: "Dieser Zuschuss lässt keinen Spielraum für Nachverhandlungen." Der Gemeinderat beschloss den Leistungsvertrag, den Betriebskostenzuschuss sowie die überplanmäßige Ausgabe 2007 einstimmig.




27. Juni 2007

Wettkampf und Begegnung
Die 20. Jugendspiele der Partnerstädte beginnen morgen in Lörrach / Erstmals der SAK im Boot
Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Morgen, Donnerstagabend, werden an der Jugendherberge die 20. Jugendspiele der miteinander verschwisterten Partnerstädte Lörrach, Senigallia, Sens und Chester eröffnet. Bis Sonntag werden sich rund 160 Jugendliche im sportlichen Wettkampf messen und in vielfältigen Freizeitaktivitäten begegnen.

Seit vorigem Jahr sind es auch offiziell vier Partnerstädte. Da fanden die Jugendspiele zum ersten Mal im englischen Chester statt. Allerdings hatten die Briten schon zuvor mit kleineren Teams bei den Spielen hospitiert. "Sehr englisch", erinnert sich Stefan Dieterle vom Fachbereich Jugend/ Schule/ Sport, der in Lörrach die Hauptverantwortung der Organisation trägt, waren die Jugendspiele 2006.
Und er erläutert: "Es gab viel Rasensport und durchwachsenes Wetter." Da könnten sich die Briten zumindest wettermäßig den Prognosen zufolge auch in Lörrach heimisch fühlen. Aber auch sonst ist hier alles getan, damit sich Einheimische und Gäste in der Jugendherberge, wo die ausländischen Mannschaften untergebracht sind, und an den Sportstätten wohl fühlen werden.

Auf dem Programm stehen die seit etlichen Jahren bewährten Sportarten, deren Wettkämpfe auch von Vereinen und Gruppen organisiert werden, die entsprechend jugendspiel-erfahren sind: Schwimmen von Rot-Weiß Lörrach im Parkschwimmbad, Volleyball von der Volleyball-AG des Hans-Thoma-Gymnasiums unter Leitung von Pit Schmidt im Parkschwimmbad, Fußball vom FV Brombach und Leichtathletik vom TuS Lörrach-Stetten jeweils im Grüttparkstadion, Tischtennis vom TTC Lörrach in der Kreissporthalle und Basketball vom CVJM Lörrach in der Wintersbuckhalle.
Am Freitag- und Samstagvormittag von 9.30 Uhr an bis Mittag finden die Wettkämpfe statt. In bereits bewährter Weise werden die 13- bis 15-Jährigen in gemischten internationalen Teams antreten, nicht Sens oder Chester wird am Ende gewinnen sondern Team Rot oder Mannschaft Blau.

Auch das Freizeitprogramm, das erstmals in Zusammenarbeit mit dem Sozialen Arbeitskreis (SAK) vorbereitet wurde, stellt die Begegnung in den Mittelpunkt. Eric Bintz und das Team vom Alten Wasserwerk laden die Jugendlichen am Freitagnachmittag zu Klettern Kickertunrier, Rollstuhlparcours und anderem ein. Shoping und "offene Stadtbesichtigung" stehen am Samstag auf dem Programm und am Sonntag führt eine Dreilandtour die Jugendlichen zur Dreiländerbrücke nach Weil am Rhein, mit dem Schiff nach Basel und nach der Stadtbesichtigung mit der S-Bahn zurück.

Mit Europa (unter anderem Einwanderergeschichten) befassen sich die Jugendlichen am Freitag beim Europaabend. Eine "Überraschungswanderung" am Abend mit Lagerfeuer-Abschluss hinter der Burg-Rötteln ist am Samstag vorgesehen und am Sonntag die große Abschlussparty mit "Multikulti-Buffet" in der Jugendherberge.

OB Gudrun Heute-Bluhm wird die 20. Jugendspiele der Partnerstädte eröffnen und auch zum Finale kommen. Stadträte und Mitglieder der Stadtverwaltungen bilden die jeweils offiziellen kleinen Delegationen der Partnerstädte. Nachdem Maire Marie-Louise Fort (Sens) vor ein paar Tagen abgesagt hat, wird der Lord Major von Chester, James Latham, höchstrangiger Gast aus einer Partnerstadt sein. In Lörrach beginnt wieder die Tour der Spiele. Nächstes Jahr wird Senigallia Gastgeber sein, danach ist Sens an der Reihe und in Chester findet diese Runde ihren Abschluss.




27. Juni 2007

Grüne tragen SAK mit
Lob für Integrationsarbeit

LÖRRACH (BZ). Einig waren sich die Grünen in ihrer letzten Fraktionssitzung darüber, dass die Stadt Lörrach in der glücklichen Lage ist, mit dem Sozialen Arbeitskreis einen breit angelegten kompetenten Partner für die Jugendarbeit zu haben. Bei den Ferien— und den Zielgruppenangeboten hat der SAK in Lörrach in der Jugendarbeit Geschichte geschrieben. Stadt und SAK haben gemeinsam mit dem alten Wasserwerk einen Ort geschaffen, an dem Integration jeden Tag neu gelebt werden kann. Das Grundangebot für Kinder wurde erweitert um Nachmittagsbetreuung, Hausaufgabenhilfe und der Mittagstisch für die Albert-Schweitzer-Schule. Unterschätzt werde oft die Unterstützung bei den Hausaufgaben, schreiben die Grünen. Für Kinder mit Migrationshintergrund werden dadurch deren Bildungschancen erhöht. Die aktuelle Vorlage gibt beiden Partnern haushaltstechnische Sicherheit und genügend Flexibilität in Bezug auf den Leistungskatalog. Dies erscheint der grünen Fraktion wichtig. Dass die Stadt jetzt vorausschauend plant, zeige der Sachstandsbericht zur Kinderbetreuung. Es müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, um allen Kindern von Anfang an die Teilhabe an der Bildung zu ermöglichen. Die Sprachförderung müsse noch intensiviert werden, hier zeigt sich noch ein großer Handlungsbedarf. Die Grünen sehen die Stadt jedoch auf einem guten Weg dahin, heißt in der Erklärung der Grünen.




26. Juni 2007

Rock, Regen, Heiterkeit
Das Alte Wasserwerk veranstaltete von Freitag bis Samstag ein Open Air mit regionalen Bands
Von unserem Mitarbeiter Philipp Böhm

LÖRRACH. Verzerrte Gitarrenklänge hallen über das Gelände des alten Wasserwerks. Gerade hat die Lörracher Mädchenband "Keine Ahnung" zu spielen begonnen. Der Himmel öffnet derweil seine Pforten und lässt einen Regenschauer auf die Besucher nieder. Dennoch finden sich die ersten Tanzwütigen vor der Bühne ein, um dem schlechten Wetter zum Trotz ihre "Helden" abzufeiern. Das Open Air des Wasserwerks zog von Freitag bis Samstag Dutzende Besucher an.
Die einen wollten abtanzen und feiern, die anderen nur stillschweigend die Repräsentanten der regionalen Musikszene genießen. Und ein Blick auf das Programm reichte völlig aus, um festzustellen: Der einzige gemeinsame Nenner auf den sich selbige Szene bringen lässt ist wohl die allgemeine Vielfalt.
Stillstand ade, das musikalische Repertoire war so wechselhaft wie das Wetter. Da gab es traditionellen Punkrock der alten Schule von den "Living Things" , eine melodische Rock-Pop-Mischung von den "Bulbs" , ruhige Countrylieder des in Schopfheim lebenden Amerikaners Marc Wise, DJ Ossis treibende Elektrobeats oder den anmutigen Hybrid aus Hip Hop, Jazz und Funk der Lörracher Gruppe [bih’tnik]. Geboten wurden Lieder über Kaffeesucht (Rainbowfish and the Baggypants), über den Teufel ([bih’tnik]) und eine nicht ganz ernst gemeinte Warnung an alle Freunde des Alkohols von Marc Wise. Die "Bulbs" erinnerten an ihren ersten Auftritt vor einem Jahr an selber Wirkungsstätte mit "Letzter Sommer".

Auch von der anderen Seite der Grenze pilgerten einige Künstler ins Wasserwerk: Die Bands "Freakuency" und "The bianca story" aus Basel präsentierten am Samstag ihre ganz eigene Interpretation moderner Rockmusik. Den Besuchern gefiel die musikalische Mischung wohl ganz gut: Die "Bulbs" durften sich über hochgereckte Feuerzeuge freuen als sie aufgrund einer gerissenen Basssaite das Lied "Regen" mit Geige anstimmten. Der energiegeladene Auftritt der "Beatniks" gepaart mit ausdrucksstarken Reimen brachte das Publikum derart zum Kochen, dass sich einige junge Männer genötigt fühlten sich ihrer Hemden zu entledigen und die Bühne zu entern. Kollegialität wird unter den regionalen Bands auch groß geschrieben: Die Basssaite der "Bulbs" wurde flugs ersetzt, die Bands "Zorah Off" und "Rainbowfisch and the Baggypants" teilten sich gar einen gemeinsamen Schlagzeuger.




23. Juni 2007

Goetheschule baut Brücken
Infos für ausländische Eltern

RHEINFELDEN. Am Donnerstag, 28. Juni, findet um 20 Uhr ein Elternabend für alle Eltern ausländischer Herkunft mit Kindern und Jugendlichen an der Goetheschule statt.
Die Veranstaltung ist ein Kooperationsangebot der Goetheschule und des Integrationsprojektes "Familienorientiertes Coaching für Migrantinnen" des SAK in Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Anfang des Jahres haben Schulsozialarbeiterin Jentsch und die Projektleiterin Pretzsch bereits den besonderen Förderbedarf ausländischer Schüler und Schülerinnen mit dem Angebot regelmäßiger Hausaufgabenhilfe aufgegriffen. Nun soll auch für die Eltern die Möglichkeit geboten werden Fragestellungen zu klären, die sich bei der Integration ihrer Kinder in den Schulablauf stellen.

Die beiden Organisatorinnen haben sich dazu an Vertreter des Runden Tisch "Mitgemischt" der Stadt Rheinfelden gewandt und erhalten Unterstützung von Vertretern verschiedener Nationen, die sich bei Verständigungsschwierigkeiten als Übersetzer/ innen zur Verfügung stellen.

Mit der Veranstaltung sollen gezielt Informationen bereitgestellt werden, die den Eltern die Möglichkeit bieten, ihre Fragen zum deutschen Bildungssystem zu klären. Bei Interesse besteht die Möglichkeit regelmäßige Informationsveranstaltungen zu organisieren, die auch auf allgemeine Fragestellungen zum Beispiel zum Beratungsangebot oder Sprachförderangeboten vor Ort eingehen.




24. Mai 2007

Sanierung für das Haus und das Milieu
Wohnbau und SAK wollen Häuser an der Teichstraße mit einem sozialen Projekt renovieren
Von unserem Redakteur Willi Adam

LÖRRACH. "Die Immobilie ist abgeschrieben und die Menschen, die darin leben, sind es oft auch." Jürgen Wiesenhütter, der Leiter des Sozialen Arbeitskreises (SAK), fasst mit dieser zugespitzten Aussage die Situation im Wohnblock im unteren Teil der Teichstraße zusammen. Die Bausubstanz bröckelt, die Ausstattung der Wohnungen ist noch auf dem Stand des 19. Jahrhunderts und "unter diesen Voraussetzungen ist die Belegung entglitten" , wie Geschäftsführer Thomas Nostadt von der Wohnbau Lörrach GmbH einräumt.
Nun soll es eine neue Perspektive geben — für das denkmalgeschützte Haus ebenso wie für die Bewohner. Wohnbau und SAK werden in den kommenden Jahren den Block sanieren und dabei möglichst vielen Bewohnern Arbeit oder Eingliederungshilfe bieten.

Vorbilder in Neustadt und Freiburg

Die jetzt angestrebte Kombination aus sozialer und baulicher Sanierung lehnt sich an Konzepte einer Firma namens "Domiziel" an, die im Raum Titisee-Neustadt und Freiburg heruntergekommene Bauwerke saniert. Die Mitarbeiter sind Menschen, die aus der Spur geraten sind und die sich mit ihrer Arbeit auch ein Anrecht auf ein neues Zuhause erarbeiten. "Domiziel" wird als Berater in das Teichstraßen-Projekt eingebunden und der SAK setzt seiner Erfahrungen aus dem Umbau des Alten Wasserwerks ein. Ähnlich wie dort sollen über das Projekt möglichst viele Bewohner eine Beschäftigung oder wenigstens eine "Lebensstrukturierung" (Jürgen Wiesenhütter) finden. Die Bauhütte des SAK wird von Handwerksmeistern geleitet, zusätzlich werden bei diesem Projekt fünf bis sieben Beschäftigungsverhältnisse für Mieter angeboten. Details müssen mit den Sozialbehörden noch geklärt werden. Bei einer Mieterversammlung habe sich jedenfalls eine große Bereitschaft der Bewohner gezeigt, sich in das Projekt einzubringen. Als Bindeglied zwischen SAK und Mietern wird der Wohnbau-Sozialarbeiter Willi Brunen dienen. Er hat zum Beispiel schon den Kontakt zu Bewohnern hergestellt, die gelernte Maurer sind. "Diese Leute haben teilweise nur Pech gehabt" , sagt Thomas Nostadt über die Mieter. Viele Rentner mit kleinem Einkommen wohnen in den Häusern, außerdem viele Langzeitarbeitslose oder auch Obdachlose, die von der Stadt dort eingewiesen wurden. Möglichst viele von ihnen sollen auch nach dem Umbau in der Teichstraße wohnen.

Die Wohnbau wird mindestens einen siebenstelligen Betrag investieren. Wie hoch er genau ausfallen wird, weiß die Wohnbau erst, wenn Wohnung für Wohnung genau aufgenommen sein wird. Eines steht für Isolde Britz vom Tochterunternehmen Stadtbau GmbH jedoch schon fest. Nach der Sanierung wird das Baudenkmal "wieder eine Perle".




23. Mai 2007

Am Fluss hat die Fantasie freien Lauf
Ideenreicher Workshop für "Wiesionen" im Neumattquartier / Bewohner halten sich noch zurück
Von unserer Redakteurin Yvonne Weik

LÖRRACH. Das Neumattquartier kommt in Bewegung: Am Montag trafen sich in der Neumattschule um die 30 Personen, darunter Vertreter des Sozialen Arbeitskreis (SAK), der Stadt und der Schulen zu einem ersten Workshop. Gemeinsam suchten sie nach Ideen, wie ihr Quartier an der Weise gestaltet werden kann. Ein Teil des Projektes "Wiesionen".

In zwei Gruppen diskutierten die Workshop-Teilnehmer verschiedene Themen. Im Mittelpunkt stand zum einen dabei die Aktivierung der Quartiersbewohner und zum anderen die Umgestaltung im Bereich der Wiese. Unterstützung gab es von Mitarbeitern des SAK.

Eric Bintz und Birgitt Kiefer gingen mit ihrer Gruppe zunächst runter an den Fluss. Dort sollte jeder Augen und Ohren offen halten und seinen Gedanken freien Lauf lassen.

Eric Bintz und Birgitt Kiefer gingen mit ihrer Gruppe zunächst runter an den Fluss. Dort sollte jeder Augen und Ohren offen halten und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Denn diese Gruppe wollte die Gestaltung des Wiesestrands und der Wiesepromenande bearbeiten. Beim Gang entlang der Wiese wurden Ideen ausgetauscht, erste Pläne geschmiedet. Nach der Besichtigung wurde es dann im Schülertreff der Neumattschule konkret. Engagiert dabei waren nicht nur Schüler der 8. Klasse, sondern auch Britta Staub-Abt (Fachbereich Stadtplanung, Baurecht und Umwelt) und Isolde Britz (Stadtbau Lörrach).

Da staunte auch der Landschaftsplaner

Zunächst übten die Teilnehmer Kritik am Ist-Zustand. Der Autolärm störe, ans und ins Wasser zu kommen sei schwierig, Aufenthaltsmöglichkeiten fehlten. Die Liste war lang. Danach war Fantasie gefragt. "Jetzt dürft ihr rumspinnen. Alles ist erlaubt. Was wünscht ihr euch?" , regte Birgitt Kiefer an. Und die Ideen kamen: Eine Hängebrücke, ein Floß zum Übersetzen, ein Seil, ein Schwimmbecken oder ein Sprachrohr durch den Fluss. "Vielleicht könnte man Sitzstufen bauen, und einen Platz für Aufführungen" , wünschte sich Christoph Sillmann aus der 8b. Landschaftsarchitekt Donald Jacob staunte nicht nur über die Kreativität der Teilnehmer: "Die Leute sind auch auf viele realistische Sachen gekommen." Einiges davon habe er sich auch schon überlegt.

Währenddessen diskutierte die zweite Gruppe, wie man die Bewohner des Quartiers zur Mitarbeit motivieren könne. "Das Projekt bekommt nur Schwung, wenn sich viele beteiligen" , erklärte Jürgen Wiesenhütter vom SAK. Noch halten sich die Bewohner eher fern, auch dieser Workshop lockte wenige. Sprachbarrieren, fehlende Bindung ans Quartier oder zu wenig Informationen zum Projekt resümierte die Arbeitsgruppe als Gründe für das Fernbleiben. Um die Menschen zu aktivieren, wünscht sie sich ein großes Quartiersfest mit vielen Informationen. Ideen dafür wurden schon gesammelt.

Jürgen Wiesenhütter bewertete diesen ersten Workshop positiv, trotz der eher geringen Resonanz seitens der Bewohner. Viele Ideen seien entstanden, die müsse man jetzt sichten und sortieren und vor allem über weitere Schritte nachdenken. Denn das Projekt wird weiter gehen. Wiesenhütter ist sicher: "Wir kommen langsam, aber immer stärker in Gang."




19. Mai 2007

Wohnbau fördert soziale Projekte
15 000 Euro für praktische Nachbarschaftshilfe / Schwerpunkte sind Teichmatten und Salzert

LÖRRACH (BZ). Die Wohnbau Lörrach hat zu Jahresbeginn drei Aktionsfonds mit insgesamt 15 000 Euro eingerichtet, um in ihren Wohnanlagen das bürgerschaftliche Engagement weiter zu stärken. Mit dem Geld werden Ideen schneller zu Taten. "Wir hatten einen guten Start, einige Projekte sind schon auf den Weg gebracht" , berichtet Willi Brunen, bei der Wohnbau Lörrach der Mann fürs soziale Management.

Im Gemeinschaftsraum der Wohnanlage Teichmatten begann der 15 Jahre alte Bünyamin Tiryaki — honoriert aus dem Aktionsfonds — bereits im Februar, an zwei Nachmittagen der Woche mit dort wohnenden Grundschülern den Unterrichtsstoff in Deutsch und Mathematik zu vertiefen. Mit Alex Schäfer, Linda Wagner und Sedef Soyyigit sind weitere junge Helfer aus weiterführenden Schulen dazugestoßen. Das Ziel lautet, die Schul- und Bildungschancen von Kindern aus Zuwanderer- Familien zu verbessern. Seit wenigen Wochen lernen bei der Wohnbau Lörrach Mieterinnen Deutsch. In den Teichmatten treffen sich vor allem Frauen aus türkischstämmigen Familien, die es leid sind, ihren Kindern nicht bei Schulaufgaben helfen zu können oder immer wieder Dolmetscher zu benötigen. Auf dem Salzert sitzen im Gemeinschaftshaus zu einem großen Teil Spätaussiedlerinnen unter den insgesamt 20 Deutsch lernenden Frauen.
Der SAK ist an beiden Orten mit seinem Integrationsprojekt "Frauen- Wege" eingebunden, geleitet von Lili Tschapliev und Susanne Pretzsch — und bezahlt aus den Aktionsfonds der Wohnbau Lörrach. Weitere kleine und größere Vorhaben finanziert Willi Brunen aus den Fonds. Im Quartier Teichmatten ist Selcuk Dede (15) zweimal die Woche mit Eimer und Papierzange unterwegs und säubert die Wohnanlage Teichmatten — was im Quartier große Beachtung findet. In der Wohnanlage "Stadion" (Nordstadt) reparierten Eltern und Kinder gemeinsam das Weidenhaus und bauten schattige Spiel-Iglus.

Höchstgrenze 1500 Euro pro Projekt

Das SAK-Stadtteilbüro bereitet für die Kinder auf dem Salzert in den Pfingst- und Sommerferien eine kleine "Reise um die Welt" vor, farbig und anschaulich dank der Hilfe von Familien, die aus der Ferne hierher auf den Salzert gezogen sind. Zusammen machen sie sich auf, andere Länder, Kulturen, Sitten und Bräuche näher kennen zu lernen. Ein Mieter auf dem Salzert will mit Nachbarn eine Volleyball- Gruppe ins Leben rufen; nun wird geklärt, wo es einen geeigneten Platz gibt. Ihre Mitarbeit beim Bau haben sie schon zugesagt.

Willi Brunen kann für Initiativen und Projekte in den Wohnquartieren unbürokratische Hilfe versprechen und Geld aus drei Aktionsfonds: 5000 Euro jährlich liegen für das Wohngebiet Teichmatten bereit, 5000 Euro für das Wohngebiet "Oberer Salzert" und 5000 Euro in einem Gemeinschafts- Fonds für andere Wohnquartiere. Bis zu 1500 Euro gibt es für einzelne Projekte.




19. Mai 2007

Heitere Stimmung im Alten Wasserwerk
Beim "Wasserwerkfest" präsentieren sich die Abteilungen des SAK / Klettern, Kickern, Leckereien

LÖRRACH (rud). "Heute ist es hier so, wie wir es uns lange vorgestellt haben" ,schwärmte am Sonntag Herbert Sitterle angesichts des herrlichen Wetters und des Trubels, der auf dem gesamten Areal des Alten Wasserwerks herrschte. Klein und Groß feierten zusammen ein von der Sonne beschienenes, buntes Fest. Und während die Erwachsenen es sich bei der SAK- Gastronomie gütlich taten, war der Nachwuchs mit Spielen,
Kickern, freiem Klettern oder auf der legendären Seilrutsche über den Hof beschäftigt. Sitterle ist als SAK- Leiter zwar seit dem vergangenen Jahr im Ruhestand, doch zieht es ihn immer wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück, und zwar nicht bloß, weil er noch Vorsitzender des Vereins ist. Was früher ein "Tag der offenen Tür" war, heißt nun "Wasserwerkfest" , weil die Präsentation der Gebäude für den Sozialen Arbeitskreis SAK nicht mehr so im Vordergrund steht — schließlich ist die Bauphase abgeschlossen. Stattdessen wird das Soziokulturelle Kinder- und Jugendzentrum in seiner großen Ganzheit präsentiert, und im Mittelpunkt steht die Arbeit der einzelnen Abteilungen wie Sozialdienst, Bauen, Schreinerei, Kinderbüro, Stadtteiltreff Salzert oder die Rheinfeldener Gruppe. Für Marc Trautmann, der das Fest mit Hilfe vieler Kolleginnen und Kollegen federführend organisierte, ist es auch ein Dankeschön an das Publikum, mit dem es wunderbar laufe. "Wir hatten noch nie Randale, Schlägereien oder Sachbeschädigung" , blickte er auf die ersten drei Jahre Altes Wasserwerk zurück. "Es läuft alles friedlich hier."

Ob das Rotznasentheater mit dem Stück "Ach du Schreck, der Frosch ist weg" , bei dem es sich Groß und Klein auf Matten im Gelände bequem machten, die orientalisch- mittelmeer- geprägten Klänge der Basler Band "Zisa" oder die atemberaubenden Verrenkungen der Breakdancer von Mentor und Ersen — alle Vorstellungen fanden eine Menge Zuschauer. Vom Salatbüffet über Eis, Kuchen oder Würste zum Selber Grillen: Es wurde geschmaust bis alles weg war.




18. Mai 2007

Initiative wird weiter- beschäftigt
Städtische Gelder für den SAK

RHEINFELDEN (tig). Auch künftig sollen städtische Gelder an die Rheinfelder Beschäftigungsinitiative des SAK Lörrach fließen. Eine entsprechende Empfehlung gibt der Sozialausschuss, der damit sowohl neue Projekte sowie die Fertigstellung noch laufender Maßnahmen ermöglicht. Konkret geht es um die Fertigstellung des "Indianerdorfes" der evangelischen Paulus-Kindertagesstätte, die Umgestaltung des Nollinger Spielplatzes, die Instandsetzung von Spielgeräten der Kita "Bienenkorb" sowie einige Aufforstungsarbeiten.

"Wir geben zwar Geld aus, es ist aber eine Rückinvestition in die Kommune" , begründete Sozialamtsleiterin Cornelia Rösner das weitere städtische Engagement zugunsten der Beschäftigungsinitiative. Diese bietet benachteiligten Menschen die Chance, wieder in das Berufsleben einzusteigen respektive dort Fuß zu fassen. Die über den SAK Beschäftigten erfahren eine Wertschätzung ihrer Arbeit, qualifizieren sich, arbeiten geregelt und üben sich in Sozialkompetenz. Gleichzeitig werden sie so schrittweise fit gemacht für den Alltag und seine Erfordernisse. Über die Beschäftigungsinitiative ist schon so mancher wieder im "normalen Berufsalltag" angekommen und meistert sein Leben nun selbständig — auch ohne Unterstützung durch die Soli dargemeinschaft. Genau darauf zielte auch auch Cornelia Rösners Bemerkung ab, als sie von einer "Rückinvestition" sprach.Denn wer sich selbst versorgen kann, entlastet die öffentlichen Kassen. Zugleich wird die städtische Infrastruktur durch die Arbeitseinsätze der Beschäftigungsinitiative verbessert und so mancher Impuls für bürgerschaftliches Engagement gegeben. Alles Gründe für die Sozialamtschefin, dem Ausschuss die Mittelgenehmigung für den SAK zu empfehlen. Diese erfolgte einstimmig, sodass das Thema nun in den Gemeinderat kommt.





15. Mai 2007

Blicke über den eigenen Bühnenrand
14 freie und Schultheatergruppen aus der Region beim sechsten Lörracher Kindertheatertreffen / "Festival der Klassiker"
Von unserem Redakteur Daniel Gramespacher

LÖRRACH. Mehr als 200 Akteure in 14 freien und Schultheatergruppen aus dem Kreis Lörrach und Liestal sowie mehr als 1000 Zuschauern werden vom 26. bis 28. Juni beim sechsten Kindertheatertreffen "Hundert lebendige Weisen" im Lörracher Grüttpark erwartet. Für die Jugendtheatertage an den drei Abenden, ebenfalls im "Grünpalast" , werden noch Gruppen gesucht, die auftreten möchten.
"Das Treffen soll Raum bieten, um Stücke zu präsentieren, vor allem aber auch um sich auszutauschen und zu diskutieren" , umriss Kathy Wind vom Nellie Nashorn vor der Presse die Zielsetzung. Zusammen mit der Stadt Lörrach und dem Sozialen Arbeitskreis (SAK) veranstaltet das Kulturzentrum beide Festivals.

Trinational ist das Kindertheatertreffen zwar nicht geworden, mit der Musikschule Liestal ist immerhin eine Gruppe aus der Schweiz dabei. Weitere Gruppen kommen aus Lörrach, Höllstein, Herten, Efringen-Kirchen, Inzlingen, Steinen und Geschwend, berichtete Birgitt Kiefer vom SAK-Kinderbüro. Auffallend stark vertreten sind bekannte Stoffe, wie "Der Kleine Prinz" , "Die rote Zora" ,"Rotkäppchen" , "Karneval der Tiere" oder "Des Kaisers neue Kleider" , weshalb Ingrid Weinmann-Zöllin vom Nellie Nashorn von einem "Festival der Klassiker" sprach.

Besonderes Augenmerk gilt neben den Aufführungen der Begegnung von Spielern und Spielleitern. Täglich gibt es ein Gesprächsforum, bei dem weniger Kritik als Eindrücke, Erfahrungen und Tipps ausgetauscht werden sollen. Bewährt hat sich die Zusammenarbeit mit der Fachschule für Sozialpädagogik. Angehende Erzieherinnen und Erzieher gestalten jeweils von 10 bis 17 Uhr ein Spielprogramm. Birgit Vaith vermittelt am 28. Juni, 14 bis 16.30 Uhr, mit Mitgliedern des Jungen Theaters Nellie Nashorn Grundlagen des Theaterspiels; zeitgleich bietet die Schülerfirma einen Workshop mit Speed Stack und Spielen an, für den ebenfalls eine Anmeldung erforderlich ist.

Von dem Festivalbudget in Höhe von 16 000 Euro trägt die Stadt Lörrach knapp ein Drittel; weitere Gelder kommen vom Landesverband Amateurtheater sowie von Firmen aus der Region. Das Kreisjugendreferat gewährt logistische Unterstützung. Erstmals werden als zusätzliche Einnahmequelle Taschen und Mützen mit dem Logo des Treffens verkauft. All dies ermöglicht einen freien Eintritt. Gruppen sollten sich allerdings anmelden. Während nachmittags noch Kapazitäten im Weidendom frei sind, ist der Dienstagvormittag schon ausgebucht.

Für die Jugendtheatertage wird

noch mindestens eine Gruppe gesucht

Noch nicht komplett ist das Programm für die parallel laufenden, wegen anderer Zielgruppe aber gesondert ausgeschriebenen und beworbenen Jugendtheatertage. Fest steht, dass die Jugendgruppe des Freiburger Galli-Theaters "Krasser Stoff" , die Lörracher Tanztheatergruppe Kreaktiv und das Theater Arlecchino aus dem Raum Basel mit dabei sind. Vor allem für den Mittwoch wird noch eine zweite Gruppe gesucht. Für Beiträge sei auch am 26. und 28. Juni noch Luft, erläuterte Marc Trautmann vom SAK, bei dem sich Jugendgruppen oder Schulklassen aus den Bereichen Theater, Kabarett, Varieté und Zauberei unter 07621/927912 oder veranstaltungen@sak-loerrach.de melden können.

Anmeldung für Gruppen, zu den Workshops und zum Mittagessen beim Kindertheatertreffen unter 07621/9279-15, kinderbuero@sak-loerrach.de




04. Mai 2007

Fete beim Wasserwerk
Viel los für Kinder und Erwachsene / Terrasse geöffnet

LÖRRACH (BZ). Der Soziale Arbeitskreis (SAK) mit seinen verschiedenen Abteilungen lädt am Sonntag, 6. Mai, 14 Uhr, zum Wasserwerkfest mit einem bunten Programm für Klein und Groß. Um 14.30 Uhr startet das "Kreativ Tanztheater" mit eigenen Tänzen aus ihrem Stück . "H. m. g. d. l." . Um 15 Uhr spielt für Kinder ab fünf Jahren das "Rotznasentheater" seinen Klassiker " Ach du Schreck, der Frosch ist weg". Von 16.30 Uhr an gibt es Weltmusik mit der Basler Band "Zisa" , die ein musikalisches Potpourri von verschiedenen Musikstilen des Mittelmeerraumes und des Orients ist .
Nebenher können die Besucher das vielseitige Gastronomieangebot nutzen, das von Pizzabrötchen bis zum Eis reicht. Die Gastronomie des SAK öffnet ihre Gartenterrassensaison Vom freien Klettern mit geschultem Betreuungspersonal an der Kletterwand und der Seilrutsche wird für junge und ältere Kletterer viel geboten. Das Kinderbüro öffnet seinen Spielbus und lockt mit verschiedensten Spielen und der Stadtteiltreff Salzert bietet Kaffee und Kuchen an. Das SAK Wasserwerk bietet Würstchen und Stockbrot und eine Saftbar. Die verschiedenen Abteilungen geben zudem Infos rund um den SAK.




28. April 2007

"Wir unterschätzen uns oft selber"
Beim Girl’s Day erhielten Mädchen im Landkreis Einblick in technische Berufe

LÖRRACH (ouk). Marica Palmieri könnte sich gut vorstellen, ein Handwerk zu lernen: "Ja, das würde mir total Spaß machen" , sagt das schlanke Mädchen mit den langen braunen Haaren. Ihre Mitschülerin Tamara Behringer will lieber Reiseverkehrskauffrau werden. Die beiden Mädchen haben am Donnerstag im Rahmen des Girl’s Day bei der Firma Hella in Wembach in die Welt der Metallberufe hinein geschnuppert. Bei der "After-Work-Party" im Alten Wasserwerk Lörrach entspannen sie sich. Marica, Tamara und drei andere Siebklässlerinnen der Hauptschule Zell bastelten bei der Firma Hella Würfel aus Metall. Mit einer Fräsmaschine prägten sie das Motto des Tages in eine Metallplatte "Girl’s Day Hella 2007" .
Die Lehrlinge halfen tatkräftig: "Die waren voll nett!"
Die 15-jährige Lisa Hirdinger und ihre Freundin Kim König löteten bei der Firma Benninger in Zell ein kleines Lichtspiel. Außerdem erfuhren sie von den Mitarbeitern Interessantes über die Berufe einer Elektronikerin, Ingenieurin und Industriekauffrau. "Man braucht Fingerspitzengefühl" , erzählt Lisa Hirdinger über ihre Arbeit mit dem feinen Lötdraht. Bei ihrer Arbeit und einem Kreativtest entdeckten die Mädchen ganz neue Fähigkeiten an sich: "Wir unterschätzen uns oft selber" , urteilten die beiden.

Den Girl’s Day veranstaltet das Landratsamt in diesem Jahr zum siebten Mal. Mädchen sollen die Gelegenheit bekommen, einmal einen technischen oder naturwissenschaftlichen Beruf auszuprobieren. In diesem Jahr beteiligten sich fast 200 junge Frauen. Handwerker und größere Firmen, die Kläranlage Steinen und die Berufsakademie Lörrach gaben ihnen Einblick in die verschiedensten Berufe von der Informations- und Elektrotechnik über Abwassertechnik bis hin zu Handwerklichem, etwa im Kfz-Gewerbe oder im Sattlerhandwerk. Beim Projekt "Neue Wege für Jungs" schnupperten sieben junge Männer in einen sozialen oder pflegerischen Beruf hinein.

David Hildner war im Gemeindekindergarten von Mauchen. Den Kindergarten hatte sich der 14-jährige Realschüler bewusst ausgesucht, weil dort ein Ausflug geplant war. Der Tag mit den Kindern machte David Hildner Spaß. Doch als er sich mit den Erzieherinnen über ihr Gehalt unterhielt, wusste er schnell: "Der Beruf ist ja ziemlich stressig. Und dann für den Lohn? Das ist nicht so mein Ding."





25. April 2007

Ferienprogramm mitgestalten
SAK Wasserwerk Kinderbüro





13. April 2007

Spontan im Viervierteltakt
Lörrachs Rap- und HipHop- Szene trifft sich zur Freestyle- Session im Alten Wasserwerk
Von unserem Mitarbeiter Jonas Zahn

LÖRRACH. "Pumpende Beats und burnende Raps" — wer von diesen Ausdrücken so wenig versteht, wie von den Worten "fresh, tight, Flow und Beatbox" , gehört wahrscheinlich nicht zur Rap- und HipHop-Szene in Lörrach. Diese traf sich zur "Open Stage" im Alten Wasserwerk und bot einen kleinen Einblick in Lörrachs Kultur des Sprechgesangs.
Am Anfang ist noch wenig los im Café des alten Wasserwerks, wo die Freestyle- Sesssion jeden ersten Donnerstag im Monat stattfindet. Mit Freestyle ist das spontane Improvisieren über einen Beat, das heißt Musik im Viervierteltakt, gemeint.
Eingeladen ist jeder der sich am Mic, am Mikrofon, versuchen will. Gemütlich bauen die Jungs von Bihtnik die Technik auf, die aus Mischpult, Boxen, Mics und Plattenspielern besteht. Sie stellen das Equipment, da sie selber in einem Raum im Alten Wasserwerk proben.

Anschließend sitzen die Rapper und Djs mit Namen wie Dondan, Mr. Fizz, Nasty Fingers, oder Look um einen Tisch, trinken Bier und stellen Vermutungen darüber an, warum heute so wenig los ist: Ob überhaupt der erste Donnerstag im Monat sei, fragt Pete. "Vielleicht hat unser Auftritt letztes Mal die Leute auch vertrieben" , fügt der MC der Bithnik-Crew scherzend hinzu.

MC leitet sich vom englischen Master of Ceremony ab und bedeutet so viel wie Zeremonienmeister. Ursprünglich begleiteten die MCs die DJs während ihren Auftritten. Ihre Aufgabe war es, sich und die DJs vorzustellen, Witze zu erzählen und das Publikum anzuheizen. Langsam entwickelte sich der Rap zu einer eigenständigen Kunstform. Die MCs begannen vor allem über Probleme des Lebens in amerikanischen Ghettos wie Kriminalität und Drogen zu rappen. Aus diesen Wurzeln und der negativen Verstärkung des aggressiven Stils vieler Raptexte durch die Medien resultiert das oftmals negative Bild des HipHop und Raps rund um den Globus.

"Ich sehe Rap als Integrationsmittel." Peter Geiselhardt

Mit Drogen und Gewalt hat die Szene in Lörrach wenig zu tun. Hier gibt es weder brennende Mülltonnen, noch Crack-Dealer, oder Schießereien. Und nachdem doch noch eine Hand voll Leute eingetrudelt ist, die es sich auf den blauen Plastiksesseln vor dem Cypher (der Bereich, in dem gerappt wird) bequem gemacht haben, geht es schließlich gegen 10.30 Uhr los.

Den Anfang machen die sehr routinierten Bithniks, Pete und Mr. Fizz, doch nach und nach steigen auch andere Rapper ein und lassen die Zuhörer an ihrer Gedankenwelt teilhaben. Ähnlich wie beim Jazz wird hier frei improvisiert, nur dass keine Instrumente, sondern Sprache und Reime benutzt werden. Und wahrlich witzig geht es bei der Session zu: Da nimmt der eine auf, was der Vorangegangene gerappt hat, man nimmt sich gegenseitig ein bisschen hoch und selbst die Leute hinter der Bar im Café werden mit einigen Zeilen gewürdigt.

Doch was ist die Motivation der einzelnen Rapper und was verbinden sie mit dieser Musikrichtung? Für Dondan aus Weil, der im wirklichen Leben Daniel Rünzi heißt, geht es darum, "durch den Hiphop raus aus dem Alltagstrott zu kommen." Der 18-Jährige, dessen CD im Oktober herausgekommen ist, findet es schön, "den Erfolg zu sehen, wenn man sich irgendwo reinhängt." Er werde mittlerweile von einer Booking Agentur in Hamburg vertreten, die ihm viele Auftritte verschaffe. Sogar eine Tour in der Schweiz sei in Planung, bei der er eine andere Gruppe unterstütze.

Aufgenommen und abgemischt wurde Dondans Album von Mr. Fizz, der Philipp Detterer heißt und in Freiburg auf Lehramt studiert. Seine musikalische Laufbahn habe in einer Schülerband angefangen. "Das war aber mehr eine Garagenband mit Gebrüllrap" , sagt der 26-Jährige scherzend, der auch schon beim "Aftershock-Projekts" auf der Stimmen-Bühne in der Innenstadt stand. Er habe dann Pete kennengelernt, über den er zum Freestylen gefunden habe und mit dem er seitdem gemeinsam in der Band Bithnik rappe. Ziel der Bithniks, die schon vor Größen des Deutschraps wie Dendemann und RAG aufgetreten sind, sei es ein Label für den Vertrieb ihres zweiten Albums zu finden. Anschließend fügt er noch hinzu, "eine Deutschlandtour wäre auch ganz cool."

Ein ganz anderer Aspekt des Sprechgesangs tut sich bei Peter Geiselhart auf. "Rap als sein Ventil" bezeichnend, lässt der sich Smurf nennende Rapper seine Fähigkeiten als MC auch in seine Ausbildung als Erzieher einfließen. Er arbeite im Jugendzentrum in Steinen und schreibe mit den Jugendlichen dort Raptexte. Die 13- bis 18-Jährigen, meist ausländischen Jugendlichen hätten durch Rap eine Möglichkeit ihre Probleme auszudrücken. "Ich sehe Rap als Integrationsmittel" , sagt der 20-Jährige, der mit seiner Gruppe Team Babylon gerade an einer CD arbeitet.

Ein abschließendes Wort für die Hip Hop-Szene in Lörrach findet Pete a.k.a. Peter Stöcklin, der bald ein Studium als Sozialpädagoge aufnehmen wird. Er finde die Lörracher Szene gemütlich, es sei nicht so aggressiv wie in der Großstadt. "Ich finde es toll, dass man etwas zusammen macht."

Das beschreibt auch den ausklingenden Abend im Wasserwerk. Nachdem die letzten Zeilen gerappt sind, steht und sitzt man noch ein bisschen zusammen, trinkt ein letztes Bier und verabredet sich für das nächste Treffen, Konzert oder die Freestylesession.





11. April 2007

Universum des Wahnsinns
Indierock im Alten Wasserwerk

Wem am Gründonnerstag der Sinn nicht nach einem beschaulichen Einklang der Osterfeiertage stand, hatte im Alten Wasserwerk in Lörrach die Gelegenheit, einmal richtig auf die Pauke zu hauen. Dort luden nämlich die Indierockbands Revolt, Cuba Missouri und MOB zu einem Konzert, an dem ordentlich die Post abging.

Vor einem überschaubaren Publikum machte die aus drei Mann bestehende Band Revolt den Anfang. Abel an der Gitarre, Matze am Bass und Tobi hinter dem Schlagzeug, deren künstlerisches Prinzip — nach eigenen Angaben — das Chaos ist, machten ihrem Motto "Mehr Dynamit, mehr Krawall, mehr Revolt" alle Ehren. Die rockigen Songs in Kombination mit der eingängigen Stimme des Sängers lockten die ersten ihr langes Haar schüttelnden Rocker vor die Bühne und sorgten für so Gerangel unter pogenden Zuhörern.

Als nächstes stand die Band Cuba Missouri auf dem Plan, deren Name eine liebevolle Hommage an ein kleines Nest irgendwo in den Vereinigten Staaten ist. Die vier Musiker aus dem tiefen Westen der Republik verbanden in ihrem Auftritt, wie der Name der Band schon andeutet, scheinbar Gegensätzliches: Da gab es melancholische, an eine Ballade erinnernde Einlagen, die plötzlich unterbrochen wurden von regelrechten Noise-Attacken. Kurze, kompakte Nummern wurden von raumgreifenden Stücken abgelöst und immer wieder tauchten vom Keyboard begleitete Einlagen auf, deren verrückte Klänge aus einem Paralleluniversum des Wahnsinns zu stammen schienen.

Nach dieser bunten Mischung betrat die aus Dänemark stammende Band MOB die Bühne und holte noch das letzte Quäntchen Energie aus dem Publikum. Die vom Chef des SAK-Konzertbereichs Marc Trautmann als "maskuline Männer" bezeichneten Musiker entsprachen dem gängigen Klischee von harten Rockern. Gerade nach vorne ging ihr Sound und mancher Zuhörer, der nicht unbedingt zum Kreis eingefleischter Rockfans gehörte, musste sich so vorkommen als würde er von dieser Musik wie von einem Zehn-Tonner überfahren werden. Nach diesem Frontalangriff konnten sich selbst die verschwitzten Rockfans langsam auf die friedlichen Osterfeiertage einstellen.

von
Jonas Zahn




10. Februar 2007

Jugendspiele der Partnerstädte in Lörrach

LÖRRACH (ktz). Die Jugendspiele der Partnerstädte finden in diesem Jahr vom 28. Juni bis 2. Juli in Lörrach statt. Hier beginnt wieder ein neuer Vier-Jahres-Turnus durch die Partnerstädte des Kleeblatts, zu dem noch Sens (Frankreich), Senigallia (Italien) und Chester (England) gehören. Wie IGTS-Jugendwart Veit Vogel in der Mitgliederversammlung sichtlich zufrieden feststellte, werde der Sport in diesem Jahr wieder einen breiteren Raum einnehmen, als das in den vergangenen Jahren der Fall gewesen sei. Sportarten sind Basketball, Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis und Volleyball. Die Gäste aus den Partnerstädten werden in der Jugendherberge wohnen. Für den Sport soll das Parkschwimmbad ein zentraler Ort sein. Demnächst treffen sich die beteiligten Vereine erstmals.




10. Februar 2007




09. Februar 2007

JuPa feiert mit Weiler Kollegen
Licht für Skate- Park erwünscht

LÖRRACH (ouk). Die Jugendparlamente (JuPa) aus Lörrach und Weil am Rhein wollen im März gemeinsam feiern. Dies berichtete Alexander Castle vom Vorstand des JuPa Lörrach. Die Party steigt am 23. März im Jugendzentrum Altes Wasserwerk. Engagiert sind die HipHop-Band "Team Babylon" , die Rock-Band "Imago" und die Gruppe "Rather different" , die Ska und Reggae spielt. Außerdem wird Musik zum Tanzen aufgelegt.

Danny Pendt regte an, an der Skateranlage beim Grüttpark eine Beleuchtung anzubringen. Thomas Wipf von der Stadtverwaltung meinte, dies sei technisch sicher möglich, da am benachbarten Parkplatz bereits Lampen stehen. Letztlich müsse aber der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen für 2008 entscheiden, ob er dafür Geld ausgeben will.




08. Februar 2007

Campus ist Thema im Jugendparlament
Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm lädt die Jugendlichen zum Mitdiskutieren ein

LÖRRACH (ouk). Die Stadt Lörrach bezieht das Jugendparlament bei den Planungen für ein neues "Bildungsquartier" an der Baumgartnerstraße mit ein. Kürzlich diskutierte OB Gudrun Heute-Bluhm mit dem Jugendparlament über die Pläne, die die Stadt bisher für einen Campus mit Hebel- und Hans-Thoma-Gymnasium sowie Realschule entwickelt hat.

Den Kern des Campus sollen die beiden Gymnasien bilden, mit Mensa, neuen Lern- und Aufenthaltsräumen für den Ganztagsbetrieb und mit einem gemeinsamen Hochbegabtenzug. Die Baumgartnerstraße soll als verkehrsberuhigte Achse die Innenstadt mit Aichelepark und den Rosenfelspark verbinden. Umstritten ist bisher die Idee, im Rosenfelspark einen Bau für Kunst- und Musikunterricht zu verwirklichen.

Doch dieser Punkt beschäftigte das Jugendparlament nicht. Danny Pendt fragte vielmehr, ob sich der Ausbau der Schulen überhaupt lohne. Schließlich würden sich die Schülerzahlen langfristig auf heutigem Niveau einpendeln, argumentierte er. Nach Berechnungen der Stadt gab es am Hebelgymnasium und am HTG zu Beginn dieses Schuljahres 1701 Schüler. Im Schuljahr 2012/13, wenn der letzte Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums Abitur macht, werden es rund 1850 Schüler sein. Bis ins Schuljahr 2016/17 wird die Schülerzahl dann auf rund 1600 sinken. Gudrun Heute-Bluhm vermutete jedoch, dass die Schülerzahl weniger stark abnehmen werde, da immer mehr Kinder von der Grundschule auf das Gymnasium wechseln. Thomas Wipf vom Fachbereich Jugend/Schule/Sport ergänzte: "In zwanzig Jahren werden wir einen ganz anderen Schulalltag haben als heute." Da viele Jugendliche dann den ganzen Tag in der Schule verbringen würden, müsse man diese als Lebensraum gestalten.

Gudrun Heute-Bluhm berichtete, dass der Gemeinderat am kommenden Dienstag öffentlich über den neuen Campus beraten wird. Sie lud das Jugendparlament ein, auch zu nicht- öffentlichen Beratungen über den Campus Vertreter zu senden. Jugendparlamentarierin Elisabeth Weiß war bereits bei einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik.




23. Januar 2007

Europa Stimmen und Gesichter geben
Das Hans-Thoma-Gymnasium und das Jugendparlament boten Veranstaltungen zum gestrigen EU-Projekttag an
Von unserer Redakteurin Kathrin Blum

LÖRRACH. Wie sehen Jugendliche Europa — was gefällt jungen Menschen an der Europa-Idee, was können sie nicht befürworten? Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierte einen bundesweiten EU-Projekttag. Junge Europäer sollten zu Wort kommen. Auch in Lörrach war gestern Europa ein Thema — in Schulen und bei einer Podiumsdiskussion des Jugendparlaments im Alten Wasserwerk.
Nicht alle sind sich bewusst, wie viele Dinge im täglichen Leben und welche Regeln mit der Europäischen Union zusammenhängen.
Das zeigte eine Diskussion im Hans-Thoma-Gymnasium. Dass es noch nicht lange selbstverständlich ist, ohne Ausweis ins Elsass fahren zu können, schienen viele nicht zu wissen. Auch nicht, dass die EU-Verwaltung mitbestimmt, welche Inhaltsstoffe in welchen Lebensmitteln sein dürfen.

Der Landtagsabgeordnete Ulrich Lusche (CDU) besuchte gestern Elf- und Zwölftklässler des Hans-Thoma-Gymnasiums und sprach mit den Schülern über ihr Europaverständnis. "In diesem Jahr, in dem Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, sollte Europa verstärkt thematisiert werden" , sagte Lusche. Offene Grenzen und die einheitliche Währung sehen viele als Vorteil an. Stipendien und Austauschprogramme sind für die Schüler andere positive Beispiele, die für den Staatenbund sprechen.

Eine Schülerin äußerte Unmut darüber, dass auch wirtschaftlich schwache Länder Teil der Europäischen Union sind und sie von Deutschland sozusagen "ausgehalten" werden müssen. Außenpolitische Aspekte und ein friedliches Miteinander seien Gründe, die für eine Aufnahme möglichst vieler Länder sprächen, erläuterte Lusche.

Ein Diskussionspunkt in der Unterrichtsstunde mit dem Politiker war die Türkei. Einige Schüler befürworten den Beitritt, weil sie einen Standpunkt in der muslimischen Welt als vorteilhaft erachten und die Türkei als außenpolitisches und wirtschaftliches Tor zum nahen Osten sehen. Andere Jugendliche sprachen sich dagegen aus, weil ein Land, in dem keine freie Meinungsäußerung gewährleistet ist, kein EU-Land sein dürfe. Schüler warfen die Frage auf, ob sich die arabischen und muslimischen Einflüsse mit der westlichen, überwiegend christlichen, Kultur vereinbaren ließen.

Direktor Hubert Bernnat begrüßte den Besuch des Abgeordneten: "Es ist etwas Besonderes für die Schüler, einmal mit einem Politiker sprechen und Fragen stellen zu können." Viele Jugendliche dächten heute eher ökonomisch und karriereorientiert, denn solidarisch. Dahingehend äußerten sich sowohl Lusche, als auch der Politik- und Geschichtslehrer der 11b, Jörg Kraft. Deshalb sollte "mehr politische Diskussion stattfinden, auch in der Schule" . "Es muss uns bewusst werden, dass wir einige Probleme nicht alleine in den Griff bekommen können" , sagte Ulrich Lusche. Themen wie Klimawandel und Umweltschutz und Energie zählte er dazu. Die Schüler sollten ein Gefühl für die gemeinsame Verantwortung entwickeln, forderten Bernnat und Lusche.

Europa an an Beispielen festgemacht

Am Nachmittag gab Markus Häger, Verwaltungsrat bei der Europäischen Union, der Brüssler EU-Bürokratie ein Gesicht. Eigens für eine vom Jugendparlament organisierte Podiumsdiskussion am EU-Projekttag kam er nach Lörrach. Er erklärte, wie sein Tageslauf aussieht und welche Aufgaben er im Generaldirektorat für Justiz und Sicherheit übernimmt.

Gemeinsam mit OB Gudrun Heute-Bluhm, Polizist Wolfgang Grethler und Direktor Hubert Bernnat sprach er über Sicherheit an deutschen Schulen. Es ging nicht nur um Gewalt und Mobbing, angesprochen wurde auch das Jugendschutzgesetz, das in anderen europäischen Ländern nicht so streng ist wie hier zu Lande. "Länder wie beispielsweise die Niederlande legen die Verantwortung voll und ganz in die Hände der Eltern" , erklärte Häger. Dort sei man der Auffassung, dass es den Staat nichts angehe, was Erwachsene ihren Kindern vorschreiben. EU-Gesetzte in dieser Richtung seien aufgrund unterschiedlicher Werte- und Moralauffassungen nicht geplant.




16. Januar 2007

Gesehen: Change Lö-Sens

Am vergangenen Samstag, den 13.01.07, fand anlässlich des 4. Band- Austausch zwischen Lörrach und der französischen Partnerstadt Sens ein Breakdance Battle, zwischen französischen und deutschen Tänzer, statt. Der Abend wurde von der französischen Band DOPE BOYS und der Lörracher Band DIE 3 MUSKETIERE (BIH’TNIK) musikalisch untermalt.
Um 21 Uhr startete die Breakdance-Battle Vorrunde mit insgesamt 12 Tänzer. 8 deutsche und 4 französische Breaker gaben sich 1 zu 1 die Ehre. Die Tänzer wurden gemischt und traten per Losverfahren gegeneinander an. Entschieden wurde durch ein K.O.-System. Die drei Jury-Mitglieder Jimmy Nguyen- deutscher Meister in Solo (ADTV- Taff Tanzschuleverband ), Ersen Shalijane (Weltmeister im Breakdance), Mentor Shalijane (Deutscher Cup Meister), entschieden nach 3 Modi, Ausstrahlung & Tanz, Schwierigkeitsgrad (z.B. Powermove) und 6 Step (Präsentation / Performance), wer die nächste Runde erreicht. Das Finale meisterte Bougrainville Cedric (cécé) aus Sens und bekam das Preisgeld von 100 € für den ersten Platz. Den 2. Platz ergatterte sich Anton Schalnich aus Lörrach (Salzert).
Der Austausch Lö- Sense ist ein Projekt des Alten Wasserwerks Lörrach. Die Idee ist es, den Kontakt der verschieden Szenen zweier Länder herzustellen und zu vertiefen. Der Austausch findet in der Regel alle zwei Monate statt, bei dem dann ein Wochenende bereit gestellt wird. Freitag Anfahrt, meistens Samstags Konzert/Veranstaltung und Sonntag Abreise. Für die Veranstaltung Samstag Abend ist ein gemischtes Programm meist zweier Bands, eine deutsche und eine französische, geplant. Nach zwei Monaten findet die Rückbegegnung statt, bei der sich der Veranstaltungsort wechselt.
Die Veranstaltung am 13.1 hat Eric Bintz (Zuständig für Jugend & pädagogische Angebote Altes Wasserwerk Lörrach) mit der dort sesshaften Breakdance Gruppe BODYLANGUAGE gestaltet. Bei Interesse an den dort angebotenen Workshops und Kursen oder diesbezüglichen Infos, kann man sich unter www.alteswasserwerk.de informieren oder die Webseite der Gruppe BODYLANGUAGE unter www.bodylanguagecrew.de besuchen.
Zwischen Vorrunde und Finale spielte die französische Band DOPE BOYS aus Sens.
DOPE BOYS bestehend aus 2 Saxophonisten, Trompete, Bass, Gitarre, Schlagzeug und Sänger, spielen einen funkigen Sound basierend auf James Brown und Maceo Parker. Der Sänger Rudy Venet mischt selbst geschriebene Texte mit Texten von James Brown und passt sie dem Instrumentalen an. Zwischen Sprech-Gesang setzt er gelegentlich auch mal mit Beatbox ein.
Schnell merkt man, dass bei dieser, seit 6 Monaten bestehenden Konstellation die Musik und Freundschaft im Vordergrund steht.
In Frankreich ist es allgemein üblich, dass sich Bandmitglieder mit Anderen neu zusammenschließen, um gelegentliche in Bars oder Bistros aufzutreten. So spielten die Mitglieder von DOPE BOYS (Durchschnittsalter 16) auch vor der Zusammenschließung in mehreren verschiedenen Konstellationen. Die französische Musikszene ist sehr durch spontane Zusammenschließungen geprägt. Da kann es vorkommen, dass der Eine oder Andere bei der Straßenmusik eingeladen wird, bei einer Band mitzumachen, oder spontan neue Bands gegründet werden.
Als zweite Band spielten DIE 3 MUSKETIERE aus Lörrach. Die Band, bestehend aus Bass, Gesang, Schlagzeug, Gitarre, wurde von dem Sänger (Pete Stöcklin) und dem Bassisten (Sebastian Scheipers), die beide in der Band BIH’TNIK spielen, spontan und einmalig für den Abend gegründet. Gesanglich wurden sie von Sängerin Addis Buchanan unterstützt.
Die Texte und Stücke wurden hauptsächlich vom Bassisten und Sänger komponiert, wobei das Textliche teilweise von BIH´TNIK übernommen wurde, sowie auch neue Texte von Sänger Pete (CHABEZO), die teils sehr persönlich sind, oder auch nur eine Geschichte erzählen, die das Publikum einladen mitzusingen, anlässlich des Abends verfasst wurden. Musikalisch kommt das Musikstudium der einzelnen Mitglieder, die in der Jazz-Schule in Basel studieren, zu Gute.
BIH´TNIK machen seit 2001 gemeinsam Musik und arbeiten momenatn an ihrem neuen Album. Für weiter Information kann die Webseite der Band unter www.bihtnik.de besucht werden.

Benjamin Kauschinger




13. Januar 2007

Live Acts beim vierten "Change Lö Sens"
Heute Abend wird im Alten Wasserwerk trinational gerockt, getanzt und gefeiert

LÖRRACH (BZ). Die vierte Auflage des Bandaustauschs "Change Lö Sens" zwischen Frankreich und Deutschland findet heute, Samstag, im Alten Wasserwerk statt. Schon die letzten Veranstaltungen waren ein voller Erfolg, da sich die Bands aus beiden Nationen immer gut ergänzten und zusammen eine abwechslungsreiche Show auf die Beine stellten. Diesmal stehen die Live Acts "Dopboyz" aus Frankreich und die drei Musiktiere feat. Addis und Chabezo aus Lörrach auf der Bühne. Von der Body Language Crew wird ein binationales Breakdance-Battle organisiert, es gibt ein Preisgeld. Außerdem wird es neben Tanz und Musik auch Visuals und eine Fotoausstellung von Jean Philipp, einem leidenschaftlichen Fotografen aus Sens, geben. Für die Afterparty ist DJ Eniroc aus dem schweizerischen Fribourg zur Stelle, der mit seinem funky Sound wieder neuen Schwung in das Alte Wasserwerk bringen will. Einlass ist um 19 Uhr.




09. Januar 2007

Jumelage der Jungpolitiker
Jugendparlament hatte seine erste Arbeitssitzung / JuPa-Logo in Anlehnung an die Lerche

LÖRRACH (ouk/ktz)). Das im vorigen Jahr gewählte erste Lörracher Jugendparlament trat am Montagabend im Rathaus zu seiner ersten Sitzung zusammen.
Zwar hatte sich das Jugendgremium schon in einer Klausur im Schwarzwald auf die künftige Arbeit vorbereitet und auch schon über Themen nachgedacht, die erste Arbeitssitzung begann am Montagabend, just zur selben Zeit, da im Burghof der Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis Lörrach stattfand. Die Themen dieser Sitzung seien nicht so, dass Gemeinderäte unbedingt dabei sein müssten, sagte Stefan Dieterle, im Fachbereich Sport Jugend/Schule/
Sport Koordinator für das Jugendparlament. Die Termingleichheit sei also weiter nicht schlimm. Die Jugendlichen arbeiteten also ihre Agenda für diese Sitzung ab.

Das Jugendparlament hat Kontakte nach Sens geknüpft: An diesem Freitag kommen auf Einladung der Jungpolitiker Jugendliche aus der französischen Partnerstadt nach Lörrach. Dies berichtete Romina Meier bei der Sitzung des Jugendparlaments (JuPa).

Romina Meier war im vergangenen November mit zum Jumelage-Jubiläum nach Sens gereist und hatte dort erste Kontakte zu jungen Franzosen geknüpft. Vom 12. bis zum 14. Januar erwartet das Jugendparlament nun Gäste aus der Partnerstadt. Übernachten werden sie im Jugendzentrum Altes Wasserwerk. Am Samstag steht der Gedankenaustausch im Mittelpunkt. Das Jugendparlament wird den Franzosen seine Arbeit vorstellen, da sie mit dem Gedanken spielen, in ihrer Stadt eine ähnliche Interessensvertretung aufzubauen. Am Abend ist dann Party angesagt mit jeweils einer Band aus Lörrach und aus Sens.

Außerdem beriet das Jugendparlament am Montag über sein Logo, das an die Lörracher Lerche angelehnt werden soll, und legte fest, wann die Party mit dem Jugendparlament Weil am Rhein stattfinden soll: am 23. März.