Vier Frauen für Europa
Kaulquappe zum Vorzeigen
Noch keine Zusage für SAK
Herbert Sitterle: Dem Wort folgt die Tat
Mitgliederversammlung des Vereins Lörrach International
Energetisch aufgeladene Atmosphäre
Vier Frauen für Europa
Ein Wochenende für die Freunde des Schwermetalls
Vom Feld auf den Teller
Schüler lernen, wie Gemüse vom Acker auf den Teller kommt
Sprung in die tanzende Menge
Aneinander vorbei
Mit "Styles" zum Weltmeistertitel
"Nacht der Chöre" und Kulturcamp
Viel Spaß, viele Sprachen, viel gelernt
Rockige Begleitmusik zur Jumelage
Mit Elan und Freude dabei
Musik ist die Sprache, die die Jugend versteht
Der "glühende Kämpfer" tritt ab
"Man ist, wer man ist"
Vier Melodic-Punker auf dem Weg nach oben
Kopfnicken und- zerbrechen
Lörracher Band für Musica Jubila gesucht
Vier Jungs lassen die Locken rocken
Kinder & Jugend
"Zum Wort gehört die Tat"
SAK: Von der Initiative zur Institution
Und ein Löffelchen für Mexiko…
Gut was los im Wasserwerk
Ferienspaß mit Hammer und Säge
Demnächst gibt´ s auch Familientage
Beste Laune bei Nieselregen
Salzert-Bushäuschen strahlt in frischen Farben
Hundert lebendige Weisen: 27.-29. Juni
Theaterfestival öffnet sich der Jugend
Es wird wieder getrommelt im Alten Wasserwerk
SAK sucht Helfer für das Ferienprogramm
Russischer Akzent kann ein Problem sein
Genüsse für alle Sinne
Pluralisten und Grenzgänger
Neues Frauenprojekt des SAK im Alten Wasserwerk
Senkrecht die Wand hoch
Gut gesichert hoch hinaus
Multikulturelle “Stadtwette” zur Fußball-WM
Podiumsdiskussion für Jugendliche zum Thema "Globalisierung"
Kuchenverkauf des Jugendtreff Salzert
SAK hat Rapsöl im Tank
Schüler schrauben an SAK-Autos
Salzert mit neuem Blättli
3. Change Lö- Sens-Bandaustausch mit der französischen Partnerstadt
Wie hoch ist der Wert des Sozialen?
Wiesionen scheitert nicht am Wasser
Ritterschlag für “Wiesionen”
Den Fluss ökologisch aufwerten
“Die Wiese ist ein ökologisches Klassenzimmer”
Volles Haus und eine enge Entscheidung
Hier ist alles selbst gemacht
Frühe Förderung der sozialen Kompetenz ist wichtig
Damit die Freizeit ausgefüllt wird
Gesucht und gefunden
Südbaden sucht Schülerband 2006
Erst heiße Bälle, dann kühle Bäder
Salzert: große Resonanz auf Tauschbörse
SAK: Von Salsa bis zum Kanufahren
Biete Stricken, suche Jäten
Moderne Nachbarschaftshilfe
2. Change „lö“ Sens mit Samadhi (Lö) und Gaoubada (Sens) im SAK Wasserwerk
Wer will, der darf - Angebote des SAK
Viele Kinder warten auf Betreuung am Nachmittag




30. Dezember 2006

Vier Frauen für Europa
40 Jahre Sens, 20 Senigallia — das wurde groß gefeiert / In allen Partnerstädten regieren Frauen
Von Sabine Ehrentreich und Kathrin Blum

LÖRRACH. Das Jahr 2006 stand im Zeichen der Städtepartnerschaften. 40 Jahre Sens, 20 Jahre Senigallia — das wurde groß gefeiert, und die anderen Partnerstädte taten kräftig mit. In Lörrach trug der junge Verein Lörrach International maßgeblich zum Gelingen des großen Festes bei, das vor allem die Jugend intensiv einband. Damit bekam die Partnerschaftsidee in Lörrach, wo sie immer recht lebendig war, noch einmal zusätzlichen Wind unter die Flügel.

Stolze 40 Jahre alt ist die Städtepartnerschaft zwischen Lörrach und dem französischen Sens. Gerade mal zwanzig Jahre nach Kriegsende trugen Partnerschaften wie diese dazu bei, das Eis zwischen den einstigen Erbfeinden zu brechen. 20 Jahre später kam die italienische Stadt Senigallia dazu. Schließlich leben in Lörrach traditionell und gut integriert viele Italiener. Den Kreis der Städte, die alle auch untereinander verschwistert sind, schloss schließlich Chester. Im Jahr 2006 bekam auch die britische Stadt in Lörrach ihren eigenen Platz. Das Frühlingsfest von Pro Lörrach wurde zum Anlass genommen, den Chesterplatz im Herzen der Stadt einzuweihen. Mancher fremdelt noch, auch ist der letzte Durchbruch noch nicht fertig gestellt, aber der Platz mit dem markanten Hochhaus beginnt ein selbstverständlicher Teil der Innenstadt zu werden. Meerane, die Partnerstadt in Sachsen, die aber nicht ins "Kleeblatt" gehört, bekam "ihren" Platz schon früher, Sens und Senigallia sowieso. Nun ist auch dieses Kapitel abgerundet.

Ende September wurde also in Lörrach groß gefeiert, mit viel Musik und guten Worten. Im November ging’s zum Gegenbesuch nach Burgund. Beim Festakt in Sens betonten die Stadtchefinnen von Lörrach, Sens, Senigallia und Chester, wie wichtig die Umsetzung der Europa-Idee auf kommunaler Ebene sei. Die vier Städte sind übrigens nicht nur vorbildlich in Sachen Partnerschaft, sondern auch beim Thema Chancengleichheit. Mit Gudrun Heute-Bluhm, Marie-Louise Fort, Luana Angeloni und Sandra Rudd stehen vier Frauen an der Spitze — vier Frauen für Europa.

Inzwischen wird der Kreis der Städte, zu denen Lörrach Beziehungen unterhält, größer. Länger schon gibt es fruchtbare Kontakte nach Wischgorod in der Ukraine und Lublinec in Polen. 2006 kam die türkische Stadt Edirne dazu, erste Besuche gingen hin und her. Dies sind keine "offiziellen" Partnerstädte — aber Fühler von Lörrach hinaus in die Welt.




14. Dezember 2006

Kaulquappe zum Vorzeigen
Aus Anwohner- und Elterninitiative hervorgegangen: der neue Spielplatz Kanderner Straße

LÖRRACH (ktz). Vor zwei Jahren war im Rahmen des Sparkonzepts "Lörrach 10 pro" die Stilllegung des Spielplatzes an der Kanderner Straße beschlossene Sache. Jetzt ist statt dessen ein Vorzeigeprojekt entstanden. Eine Anwohner- und Elterninitiative war mit der Aufgabe des Spielplatzes gar nicht einverstanden. Es bestehe weiter Bedarf, sagte sie, engagierte sich und brachte die Stadt, Feder führend den Fachbereich
Jugend/Schule/Sport, auf ihre Seite. Auch der SAK war mit von der Partie. Gemeinsam mit den Eltern wurden Ideen entwickelt. Schließlich entstand nach den Plänen von Architekt Roland Sänger der Spielplatz Kaulquappe. Die Eltern arbeiteten einige Samstage kräftig mit. Der Werkhof modellierte das Gelände, die Stadtwerke installierten Wasserleitung und -pumpe. So entstand ein schöner naturnaher Spielplatz, der von den Kindern des Quartiers gut angenommen wird.
Bürgermeisterin Marion Dammann dankte gestern Abend allen Beteiligten für dieses Engagement. Dies sei ein Weg, der auch bei anderen Projekten beschritten werden soll, trägt er doch wesentlich dazu bei, dass sich die Nutzer mit "ihrem" Spielplatz identifizieren und ihn "hegen und pflegen" . Im Neubaugebiet Eckenbach in Haagen entstand auf ähnliche Weise ein Spielplatz.
Die "Kaulquappe" wurde schon im Sommer vom SAK-Spielbus betreut, das soll auch weiterhin geschehen, versprach Birgitt Kiefer vom SAK-Kinderbüro. Das Team gestaltete gestern Nachmittag bei Einbruch der Dunkelheit eine von Fackeln und Teelichtern erhellte Spielstunde. Kinderpunch und Brezeln gab dazu. Denn bei dieser Gelegenheit übergab Bürgermeisterin Dammann den neu gestalteten Spielplatz offiziell seiner Bestimmung. Die Ausgaben, gut 12 000 Euro von der Stadt plus Werkhof und Stadtwerke seien überschaubar und gut angelegt.




05. Dezember 2006

Noch keine Zusage für SAK
Zuerst Grundsatzdebatte

LÖRRACH (dam). Der Soziale Arbeitskreis (SAK) hat noch keine Zusage für die Finanzierung einer Stelle im Stadtteiltreff Salzert erhalten. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss stellte gestern den Antrag des SAK zurück. Zunächst soll der Gemeinderat die Gesamtfinanzierung des SAK einmal im Großen behandeln, war Konsens im Ausschuss. Ausdrücklich legte der Ausschuss dabei fest, dass die vorläufige Nichtaufnahme des Vorhabens in den Haushaltsplan für 2007 keine Entscheidung gegen das Projekt sei. Das Problem sei nicht der 15 000-Euro-Antrag für die Stelle auf dem Salzert, sondern der Überblick über die gesamte SAK-Finanzierung, die demnächst grundsätzlich geordnet werden soll, eräuterte OB Heute-Bluhm.




01. Dezember 2006

Herbert Sitterle: Dem Wort folgt die Tat
BZ-Wahl (23): Mit Jürgen Wiesenhütter hat der Diakon den SAK dahin gebracht, wo er heute ist

Viele, die in dieser Stadt im Sozialbereich tätig sind, engagieren sich weit hinaus über das, was in ihrer Stellenbeschreibung steht. Mit Herbert Sitterle soll in unserer Serie ein besonders markanter Vertreter dieser Spezies gewürdigt werden. Er hat — fast über die ganze Distanz im Duett mit Jürgen Wiesenhütter — aus ganz kleinen Anfängen Erstaunliches geschaffen. Der Soziale Arbeitskreis, der seinen Mittelpunkt seit zweieinhalb Jahren im wunderbar sanierten Alten Wasserwerk hat, entstand aus der Idee eines Professors und einer Hand voll PH-Stundenten. Was freilich in den 35 Jahren seit der Gründung daraus wurde, ist auf das Engste mit dem Namen Herbert Sitterle verbunden.
Im Engagement für die sozial Schwachen, die für den Diakon immer im Mittelpunkt seines Handelns standen, hat er keine Blessuren gescheut. Herbert, das ist der "glühende Krieger" , übersetzte Dekan Sylla bei Sitterles Abschied in den Ruhestand im September. Nomen est omen.
Freilich galt dieser Kampf stets dem Frieden, speziell dem sozialen. Als Dickkopf und Schlitzohr wurde er bei diesem Anlass gewürdigt — Etiketten, über die er sich vermutlich gefreut hat.
Natürlich nutzte Herbert Sitterle den Abschiedsabend noch einmal für eine Breitseite gegen Schieflagen in der Gesellschaft. Wer ihn kennt, hätte sich gewundert, wenn es anders gekommen wäre. Herbert Sitterle begann seine Berufslaufbahn mit einer kaufmännischen Ausbildung, fand aber bald zur kirchlichen Sozialarbeit und in Lörrach zum Sozialen Arbeitskreis. Dort ist er geblieben — 34 Jahre lang. In dieser Zeit zog der SAK aus Behelfsunterkünften in die Alte Feuerwache, wurde das Projekt immer professioneller, kam zur Kinderarbeit die Arbeit mit Jugendlichen und mit Arbeitslosen, schließlich das große und mit ungeheuer viel Eigenarbeit umgesetzte Projekt Altes Wasserwerk. Immer gab es parallel eine Vielzahl von Schauplätzen, auf denen Sitterle und sein wachsendes Team sich tummelten. Eines davon waren die kirchlichen Gremien. Hier hat Herbert Sitterle stets darum gekämpft, dass das soziale Projekt SAK ein kirchliches sei, weil er die Nachfolge Jesu versteht als praktisches Handeln — zuallererst für die, die nicht auf der Sonnenseite stehen.

Sabine Ehrentreich




29. November 2006

Mitgliederversammlung des Vereins Lörrach International
Lörrach (dr). Gut aufgehoben sind die Partnerschaftsangelegenheiten der Stadt Lörrach beim Verein Lörrach International. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung am Montag deutlich.

In den Eröffnungsworten erinnerte die Präsidentin, Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm, daran, dass der Verein für die Städtepartnerschaften Lörrachs jetzt zwei Jahre existiert. In dieser Zeit sind bereits große Projekte verwirklicht worden, sagte Heute-Bluhm anerkennend. Nicht lange ist es her, dass in der ganzen Stadt das Partnerschaftsjubiläum 40 Jahre Sens und 20 Jahre Senigallia gefeiert wurde (wir berichteten). Die Resonanz über diese Feier war riesengroß, wusste die Oberbürgermeisterin zu berichten, die erst kürzlich zum Gegenbesuch in Sens weilte.

So fiel auch der Dank des Vorsitzenden, Prof. Manfred Raupp, an die unzähligen Helfer und Sponsoren aus der Lörracher Geschäftswelt für die Veranstaltung musica jubila entsprechend euphorisch aus. Allein die Koordination der etwa 200 Jugendlichen stellte eine riesige Leistung dar, meinte Raupp und bedankte sich besonders beim SAK, dessen Jugendleiter Eric Bintz erschienen war.

Auch Elke Hach, Schriftführerin und Beauftragte für Städtepartnerschaften der Stadt Lörrach, habe sich besonders engagiert. Die Finanzierung des Großprojektes ist dank geringerer Ausgaben als veranschlagt gesichert, sagte Manfred Raupp. Der Kassenprüfungsbericht war ohne Beanstandung geblieben, worauf der Kassierer Hans Lamparter einstimmig entlastet wurde. Künftig wird jede Arbeitsgemeinschaft von zwei Personen geleitet, um den hohen Arbeitsanfall besser zu bewältigen.

Der komplette Vorstand und alle AG-Leiter mussten neu gewählt werden. Der fünfköpfige Vorstand blieb unverändert: Präsidentin Gudrun Heute-Bluhm (kraft Amtes), Vorsitzender Prof. Manfred Raupp, zweiter Vorsitz Josef Gromer, Schatzmeister Hans Lamparter und Schriftführerin Elke Hach.

Arbeitsgruppen: Sens: Joelle Bintz / Irene Hedrich; Senigallia: Christine Ableidinger-Günther / Marilia Rakow; Chester: Markus Schnabel / Bärbel Bouziane; Meerane: kommissarisch: Carola Müller; Osteuropa: Anne-Christine Heyn / Waltraud Kilian; Türkei: Galip Caliskan / Angelika Messer.




20. November 2006

Energetisch aufgeladene Atmosphäre
Überwiegend junges Publikum beim zehnten Metal Forces Festival im Alten Wasserwerk in Lörrach
Von unserer Redakteurin Daniela Buch

Ausgepowerte Bands, zufriedene Besucher und Headbanging, was das Zeug hält, bezeichneten das zehnte Metal Forces Festival, das am Wochenende im Alten Wasserwerk in Lörrach über die Bühne ging. Neun Bands aus dem In- und Ausland, Blitzkrieg, Ruffians, Metal Inquisitor, Darkmoon, Jesus Chrysler Superskunk, Bitterness, Tremors, Final Breath und Dark Fortress, traten auf und deckten so ziemlich alle Richtungen und Unterarten des Metal ab, am Freitag mit überwiegenden Kombinationen aus Death, Trash und Black Metal die extremeren Gangarten, die eine recht düstere, bald beklemmende Stimmung schafften.

Am Samstag, der besonders gut besucht war, wurde ein Hauch von Zeitreise in die 80er Jahre geboten, standen Formationen parat, die zwar sehr temporeichen, rohen und aggressiven, aber durchaus melodiösen Metal spielten. Der Boden unter den Füßen bebte, die Einrichtung vibrierte von der Wuchtigkeit des Schlagzeugs und der elektrischen Gitarren. Die Luft war aufgeladen und getränkt von einer ungreifbaren Energie, von einer dichten Atmosphäre, die sich durch den Austausch von Künstlern und Konzertbesuchern mit zunehmender Stunde weiterentwickelte.

Metal hat nach wie vor ein Publikum und der Nachwuchs steht bereits vor der Tür. Jugendliche Besucher waren an beiden Tagen deutlich in der Überzahl, dazwischen einige ältere Semester, die sich ihre musikalischen Vorlieben über die Jahrzehnte bewahrt haben. Die Besucher kommen längst nicht nur aus dem Umkreis, sogar den weiten Weg aus Spanien hatten einige zurückgelegt. Für die Bands, die bei eigenen Konzerten manchmal nur vor 60 Leuten spielen, stellte das Festival mit etwa 400 Besuchern pro Abend eine willkommene Gelegenheit dar. Und der Kontakt zur Fanbasis ist direkt und ungezwungen, nach und vor den Auftritten mischten sich die Musiker unter die Besucher, wurden selbst Publikum. Von der Nachfrage her könnte das Festival eigentlich an einem größerem Veranstaltungsort stattfinden, doch die Organisatoren wollen am Alten Wasserwerk festhalten und dem Festival einen überschaubaren Rahmen lassen. Das nächste geht übrigens demnächst in die Planungsphase.





20. November 2006

Vier Frauen für Europa
In Sens wurde am Wochenende der zweite Teil des Partnerschaftsjubiläums gefeiert
Von unserer Redakteurin Kathrin Blum

SENS. Seit 40 Jahren ist das französische Sens mit Lörrach, seit 25 Jahren mit dem italienischen Senigallia verschwistert. Im Rahmen dieser zwei Jubiläen lud Sens am Samstagabend zu einer großen Gala. Auch Gäste aus Chester, der vierten Stadt im Verbund, waren geladen. In gemütlicher Runde feierten Deutsche, Franzosen, Italiener und Briten gemeinsam. Die vier Stadtchefinnen Gudrun Heute-Bluhm, Marie-Louise Fort, Luana Angeloni und Sandra Rudd lobten das gute Miteinander.
Marie-Loise Fort betonte die Wichtigkeit der internationalen Freundschaften. Zwar liege es in der Verantwortung der jeweiligen Länderregierung, den Frieden in Europa und darüber hinaus zu erhalten, und doch sei die Rolle des Einzelnen wichtig. Die Partnerschaft zwischen "Lorak" und Sens sei eine Partnerschaft der Versöhnung. Die "Kette der Brüderlichkeit unter den vier Städten" hob sie als perfektes Beispiel für das Umsetzen der Europa Idee auf kommunaler Ebene hervor.
Es sollte sich eine gemeinsame Sprache entwickeln. Fort sieht sich dazu verpflichtet einen Beitrag, wenn er in Anbetracht der Größe Europas auch bescheiden ist, zu leisten. Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm schloss sich den lobenden Worten an und freute sich, dass aus den Partnerschaften Freundschaften geworden sind. Wie auch Marie-Louise Fort warf Heute-Bluhm einen Blick in die Vergangenheit, in der das gute Miteinander vor allem Deutschlands und Frankreichs noch keine Selbstverständlichkeit war. Mit der Feier eines so bedeutenden Jubiläums sei eine Vision wahr geworden, die Vision eines gemeinsamen Europas, erklärte die Rathauschefin.
Luana Angeloni erwähnte in ihrer Ansprache, dass endlich Rivalität, Ideologie und Herrschaftsgedanken durch Vertrautheit, Freundschaft und Solidarität ersetzt werden. Gemeinsame Perspektiven müssten entwickelt werden, dazu hätten die Partnerschaften unter den Städten einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht.

Auf vier Beinen steht es sich besser, als auf dreien: Dass Chester dazu beitragen darf, das Fundament der Partnerschaften stabil und standfest zu halten, darüber freute sich Sandra Rudd. Sie und damit die ganze Stadt, seien stolz darauf, aufgenommen worden zu sein. Alle vier Rednerinnen hoben hervor, dass es um mehr geht als um Städtepartnerschaften. Mit den vier Städten würden sich vier Völker verbinden und die Einheit Europas demonstrieren. Fernab von Brüssler Bürokratie werde die Einheit gelebt.

Der gesamte Samstagabend stand unter dem Motto Europa . Die Tische waren geschmückt mit blauen sowie gelben Kerzen und auch die Servietten waren in den Europa-Farben. Als nach den Ansprachen die Nationalhymnen gespielt wurden und sich dafür alle an den Händen hielten, spürte man die Verbundenheit ganz deutlich.

Für besondere Verdienste im Sinne der Jumelage bekamen Altbürgermeister Egon Hugenschmidt, seine langjährige Sekretärin Rita Groß, Jürgen und Joëlle Bintz sowie Gudrun Heute-Bluhm von Marie-Louise Fort eine Partnerschafts-Medaille überreicht.





15. November 2006

Ein Wochenende für die Freunde des Schwermetalls
Am 24. und 25. November findet im Alten Wasserwerk in Lörrach das zehnte Metal Forces Festival statt

Was vor fünf Jahren mit einer Hand voll Bands und etwa 200 Besuchern in den ehemaligen Räumen des SAK Lörrach begonnen hat, ist über die Jahre stetig gewachsen, ins Alte Wasserwerk umgezogen, und feiert mittlerweile ein kleines Jubiläum: Am 24. und 25. November präsentiert sich das Metal Forces Festival in der 10. Auflage. Erwartet werden dieses Mal mehr als 400 Besucher und Fanclubs wie die "Metal Maniacs Markgräflerland" und die "Headbangers Südbaden".
Auf der Bühne stehen neun internationale Bands, darunter die Formation "Blitzkrieg" aus Newcastle, Großbritannien, die für die traditionelle New Wave of British Heavy Metal steht und die schon "Metallica" zu einem Cover Song inspirierte. Außerdem amerikanischer Power Metal mit den "Ruffians" aus San Francisco, Kalifornien, und die Lokalmatadoren "Jesus Chrysler Superskunk" aus Rheinfelden, die sich dem Thrash Metal verschrieben haben.

Svea Schlageter und Daniele Milizia aus Weil am Rhein sind die Macher des Festivals und sehen die Veranstaltung noch immer als Hobby an, eines, das zwar sehr arbeits- und zeitintensiv ist, aber entsprechend auch viel Spaß machen kann. In den vergangenen fünf Jahren ist es den beiden jungen Musikfans gelungen, das Metal Forces Festival trotz unabhängiger und nichtkommerzieller Ausrichtung zu einer anerkannten Größe in der Szene zu machen, dabei internationale Aufmerksamkeit in der Branche und Fachpresse zu erringen — und ganz nebenbei die Musik aus dem Nischendasein herauszuholen.

Den bisherigen Erfolg sehen die Organisatoren als Ansporn, auch in Zukunft mit kreativen Ideen an die Umsetzung zu gehen, und eventuell den nächsten Schritt zu wagen, zum Beispiel weitere Konzerte von einzelnen Bands zu realisieren. Erste Planungen, aus dem Festival mehr als eine Veranstaltung in der Regio zu machen, sind bereits im Gange. "Wir sehen uns im eigentlichen Sinne als innovative, private Event-Organisation, mit der Motivation, Festivals und Konzerte zu veranstalten. Daher sind wir auch immer offen für neue Anregungen und für neue regionale und überregionale Kooperationspartner" , sagen sie und freuen sich auf die kommenden Konzerttage. "Mit der diesjährigen Band Besetzung, haben wir nicht nur so manchen Traum eines Besuchers erfüllt, sondern vor allem auch unseren. Wir sind stolz auf das, was wir geschaffen haben."

Daniela Buch




09. November 2006

Vom Feld auf den Teller
Ausstellung: Wissenswertes rund um heimisches Gemüse
Von unserer Redakteurin Kathrin Blum

LÖRRACH. "Gemüse — ein buntes Vergnügen" : Davon sollen Schülerinnen und Schüler überzeugt werden. In Zusammenarbeit mit dem Sozialen Arbeitskreis (SAK) hat das Landratsamt Lörrach eine Gemüseausstellung im Alten Wasserwerk organisiert, wurde sie am Dienstag von Landrat Walter Schneider eröffnet. 36 Schulklassen haben sich angemeldet und werden in den kommenden Tagen durch die Ausstellung geführt, die Lust auf gesunde Ernährung machen soll.

"Für mich war es früher eine Strafe, Kohl essen zu müssen" , erzählte der Landrat bei der Eröffnung. Zustimmendes Kopfnicken war die Antwort einer Schulklasse aus Aitern, die die Ausstellung als erstes begutachten durfte.

Dass Kinder lernen, wie wichtig Vitamine für die Gesundheit sind, hält er für eine gute Sache und freut sich deshalb über die Ausstellung. Ziel ist es nicht nur, die Kinder zum Gemüse essen zu bringen, sondern auch, ihnen zu zeigen, wie Gemüse angebaut wird, welches Gemüse überhaupt in der Region wächst und wie es auf den Teller kommt. Antworten geben bunte Schautafeln und Lernstationen. Auch ein Mikroskop steht im Ausstellungsraum: Hier können die Kinder und Jugendlichen Schädlinge unter die Lupe nehmen.

"Eine Ausstellung ist eine gute Ausstellung, wenn es viel zu sehen gibt" , sagte Walter Schneider. Dieses sei der Ausstellung im Alten Wasserwerk gelungen. Natürlich darf auch Gemüse probiert werden, es gibt frische Karotten und solche aus der Dose, die Schüler sollen Unterschiede erkennen. Für Rohkost-Freunde gibt es ein ganzes Menü aus Karotten und verschiedenen Kohlsorten.

Die Kinder dürfen, auch wenn sie keine Rohkost mögen, Detektiv spielen und herausfinden, welche Gemüsesorten über und welche unter der Erde wachsen, welche Teile der Pflanze gegessen werden und wann der ideale Zeitpunkt für die Ernte ist.

Das wüssten viele Kinder nicht mehr, weil es das ganze Jahr über ein großes Sortiment im Supermarkt gibt, erklärte Elisabeth Zeller, eine der Hauptorganisatoren, die beim Landratsamt im Fachbereich Landwirtschaft tätig ist.

"90 Kilogramm Gemüse ist ein Deutscher pro Jahr" , weiß der Landrat, "das ist nicht viel verglichen mit Menschen aus den Mittelmeerländern." Diese äßen etwa doppelt so viel Gemüse wie wir. Auch über Ernährung im Allgemeinen erfahren die Ausstellungsbesucher einiges: Wie sollte die Zusammensetzung der Mahlzeiten aussehen und wie oft am Tag sollte man überhaupt etwas essen?

Das Zielpublikum sind Schüler von der ersten bis zur neunten Klassen, für die Kleinen gibt es Möglichkeiten, spielerisch Ernährungsfragen zu klären, für größere Schüler gibt es anspruchsvollere Aufgaben. Elisabeth Zeller freut sich über die große Resonanz der hiesigen Schulen und sogar Kindergärten und hofft, das der oder die eine oder andere in Zukunft öfter und freiwillig Gemüse isst.





08. November 2006

Schüler lernen, wie Gemüse vom Acker auf den Teller kommt

Landrat Walter Schneider eröffnete getsren die Ausstellung Gemüse - ein buntes Vergnügen im Alten Wasserwerk in Lörrach. In seiner Rede betonte er die Wichtigkeit von Gemüse für die Gesundheit. Die Ausstellung fand im Rahmen der Landesinitiative Blickpunkt Ernährung statt. Veranstalter ist das Landratsamt Lörrach, Dezernat Ländlicher Raum/Fachbereich Landwirtschaft. Von gestern an werden dort Schulklassen, vom ersten bis zum neunten Schuljahr, bis 17. November, Führungen angeboten.

In der Gemüseausstellung werden Kinder über die heimische Landwirtschaft informiert. An Ständen über denAnbau in Baden-Württemberg von Gemüse, seiner positiven Wirkung auf die Gesundheit, Warenkunde und über die Zubereitung, können die Schüler erforschen, probieren und vieles lernen.

Das Ziel der Ausstellung, die ist es, den Schülern die Produktion von Gemüse in der heimischen Landwirtschaft und seinen Weg vom Acker auf den Teller transparent zu machen.

Zur Abrundung sollte nach einem Besuch der Ausstellung eine Exkursion in einen landwirtschaftlichen Betrieb folgen. Organisatorin Elisabeth Zeller hat eine sehr große Nachfrage der Schulen zu verzeichnen. Bereits jetzt sind alle Termine ausgebucht.




07. November 2006

Sprung in die tanzende Menge
Punkkonzert mit Bambix, Itchy Poopzkid und Sideshow im Alten Wasserwerk in Lörrach

Mehr als 400 Fans des Punkrock trafen sich im Alten Wasserwerk in Lörrach, um mit den Bands Bambix, Itchy Poopzkid und Sideshow das Haus zu rocken. Den Anfang machten die vier Jungs von Sideshow. Die in Lörrach und Umgebung bereits bekannte und beliebte Band hatte keinerlei Schwierigkeiten die Konzertbesucher in Stimmung zu bringen. "Es ist schön, dass ihr alle reingefunden habt zu dieser frühen Stunde" , begrüßte Frontsänger Matze um halb zehn die Besucher und eröffnete damit die Show. Danach gab es kein Halten mehr. Von Beginn an wurde vor der Bühne getanzt und natürlich auch gepogt. Sideshow hatte die Leute mit ihrem melodischen Punkrock voll und ganz im Griff und übergab nach gut einer dreiviertel Stunde das Mikrofon an die dreiköpfige Formation von Itchy Poopzkid.
Die Punkrocker aus Eislingen an der Fils gaben dem Publikum keine Zeit um zu verschnaufen. Sie legten gleich los mit ihrem "handgemachten Punkrock, der von Herzen kommt" , wie Sänger, Gitarrist und Bassist Panzer ihre Musik beschreibt. Die Zuhörer ließen sich mitreißen von den harten aber dennoch harmonischen Klängen der Musiker und tanzten dazu abermals ekstatisch vor der Bühne. So manch einer sprang auch vom Bühnenrand in die ihn auffangenden Hände des Publikums, was Panzer gegen Ende des Auftritts nachmachte und so den Weg ins Publikum fand. Seit dem fünfjährigen Bestehen der Band war dies der erste Auftritt für sie in Lörrach, jedoch sicher nicht der letzte, wie Panzer betonte.

In dem inzwischen ausverkauften Haus begaben sich als letzte Band an diesem Abend die Musiker von Bambix auf die Bühne. Die Punkrocker mit dem langen Anfahrtsweg aus Holland hatten anfangs Schwierigkeiten den richtigen Sound auf ihre Instrumente zu bekommen. Als dieser dann jedoch stimme, legten sie los mit ihrem seit Jahren bekannten Punkrock, der vor allem die einprägsame Stimme der Frontfrau Wick ausmacht. Die Band brachte trotz später Stunde noch einige Tanzwütige dazu, sich vor der Bühne wild zu bewegen.

Nach vielen Auftritten in Europa und großem Erfolg in Brasilien gaben die drei ihr Debüt im Alten Wasserwerk in Lörrach. Nach einer Stunde Verausgabung auf der Bühne beendeten sie einen gelungenen Konzertabend im rauchenden Wasserwerk. Erschöpft, aber zufrieden und mit dröhnenden Ohren machten sich die Konzertbesucher nach und nach auf den Weg nach Hause.




06. November 2006

Aneinander vorbei
JuPa und Gemeinderat

Wer Kinder hat, kennt die ganz speziellen Kommunikationsprobleme zwischen Jung und Alt. Ganz gleich wie es gemeint ist, es scheint, als spreche man nicht die gleiche Sprache. Auch das frisch gewählte Jugendparlament und der Gemeinderat kommen derzeit kommunikationstechnisch nicht recht zusammen. Beide Ebenen sprechen — in jeweils bester Absicht — aneinander vorbei. Erst neulich hatte sich der Initiator der Jugendparlamentswahlen, Tilman Fischer, in der Gemeinderatssitzung verbal vergaloppiert. Er wollte den Stadträten eigentlich nur die Enttäuschung der Jugend parlamentarier überbringen, die bei ihrer ersten Klausur auf mehr Besuch vom "richtigen" Gemeinderat gehofft hatten. Bei den Stadträten kam dies, obwohl vielleicht gar nicht so gemeint, als reichlich nassforsch an. Und umgekehrt hat Tilman Fischer die dringende Mahnung, Termine besser abzustimmen, noch nicht verinnerlicht. Sonst hätte er nicht schon wieder, diesmal zur konstituierenden Sitzung des Jugendparlaments, alle Gemeinderatsfraktionen mit der Bitte einbestellt, jeweils ein kleines Referat über die eigene Gruppierung zu halten. Abstimmen heißt nicht einfach einladen, sondern vorher anzufragen, ob eine Einladung überhaupt Sinn hat. In diesem Fall hätten sich die Jugendparlamentarier Absagen und einen gewissen Groll bei den etablierten Räten ersparen können. Der Termin der ersten JuPa-Sitzung ist für die Stadträte wegen der Vorberatungen für den Haushalt 2007 nämlich schon seit Monaten verplant. Nun wird es also wieder nichts mit der gegenseitigen Aufwartung — und keinen trifft eine Schuld. Aber wieso, fragten die grünen Parteifreunde bei Tilman Fischer an, braucht das JuPa überhaupt den Besuch der alten Damen und Herren aus dem Gemeinderat? Eben. Das Jugendparlament ist doch selber groß. Oder will es wenigstens werden.




06. Oktober 2006

Mit "Styles" zum Weltmeistertitel
Ersen Shalijani aus Lörrach errang bei der HipHop-Weltmeisterschaft in Bremen den Sieg in der Kategorie "Breakdance Solo"
Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. 2006 scheint wirklich ein "Bodylanguage-Jahr" zu sein. Zuerst hat im Juli die dreiköpfige Formation aus Lörrach die deutsche Vizemeisterschaft geholt, und Jimmy Nguyen errang den Titel im Solo. Jetzt konnte Ersen Shalijani bei den Weltmeisterschaften in Bremen einen noch größeren Erfolg erzielen. Er wurde Breakdance-Weltmeister. "Überraschend war das schon" , sagt der frisch gekürte Weltmeister, der das erste Mal überhaupt bei einer Weltmeisterschaft dabei war. Mutterseelenallein sind der 19-jährige und sein Bruder Mentor vergangene Woche nach Bremen gefahren und haben sich dort erstmal ein paar Leute gesucht, die sie unterstützen. "Wir haben mit denen viel über Tanz gesprochen, und dann hält man eben für den, der tanzt und dabei gut rüberkommt."
Ersen ist in der vollen Messehalle sehr gut rübergekommen. Schon in der "Kamikazerunde" , wo 30 Tänzer eine Minute gleichzeitig auf der Fläche waren. "Das ist schon gefährlich, da muss man sich Platz machen" , erzählt Ersen. "Und außerdem musst du auffallen, erst recht bei der anschließenden Performance jeweils zu dritt vor der Jury. "Da musst du so beeindrucken, dass sie meinen, du gehörst unbedingt in die Battle rein." Ersan zeigte Styles, das sind eigenständige Figuren, mit denen jeder Tänzer seine Persönlichkeit und seinen eigenen Stil ausdrückt.

Bei der HipHop-WM wird in den Kategorien Breakdance, HipHop und Electric Boogie um die Medaillen gekämpft. Im Breakdance-Solo traten 59 Erwachsene aus der ganzen Welt an, nur 16 kamen eine Runde weiter. Vier Breakdancer gingen beim Finale einen Tag später in die Battles, das sind direkte Kämpfe zweier gegenüberstehender Kontrahenten. Zum Schluss stand es 3:0 für Ersen. Bei der anschließenden Siegerehrung mit deutscher Flagge, Nationalhymne und Pokalübergabe konnte er noch nicht recht realisieren, dass er tatsächlich gerade Weltmeister geworden war. Danach hat er darauf ein paar Bierchen getrunken.




04. Oktober 2006

"Nacht der Chöre" und Kulturcamp
Die Partnerstädte regeln ihre internationalen Beziehungen
Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Die Partnerstädte des Vierecks Lörrach-Sens-Senigallia-Chester sind einig, dass sie ihren Kreis nicht durch weitere offizielle Partnerstädte erweitern werden. Darauf verständigten sich die Vertreter der vier Städte am Samstag in den Beratungen der Partnerschaftskommissionen.

Die Grundlage für ein Strategiepapier, in dem die internationalen Beziehungen der Partnerstädte geregelt werden, stammte aus Chester. Lörrach hatte daraus eine beschlussfähige Grundlage für das Jahrestreffen der Partnerschaftskommissionen verfasst. Demnach bleibt es bei den bestehenden Partnerstädten (auch Meerane). Die internationalen Beziehungen mit anderen Städten, an denen sich auch nicht alle Partnerstädte beteiligen müssen, werden anders akzentuiert. So gibt es "Städte-Freundschaften" , die langfristig ausgerichtet sind, wie die Beziehungen zu Wischgorod. Des weiteren können Projekt-Partnerschaften unterhalten werden, dazu zählen Schul- und Kulturpartnerschaften wie sie das Hans-Thoma-Gymnasium nach Piacenza, die Städtische Musikschule nach Bytom und Rybnik in Polen unterhält oder die noch jungen Beziehungen zu Edirne (Türkei).

Spontan äußerte die Senser Bürgermeisterin Marie-Louise Fort in der bilateralen Kommissionssitzung Interessen, sich an den Beziehungen mit Edirne zu beteiligen, da die französische Partnerstadt auch einen großen Anteil türkischer Einwohner habe.

Zahlreiche Projekte und Begegnungen wurden für das neue Jumelage-Jahr vereinbart, auch Neues angeregt. Die Sport-Jugendspiele 2007 werden vom 28. Juni bis 2. Juli in Lörrach stattfinden. Ähnlich dieser bald 20 Jahre alten Jugendbegegnung, die durch die Partnerstädte wandert, regte Jürgen Wiesenhütter (SAK) eine Kulturbegegnung der Jugend an. Modell dafür ist das Kulturcamp des SAK, das dieses Jahr in Lörrach stattfand.

Eine neue Idee kommt aus Lörrach: Am Europatag 2008 (9. Mai) wird im Burghof die erste "Nacht der Chöre" mit Formationen aus den Partnerstädten stattfinden. Lörrach International-Vorsitzender Manfred Raupp weist jetzt schon darauf hin, dass die Gäste privat untergebracht werden müssen und dafür Partnerchöre und andere Gastgeber gesucht werden.

Um die Teilnahme von Trachtenträgern aus Lörrach und Umgebung bei der großen Lord Mayor-Parade in Chester haben die britischen Partner gebeten. In Chester wird 2007 im Oktober wieder ein Fachkongress der International Police-Association (IPA) stattfinden. Darin diskutieren Polizeivertreter der Partnerstädte Fragen von Sicherheit und Prävention. Tagungen dieser Art fanden bereits in Lörrach, Senigallia und Sens statt.

Erwachsenenbildung (etwa die Tandemkurse der Volkshochschule) sind ein wichtiges Anliegen, ebenso die Messebeteiligung der Partnerstädte und der Austausch von Auszubildenden. Das Jahrestreffen der Partnerschaftskommissionen 2007 findet im Oktober in Chester statt.




04. Oktober 2006

Viel Spaß, viele Sprachen, viel gelernt
BZ-UMFRAGE bei Jugendlichen des "Jubila Musica" -Projektes

LÖRRACH. Von Freitag bis Sonntag feierte Lörrach mit seinen Partnerstädten ein großes Freundschaftsfest. Zum Musikprojekt "Musica jubila 2006" reisten 240 junge Leute aus Sens, Senigallia, Chester und aus den polnischen Städten Bytom und Novy Sacz an. Sie traten in der "Jungen Philharmonie der Musikschulen" und im Symphonischen Blasorchester auf. Im Alten Wasserwerk sorgten Jugendbands aus den Partnerstädten für Party-Stimmung. BZ-Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusele fragte junge Musiker, wie ihnen die Tage in Lörrach gefallen haben. Elisa Giacomelli (21, Klarinettistin aus Senigallia, Blasorchester): Es hat mir sehr gefallen. Die jungen Deutschen waren sehr freundlich zu uns.
Wir hoffen, dass eine junge Band aus Lörrach nächstes Jahr zu uns nach Italien kommt. Uli Winzer war ein sehr guter Dirigent. Als wir am Mittwoch ankamen, war er da und hat uns empfangen. In nur zwei Tagen haben wir unter seiner Leitung richtig gut zusammen gespielt.
Cynthia Vettivelu (14, aus Sens, Violine in der Philharmonie): Es war ein bisschen kurz. Wir haben viel geübt, den ganzen Tag. Wir haben viel gearbeitet, aber auch unseren Spaß gehabt. Das fand ich gut.

Alexandre Melia (17) und Delphine Landon (18, beide aus Sens, Blasorchester): Wir waren acht Musiker aus Sens. Zwei spielten Flöte, zwei Klarinette, zwei Saxophon und zwei Xylophon. In einem Orchester mit 60 Leuten zu spielen, das war ein tolles Erlebnis!

Dirk Mokry (Hornist aus Lörrach, Philharmonie): Zuerst wollte ich nicht mitspielen, denn die Proben waren unter der Woche und ich musste arbeiten. Aber sie haben einen dritten Hornisten gesucht. Ich habe schon im Projektorchester der Musikschulen mit Leuten aus Novi Sacz gespielt; das war im Juli beim Musikwettbewerb in Ripnik. Es war ein wunderbarer Spaß wieder zusammen zu spielen.

Tomasz Cerbe (Kontrabassist aus Novy Sacz, Philharmonie): Ich bin sehr zufrieden. Ich habe auch in Ripnik gespielt und einige deutsche Musiker wieder getroffen. Wir haben viel geprobt. Bei der Jugendherberge haben wir etwas Sport getrieben und wir haben Lörrach besichtigt.

Lidia Michalik (Cellistin aus Novy Sacz, Philharmonie): Ich habe viele Leute, die ich von Ripnik kannte, wieder getroffen.

Hannah (13, aus Chester, Blasorchester): Wir probten mit Deutschen, Italienern und Franzosen zusammen. Vier Sprachen, das war interessant. Wir haben uns gegenseitig geholfen.

Clare (20, Trompeterin aus Chester, Blasorchester): Der Dirigent konnte die Sprachen gut. Nach unserem ersten Auftritt am Freitag in Wollbach haben wir getanzt. Wenn du tanzt, brauchst du nicht zu reden. Wir haben auch Freunde gefunden. Leute, die Trompete spielten, so wie wir: den Tobias und den Dominik und noch ein paar andere.

Donimik Wagner : (14, Trompeter aus Lörrach, Blasorchester): Es hat saumäßig Spaß gemacht. Mit den vielen Sprachen, das war ein Abenteuer. Es war eine total gute Gemeinschaft. Nach unserem Auftritt in Wollbach, beim Abbauen, ging auf einmal das Licht aus. Dann ging Partylicht an. Wir haben lange getanzt, es hat echt Spaß gemacht.




04. Oktober 2006

Rockige Begleitmusik zur Jumelage
Bands aus Chester, Sens, Senigallia und Lublinec zu Gast im Alten Wasserwerk
Von unserer Mitarbeiterin Kornelia Schiller

LÖRRACH. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Drums, Akkordeon, Violinen und Gitarren wurde am Freitagabend im Alten Wasserwerk das Jumelagejubiläum musikalisch gefeiert. Nachwuchs-Rockbands aus Chester, Lublinec, Sens, Senigallia und Lörrach zelebrierten mit den jugendlichen Besuchern ein "Musica jubila" , bei dem unterschiedliche Kulturen und Musikstile auf einander trafen.
Einträchtig feierten die Jugendlichen noch lange nach Mitternacht im Alten Wasserwerk, dem Jugendkulturzentrum in Lörrach. Hier zelebrierten die Besucher den interkulturellen Rockmusikaustausch. Polnischer Rock traf auf französischen Folk, italienischer Grunge auf deutschen Hip-Hop und englischen Inselrock...

Anlässlich der Partnerschaftsfeier hatte die Stadt mit dem Verein "Lörrach International" ein musikalisches Jubiläumsfest organisiert. Junge Musiker unterschiedlicher Musikrichtungen waren zu Gast in Lörrach. Die 25 Rockmusiker aus Frankreich, Italien, Polen und England waren im Alten Wasserwerk untergebracht und hatten am Freitagabend großen Spaß daran, ihre Musik dem deutschen Publikum vorzustellen.

Den Auftakt des interkulturellen Konzertabends machte die polnische Band "The spotted hoo-doo" . Hier trafen klassische Violinmelodien auf handgemachten Rock. Den typischen englischen Inselrock stimmte dann die junge Nachwuchsband "Blue Vinyl" aus Chester an. Mit Coverversionen von Oasis und selbst komponierten Songs setzte Frontfrau Katie Akzente.

Breakbeats und Reime präsentierte das "Team Babylon" , eine Lörracher Hip- Hop-Band. "Wir geben uns die größte Mühe, das Hip-Hopper-Klischee zu erfüllen" , scherzte Moritz Blank, einer von vier Sängern, noch kurz vor seinem Auftritt. Die fünf Jungen entsprechen dem Klischee aber nur hinsichtlich der Kleidung, ansonsten überzeugten sie mit Texten, die Tiefgang hatten.

Nach "Team Babylon" bestieg die französische Band "Les petits bonommes" die Wasserwerkbühne und brachte das Publikum mit Folk- und Polkarhythmen zum tanzen und schwitzen. Vor allem Frontmann Yannick brillierte nicht nur mit seiner rauchigen Stimme, sondern auch mit allerlei komödiantischen Talent. Das Publikum ließ ihn, Geigerin Aline und Akkordeonspielerin Anaïs nur widerwillig gehen. Wenig später gab es aber ein Wiedersehen, als alle Bands zusammen ihre gemeinsam im Workshop erarbeiteten Musikstücke dem Publikum vorstellten. Da rappte "Mo" Moritz Blank zusammen mit Katie, der englischen Frontfrau. Die Geigerinnen der polnischen Band geigten zusammen mit ihrer französischen Kollegin Aline und auf den Drums trommelte ein englischer Schlagzeuger. Musik international sozusagen.

Den rockigen Abschluss des Jumelagekonzertes gestalten die italienischen Jungs von "The perfect guardaroba" Die fünf jungen Herren aus Senigallia begeisterten das Publikum mit harten Rock-´ n´ -Roll-Rhythmen. "Die Musik verbindet alle" sagte Eric Bintz, Organisator des Konzertabends. Er hofft, dass sich solch ein musikalischer Jumelage-Abend in Zukunft wiederholen lässt.




29. September 2006

Mit Elan und Freude dabei
"Junge Philharmonie der Musikschulen" probt intensiv am Konzertprogramm "musica jubila"
Von Barbara Ruda

LÖRRACH. Die Turnhalle der Hebelschule ist gerammelt voll — aber nicht mit Sportschülern, sondern mit vorwiegend jungen Musikern. Eng an eng sitzen und stehen fast hundert von ihnen im Halbkreis um ihren Dirigenten Klaus Kunzmann und horchen aufmerksam zu, wann ihr nächster Einsatz ist.
Gestern Abend musste das Programm stehen, obwohl die intensive Probephase der Städtischen Musikschule Lörrach für das Orchesterprojekt "Junge Philharmonie der Musikschulen" doch erst vorgestern begonnen hatte. Am Wochenende wird es eine musikalischen Rundreise durch die Nationen der Partnerstädte — thematisch zur Feier des Jumelage- Jubiläums passend — präsentieren. Am Mittwochabend hatten noch die 30 Gäste aus Bytom gefehlt, die erst in der Nacht auf Donnerstag in Lörrach ankamen,
aber gestern Vormittag war das Orchester dann komplett mit einem Senser, fünf Chesteranern, 40 Teilnehmern aus Lörrach, Weil und Rheinfelden sowie 19 Schülern der Musikschule Nowy Sacz. Letztere waren erst ganz spät nach einem gemeinsamen Projekt mit der Lörracher Musikschule ins gemeinsame Boot gekommen. Statt wie ihre Kollegen aus den anderen Städten, welche die Noten aus Lörrach bereits Anfang des Jahres zugeschickt bekamen, erhielten sie sie erst in den Sommerferien. Wie die Schulleiter Witold Buszek und Katarzyna Kierzkoswka erzählen, haben sie sich deswegen mit Feuereifer ans Proben gemacht und gerne viel Freizeit investiert. Wie die anderen jungen Musiker sind sie dementsprechend "perfekt vorbereitet " nach Lörrach gekommen, wie Musikschulleiter Georg Weiss begeistert berichtet.

Das Programm, das heute Abend in Schopfheim komplett und morgen, Samstag, beim Galaabend im Burghof noch einmal in Ausschnitten gespielt wird, sei für alle Register sehr schwer, aber auch sehr interessant. Es stünde eher einem Profi- als einem Jugendschulorchester an, so Weiß weiter. "Toll, wie sie das geschafft haben" , lobt er die Musiker, "so hatten wir das gar nicht erwartet. Das kann man nicht hoch genug schätzen." "Dem Anlass würdig" , fügen die beiden Gäste aus Nowy Sacz noch hinzu.

Drüben in der Sporthalle sind derweil die Jugendlichen konzentriert und mit Elan bei der Sache. Obwohl sie in den meisten Fällen die Sprache des anderen nicht können, haben sie sich sofort verstanden. Und sie verstehen auch die Anweisungen von Klaus Kunzmann. "Musik kennt eben keine Grenzen" , bemüht Georg Weiß einmal mehr das geflügelte Wort. "Sie ist eine universale Sprache."





28. September 2006

Musik ist die Sprache, die die Jugend versteht
Projekt "musica jubila 2006"

LÖRRACH (seh). 240 junge Musiker und Musikerinnen aus Lörrach und Sens, Senigallia, Chester und dem polnischen Bytom machen Musik und bereichern damit das bevorstehende Jumelage-Wochenende. Gestern sind die jungen Leute aus den Partnerstädten und aus Bytom angereist, nach der Begrüßung gab´ s am Abend gleich die erste Probe. Schließlich sollen bis zum Galaabend am Samstag die multinationalen Orchester ihre Repertoires beherrschen. Georg Weiß leitet das Sinfonieorchester, Uli Winzer das sinfonische Blasorchester, Christoph August die Bigband; die Sparte Rock und Pop erwartet im Alten Wasserwerk ein Workshop, auch hier ist das Ziel, zu einem gemeinsamen Stück zu kommen. Für alle gibt es neben der Arbeit am Auftritt ein Programm, das ihnen zum Beispiel mit einer Stadtralleye Lörrach und mit einem Museumsbesuch das Dreiland näher bringen soll, aber auch den Europagedanken; das es ihnen erlaubt, Freundschaften zu schließen und gemeinsam zu feiern.

Organisiert hat das große Jugendtreffen der Verein Lörrach International mit seinem Vorsitzenden Manfred Raupp, der sich dabei auf die Unterstützung der Stadt mit Stefan Dieterle und Thomas Wipf und des SAK mit Eric Bintz verlassen konnte. Stefan Peschke vom Innocel ist ebenfalls dabei, er erläutert am Freitag das Projekt Europe Trainee und zieht damit die Ebene Partnerschaft und Wirtschaft ein. Ein "Multikulti-Essen" findet an der Gewerbeschule statt. Die Jugendlichen werden viel gemeinsam erleben, aber ihr musikalisches Können auch der Öffentlichkeit präsentieren — bei der Gala natürlich, aber auch bei einem öffentliche Popkonzert am Freitagabend im Alten Wasserwerk. Das Herbstfest werden sie nutzen, um auf den Plätzen "ihrer" Städte Musik zu machen.

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, erläuterte Stefan Dieterle beim Pressegespräch, die interkulturelle Kompetenz zu stärken. Das Projekt ist "ehrgeizig" , sagt Thomas Wipf als Fachbereichsleiter Jugend/Schule/Sport, und es ist ein Kraftakt. Ohne die Unterstützung von Sponsoren, betont Manfred Raupp, wäre es nicht zu verwirklichen gewesen.




25. September 2006

Der "glühende Kämpfer" tritt ab
Herbert Sitterle mit einer großen Feier beim SAK verabschiedet / Viele Eigenschaften liebevoll beleuchtet
Von Barbara Ruda

LÖRRACH. Mit einem stimmungsvollen Fest ist am Freitag Herbert Sitterle nach 34 Jahren als Diakon und Geschäftsführer beim Sozialen Arbeitskreis (SAK) in den Ruhestand verabschiedet worden.
Vertreter von Stadt und Land, dem Dekanat der Evangelischen Landeskirche, dem Diakonischen Werk Baden sowie Weggefährten sagten Danke und würdigten bei dem fünfstündigen Abend seine Lebensleistung. Da Herbert Sitterle, wie Dekan Sylla feststellte, im wahrsten Sinn des Wortes Gott und die Welt kenne, kam, was in dieser Welt Rang und Namen hat, zu seinem Abschiedsfest. Und Gott? Der Glaube an ihn war die Quelle, aus der Herbert Sitterle wie auch sein Kollege Jürgen Wiesenhütter immer schöpfte.
Aber dabei beließ er es nicht: Mit seiner Maxime, das Religiöse müsse zur Erde kommen und in den Herzen Wurzeln schlagen, sei seine Existenz immer eine wahrhaft diakonische gewesen, sagte Jürgen Rollin, der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Baden. Dafür überreichte er das Kronenkreuz in Gold.

Reinhold Sylla, sein Dienstvorsitzender, der diese Rolle nach eigenen Angaben de facto nie spielen musste, sondern sich als Beichtvater und Freund sah, übersetzte den Namen Herbert, zusammen gesetzt aus "heri" und "berat" , bezeichnender Weise mit "glühender Krieger" . So habe Herbert gekämpft — nicht bloß für den SAK, sondern für die Menschen. Viele Eigenschaften und Facetten von Herbert Sitterle wurden von den Rednern beleuchtet: seine Dickköpfigkeit (Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm), Schlitzohrigkeit, Hartnäckigkeit und unwahrscheinliches Engagement (der Gründer des SAK, Prof. Dr. Dieter Walter), Direktheit und Hemmungslosigkeit (Jürgen Wiesenhütter) Milde und Fürsorglichkeit (Mitarbeiter der Schreinerei).
Das Geheimnis ihrer kongenialen Zusammenarbeit lüftete Jürgen Wiesenhütter, der das Abschiedsfest auch moderierte: "Wir haben uns hemmungslos toleriert und akzeptiert, und haben Konflikte unter dem Motto ´ Keine Feigheit vor dem Freund´ immer gemeinsam ausgetragen." Wie eigentlich alles, was am Freitagabend gesagt wurde, klang das sehr ehrlich.
Kritische Worte zum Abschied...
Da passte es auch, dass Herbert Sitterle, der nie mit seiner Meinung hinterm Berg gehalten hat, seine Abschiedsrede dazu nutzte, noch einmal laut und öffentlich zu sagen, was ihn wütend macht. Zum Beispiel, dass die Gesellschaft immer noch nicht in der Lage sei, mit dem Problem der Arbeitslosigkeit fertig zu werden. Dass die südbadischen Bauunternehmer dagegen protestiert hatten, dass die SAK-Beschäftigungsinitiative die Pestalozzischule entkernt, ja dass sogar untersagt wurde, sich an der Ausschreibung dafür zu beteiligen, und dass das Landratsamt in letzter Zeit nicht mehr so oft mit dem SAK zusammenarbeitet, was wohl daran läge, dass man sich mit leeren Kassen nicht getraue, zu denken. Er hoffe, dass sich das ändere, so Sitterle. Die Kirchenvertreter forderte er auf, öfters über den Tellerrand zu schauen. Versöhnliche Töne dann am Ende: Mit 60 Jahren sei für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen abzutreten, und mit Katja Stange habe er eine "fitte Frau" als Nachfolgerin.

Da der scheidende Diakon auch ein begeisterter Sänger ist, erklang zwischen Sektempfang und Disco viel
Musik — von der Gruppe "Just Jazz" über Hansjörg und Steffi Leible (Schlagerparodie), Traudel Kern und eine Gruppe des Sozialdiensts (Lagerfeuerlieder zum Mitsingen) sowie Samuel & Bernd. Liebevolle Geschenke gab es von den SAK-Initiativen, und von der Fußballgruppe "Herbert Sitterle Memorial" ein Ehrenspielführertrikot. Die Initiative Bauen bestückte eine Bank mit kleinen Messingtafeln und markanten Daten aus 34 Jahren. Ansonsten hatte er sich Spenden für ein Baumhaus für den Abenteuerspielplatz beim Alten Wasserwerk gewünscht.




19. September 2006

"Man ist, wer man ist"
"Sound from LÖ" im Alten Wasserwerk in Lörrach war wieder das Party-Ereignis der Stadt
Von Barbara Ruda

Nach dem facettenreichen Stilmix von Jazz, Ska, Reggae und HipHop bei der gelungenen Premiere von "Sound from Lö" vor Jahresfrist, hatten Tilman Scheipers und Niklas Müller für die zweite Auflage nachgegraben, was es in Lörrach neben den Formationen, die sich in der Regio schon einen Namen gemacht haben, noch für gute Musik gibt. Und sie sind fündig geworden. Die "Newcomer" CH3Crew und "Kraftpop" spielten am Samstagabend vor den Zugpferden "Sideshow" und "bih´ tnik" , und sie machten dabei eine wirklich gute Figur.
"Eine Hammermischung" , fanden auch viele Besucher im Alten Wasserwerk, und so wurde "Sound from LÖ" wieder zu dem Party-Ereignis der Stadt, als das es seit vergangenem Jahr gepriesen wurde.

Viele der insgesamt 500 Gäste tummelten sich mal im Wasserwerk (zum Abtanzen), mal davor (zum Schwätzen) und so wurde die Aufforderung "Vielleicht kommen die Leute von draußen ja auch noch rein" zum meistgesprochenen Satz auf der Bühne. Die ersten drei Bands begannen vor relativ leerem Saal, was sich aber immer schnell änderte, weil sich alle Musiker so richtig ins Zeug legten. Angeheizt und zum Bouncen gebracht wurde die Menge, von der HipHop-Formation CH3crew, die vor allem bei der Reimnachten-Party im Burghof auf sich aufmerksam gemacht hatte. "Wir texten euch zu mit unendlichen Lines" , drohten Sina und Philipp gleich zu Beginn. Kein Wunder, denn Philipps Kopf war, wie er weiter dichtete, voll wie ein nasser Schwamm. Dem Mann konnte geholfen werden. Weil Jonas, der dritte Mann der CH3Crew — just auf dem Weg nach Neuseeland — , fehlte, mussten auch die Zuhörer mal ran. "Man ist wer man ist" schrien sie so richtig mit Power Richtung Bühne.

Die Party war also schon in vollem Gange, als die Gruppe "Kraftpop" ihrem Namen alle Ehre machte. Die kraftvolle Mischung aus gitarrenlastigem Rock, Punk und Pop mit deutschen Texten wurde hie und da mit einer Prise Ska oder an die Neue-Deutsche-Welle-Legende "Ideal" erinnernden Keyboardlinien verfeinert und fand durchaus ihre Fans. Manche sangen sogar schon mit Frontmann Hanjo die Texte von "Langweilig" oder "Alte Zeiten" mit. Danach rockten "Sideshow" das Alte Wasserwerk mit Punkrock vom Feinsten. Im Handumdrehen brach eine wilde Pogerei vor der Bühne aus, und einzelne versuchten sich im "Stage diving" . Obwohl dem Quartett nach eigenen Angaben aufgrund der schwarzwäldlichen Abgeschiedenheit jegliche Außeneinflüsse fremd sind, hörte man schon eine gewisse Verwandtschaft beispielsweise mit "Green Day" heraus. Und wenn Matthias Alsdorf einen Refrain besonders rau herausschrie, war auch ein Quäntchen Grunge mit im Spiel.

Weit nach Mitternacht und mit einer Stunde Verspätung enterten schließlich die Mcs mr. fizz und chabezo von bih´ tnik mit ihrer neuen Begleitband, das sind Bafti Baff am Bass und Daniel am Schlagzeug, die Bühne und brachten in ihrer gewohnt wortgewandten Virtuosität Botschaften an Mann und Frau. "Alle Ladies gebt mir ein Ja, alle Typen, gebt mir ein Yes, hallo Lörrach, seid ihr alle da, dann wird die Party fresh" , reimten sie spontan. Und angesichts der fröhlich hüpfenden Menschen und der unzähligen gen Decke gereckten Arme im Saal war letzteres überhaupt keine Frage.




14. September 2006

Vier Melodic-Punker auf dem Weg nach oben
Die Band Sideshow bei "Sound from LÖ" im Alten Wasserwerk
Von Christina Acker

Melodic Punk, mit dem jedoch sehr experimentierfreudig umgegangen wird: Das ist die Musik, die von Sideshow zu hören ist. Die vierköpfige Band ist auf dem Weg, sich in der deutschen Punkszene einen Namen zu machen. In der Region Lörrach kennt man die vier Punkrocker schon seit längerem. Regelmäßig sind sie zu Gast im "Irrlicht" in Schopfheim oder im "Kaffcafé" in Rheinfelden. Aber auch über die badische Landesgrenze hinaus war Sideshow schon zu hören.
Bis nach Frankfurt, Hannover und Berlin kamen die Vier bereits. Ihr bisher größter Erfolg ist die Spitzenplatzierung in den Hitpackcharts. Halten die Jungs von Sideshow ihren ersten Platz bis Ende September, dürfen sie bei NewcomerTV im WDR/HR auftreten, aber auch eine Videoproduktion wäre ihnen sicher. Zudem haben sie dadurch die Chance, sich einen Plattenvertrag zu sichern. Zu entscheiden haben das die Fans. Via Internet kann für die Jungs "gevotet" werden. Veranstalter ist das Stuttgarter Plattenlabel EMG MUSIC zusammen mit weiteren Partnern aus der Musikindustrie.
Bislang produzieren die vier Musiker ihre CDs selbst. Vier Alben sind bereits aufgenommen worden, das neuste trägt den Namen "whatever" . Diese Alben werden in kleiner Auflage bei den Auftritten als Promo-CD verteilt. Jedoch gibt es die Songs auch kostenlos als Download auf der Homepage der Band. Die Texte dieser Songs enthalten oft kleine Geschichten.
Der Schlagzeuger Flo Leugner, Gitarrist Sebastian Drescher, Julian Springhart am Bass sowie der Sänger und Gitarrist Matthias Alsdorf kennen sich schon seit ihrer Schulzeit. Die Clique aus Schönau hatte Spaß an der Musik und begann mit ihrem Punkrock die Umgebung zu "rocken" . Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, nur dass der Radius der Auftritte größer geworden ist. Das Wort "sideshow" bedeutet Nebenattraktion. Genau so fühlte sich die frisch gegründete Band, als sie 1998 als Jugendliche an ihrer Musikerkarriere zu basteln begannen. Inzwischen haben sie es geschafft, zur "mainshow" zu werden. Am 16. September werden die Punkrocker neben der HipHop Band [bih´ tnik] die Hauptacts bei "Sound from LÖ" im Alten Wasserwerk sein. Weiter werden auf der Bühne ch3crew und Kraftpop zu sehen und vor allem zu hören sein. "Wir werden die Bühne ordentlich rocken", kündigt Sänger und Gitarist Matthias Alsdorf an.

http://www.sideshow-music.de




12. September 2006

Kopfnicken und- zerbrechen
Beim "Sound from LÖ" -Konzert treten auch [bih'tnik] auf
Von Beatrice Schmid-Lossberg und Christina Acker

LÖRRACH. [bih'tnik], damit verbindet man deutschen HipHop aus Lörrach. Die beiden MCs, — das sind Künstler des Sprechgesangs — Chabezo und Mr. Fizz reimen was das Zeug hält, während Beatboxer Eniroc , Schlagzeuger Daniel Mudrack, Bassist Bafti Baff und der Keyboarder Knack den Beat vorgeben.
Begonnen hat alles anno 2001. Mr. Fizz setzte eine Anzeige für seinen alten Recorder in die Zeitung. Dies kam Chabezo ganz gelegen. Er war schon lange auf der Suche nach solch einem Gerät. Während der Verkaufsabwicklung stellten die beiden fest, dass sie gleiche musikalische Interessen haben. Mr. Fizz rappte bis zu diesem Zeitpunkt in der HipHop- Band "C4" , welche sich allerdings aufgelöst hatte, während Chabezo solo auf der Bühne reimte. Die beiden taten sich zusammen und fanden zusätzliche Unterstützung von den beiden Beatbastlern Eniroc und Knack. Somit war das Quartett komplett.
Ihren ersten Auftritt als Band hatten die vier dann im H´ ART in Haagen. Danach folgten weitere Auftritte im ganzen Dreiländereck. Zwei Jahre nach ihrer Gründung veröffentlichten [bih'tnik] ihr erstes Album "Feuer & Flamme" . Diese in Eigenproduktion erstellte CD gibt es kostenlos zum Runterladen auf der Bandhomepage. Einzelne Songs von den [bih'tniks] finden sich aber auch auf diversen HipHop-Samplern, wie zum Beispiel auf dem Sampler "Newcomers" des Jugendkulturfestivals 2003 in Basel.
Der Name der Band stammt aus dem Duden. Beim Durchblättern des Wörterbuches blieben die Jungs bei dem Begriff "Beat Generation" hängen. Dies war in den 50er-Jahren eine Gruppe amerikanischer Schriftsteller. Ihre Anhänger wurden als Beatniks bezeichnet. Die vier HipHoper konnten sich mit diesen Beatniks identifizieren und beschlossen, die Lautschrift [bih'tnik], als Bandnamen zu benutzen.
Das Repertoire der Band beinhaltet ernste und kritische Songs, aber auch freche Unterhaltungslieder, die Partystimmung verbreiten sollen. Während ihrer Auftritte lassen sie sich auch Freestyle-Einlagen einfallen. "Musik zum Kopfnicken und Kopfzerbrechen" , wie die Jungs ihre Musik selbst beschreiben.
Seit Anfang des Jahres treten die [bih´ tniker] nicht mehr nur mit DJ, sondern mit kompletter Live-Band auf. Diese Besetzung soll den Stücken mehr Abwechslung geben und bei Auftritten für mehr Stimmung sorgen. Demnächst soll ein neues Album erscheinen.

Wie die Jungs live klingen, kann man am 16. September hören: Zusammen mit sideshow, ch3 crew und Kraftpop, drei weiteren Bands aus der Region Lörrach, treten [bih'tnik] zum ersten Mal mit neuer Besetzung bei "Sound from LÖ" im Alten Wasserwerk in Lörrach auf.

http://www.bihtnik.de





12. September 2006

Lörracher Band für Musica Jubila gesucht

LÖRRACH (BZ). Im Rahmen von Musica Jubila 2006, dem Städtepartnerschaftsjubiläum, werden vier Bands aus den Partnerstädten Lörrachs (Senigallia, Sens, Chester und Lubliniec) anreisen. Während ihres Aufenthalts in Lörrach, vom Mittwoch, 27. September, bis Sonntag, 1. Oktober, werden die Bands im Alten Wasserwerk gemeinsam "jamen" (mit Workshopleiter), "proben" und am Freizeitprogramm teilnehmen. Ein Konzert findet am Freitag 29. September, abends für Lörracher Jugendliche statt. Der SAK sucht für das Projekt Musica Jubila 2006 eine Lörracher Band, die Lust hat "europäische" Bandkontakte zu knüpfen und mit den Musikern aus den Partnerstädten gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Interessierte Bands mit Musikern zwischen 15 und 25 Jahren melden bei Eric Bintz, jugend@sak-loerrach.de, Telefon 07621-9279250.




09. September 2006

Vier Jungs lassen die Locken rocken
Impatiens spielten im Alten Wasserwerk in Lörrach
Von Carina Harmansa und Christina Acker

Das erste Konzert nach der Sommerpause im Alten Wasserwerk in Lörrach gab der Musik-Contest-Finalist Impatiens. Am Mittwochabend präsentierten die jungen Schutterwälder ihre Songs und eröffneten somit die neue Saison im SAK.
Die vierköpfige Band Impatiens meisterte erfolgreich ihren ersten Auftritt in Lörrach. Bei anfangs spärlichem Publikum leitete die Band ihr Konzert mit dem einzigen englischen Song ihres Repertoires ein. Die kommenden 16 Stücke waren in deutscher Sprache und selbst geschrieben. Der Grund weshalb sie auf Deutsch singen, ist simpel: "Wir haben einmal die Beatles auf französisch gehört, das klang schrecklich. Auf Englisch würden wir uns wohl genauso anhören" , erklärt Schlagzeuger Jonathan.
Das Publikum, das überwiegend Chucks trug, blieb während der ersten Songs in den Nebenräumen der Einrichtung. Das Interesse der jungen Leute richtete sich mehr auf die Billard- und Kickertische des Alten Wasserwerks. Nur wenige waren auf den zwei Ebenen vor der Bühne verteilt, viele saßen lieber vor dem Gebäude oder im dazugehörigen Café.

Nach einigen Songs und der Begrüßung durch den Frontman Fabian hatte sich Impatiens warm gespielt, der Raum füllte sich langsam. Die Stimmung stieg, die Leute "tanzten" , oder besser gesagt sprangen sie sich begeistert an und schubsten einander, wie es sich für ein richtiges Punk-Konzert gehört. Die Band selbst beschreibt ihren Sound als Rock mit verschiedenen Einflüssen, der vor allem von Punk, Grunge und Alternative geprägt ist. Die Bühnenshow wurde durchgehend mit farbigen Schweinwerfern beleuchtet, im Hintergrund sorgte der Tontechniker für den richtigen Sound.
Als Stimmungskanone entpuppte sich Jonathan, der am Schlagzeug einheizte und die Meute immer wieder zum Mitmachen animierte. Ihm gebührte auch ein Song, den er solo sang. Die restliche Zeit über begleitete er mit Stimme und Drums Fabian, der mit Gitarre und Gesang im Vordergrund der Band stand. Zur Band gehört auch Marco an der E-Gitarre, der mit einigen Soli beeindruckte. Doch auch Nicolas, dessen Locken kräftig rocken, durfte mit seinem E-Bass nicht fehlen.
Wen die Performance der Band überzeugte, konnte sich anschließend das Album der Jungs kaufen, auf dem die gespielten Songs zu finden sind. Nach rund einer Stunde Verausgabung auf der Bühne beendeten sie das Konzert mit einer Zugabe.
Doch damit war die Arbeit für die Musiker nicht getan. Während das Publikum sich nach und nach Richtung Ausgang begab, musste die Band ihr gesamtes Equipment noch zusammenpacken und mit eigener Kraft in ihren Wagen verfrachten.




09. September 2006

Kinder & Jugend
Hoch hinaus

LÖRRACH. Sportbegeisterte können vom 19. September an an der Kletterwand im Alten Wasserwerk (SAK) Kurse belegen. In den Kursen können Grundlagen des Kletterns, der Ausrüstung, des Sicherns und verschiedene Techniken erlernt oder vertieft werden. Der Kurs 1 findet dienstags für 8-bis 12-Jährige von 15 bis 17 Uhr statt. Ebenfalls findet dienstags der Kurs 2 für Jugendliche ab 16 Jahren von 17 bis 19 Uhr statt. Am 21. September beginnt der Kurs 3 für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren (donnerstags, 15— 17 Uhr). Anmeldung: jugend@sak-loerrach.de oder SAK-Altes Wasserwerk, Tumringer Straße 271, 79539 Lörrach.




08. September 2006

"Zum Wort gehört die Tat"
Für Herbert Sitterle, der sich vom SAK verabschiedet, stand immer die soziale Arbeit im Zentrum
Von unserer Redakteurin Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. Das Wort von der Ära, die zu Ende geht, wird oft bemüht. Manchmal greift es zu hoch, im Falle von Herbert Sitterle sicher nicht. Wenn der Diakon sich am 22. September offiziell in den Ruhestand verabschiedet, beginnt beim Sozialen Arbeitskreis eine neue Zeitrechnung.
Abgefedert wird der Schnitt dadurch, dass Jürgen Wiesenhütter, Mitstreiter Sitterles beim SAK seit 34 Jahren und gleichberechtigter Geschäftsführer, der Einrichtung erhalten bleibt. Zugleich beginnt etwas Neues: Die Diakonin Katja Stange führt Sitterles Arbeit weiter.

Dass die evangelische Landeskirche das Projekt SAK mit zwei Diakon-Stellen unterstützt, hat vor allem am Anfang nicht allen gefallen und findet in Zeiten knapper werdender Ressourcen wieder Kritiker. Für Herbert Sitterle, der nach einer kaufmännischen Ausbildung zur kirchlichen Sozialarbeit fand und sein Studium in den studentenbewegten Jahren absolvierte, war immer klar: Der Soziale Arbeitskreis ist eine Einrichtung der Kirche. Für ihn bedeutete, inspiriert unter anderem von Dorothee Sölle, die Nachfolge Jesu stets praktisches Handeln — "Zum Wort gehört die Tat" — und zwar vor allem im Dienste derer, die nicht auf der Sonnenseite stehen. Die Kinder- und Jugendarbeit des SAK hatte immer die weniger Begünstigten im Blick — Kinder aus sozial schwachen Familien, Flüchtlingskinder und andere Migranten.

All die Jahre hat Herbert Sitterle sich bemüht, sein Verständnis vom Wesen des SAK auch in kirchlichen Gremien zu vermitteln — weil er die theologische Auseinandersetzung suchte und weil er "die Probleme der Gesellschaft in die Kirche tragen wollte" , wie der es formuliert. Das wird weiter gehen, wenn Sitterle sich jetzt mit 60 Jahren und nach einem langen Berufsleben zurückzieht.

Die Bedingungen, die die Diakone und ihr mittlerweile großes Team heute auf dem wunderbaren Geländes des Alten Wasserwerks haben, hatten sie bekanntlich nicht immer. Der SAK, wie er heute dasteht, ist aus ganz kleinen Anfängen gewachsen (siehe Chronik auf dieser Seite). Herbert Sitterle hat dieses Wachsen fast von Anfang an begleitet, immer wieder seine Stimme erhoben und vor allem in früheren Jahren auch Provokationen nicht gescheut. Manches, erinnert er sich, wurde in den Anfängen gegen die Stadt durchgesetzt — - längst aber sei daraus ein fruchtbares Miteinander geworden. Am sinnfälligsten wurde dies beim Großprojekt Altes Wasserwerk. Ein Glück, betont Sitterle, war über all die Jahre stets das Zusammenwirken mit dem Kollegen Wiesenhütter. So unterschiedlich sie beide seien — er der "Emotionale" , Wiesenhütter der "Intellektuelle" — so ideal habe man sich stets ergänzt und "die Bälle zugespielt" .

Begonnen hatte alles in den Jahren nach 1968 in der evangelischen Studentengemeinde an der PH in Lörrach, die es längst nicht mehr gibt. Damals kamen die Studenten auf dem Weg vom Wohnheim an ihre Hochschule an einer Obdachlosensiedlung vorbei und sahen dort die verwahrlosten Kinder. Das gab den Impuls, über Möglichkeiten nachzudenken, wie den Kindern zu helfen wäre. 1972 stieß Herbert Sitterle, damals frischgebackener Diakon, zu der Studentengruppe, bald schon schloss sich auch der Hamburger Jürgen Wiesenhütter der Truppe an. Dass beide damit ihre Lebensaufgabe gefunden hatten, war ihnen damals vermutlich noch nicht klar.

Das Alte Wasserwerk, in das der SAK nach 30 Jahren in der Alten Feuerwache vor zwei Jahren zog, wird heute von Kindern und Jugendlichen aller Schichten genutzt. Das Augenmerk aber ruht nach wie vor auf denen, die es nötiger haben als andere, betont Sitterle — und auf dem, was sich in der Gesellschaft tut. Das Alte Wasserwerk als Ort auch für Sozialkonferenzen — das ist genau im Sinne des Diakons. In Zusammenhängen dieser Art wird er wohl auch künftig seine Stimme erheben und dabei wie gewohnt, geleitet von der Maxime "Suche der Stadt Bestes" , über den Rand "seiner" Einrichtung hinaus schauen. Auch bleibt er dem Verein an maßgeblicher Stelle erhalten. Gleichwohl: Für den Sozialen Arbeitskreis beginnt ein neuer Abschnitt. Und für seinen bisherigen Geschäftsführer auch.




08. September 2006

SAK: Von der Initiative zur Institution…
Chronik einer Erfolgsstory


1969 wird der soziale Arbeitskreis von der Evangelischen Studentengemeinde an der PH gegründet. Studierende und Dozierende gehen in die sozialen Brennpunkte und kümmern sich um Kinder. Sie helfen und setzen sich mit der gesellschaftlichen Situation auseinander. Der SAK finanziert sich in dieser Zeit ausschließlich aus Spenden des Rotary-Clubs. Die Räume im Seitenteil des Flachsländerhofes sind beengt.
1972 beginnt die Kooperation zwischen den Studierenden und drei Diakonen des Kirchenbezirks. Zeltlager am Bodensee werden organisiert, die sich zum festen Angebot in den Ferien entwickeln.
1973 übergibt die Evangelische Kirchengemeinde die "Alte Feuerwache" auf dem Burghof im Zentrum der Stadt an den SAK. Jugendarbeit kommt hinzu.1976 Zusammen mit Kreisrätinnen wird der Spielbus initiiert.
1980 Nach der ersten Welle der Jugendarbeitslosigkeit wird eine Beschäftigungsinitiative gegründet, die Jugendliche beschäftigt, qualifiziert und in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt.
1982 Die ersten arbeitslosen Lehrer und Lehrerinnen werden beschäftigt. Nach Schließung der PH entwickelt sich der SAK von einer studentischen Initiative zu einer festen Einrichtung, der SAK wird eingetragener Verein.
1986 Nach einem längeren Umbau eröffnet der SAK mit Unterstützung der Stadt das Lörracher Jugendzentrum "Burghof" .
1990 Das Angebot der Beschäftigungsinitiative Renovierung wird um eine Gartenbaugruppe erweitert und richtet sich nun auch an langzeitarbeitslose Erwachsene.
1992 Das erste Workcamp der Städtepartner startet in Meerane mit dem Bau eines Spielplatzes. Mit dieser Maßnahme beginnt das Engagement des SAK im Rahmen der Städtepartnerschaft.
1996 Der SAK übernimmt im Auftrag der Stadt den Betrieb des Stadtteiltreffs auf dem Salzert. In der Brombacher Strasse 3 erhält die Schreinerei neue Räume.
1998 Beginn der Baumaßnahme Altes Wasserwerk durch die "Bauhütte" mit Stadt, Arbeitsamt und Handwerkern.
2000 Einrichtung eines Beschäftigungsbetriebes in Rheinfelden.
2004 Einweihung des Kinder- Jugend-und Sozialzentrums "Altes Wasserwerk" .
2006 Der SAK bietet zehn Arbeitsbereiche zur Beschäftigung und Qualifizierung an, davon sind sechs Abteilungen anerkannter Ausbildungsbetriebe.




13. Juni 2006

Und ein Löffelchen für Mexiko…
SAK bietet während der WM auf die Mannschaften abgestimmte Länder-Küche an

Lörrach (was). WM-Gruß aus der Küche: Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti für die Schweiz. Quiche Lorraine für Frankreich. Paella mit Sangria für Spanien - der Gastro-Betrieb des Sozialen Arbeitskreises (SAK) hat sich für die Weltmeisterschaft Kulinarisch-Kreatives ausgedacht.

Im Rahmen der WM-Aktion „Heiße Bälle. kühle Bäder“, einer Gemeinschaftsaktion von SAK und Parkschwimmbad, gibt es zu jedem Spieltag ein nach der Nationalität der WM-Mannschafen ausgerichtetes Gericht - mit entsprechender Dekoration.

Bis zu 150 Essen am Tag kann das 20-köpfge Hauswirtschafs- und Gastro-Team um Leiterin Melanie Büsche und Küchenchef Hanspeter Dreyer ausgeben - angefangen beim ersten Spiel des Tages bis zum letzten. Bis auf drei Hauswirtschafs-Auszu bildende bestehen die Teams aus Mitarbeitern zwischen 20 und 50 Jahren, die die Beschäftigung als berufsqualifizierendes Angebot nutzen.

Das Cafe, ansonsten von Mittwoch bis Samstag von 18 bis 24 Uhr geöffnet, am Wochenende auch etwas länger. ist während der Spieltage durchgehend geöffnet. Auf harte Alkoholika müssen die Gäste verzichten, mit Rücksicht auf die meist jungen Besucher wird nur Bier, Wein und Sekt ausgeschenkt.

Auf zwei Leinwänden und zwei Fernsehern sind alle Spiele zu sehen. Ebenfalls passend zur WM startet der SAK mit seiner nun fertig gestellten Terrasse durch.

Der seit einem Jahr angebotene, preisgünstige Mittagstisch kommt bei den Schülern und Erwachsenen sehr gut an. „60 bis 70 Essen geben wir pro Tag aus", berichtet Büsche. Daneben konzentriert sich das SAK-Gastro-Angebot auf Übernachtungen. Tagungen und private Festivitäten, wenn gewünscht mit einem Rundum-Service von der Dekoration bis zur Musik – hierfür, so Büsche, eigne sich der 40 Personen fassende Fest- und Bankettsaal im Obergeschoss.

Und was gibt es, wenn die deutsche Nationalmannschaft über den Rasen, der die kommenden vier Wochen die Welt bedeutet, jagt? Büsche ist noch unschlüssig: „Vielleicht Schweinshaxe".

Die Gerichte sind der Tageskarte oder im Internet, www.alteswasserwerk.de zu entnehmen.




13. Juni 2006

Gut was los im Wasserwerk
Zur Zeit gibt es im Jugendzentrum WM-Speisen / Hauswirtschaftsteam wirbelt das ganze Jahr
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Im Jugendzentrum Altes Wasserwerk ist ständig was los. Egal ob Konzert oder Party, Tagung, Übernachtung oder Mittagessen für Schüler: Die zwanzig Frauen und Männer vom Gastronomie- und vom Hauswirtschaftsteam leisten im Hintergrund wichtige Arbeit, damit alles rund läuft. Unter der Leitung von Melanie Büscher putzen sie, servieren im Café und helfen in der Küche. Zur WM haben sie sich ein besonderes Highlight ausgedacht: An jedem Spieltag gibt es Spezialitäten aus dem Land, dessen Mannschaft gerade spielt.

Gastronomisch hat das Alte Wasserwerk das ganze Jahr über Einiges zu bieten. Das Café mit großer Terrasse hat Mittwoch bis Sonntag von 18 Uhr bis Mitternacht (am Wochenende bis ein Uhr) geöffnet. Es gibt verschiedene Salate und Snacks und eine große Getränkekarte, auf der auch Wein, Bier und Sekt zu finden sind, jedoch keine harten Alkoholika. Von Montag bis Donnerstag gibt es zwischen 12 und 13.30 Uhr einen warmen Mittagstisch mit einem vegetarischen und einem Fleischgericht und Salaten. 60 bis 70 Gäste kommen jeden Mittag, überwiegend Jugendliche aus den benachbarten Schulen. Doch im Café sind Gäste jeden Alters willkommen: “Unser Café ist ein ganz normaler Treff” , sagt Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter. Nur bei Veranstaltungen ist es für die Öffentlichkeit geschlossen.

Den Betrieb am Laufen halten das Gastronomie- und das Hauswirtschaftsteam unter der Leitung von Hotelbetriebswirtin Melanie Büscher. Zwanzig Frauen und Männer sind dabei, zwanzig Jahre die Jüngste, Mitte 50 der Älteste. Sie sind arbeitslos und qualifizieren sich im Alten Wasserwerk für den ersten Arbeitsmarkt. Drei junge Frauen machen eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin. Ihre Arbeit ist vielseitig: Sie helfen in der Küche bei Hanspeter Dreyer und sorgen für den Service im Café und bei Veranstaltungen.

Die Hauswirtschaftsgruppe kümmert sich außerdem um die Lagerung der Speisen, wäscht das Bettzeug von Übernachtungsgästen und macht sauber. “Bis zu drei Veranstaltungen am Tag — ohne sie wäre das nicht möglich” , sagt Jürgen Wiesenhütter. Wer ein privates Fest feiern will, kann Räume im Alten Wasserwerk mieten. Zur WM bietet das Alte Wasserwerk ein buntes Programm mit zwei Großleinwänden und zwei Fernsehgeräten, auf denen alle Spiele laufen, mit Kickerturnier und Partys und einer fußballfreien Zone im Obergeschoss. Die WM-Speisen gibt es immer an den Spieltagen, ab dem Anstoß des Spiels um 15 Uhr.




01. Juni 2006

Ferienspaß mit Hammer und Säge
Sport, Spiel und Spaß beim SAK / Tolle Stimmung / Freitag ist Buchtauschbörse
Von Peter Ade

Lörrach. Es gibt kein mieses Wetter. Nur miese Laune. Aber die kommt bei den Kindern im Alten Wasserwerk erst gar nicht auf. Dafür sorgen während der Pfingstferien die Betreuerinnen und Betreuer, die beim Sozialen Arbeitskreis (SAK) ein klasse Angebot mit Sport, Spiel und kreativer Unterhaltung auf die Beine gestellt haben.

Gebastelt wird im Haus, gematscht im Freien. Gummistiefel und alte Jeans genügen. Die Stimmung ist prima, auch wenn's Katzen hagelt. Dreißig Mädchen und Jungen zwischen sechs und zwölf Jahren kommen täglich mit Begeisterung. „Es dürften gerne mehr sein, aber wir haben leider nicht das Personal", bedauert Sozialpädagogin Birgitt Kiefer, die das Ferienprogramm zusammen mit ihrer Kollegin Esther Reimann vom SAK-Kinderbüro leitet. Unterstützt werden die engagierten Frauen von jungen Leuten, die in den verschiedenen Gruppen die Aufsicht übernehmen und beim Basteln und Spielen wertvolle Tipps und praktische Hilfe geben.

Gestern war Überraschungstag. Mit Feuereifer stellten die Teams Stationen für einen Spiele-Parcours zusammen: Mit Schnur und Haselnusszweigen wurden Pfeil und Boden gebastelt; außerdem gab's ein Spinnennetz, ein Angelspiel und einen „heißen Draht".

War das ein Hämmern, Sägen, Bohren, Schneiden, Fräsen und Malen. Mädchen und Jungen legten sich gleichermaßen ins Zeug, übten Teamarbeit und verblüfften mit Einfallsreichtum und sagenhafter Kreativität - bester Beweis dafür, dass Handwerk und Kunst eine wunderbare Einheit sind.

„Wir wollen den kreativen Umgang mit Materialen aller Art, den Kontakt mit Produkten aus der Natur", erläutert Kiefer. Gerne wäre sie zu Wochenbeginn mit der ganzen Rasselbande zum Wieseufer aufgebrochen, um mit Kescher und Angel zu üben. Da hat das Schmuddelwetter aber doch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Kein Problem! Stattdessen wurde im Wasserwerk weiter gebastelt. Kleine Künstler schlüpften in Gewänder aus der Mottenkiste, und beim „Lecker-Schlecker-Tag" wurde Kulinarisches auf den Tisch gezaubert.

Gerade für Stadtkinder sei Bewegung wichtig. „Viele kennen in ihrer Freizeit nur noch Computerspiele und Fernsehen." Das Ferienprogramm wolle den Blick jedoch weiten und die Sinne schärfen für Natur und Umwelt. „Das gelingt uns gut", ist Kiefer überzeugt und freut sich jetzt schon auf das Ferienprogramm im Sommer.

Eine Attraktion im derzeit laufenden Pfingstprogramm ist die Buchtauschbörse am morgigen Freitag von 14 bis 16 Uhr, die allen Kindern offen steht. So viele Bücher ein Mädchen oder Junge mitbringt, so viele darf er/sie auch auswählen und mit Hause nehmen.




23. Mai 2006

Demnächst gibt´ s auch Familientage
Erstes Wasserwerksfest beim SAK / Buntes Programm und informative Führungen
Von unserem Mitarbeiter Nils Redeker

LÖRRACH Seit seiner Eröffnung im Jahre 2004 ist das Alte Wasserwerk des Sozialen Arbeitskreises (SAK) zu einem zentralen Treffpunkt für Jugendliche in Lörrach geworden. Nachdem es sich in den letzten beiden Jahren im Rahmen von Tagen der offenen Tür vorgestellt hatte, feierte man am Samstag das erste Wasserwerkfest.

Trotz des schlechten Wetters waren zahlreiche Besucher gekommen, die sich über das vielfältige Programm und informative Führungen freuen konnten. Den Anfang machte das Kreativ Theater mit dem Stück “H. Mich G. D. L.: Me, myself & I”, das die schwierige Zeit zwischen Kindsein und Erwachsenwerden in Tänzen darstellte.

Dem vorangegangen war ein Film, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach ihren Wünschen, Ängsten, Erwartungen und Zielen befragt wurden.

Noch mehr Tanz, jedoch ganz anderer Art, zeigten etwas später die Break-Dancer der erfolgreichen Gruppe “Body Language” auf hohem Niveau. Gegen Ende der Veranstaltungen konnten die Besucher dann noch dem Songwriter Phil Seens auf der Empore zuhören. Während des ganzen Festes gab es Kinderaktivitäten wie Stockbrotbacken am Lagerfeuer, aber auch offene Proben der Bands, die im Wasserwerk ihre Proberäume haben, und das Internetcafe war geöffnet.

Dreimal führte SAK-Geschäftsführer Herbert Sitterle durch das Areal und erzählte aus der Geschichte, schilderte die vielfältigen Aktivitäten und Ziele des Alten Wasserwerks und SAK. Er präsentierte stolz, was in den vergangenen beiden Jahren geschafft wurde. “Es brummt im Wasserwerk”, freute sich Sitterle. Durch die vielen verschiedenen Angebote, Konzerte, Workshops und Kurse sei das Alte Wasserwerk ein Kulturzentrum geworden, das aber auch Räume für Tagungen und Familienfeste bietet und für Veranstaltungen mit Kooperationspartner offen stehe.

Mit dem Umzug aus der alten Feuerwache ins Wasserwerk konnten viele frühere Probleme behoben werden. “Wir haben jetzt Platz für die Interessen vieler verschiedenen Jugendlichen. Konflikte wie die Konkurrenz unter Jugendlichen um die Benutzung der Räume können so vermieden werden”, sagte Sitterle. Aber nicht nur für Jugendliche sei das Wasserwerk ein Anlaufpunkt. Inzwischen kämen Besucher vom Kleinkind bis zur Großmutter. “Wir haben vor, demnächst sonntags Familientage zu veranstalten, die für jeden etwas beinhalten”, kündigte Herbert Sitterle an. Voraussichtlich im November soll der Kinderspielplatz fertig werden.




22. Mai 2006

Beste Laune bei Nieselregen
Sommerfest im Alten Wasserwerk / Betrieb läuft rund

Lörrach (bk). Sommerfest im Alten Wasserwerk: Leise tröpfelt der Nieselregen auf Schirme und Jacken, gelegentlich fegt eine Windbö über das Gelände und schüttelt die Baumkronen vor dem benachbarten Parkschwimmbad. Und trotzdem: Beim Sozialen Arbeitskreis (SAK) herrscht gute Stimmung. Und dazu hat das Team auch allen Grund - denn: Es läuft rund im Wasserwerk.

Das facettenreiche Angebot werde bestens angenommen, sagt der für den Veranstaltungssektor und die Vermietung verantwortliche Marc Trautmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Noch am Vormittag hatte Trautmann Gefrierbeutel gekauft - angesichts des Wetters befürchtete er, dass ein guter Teil des Kuchens und jede Menge Würstchen in die Tiefkühltruhe wandern. Weit gefehlt: Gegen 16 Uhr sind Café und Veranstaltungsraum prall gefüllt. Während im Gastro-Bereich Grillwürstchen, knackige Salate und feine Kuchen gevespert werden, zeigt die Gruppe Kreativ eindrucksvolle Ausdruckstänze auf der Bühne, begleitet vom Applaus des Publikums. Etwas ruhiger geht's im Nachbarhaus zu, wo Kinder basteln und spielen. An die Kletterwand hat sich an diesem Nachmittag niemand gewagt, gleichwohl herrscht auch auf dem Spielgelände oberhalb der Wand fröhlicher Trubel.

Nicht nur während des Sommerfests ist das Haus gut ausgelastet: Tanzgruppen, Bands, Workshops, Kurse, der internationale Frauentreff, Partys, Konzerte, Kletterwand, Podiumsdiskussionen, Cafébetrieb mit Mittagstisch - all das findet im Alten Wasserwerk statt. Lediglich am Vormittag seien noch Räumlichkeiten frei, sagte Trautmann.

Das SAK-Kinderbüro bietet neben Theater, Arbeitsgemeinschaften und dem ebenso vielfältigen wie beliebten Ferienprogramm auch eine flexible Nachmittagsbetreuung an. 26 Kinder, so Co-Leiterin Birgitt Kiefer, nutzen das Angebot von 12.30 bis 17 Uhr. Mittagessen, Hausaufgaben, Freizeit: Das sind seine Säulen, ab 15.30 Uhr ist die Betreuung offen für alle jungen Interessenten. Das Kinderbüro arbeitet in der Nachmittagsbetreuung eng mit der nahen Albert-Schweitzer-Schule zusammen. Schon jetzt gibt es eine Warteliste. Dieser Umstand zeige nicht zuletzt, dass die Betreuungslücke für Kinder noch immer beachtlich sei, so Kiefer.




16. Mai 2006

Salzert-Bushäuschen strahlt in frischen Farben
Neumattschüler nahmen sich begeistert des “Schandflecks” an
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Die Bushaltestelle Dinkelbergstraße auf dem Salzert hat einen neuen Anstrich bekommen. Die zehnte Klasse der Neumattschule rückte am Freitag mit Farbe und Pinsel an und strich das Wartehäuschen in Grün-, Blau- und Gelbtönen. Vorher war es mit seinen verschmierten Wänden kein schöner Anblick gewesen.

Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff Salzert gab den Anstoß für die Aktion: Immer wieder hatten sich Jugendliche und Erwachsene bei ihr über die Haltestelle beschwert: Sie sei ein “Schandfleck” und vermittle jedem, der in das Viertel komme, sofort einen schlechten Eindruck. Das Wartehäuschen liegt direkt an der Straße, die von der Kernstadt hoch zum Salzert führt. Warum also nicht mit der Hilfe Jugendlicher diesen “Schandfleck” verschönern?

Sabine Heitzmann nahm Kontakt zur Neumattschule auf, die viele Schüler vom Salzert besuchen. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen neun und zehn waren schnell begeistert. “Wir meinten, das ist schon eine schöne Sache” , erzählt Almer Kurtisoski unserer Zeitung. Zunächst hätten sie ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und Entwürfe gezeichnet, berichtet Denise Schwebbe. Zwei Vorgaben mussten sie dabei beachten: Abstrakt sollte es sein und Ruhe ausstrahlen. Über hundert Entwürfe vom Landschaftsgemälde bis hin zu grafischen Mustern legten die Jugendlichen ihren Lehrern Ulrich Lang und Irmgard Künzel vor.

Am liebsten hätten die Jugendlichen auch die Vorarbeiten am Bushäuschen selbst gemacht, berichtet Lehrer Ulrich Lang: Die Schmierereien mussten entfernt, Löcher mussten ausgebessert und die Wände weiß grundiert werden. Die Stadt Lörrach und die Firma Energiedienst, die an der Haltestelle ein Trafohäuschen betreibt, beauftragten aber lieber eine Fachfirma. Schließlich entwarfen die Lehrer auf Grund der besten Entwürfe das endgültige Muster und die Zehntklässler legten los. Herausgekommen ist dabei ein Ensemble aus gedeckten Grün- und Blautönen, dazwischen Flächen in kräftigem Gelb.




10. Mai 2006

Hundert lebendige Weisen: 27.-29. Juni

LÖRRACH (gra). Davon können die meisten Veranstalter nur träumen: Lange bevor das Programm für das fünfte Kinder- und Jugendfestival “Hundert lebendige Weisen” vom 27. bis 29. Juni im Lörracher Grüttpark feststand, meldeten sich schon etliche Schulklassen an. Aus Tumringen und Höllstein haben sich ganze Grundschulen angesagt. Neben zehn Kindertheaterproduktionen aus Lörrach, Rheinfelden, Efringen-Kirchen, Steinen, Riehen und Liestal sowie einem Auftritt des Clowns Rabe von 10 bis 17 Uhr gibt´ s erstmals auch ein Abendprogramm mit sechs Jugendtheateraufführungen.

Der verstärkten Einbeziehung von Jugendlichen tragen das Kulturzentrum Nellie Nashorn, das SAK Wasserwerk und das Jugendreferat der Stadt Lörrach als Veranstalter mit einer Namensänderung Rechnung: Nicht mehr Kindertheatertreffen, sondern “Kinder- und Jugendfestival — Theater und Musik” heißt es jetzt.

Geblieben ist das Motto, das den italienischen Pädagogen Lorenzo Malagazzi zitiert und die Absicht der Organisatoren ausdrückt: “Hundert lebendige Weisen” beschreibt die Vielfältigkeit, Kreativität und Fantasie von Kindern und Jugendlichen. Das Festival, zu dem sich 2005 mehr als 1500 Mitwirkende und Schüler im Klassenverband angemeldet hatten, soll Räume und Möglichkeiten schaffen, in denen diese lebendigen Weisen wiederentdeckt, bewahrt und ausgelebt werden können. Um einen fruchtbaren Austausch mit Kritik, Anregungen und Tipps zwischen Spielern und Spielleitern, aber auch Zuschauern zu ermöglichen, gibt es jeweils über Mittag ein Gesprächsforum.

Angehende Erzieherinnen der Lörracher Fachschule für Sozialpädagogik organisieren an allen Tagen von 10 bis 17 Uhr ein Spielprogramm mit Schminken, Maskenbau, Spielekiste und Rollenrutsche; sie sammeln damit praktische Berufserfahrung in einem offenen Angebot.

Das Festivalbudget von 16 000 Euro kann sich nicht mehr auf Zuschüsse des Bundes Deutscher Amateurtheater stützen. Tagsüber ist der Eintritt in den Weidenpalast trotzdem frei; abends bei den Aufführungen der Jugendtheater aus Lörrach, Offenburg, Weil am Rhein, Freiburg und Hettange-Grande/Frankreich wird ein bescheidener Eintritt erhoben. Frei ist noch der Termin, 29. Juni, 18.30 Uhr. Wer Theater, Kleinkunst oder Musik darbieten möchte, kann sich unter 07621/927912 melden.




10. Mai 2006

Theaterfestival öffnet sich der Jugend
“Hundert lebendige Weisen” mit 17 Produktionen aus der Region im Lörracher Grüttpark

LÖRRACH (gra). Davon können die meisten Veranstalter nur träumen: Lange bevor das Programm für das fünfte Kinder- und Jugendfestival “Hundert lebendige Weisen” vom 27. bis 29. Juni im Lörracher Grüttpark feststand, meldeten sich schon etliche Schulklassen an. Aus Tumringen und Höllstein haben sich ganze Grundschulen angesagt. Neben zehn Kindertheaterproduktionen aus Lörrach, Rheinfelden, Efringen-Kirchen, Steinen, Riehen und Liestal sowie einem Auftritt des Clowns Rabe von 10 bis 17 Uhr gibt´ s erstmals auch ein Abendprogramm mit sechs Jugendtheateraufführungen.

Der verstärkten Einbeziehung von Jugendlichen tragen das Kulturzentrum Nellie Nashorn, das SAK Wasserwerk und das Jugendreferat der Stadt Lörrach als Veranstalter mit einer Namensänderung Rechnung: Nicht mehr Kindertheatertreffen, sondern “Kinder- und Jugendfestival — Theater und Musik” heißt es jetzt.

Geblieben ist das Motto, das den italienischen Pädagogen Lorenzo Malagazzi zitiert und die Absicht der Organisatoren ausdrückt: “Hundert lebendige Weisen” beschreibt die Vielfältigkeit, Kreativität und Fantasie von Kindern und Jugendlichen. Das Festival, zu dem sich 2005 mehr als 1500 Mitwirkende und Schüler im Klassenverband angemeldet hatten, soll Räume und Möglichkeiten schaffen, in denen diese lebendigen Weisen wiederentdeckt, bewahrt und ausgelebt werden können. Um einen fruchtbaren Austausch mit Kritik, Anregungen und Tipps zwischen Spielern und Spielleitern, aber auch Zuschauern zu ermöglichen, gibt es jeweils über Mittag ein Gesprächsforum.

Angehende Erzieherinnen der Lörracher Fachschule für Sozialpädagogik organisieren an allen Tagen von 10 bis 17 Uhr ein Spielprogramm mit Schminken, Maskenbau, Spielekiste und Rollenrutsche; sie sammeln damit praktische Berufserfahrung in einem offenen Angebot.

Das Festivalbudget von 16 000 Euro kann sich nicht mehr auf Zuschüsse des Bundes Deutscher Amateurtheater stützen. Tagsüber ist der Eintritt in den Weidenpalast trotzdem frei; abends bei den Aufführungen der Jugendtheater aus Lörrach, Offenburg, Weil am Rhein, Freiburg und Hettange-Grande/Frankreich wird ein bescheidener Eintritt erhoben. Frei ist noch der Termin, 29. Juni, 18.30 Uhr. Wer Theater, Kleinkunst oder Musik darbieten möchte, kann sich unter 07621/927912 melden.




04. Mai 2006

Es wird wieder getrommelt im Alten Wasserwerk…

Aufgrund der großen Nachfrage des letzten Djembe - Kurses, bietet der SAK einen weiteren Einsteigerkurs an. Badou Sene, ein professioneller Djembemusiker aus dem Senegal, wird den Kursteilnehmer die Djemberhythmen nahe bringen.

Die neuen Kurstermine werden der 12. & 19. Mai, 16., 23. & 30. Juni sowie der 7. Juli jeweils von 17.30 – 19.00 Uhr sein.

Die Kursgebühr beträgt 25,- €. Alle Interessierten ab 12 Jahren können sich unter der Telefonnummer 07621/92 79 250 oder unter jugend@sak-loerrach.de anmelden.

Der SAK freut sich über jeden Teilnehmer.




03. Mai 2006

SAK sucht Helfer für das Ferienprogramm
Schulungen beginnen im Mai

LÖRRACH (seh). Der Soziale Arbeitskreis sucht wieder ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die bei der Planung und Durchführung von Spielbus, Ferienprogramm und Abenteuerland helfen. Es gibt dafür ein Zertifikat und eine kleine Aufwandsentschädigung.

Für Interessierte, die noch nie dabei waren, gibt es ein Treffen am Dienstag, 23. Mai, von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Für Neueinsteiger und “alte Hasen” ist dann ein Vortreffen am Montag, 19. Juni, von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Diesen Schulungstag unterstützen Schüler und Schülerinnen der Fachschule für Sozialpädagogik. Am 24. und 25. Juni folgt ein Vorbereitungswochenende, an dem ausprobiert werden kann, was man mit den Kindern machen kann. Außerdem werden an diesen beiden Tagen Einsatzpläne erstellt und organisatorische Fragen besprochen. Alle Treffen sind im Alten Wasserwerk. Auch wer nicht alle diese Termine wahrnehmen kann, kann im Sommer helfen.

Ehrenamtliche Helfer sucht der Soziale Arbeitskreis außerdem für das Wasserwerkfest am Samstag, 20. Mai, von 13 Uhr an und für die Mädiale am Sonntag, 4. Juni. Dieser Tag steht im Alten Wasserwerk unter dem Motto “Abenteuer und Bewegung” . Um planen zu können, sollten sich Interessierte spätestens zwei Wochen vor dem jeweiligen Termin melden und zwar unter 07621/927 915 oder unter kinderbuero@sak-loerrach.de




30. April 2006

Russischer Akzent kann ein Problem sein
Ein Projekt des Sozialen Arbeitskreises (SAK) richtet sich an russischsprachige Frauen im Landkreis – Der Zustrom ebbt abFreitongebiet” im Wasserwerk
Von Sven Meyer

Russischsprachigen Frauen den Alltag erleichtern will der Soziale Arbeitskreis (SAK) mit einer kostenlosen Seminarreihe in Lörrach und Rheinfelden. Das größte Problem ist oft der Anschluss an den Arbeitsmarkt.

„Wir haben den Eindruck, dass speziell in den Familien mit russischem Hintergrund viel Informationsbedarf besteht. Wir wollen auch die Frauen fördern, daher ist es sinnvoll, auf sie zugeschnittene Programme anzubieten", erklärt Projektleiterin Susanne Pretzsch vom SAK. Aus Gesprächen weiß sie, dass Verständnisprobleme, ein scheinbar undurchsichtiges Behördenlabyrinth und Unwissenheit über deutsche Alltagskultur das Leben vieler Frauen unnötig schwer machen. Deshalb will man praxisorientierte Hilfe anbieten.

Das Projekt gliedert sich in drei Blöcke: individuelle Einzelförderung, Sprachförderung und themenorientierte Seminare. Dort wird zum Beispiel auch darüber informiert, wie die optimale sprachliche Erziehung für Kinder aussehen kann. Unterstützt wird das zunächst auf ein Jahr ausgelegte Projekt vom Europäischen Sozialfonds. Für den Sprachunterricht und um Verständnisproblemen zu begegnen, konnte die Sprachwissenschaftlerin Nataliya Kostyuk gewonnen werden.

Zum ersten Treffen kamen hauptsächlich Frauen, die noch nicht so lange in Deutschland sind. Teilweise handelt es sich um hochqualifizierte Kräfte, die jedoch, wie im Falle einer ehemaligen Ärztin, keine Chance haben, ihren Beruf weiterhin auszuüben, weil die russischen Abschlüsse hier nicht anerkannt werden oder von Arbeitgebern nicht ernst genommen werden. Das SAK will Möglichkeiten der Weiterbildung aufzeigen und erklären, wie man sich auf dem Arbeitsmarkt zurecht findet.

In den Gesprächen hat Susanne Pretzsch mitbekommen, dass es gerade Neuankömmlingen oft schwer fällt, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden. „In Russland sind die Strukturen ganz anders, dort herrscht ein anderes Rollenverständnis. Das bereitet den Frauen Probleme", berichtet Pretzsch. Hürden gebe es mitunter auch bei der Wohnungssuche. „Es gibt Vermieter, die Probleme mit dem russischen Akzent haben.

Das kann mitunter ausreichen, um die Wohnung nicht zu bekommen", weiß sie.

Die Szene der Zuwanderer mit russischem Hintergrund ist im Dreiland groß: Zwischen 6500 und 7000 russische Zuwanderer leben im Landkreis Lörrach, schätzt Margit Bera. Die Sozialberaterin der Caritas Lörrach betreut seit 1990 Spätaussiedler, die aus Russland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion kommen.

Während es früher einen regelrechten Ansturm gab, manchmal waren es 80 Neuankömmlinge in der Woche, ist der Zustrom inzwischen fast versiegt. Dieses Jahr kamen bisher, auch aufgrund der verschärften Einwanderungsgesetze, weniger als zehn.

„Viele sind sehr gut integriert, auch weil es meistens sehr zielstrebige Menschen sind. Es ist aber nicht überall gelungen, Parallelgesellschaften zu vermeiden. Besonders bei denen, die sich in sehr homogenen Kreisen bewegen, ist der Bedarf an Beratung und Integrationsangeboten enorm", erzählt Margit Bera. In diesen Kreisen gebe es wenig Kontakt nach außen. Man bleibt unter sich, besonders wenn es um Hochzeiten geht. An diese Personen heranzukommen, ist sehr schwer. „Die erreicht man nur über direkte Ansprache oder über Mund-zu-Mund-Propaganda", sagt Pretzsch.

Nachzügler haben es schwer

Margit Bera stellt fest, dass sich die Klientel der Zuwanderer in den letzten Jahren verändert hat. Seien es früher hauptsächlich Familien aus den großen Städten gewesen, kämen in den vergangenen Jahren hauptsächlich Menschen aus entlegenen ländlichen Regionen. „Diese Nachzügler haben es viel schwerer", sagt sie.

Lili Tschapliev ist seit fünf Jahren mit ihrer Familie hier. Auch wenn ihren Mann öfters das Heimweh überkomme, ist sie glücklich, in Deutschland zu sein. Die kontaktfreudige Wolgograderin fühlt sich integriert. Anschluss hat die Mutter auch über ihre Kinder bekommen: Auf dem Spielplatz haben sich Freundschaften entwickelt. Nur auf dem Arbeitsmarkt habe die gelernte Buchhalterin noch keinen Anschluss bekommen. Sie hofft, dass sich das nach dem SAK-Seminar ändert.

» Mehr Infos zum SAK-Projekt unter 07621-48546




25. April 2006

Genüsse für alle Sinne
“Freitongebiet” im Wasserwerk

Wo ist hier die Party, möchte man zunächst fragen. Es ist 22.30 Uhr und die Jugendlichen scharen sich in kleinen Grüppchen vor dem Alten Wasserwerk in Lörrach. Andere sitzen an den Tischen und lassen es sich bei einem Bier gut gehen. Und auch drin ist es noch still. Dezente Hintergrundmusik begleitet die Gespräche in der für diesen Abend stimmungsvoll eingerichteten Lounge. Dort hängen auch die Kunstwerke der “Seedianer” , den Mitgliedern des Veranstalters “The Seed” , einer Genossenschaft zum Zusammenschluss von Kreativen aus Weil am Rhein. Irgendwo spielt man Tischfußball.

“Toleranz, Freundlichkeit und Respekt” ist das Motto der Party “The Seed: Freitongebiet” . Auf Toleranz traf man tatsächlich am vergangenen Samstagabend. Davon war zumindest Gabriele Andreas überzeugt. “Eigentlich bin ich hierfür schon zu alt” , sagt die 48-jährige Lehrerin, die in der Schweiz unterrichtet. Doch sie fühle sich hier gar nicht so. Die jungen Menschen seien auch älteren gegenüber aufgeschlossen und so kam sie — zunächst allein am Tisch — denn auch mit vielen jungen Leuten ins Gespräch.

“Wir wollen Raum für Inspiration und Kreativität schaffen” , sagt Holger Schlicht von “The Seed” . Deshalb will die Genossenschaft mit ihren Partys alle Sinne ansprechen. Etwas zum Hören und Tanzen brachten die DJs Stupid Deep aus Frankfurt und Smoove aus Großbritannien mit ins Alte Wasserwerk. Kunstwerke und multimediale Bilder zur Musik brachten visuelle Reize, leckere Bio-Coktails und Früchte sollten die Geschmacksnerven anregen. Absolut hör- und tanzbar war die Musik der DJs. Nicht zu laut, angenehm unaufdringlich und statt dem üblichen “Bumm-Bumm” mit donnernden Bässen, die den Pulsschlag raufschnellen lassen, brachten Stupid Deep und Smoove mit “Acid Jazz” die Menge zum Tanzen und fröhlich sein. “Das ist eine Musikrichtung die eigentlich in keine Schublade passt” , erklärt Holger Schlicht. “Acid Jazz” verbindet verschiedene Musikstile und sei Ende der 1980er der große Renner gewesen. In keine Schublade passte auch “Freitongebiet” . Aber das soll laut Holger Schlicht auch genau so sein. Mit seinen Veranstaltungen will “The Seed” nämlich Raum schaffen für jede Art von Musik und Kunst und nicht nur für das, was gerade “in” ist.

Auch die Genossenschaft für Kreative wolle sich in keine Schublade stecken lassen. “Wir sind ein Innovationsnetzwerk von Leuten, die sich gegenseitig unterstützen und inspirieren, um Raum zu haben für Kreativität” , sagt Schlicht.

Maja Tolsdorf




20. April 2006

Pluralisten und Grenzgänger
Zweite DJ-Nacht im Alten Wasserwerk

Lörrach. Die zweite „the seed-freitongebiet"-Veranstaltung in diesem Jahr findet am kommenden Samstag im Alten Wasserwerk Lörrach unter dem Motto „Toleranz, Freundlichkeit und Respekt" statt. Diesmal sind die DJs Stupid Deep (bureau45 / Frankfurt) und Smoove (Acid Jazz Records / UK) zu Gast.

Die Laufbahn von DJ Stupid. Deep begann in den frühen 90er Jahren. Zuerst im Rahmen eines DJ-Kollektivs und drei Jahre später solo. Dabei prägte sich immer mehr sein eigener DJ-Stil aus. Zwischen den „alten" Koordinaten Funk, Soul, Hip Hop.

und Electro entwickeln sich Schnittmengen aus „Roots" und neuen - auch elektronischen - Einflüssen. Der gerade in Frankfurt stark verbreitete DJ-Dogmatismus und Stilpurismus ist Stupid Deep seit jeher fremd. Er vereint Deep Funk, Soul, Jazzy Stuff, neue Breakbeats und Disco mit Old School Hip Hop.

DJ Smoove ist musikalischer Grenzgänger und Shooting-Star der aktuellen englischen Breakbeat-Szene. Funk, Northern Soul, Hip Hop und Jazz vermischt er in typisch britischer Manier zu einem homogenen Ganzen. Neben der aktuellen Veröffentlichung und dem Remix „Message For The King" erschien im Sommer 2005 sein Debütalbum „Dead Men's Shirts".

Die Räume im Alten Wasserwerk sind passend dekoriert, parallel findet ein Tischkicker-Turnier statt. Es wird mit maximal 16 Mannschaften in Zweierteams mittels KO-System gespielt und live auf eine Leinwand projiziert. VJ Dark Walter baut die Szenen in seine abstrakten Visualisierungen ein. Weitere Überraschungen sind geplant.

„The seed-freitongebiet": Samstag, 22. April, Einlass nur für Gäste ab 18 Jahre, Eintritt fünf Euro




20. April 2006

Neues Frauenprojekt des SAK im Alten Wasserwerk
Hilfe für russischsprachige Frauen auf dem Weg ins Berufsleben

LÖRRACH (BZ). Der Soziale Arbeitskreis Lörrach (SAK) unterstützt russischsprachige Frauen auf ihrem Weg ins Berufsleben. Dazu findet eine Informationsveranstaltung für interessierte Frauen am Mittwoch, 26. April, von 9.30 bis 11 Uhr im Alten Wasserwerk in der Tumringer Straße 271 statt.

Neben Sprachunterricht speziell für den Arbeitsalltag und praktischen Qualifizierungsangeboten in den verschiedenen Beschäftigungsfeldern des SAK stehen auch familienorientierte Themenabende und individuelle Beratung auf dem Programm.

Inhalte sind zum Beispiel das Deutsche Bildungssystem, sprachliche Erziehung oder Freizeit- und Kulturangebote. Geplant ist außerdem, den Frauen Starthilfe bei der Organisation einer regelmäßigen Hausaufgabenbetreuung und der Herstellung von Kontakten zu Kindergarten und Schule zu geben.

Das Angebot wird von der Sozialpädagogin Susanne Pretzsch mit Erfahrung in der Familien- und Beschäftigungsförderung koordiniert. Die Seminare werden von der Sprachwissenschaftlerin Nataliya Kostyuk ausgeführt, die bei Bedarf auf eigene Russischkenntnisse zurückgreifen kann. Eingeladen sind daher gerade auch Frauen mit Verständigungsproblemen, die ihre Grundkenntnisse der deutschen Sprache anwenden und erweitern wollen.

Ziel des neuen Projektes ist, den Frauen ein spezifisches Förderangebot zu machen, um gleichberechtigte Vorraussetzungen für die Teilnahme am gesellschaftlichen und beruflichen Leben in Deutschland zu schaffen. Gleichzeitig möchte es den Frauen auch Hintergrundwissen und Kontakte zur Förderung ihrer Kinder in Deutschland vermitteln.

Unterstützt wird diese Initiative vom Europäischen Sozialfond. Mit einer Spende aus der Weihnachtsaktion “Hilfe zum Helfen” unterstützen auch Leser der Badischen Zeitung das Projekt.

Prospekte mit weiteren Informationen liegen in der BZ- Geschäftsstelle am Marktplatz aus.




18. April 2006

Senkrecht die Wand hoch
Schnuppertag am Alten Wasserwerk: Training an der Kletterwand

Lörrach (dr). Nicht sehr gut meinte es das Wetter mit den Kletterern, denn pünktlich zum „Free climbing Kletteropening" am Samstag um 14 Uhr am Alten Wasserwerk fing es an zu regnen. Dies schreckte aber einige Unerschrockene nicht davon ab, unverzüglich die Wand nach oben zu klettern.
Der Aktions- und Schnuppertag begann mit einem zweistündigen betreuten Klettern für Jedermann. Es folgte ein Kletterwettbewerb. Zum Ende des Tages stand die Wand noch für ein offenes Klettern zur Verfügung. Wie die Organisatoren Samuel Rüsch und Eric Bintz, beide Sozialpädagogen beim Sozialen Arbeistkreis (SAK), sagten, ist beim Klettern über die rote Linie in drei Metern Höhe hinaus eine Sicherung am Seil durch einen zweiten Mann unbedingt nötig.

Für Freunde des Free climbing, also dem Klettern ohne besondere Hilfsmittel, bietet der „SAK - Altes Wasserwerk" Kletterkurse an. Die Kurse in den Osterferien sind schon komplett ausgebucht, aber Ende April beginnen neue Kurse. Außerdem kann man als fortgeschrittener Kletterer einen „Kletterpass" erwerben und dann ganz offiziell die Kletterwand benutzen
.




18. April 2006

Gut gesichert hoch hinaus
Neue Kletterwand im Alten Wasserwerk eingeweiht / Kletterspaß bei Kursen und mit Kletterpass
Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Zwar waren die Kinder und Jugendlichen, die am Samstagnachmittag in der Kletterwand des Alten Wasserwerks hingen, ganz bestimmt keinem Comic entsprungen, auch wenn sie ein wenig wie Spiderman wirkten, als sie — alle Viere von sich gestreckt — die senkrechte, hohe Wand erklommen. Dessen Superkräfte bedurfte es bei diesen Klettertouren nicht, denn die Kids waren an Gurten und Seilen gesichert.

Leider wollte das Wetter bei der offiziellen Eröffnung der Kletterwand so gar nicht mitspielen. Pünktlich zu Veranstaltungsbeginn begann es zu regnen und es hörte bis zum Abend auch nicht mehr auf. Das machte die bunten Haltegriffe glitschig und erschwerte den Weg zum Gipfel. Jedoch hielt es die jungen Kletterer und die, die es bald werden wollen, nicht von der Besteigung der Wand ab, die alle Schwierigkeitsstufen bietet und in dem Teil mit einem Überhang sehr anspruchsvoll ist.

Angeleitet und gesichert wurden die Kinder und Jugendlichen von SAK-Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, die in den vergangenen Monaten in Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein den Kletterschein abgelegt haben. Mit der Unterstützung von Sport Eiselin wurde außerdem das notwendige Material angeschafft wie Sitzgurte, Seile oder Brustgurte.

Nun bietet der Soziale Arbeitskreis (SAK) unter der Leitung von den Sozialpädagogen Samuel Rüsch und Eric Bintz verschiedene Kletterkurse an, die nach den Osterferien beginnen. Insgesamt vier Kurse für verschiedene Altersgruppen mit je acht Terminen wird es geben, einer davon ist nur für Mädchen ab 12 Jahre.

Im Moment seien die Kurse noch nicht voll, weil sie bisher noch nicht wirklich beworben wurden, berichtete Samuel Rüsch. Doch sei die Nachfrage sehr groß, und bis zum Abend hatten sich bei Beate Frohnert schon einige Interessenten mehr angemeldet.

„Wir sind natürlich interessiert, dass die Wand übers Jahr voll wird”, so Samuel Rüsch. Das Konzept des SAK beinhaltet deshalb neben den eigenen Kursen auch die Möglichkeit für Gruppen, die Wand zu mieten — entweder mit eigenen geschulten Personen oder im Rückgriff auf das Personal vom SAK. Die dritte Gruppe, die angesprochen werden soll, sind Jugendliche und junge Erwachsene, die klettern können und eigenes Material haben. Sie können im Alten Wasserwerk ein Saisonabo mit Kletterpass bekommen und damit ein Jahr lang an der Wand trainieren.

Info und Anmeldungen bei Eric Binz, 07621/9279250 oder unter jugend@sak-loerrach.de




18. April 2006

Multikulturelle “Stadtwette” zur Fußball-WM
Aktion im Alten Wasserwerk
Von unserer Redakteurin Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. “Die Welt zu Gast bei Freunden.” Dieses schöne Motto steht groß über der Fußballweltmeisterschaft, die vom 9. Juni an das Land in Atem halten wird. Eine private Initiative, die von Sigrid Springmann-Preis ausging, will unter dem Motto “Die Welt zu Haus in Lörrach — aus Fremden werden Freunde” die Multikultur vor der eigenen Haustür in den Großanlass einbinden, und zwar in einer Weise, die nicht nur eingefleischte Fußballfans anspricht.

Die Vorbereitungen zu dieser Großaktion sind noch nicht abgeschlossen, aber schon ganz schön weit gediehen. Ansatzpunkt war: In Lörrach leben Menschen aus fast aller Herren Länder, also auch aus den allermeisten Nationen, die an der WM teilnehmen.

An zwei Lörracher Grundschulen, der Hebel- und wahrscheinlich auch der Fridolinschule, sollen in den dritten und vierten Klassen Eltern und Kinder aus den Teilnehmerländern der Fußballweltmeisterschaft von ihrer Heimat erzählen, so ist es bisher angedacht. Eine ganze Reihe von Müttern und Vätern haben sich bereits bereit erklärt. In den Klassen sollen auf Plakaten Informationen über die einzelnen Länder zusammengetragen werden.

“Die Welt zu Haus in Lörrach - aus Fremden werden Freunde”

Diese Plakate könnten dann mit zu der zweiten Station wandern, die in die Aktion eingebunden sein soll: das Alte Wasserwerk, wo ein Programm die Übertragungen der WM-Spiele begleitet.

Hier nun soll am 8. Juli, dem Tag, an dem um den dritten Platz gespielt wird, der Ort einer “Stadtwette” sein: Wenn es gelingt, an jenem Tag zwischen 15 und 18 Uhr Repräsentanten eines großen Teil der 32 Teilnehmernationen im Alten Wasserwerk zu versammeln, dann wird eine Spende an die Jugendarbeit des Sozialen Arbeitskreise (SAK) Lörrach gehen.

Die genaue Zahl der Nationen, die für den Gewinn erforderlich ist, steht noch nicht fest. Für den Betrag, der an den Sozialen Arbeitskreis gehen wird, werden noch Spender gesucht, die Badische Zeitung ist schon dabei.

Wenn es gut geht, meint Sigrid Springmann-Preis, könnte aus dem Spiel “ein Riesen-Happening” werden.



Pressemitteilung vom 13. April 2006

Podiumsdiskussion für Jugendliche zum Thema "Globalisierung"

Heute findet um 19°° Uhr eine Podiumsdiskussion für Jugendliche zum Thema "Globalisierung" bei uns im
Alten Wasserwerk statt. Die Podiumsdiskussion wird organisiert von der neuen Jupa- Initiative Lörrach. Hierbei kann man Fragen rund um das Thema Globalisierung stellen, sich das Pro- & Contra erörtern lassen und sich so eine fundierte Meinung bilden. Befürworterin der Globalisierung wird die Geschäftsführerin vom Innocel Frau Diana Stöcker- Unnerstahl sein, Gegensprecher Dietmar Ferger vom Bündis 90 / Die Grünen, selbstständiger Unternehmer. Die Veranstaltung findet im Saal des Altenwasserwerks Lörrach statt.

Der Eintritt ist frei.




Pressemitteilung vom 12. April 2006

Kuchenverkauf des Jugendtreff Salzert

Schon seit Längerem wollen die Jugendlichen des SAK Stadtteiltreff Salzert, ihren Jugendraum ansprechender gestalten, doch an den finanziellen Mitteln ist dieses Vorhaben bislang gescheitert. Deshalb haben sie sich entschlossen, selbst tätig zu werden und einen Kuchenverkauf am kommenden Donnerstag, den 20. April ab 10 Uhr auf dem Marktplatz in Lörrach durchzuführen. Mit dem Erlös soll der Diskoraum neu gestrichen und eventuell ein neuer Boden verlegt werden.




06. April 2006

SAK hat Rapsöl im Tank
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. Zwei Busse und ein Landrover des Sozialen Arbeitskreises (SAK) fahren in Zukunft mit Rapsöl statt Diesel. An der Gewerbeschule Lörrach rüsten fünf angehende Automechaniker die Fahrzeuge derzeit um. „Zum ersten Mal arbeiten wir für einen richtigen Kunden“, berichtet Tobias Wölfle.

Das Hauptproblem bei Rapsöltreibstoff: Er ist dickflüssiger als Diesel. Dafür haben Tobias Wölfle und seine Mitschüler die Fahrzeuge mit größeren Treibstoffleitungen ausgerüstet, ein beheizbarer Treibstofffilter sorgt für die richtige Betriebstemperatur. In den Rover bauen die Jugendlichen außerdem einen zweiten Tank, weil das Auto mit Diesel fahren muss, solange der Motor am Beginn einer Fahrt noch kalt ist.

„Die Kooperation mit Schulen wird uns immer wichtiger“, sagt Herbert Sitterle vom SAK. Gemeinsam mit Reinhard Schmitt, Berufsschullehrer und Vorsitzender des Vereins für angewandte Solartechnologie, mit dem Technischen Lehrer Jürgen Knauft entwickelte er daher die Idee, die SAK-Fahrzeuge von den Schülern der Mechanikerfachklasse umrüsten zu lassen.

Das Projekt passt außerdem gut in das moderne Unterrichtskonzept des Lernfeldlernens: Anstatt einzelne Fächer zu pauken, sollen die Schüler in praxisnahen Aufgaben selbstständiges Arbeiten lernen. Landesumweltministerin Tanja Gönner gefiel das Projekt so gut, dass sie es als vorbildhaftes Projekt mit einem Zuschuss von 7500 Euro förderte.

„Ein SAK-Bus fährt bereits seit einer Woche mit Rapsdiesel“, berichtet Mechanikermeister Harun Moussa. Er habe den Bus extra auf einem Leistungsprüfstand einer Schopfheimer Firma prüfen lassen. Das Gerät prüfe mit Hilfe von drehenden Rollen, wie viel Kraft die Räder eines Fahrzeugs auf die Straße bringen. Das Ergebnis: Die PS-Zahl des Busses ist mit Diesel und Rapsöl gleich.

Wenn eine Werkstatt einen Personenwagen oder einen Kleinbus auf Rapsölbetrieb umrüste, koste das rund 2000 bis 3000 Euro, informierte Harun Moussa. Betanken wird der SAK seine Busse und den Rover bei der „Biotanke“ in Haagen. Dort gibt es das Pflanzenöl, fast wie das Salatöl im Supermarkt, in 10-Liter-Flaschen zu kaufen. Es kostet derzeit 85 Cent pro Liter.

Damit die jungen Mechaniker auch wissen, wo der Pflanzentreibstoff herkommt, plant die Schule einen Ausflug zur Rapsmühle in Donaueschingen. Landwirte, die im Maschinenring Donaueschingen zusammengeschlossen sind, bauen die Pflanzen für den Treibstoff an.




06. April 2006

Schüler schrauben an SAK-Autos
Drei Fahrzeuge werden auf Rapsöl-Betrieb umgestellt / Landesweites Modellprojekt

Lörrach (kör). Hoch interessant und verbunden mit viel Spaß sagen die Jugendlichen, die in der Lörracher Gewerbeschule an drei Dieselfahrzeugen des Sozialen Arbeitskreises Lörrach (SAK) werkeln.

Ihre Aufgabe: Sie sollen die beiden Kleinbusse und einen Landrover vom normalen Dieselbetrieb auf Rapsöl umstellen. Nicht ganz einfach, die benötigten Einzelteile werden zwar gestellt, aber den Einbau mussten die Schüler der Mechatronikerklasse an der einjährigen Berufsfachschule (1BFKF4) selbst bewerkstelligen. Da galt es unter der Anleitung von Theorie-Lehrer Uwe Gaspers eine Planung und eine Dokumentation zu erarbeiten, damit man auch die richtige Richtung für die Halterungen und Leitungen findet.

Auch die Halterungen mussten selbst gefertigt werden, was unter Technik-Lehrer Jürgen Knauft geschah. Und es wurde sogar ein externer Experte beigezogen: Kraftfahrzeugtechnikmeister Harun Moussa vom Mobilen Autohaus hatte gleichsam die Oberaufsicht, wie Knauft berichtete, denn ich habe eine solche Umrüstung noch nicht selbst gemacht. Und es galt, den Geländewagen, der als Einspritzer mit einem Zwei-Tank-System ausgerüstet werden musste, auch durch den TÜV zu bringen, da der zweite Tank in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden musste.

Diesen zweiten Tank braucht man, weil das Rapsöl zunächst einmal auf eine Betriebstemperatur von 70 Grad gebracht werden muss, bevor man vom Diesel-Betrieb auf Raps-Betrieb umschalten kann.

Herbert Sitterle erläuterte, dass das Projekt im Zusammenhang mit den Umweltschutzbestrebungen der Lokalen Agenda 21 entwickelt wurde: Wir überlegen ja ständig, wo wir da noch etwas mehr leisten können. Gemeinsam ziehe man hier mit dem Förderverein für Angewandte Solartechnologie (FAST) an einem Strang, dessen Vorsitzender Reinhard Schmitt nicht nur an der Lörracher Gerwerbeschule unterrichtet, sondern auch die ursprüngliche Idee hatte. Gemeinsam freuen sich Sitterle, Schmitt, Knauft und Gaspers auch über den Erfolg, den das Projekt bereits hatte: Landesumweltministerin Tanja Gönnert war von diesem Vorhaben derart begeistert, dass sie es zum Modellprojekt erhoben und eine Förderung zugesagt hat. Damit werden 7000 Euro der Kosten in Höhe von rund 11 000 durch das Land übernommen.




23. März 2006

Salzert mit neuem Blättli
Zur besseren Information der Bewohner des Stadtteiles

LÖRRACH (ouk) Der Salzert hat eine neue Stadtteilzeitung: Das “Salzertblättli” informiert, welche Angebote es für die Bewohner des Salzert gibt, angefangen bei der Arztpraxis, über Hallensport bis hin zu Kindergarten, Jugendtreff und Talenttauschbörse. Produziert hat die Zeitung eine Hand voll engagierter Bürger. Das “Salzertertblättli” wurde bei der Stadtteilkonferenz geboren. “Wir stellten immer wieder fest: Es gibt viele Angebote, doch die Leute wissen nichts davon” , erzählt Viola Körner, die das Heft gemeinsam mit Egon Lacher und Sabine Heitzmaann, Sozialarbeiterin beim Jugendzentrum “Stadtteiltreff” gestaltet hat.

Die meisten Arbeiten habe sie in ihrer Freizeit “an einem einfachen Haushalts-PC” erledigt, erzählt die Lehrerin und Mutter. Ein Stadtteilbüro, das für solche Arbeiten ausgestattet ist, gibt es auf dem Salzert nicht. “Im “Salzertblättli” erfährt der Leser, welche Vereine und Institutionen es auf dem Salzert gibt, aktuelle Termine von Festen und Veranstaltungen findet er nicht. “Das Salzertblättli ist als Leitfaden gedacht” , erklärt Sabine Heitzmann. Es soll für längere Zeit gültige Informationen über das Quartier liefern. Daher auch die aufwändige Aufmachung. Das Heft wurde an alle Haushalte auf dem Salzert verteilt, außerdem liegt es an öffentlichen Plätzen im Quartier und im Rathaus Lörrach aus.

Bürger, die neu auf den Salzert ziehen, bekommen das Heft vom Einwohnermeldeamt. Aktuelle Termine sollen dann alle drei Monate im einfacher gestalteten Heft “Salzert aktuell” erscheinen. Auch dort können sich Vereine und Initiativen vorstellen; es ist Platz für persönliche Mittelungen, sei es ein Geburtstagsgruß oder ein Gedicht.

Froh ist Sabine Heitzmann über die Unterstützung der Wohnbau Lörrach, der größten Vermieterin im Quartier, der Sparkasse und vier weiterer Inserenten. Wann “Salzert aktuell” erscheint, steht noch nicht genau fest, spätestens jedoch im Juni. Wer Termine oder andere Mitteilungen veröffentlichen will, wendet sich an Volker Weiß, den Praktikanten im “Stadtteiltreff” : Telefon 07621/3184. Mail: salzert@sak-loerrach.de




18. März 2006

3. Change Lö- Sens-Bandaustausch mit der französischen Partnerstadt

Im Rahmen des Bandaustausches „Change Lö- Sens“ fuhr letztes Wochenende wieder eine Lörracher Band nach Sens. Dieses Mal bekam die Band „Sideshow“ die Chance ein Wochenende lang Land und Leute kennen zu lernen und zusammen mit Bands aus Sens ein Konzert geben. Aber nicht nur Musik und das gemütliche Zusammensein mit den Gastgebern, auch ein gemütlicher Stadtbummel durch Sens schöne Altstadt standen auf dem Programm.

Höhepunkt war das Konzert im Senser Jugendzentrum MJC am Samstag Abend. Die zwei Senser Rock-, Mettall-Bands und Sideshow wurden von einem gut gelaunten Publikum empfangen. Als Gast durfte die Lörracher Band den Abend beschliessen und den vier Jungs von Sideshow gelang es trotz einiger Sprachbarrieren das Publikum mitzureissen und von ihrem abwechslungsreichen, melodischen Punkrock zu überzeugen.

Der nächste Chance Lö- Sens Austausch findet am 20. Mai statt. Dann sind wieder die Senser dran und schicken die Band „a l'ombre des Paquerettes“ als französische Kulturbotschafter nach Lörrach. Hier werden sie dann zusammen mit „Sideshow“ das Alte Wasserwerk zum rocken bringen
.




13. März 2006

Wie hoch ist der Wert des Sozialen?
Kirchen und Liga der Freien Wohlfahrtsverbände prüften Landtagskandidaten auf deren Positionen zur Sozialpolitik
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH. In knapp zwei Wochen ist Landtagswahl. Beim vierten Lörracher Sozialkongress am Freitag diskutierten die vier Kandidaten Ulrich Lusche (CDU), Werner Bundschuh (FDP), Rainer Stickelberger (SPD) und Josha Frey (Grüne), wie sie Sozialpolitik gestalten wollen. Veranstalter waren der evangelische Kirchenbezirk Lörrach, das katholische Dekanat Wiesental und die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände.

Die Kongressteilnehmer, alles Fachleute aus Kirchen und Sozialeinrichtungen, konfrontierten die Kandidaten mit einem Bündel an Fragen und Kritik: Das Land ziehe sich immer weiter aus sozialen Aufgaben zurück, etwa aus der Schulsozialarbeit, stellte Josef Stächele, Kreisgeschäftsführer der Caritas, fest. Michael Schmitt-Mittermeier, Kreisgeschäftsführer der Diakonie, ergänzte, sozialen Einrichtungen könnten dadurch nicht mehr sicher planen. Pfarrer Matthias Ibach kritisierte, die Kindergärten bekämen immer mehr Aufgaben, etwa bei der Sprachförderung. Städte und Gemeinden kürzten gleichzeitig ihre Zuschüsse. Der katholische Dekan Franz Kreutler schließlich kritisierte die harte Flüchtlingspolitik des Landes. Er erzählte von einer Flüchtlingsfamilie, die seit 16 Jahren in Deutschland lebt und nun von Abschiebung bedroht ist. Seine Pfarrgemeinde erwäge nun, ob sie der Familie Kirchenasyl gewährt. Von den Landtagskandidaten waren viele grundsätzliche Gedanken zur Sozial- und Wirtschaftspolitik zu hören; ein paar konkrete Versprechen und wenige Aussagen, wie sie ihre Vorhaben finanzieren wollen.

Alle vier Kandidaten für Bleiberecht für lange hier lebende Flüchtlinge

Ulrich Lusche meinte zur Schulsozialarbeit: “Ich werde offen dafür eintreten, die Streichungen der Zuschüsse zurück zunehmen.” Nach einer süffisanten Bemerkung über die “Sozialdemokratisierung des Kollegen Lusche” , kündigte auch SPD-Mann Rainer Stickelberger an: Er werde sich dafür einsetzen, dass die Zuschüsse im Doppelhaushalt 2007/08 in der aktuellen Höhe erhalten bleiben. “Sozialpolitik hat für mich einen hohen Stellenwert.” Auch die Sprachförderung im Kindergarten will der SPD-Politiker künftig aus dem Landeshaushalt finanzieren und nicht, wie bisher, über die Landesstiftung: Auf Gelder aus der Stiftung hat kein Kindergarten einen Rechtsanspruch.

Jugendliche müssen die deutsche Sprache gut beherrschen, um in Schule und Beruf Erfolg zu haben; darüber waren sich alle Kandidaten einig. Doch wie finanziert man nach Meinung der Kandidaten die Sozialausgaben? Rainer Stickelberger schlug vor, im Landeshaushalt andere Schwerpunkte zu setzen und weniger Geld in Großprojekte wie die Landesmesse in Stuttgart oder den Euro-Airport Basel-Mulhouse zu stecken. FDP-Kandidat Werner Bundschuh regte an “Sozialbetrüger” , strenger zu verfolgen und der Grüne Josha Frey will Gewinne von Großunternehmen stärker besteuern: “Wenn wir in Zukunft friedlich zusammen leben wollen, müssen wir für Gerechtigkeit sorgen.”

Der CDU- und der FDP-Kandidat waren sich einig, dass eine florierende Wirtschaft die Grundlage für eine gute Sozialpolitik ist. Immerhin bilde der Mittelstand 80 Prozent aller Lehrlinge aus, meinte Lusche. Eine Tatsache, die Josef Stächele keineswegs beruhigte: “Im Berufsvorbereitenden Jahr (BVJ) bilden wir zwei Drittel aller Schüler für die Arbeitslosigkeit aus.”

Erstaunlich einhellig sprachen sich alle vier Politiker dafür aus, dass Flüchtlinge, die jahrelang in Deutschland leben, das Recht haben sollen zu bleiben. Ulrich Lusche forderte, betroffene Flüchtlinge sollten sich an die neu eingerichtete Härtefallkommission des Landes wenden. Josha Frey stellte klar, dass es auch Gesetze gibt, nach denen die Behörden solchen Menschen ein Bleiberecht gewähren können. In anderen Bundesländern, etwa in Rheinland-Pfalz würden diese Gesetze auch angewandt.




23. Februar 2006

Wiesionen scheitert nicht am Wasser
Urkunde von Deutscher Umwelthilfe

Lörrach (ndg). Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ehrte die Stadt Lörrach gestern für das umfassende Konzept zur Verbesserung der Gewässerökologie der Wiese mit der Auszeichnung Fließgewässer-Projekt des Monats.

Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die Modellcharakter besitzen und auf andere Flussregionen übertragbar sind. Die Einbindung der breiten Öffentlichkeit in die Entscheidungsprozesse bei Planung und Ausführung eines Vorhabens sind der Stiftung besonders wichtig. Dies sei beim Projekt Wiesionen beispielhaft gewährleistet, betonte DUH-Ehrenvorsitzender Dr. Gerhard Thielcke bei der Übergabe der Urkunde an Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm und Gisela Talke von der Bürgerstiftung. Diese ist neben dem Sozialen Arbeitskreis und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Partner des Projektes Wiesionen, das laut Thielcke auf viereinhalb Jahre angelegt ist und sowohl wasserbauliche als auch uferspezifische Renaturierungsvorhaben umfasse, die die Wiese für die Menschen als Naherholungsziel attraktiv machen sollen. Eines der langfristigen Ziele sei es, dem Lachs wieder wie früher die Türen zu seinen Laichgewässern zu öffnen.

Angesprochen auf die Wasserarmut der Wiese im Sommer, erklärte Oberbürgermeisterin Heute-Bluhm: Wir müssen mit dem wenigen Wasser, das uns im Sommer leider zur Verfügung steht, das Beste machen. Diese Wasserknappheit ist darauf zurückzuführen, dass die Wuhrgenossenschaft das verbriefte Recht besitzt, pro Sekunde fünf Kubikmeter Wiesewasser am Tumringer Wuhr zur Energiegewinnung abzuzapfen.

Laut Heute-Bluhm sei das Projekt Wieserenaturierung durch die vorübergehende Wasserknappheit nicht gefährdet. Das in der Wiese verbleibende Wasser solle in eine v-förmigen Rinne gesammelt werden und reiche aus, um den ökologischen Aspekten des Projektes Rechnung zu tragen.

Isolde Britz (Stadtbau Lörrach) bestätigte ebenfalls, dass das Wasser, das im Moment fließt ausreicht für die Renaturierung. Nur wenige Wochen im Jahr werde es ein bisschen knapp. Die Wuhrgenossenschaft sei sich darüber im Klaren, dass sie in Trockenphasen genügend Wasser in der Wiese lässt.





23. Februar 2006

Ritterschlag für “Wiesionen”

Deutsche Umwelthilfe zeichnet Lörracher Wieseprojekt aus
Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) würdigte das Lörracher Wieseprojekt mit der Übergabe einer Urkunde als “vorbildliches Konzept zur Verbesserung der Gewässerökologie” . Die DUH zeichnete gestern im Rathaus die Wiesionen als “Fließgewässerprojekt des Monats” aus.

Professor Gerhard Thielcke, der Ehrenvorsitzende der Deutschen Umwelthilfe, ein 1975 gegründeter Dienstleistungsverband im Natur- und Umweltschutz mit Sitz in Radolfzell, überreichte OB Gudrun Heute-Bluhm die Urkunde mit der undotierten Auszeichnung. Das Lörracher Projekt verbinde “städtebauliche, soziale, kommunikative und gestalterische Elemente und schaffe so einen vielfachen Mehrwert für die Gewässerökologie, für Flora, Fauna sowie für die Menschen, die in der Stadt leben” , begründete Thielcke die Auszeichnung dieses “Gemeinschaftsporjektes zur Renaturierung eines Flussabschnitts innerhalb der Stadt” . Diesem Projekt in Lörrach schreibt die Deutsche Umwelthilfe Modellcharakter zu, sie lobt die Zusammenarbeit mehrerer Projektpartner, in der auch bürgerschaftliches Engagement zum Ausdruck kommt.

OB Gudrun Heute-Bluhm freute sich über die Auszeichnung, auch wenn damit keine unmittelbare finanzielle Förderung verbunden ist. Da aber die DHU eine “prominente Adresse” (Stadtbaudirektor Klaus Stein) ist, könne deren Votum durchaus hilfreich sein, bei der Suche nach weiteren Sponsoren. Stein: “Das ist wie ein Ritterschlag.” Gleichwohl belässt es die DHU nicht nur bei der ideellen Unterstützung. Sie stellte dem BUND Hochrhein als Projektpartner der Wiesionen 3000 Euro dafür zur Verfügung.

Die DHU kann inzwischen auf eine stattliche Zahl nicht nur ideell unterstützter Flussprojekte an Elbe, Weser, Rhein, Donau und anderen Flüssen hinweisen. Sie betreibt auch, wie DHU-Mitarbeiterin Agnes Sauter sagte, “politische Lobbyarbeit zum Stopp des Flussausbaues” . Die Wiesionen wollen einen Fluss revitalisieren, der nach der EU-Wasserrechtsrahmenrichtlinie nach der schlechtesten Kategorie eingestuft wird, wo also dringend Handlungsbedarf besteht.

Mit dem relativ wenigen Wasser, das die Wiese vor allem in Sommermonaten hat, werde das Beste getan, sagte OB Heute-Bluhm. Dies geschehe durch die Veränderung des flachen und breiten Querschnitts in eine wasserrführende Rinne, anders im Umbau “vom Trapez zum V” (Stein). Dies müsse unabhängig von den wasserrechtlichen Verträgen mit der Wuhrgenossenschaft als Betreiberin des Gewerbekanals und den Schweizer Nachbarn geschehen. Projektbearbeiterin Isolde Britz (Stadtbau) stellte fest: “Das wenige Wasser, das die Wiese runterfließt, reicht für die Wiesionen.” Überdies habe das Regierungspräsidium gesagt: “Alles, was getan werde, sei eine Verbesserung gegenüber dem heutigen Zustand.”




17. Februar 2006

Den Fluss ökologisch aufwerten
Wiesionen gestern Abend Thema im Gemeinderat / Einstiegsprojekt “Roßschwemme” / Bürgerstiftung engagiert sich
Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat gestern Abend den aktuellen Stand zum Thema des Wieseprojektes, bekannt als “Wiesionen” . Dabei spielte auch die Finanzierung des ambitionierten Projektes eine wichtige Rolle. Die Stadt ist noch dabei, Geld gebende Partner und Sponsoren zu finden. Die Bürgerstiftung Lörrach nimmt sich in besonderer Weise des Wieseprojektes an.

Die Idee für die Revitalisierung der Wiese mit dem weiteren Ziel, Fluss und Stadt wieder näher zusammenzubringen, stammt vom Lörracher Architekten Gerhard Zickenheiner, der der Impulsgeber für die Wiesionen war und darüber auch im Gemeinderat sprach.

Im Kern geht es um eine naturnahe Gestaltung des Flusses, mit der auch die ökologische Qualität an der Wiese erheblich verbessert werden soll. Darüber hinaus will die Idee “Lörrach an den Fluss” auch Nutzungen ermöglichen.

Das sind im ersten großen Projektteil von der Landesgrenze bis zur Tüllinger Brücke (1,9 Kilometer) eine Fischtreppe an der Landesgrenze, weiter flussaufwärts das Teilprojekt “Badestrand” und unterhalb der Tüllinger Brücke die “Roßschwemme” , die im vorigen Jahr mit dem großen Fest an der Wiese in den Blick gerückt wurde. Dies ist sozusagen das Initialprojekt der Wiesionen. Insgesamt nimmt das Wieseprojekt auch den weiteren Flussabschnitt von der Tüllinger zur Tumringer Brücke in den Blick, das sind weitere 1,3 Kilometer.

Inzwischen wurde die “Roßschwemme” weiterentwickelt. Die Projektentwicklung ist bei Isolde Britz (Stadtbau Lörrach) angesiedelt. Stadtbaudirektor Klaus Stein obliegt die Moderation zwischen den verschiedenen am Projekt Beteiligten, auch den überregionalen Partnern. Dazu gehören wesentlich das Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung Umwelt, der BUND-Regionalverband Hochrhein, deren Vertreter im Gemeinderat ebenso zu Wort kamen, wie Jürgen Wiesenhütter, der die Beteiligung des SAK am “Badestrand” darstellte, und die Vorsitzende Gisela Talke, die das Engagement der Bürgerstiftung erläuterte. Sie will das Wieseprojekt in der Bevölkerung verankern helfen und hat zur Mitfinanzierung die Aktion Wiesemeter ins Leben gerufen.

Für die 1,9 Kilometer des ersten Projektabschnittes sind 1,474 Millionen Euro errechnet. Daran beteiligt sich die Stadt mit 15 000 Euro für Sachkosten und 80 000 Euro aus den zweckgebundenen Mitteln des Ökokontos der Stadt. Das ambitionierte Projekt in Lörrach fand auch das Interesse der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, die 250 000 Euro in Aussicht gestellt hat. Sie wolle sicher sein, so Stein im BZ-Gespräch, dass das ganze Projekt kommt. Angefangen werden soll erst, wenn die Finanzierung “in trockenen Tüchern ist” . Dabei sei noch offen, ob das für die gesamten rund 1,5 Millionen Euro gilt oder für das Teilprojekt “Roßschwemme” , mit dem die Umsetzung der Wiesionen beginnen sollen.

“Viele Menschen haben Angst, dass sie nichts beitragen können” , hat Brigitte Braml im Gespräch mit Bekannten festgestellt. “Gerade ältere Leute denken nicht daran, wie wertvoll es ist, wenn sie Kindern Märchen oder Geschichten von früher erzählen” , meint sie. Auch ganz unspektakuläre Arbeiten seien oft eine wertvolle Hilfe, ergänzt Ruprecht Helms, der die Internetseite für den Salzert entwickelt hat: “Viele Leute halten das, was sie können für selbstverständlich. Aber andere sind froh, wenn einer das macht.”

Kontakt: Brigitte Braml, 3259, Uschi Weldle, 46228. Bei Fragen zur Internetseite Ruprecht Helms,169916. Talenttauschtreffen am Dienstag, 31. Januar 06, 16 Uhr im Max-Josef-Metzger-Haus, Röttelnblick 4, Lörrach-Salzert.




17. Februar 2006

“Die Wiese ist ein ökologisches Klassenzimmer”
Gestern im Gemeinderat

LÖRRACH (don). Bei nur einer Enthaltung (Erika Brogle) stimmte der Gemeinderat gestern Abend den Wiesionen zur Renaturierung der Wiese zu. Dennoch waren die skeptischen Stimmen nicht zu überhören. Die kamen sowohl aus den Reihen der CDU als auch der Freien Wähler. Vor allem sieht man bei der Realisierung solcher Ideen finanzielle Probleme auf die Stadt zukommen. Die Grünen stimmten “zähneknirschend” zu, nicht weil sie sachliche Bedenken haben, sondern weil sie hier zur Rodung von Bäumen am Wieseufer vor einer Woche einen krassen Widerspruch zu den jetzt ausgebreiteten Plänen für mehr Lebensraum und Artenvielfalt an der Wiese sehen.

Oberbürgermeisterin Heute-Bluhm befürchtete wohl die Einwände aus finanzieller Sicht und stellte deshalb das bürgerschaftliche Engagement für ein weiteres der Gemeinschaft zugute kommendes Projekt heraus. Davon und vom Vortrag der Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Gisela Talke, ließen sich CDU-Fraktionschef Ulrich Heuer und Werner Merz (Kul) so stark beeindrucken, dass sie auch gleich den Kauf weiterer “Wiesemeter” ankündigten. Der Vertreter des Regierungspräsidiums, Ulrich Feigle, sicherte Unterstützung zu - aber nicht in Form von finanziellen Zuschüssen. “Das Land hat für solche Projekte derzeit kein Geld” , betonte er, wies jedoch auf mögliche Hilfen aus EU-Fördertöpfen hin.

Jürgen Wiesenhütter vom Sozialen Arbeitskreis sieht die Chance, die Wiese als stadtnahen Fluß als “ökologisches Klassenzimmer” zu nutzen. Von soviel Phantasie fast erdrückt, meldete Werner Lacher (Freie Wähler) Zustimmung zu den Wiesionen an, nicht aber zu etwaigen finanziellen Vorleistungen. “Mir ist das alles noch zu abstrakt” , meinte er. Vreni Hirt (die Wiese hat an stark Bedeutung verloren) und Mario Perinelli (ohne Wenn und Aber) hingegen signalsierten uneingeschränkt die Zustimmung von SPD und FDP.

Andreas Obrecht (Grüne) sprach von einer Ironie, so kurz nach der Rodung von Bäumen für die Zollfreie Straße so ein Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Man verstehe nicht, warum man gewachsenen Lebensraum brutal zerstöre und es zulasse, dass eine Verkehrslawine mit bis zu 20 000 Autos täglich das ökologische Gleichgewicht an der Wiese vernichte.




09. Februar 2006

Volles Haus und eine enge Entscheidung
Imago und Rather Different kommen bei Lörracher Vorausscheidung ins Finale des Music-Star(t)- Contest 06
Von Verena Wehrle

Aufgeregte junge Musiker, ein „full house", Geschrei und Aplaus: Wir sind bei einem der Vorausscheidungen des zweiten Music-Star(t)- Contests im Alten Wasserwerk in Lörrach. „Ausverkauft!" steht später am Eingang.

Ruhige Parts treffen bei Simple auf laute Brüller. Der Sänger Carlo Wittek rockt mit seiner Gitarre auf dem Boden herum und spielt auch ein Stück für seine „Friends".

Weiter geht's mit einer relaxten Musikrichtung. Als einziger Hip Hopper musste er gegen die Rocker und Punker antreten: Leo Fairii. Zum ersten Mal kam mit ihm auch eine komplette Live-Band auf die Bühne. Keyboard, E-Gitarre, Schlagzeug, Saxophon, sogar Geige ist zu hören. Mit seiner Mischung aus Rap, Reggae, russischer Volksmusik und vielem mehr, bringt Leo Stimmung und gute Laune in den Raum. Als Zugabe gab's den Song „Fly Away" aus seiner neuen Demo-CD.

Ska mit allen möglichen Einflüssen von Reggae über Punk bis zu Funk spielte Rather-Different. Anders - das waren sie. Mit knalligen Tönen der Saxophone und Trompeten und auch spanischen Songs begeisterte die siebenköpfige Band die zahlreichen Zuhörer. Musiker aus dem ganzen Landkreis haben sich zu dieser außergewöhnlichen Combo zusammengeschlossen.

„Let's rock" heißt es bei der Band Imago. Lena Knobloch begeistert von Anfang an mit ihrer ausgeprägten Stimme und ihrer Wahnsinns-Ausstrahlung das junge Publikum. Als Dank leuchten Feuerzeuge, wird geschrieen und gejubelt. Rock, Funk und Psychedelic wird hier zum Besten gegeben

Härter, krasser und lauter wird's bei „Too Many Times fallen". Finger mit schwarzen Nägeln wedeln über die Gitarrensaiten.

Die Fans steigen auf die Bühne, springen und lassen sich von der Menge auffangen. Auch die Musiker selbst springen nach dem letzten Hard-Core-Song.

Zuletzt kommt Nailway auf die Bühne. Stonerock wird hier zum Besten gegeben, bis die Saiten reißen. Die Bühne füllt sich mit Fans.

Die Jury muss sich bald entscheiden. Die jungen Künstler und deren Fans sind gespannt. Nach einer langen Beratungsphase kommt Marc Trautmann mit seinem Team endlich auf die Bühne. „Knapp war es und eine sehr schwere Entscheidung", so Trautmann.

Imago aus Weil und Rather Different haben es geschafft - sie kommen ins Finale nach Neuenburg. Too Many Times Fallen darf sich über einen Sonderpreis und einen weiteren Auftritt im Alten Wasserwerk freuen.




06. Februar 2006

Hier ist alles selbst gemacht
Music-Star(t)-Contest: „Imago“ und „Rather different” qualifizieren sich in Lörrach fürs Finale

Samstagabend in Deutschland, 19.30 Uhr. Während in Köln hinter den Kulissen der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar" noch an den Kostümen der Möchte-Gern-Nachwuchsstars letzte Hand angelegt wird, rockt auf der Bühne im Alten Wasserwerk in Lörrach schon die erste Band „Simple" beim Music-Star(t)-Contest.

Der Traum vom gefeierten Musiker ist einer, den viele Teenager träumen und den sie versuchen, über verschiedene Wege zu verwirklichen. Der eine wählt den Weg über eine bekannte TV-Show und versucht so zu Ruhm und Ehren zu kommen, andere versuchen es über regionale Wettbewerbe, wie der Music-Star(t)-Contest in Südbaden. In Lörrach fand eine der vier Vorausscheidungen für das Finale am 8. April in Neuenburg statt. Hier geht es nicht um die perfekte Inszenierung, sondern um gute handgemachte, selbstkomponierte Musik.

20.15 Uhr Lörrach: Die erste Band „Simple", hat ihren Auftritt erfolgreich hinter sich gebracht, während in Köln die Superstarkandidaten gerade unter tosenden Applaus die Bühne betreten. Auch in Lörrach wird auch applaudiert und nach Zugaben gerufen. Die gibt es aber nicht, da die zwei simplen Jungs Michi Rauer und Carlo Wittek jetzt die Bühne für „Leo Fairi", den Reggae-Hip-Hop-Sänger freigeben müssen. Während die drei Jury-Mitglieder in Köln sich in ihre Designersessel fallen lassen, laufen die fünf Lörracher Juroren Marc Trautmann, Thomas Bundschuh, Alexander Junkov, Tobias Auffenberg und Christoph August durch den Saal, mischen sich unter das Publikum, fühlen sich in die Musik hinein und lassen sich treiben im Sound der Nachwuchsrocker.

21 Uhr: Erste Werbepause für die Superstars und das Ende von Leo Fairiis Auftritt in Lörrach. Eine Zugabe spielt er noch, den Titel „Fly away" und die Hände des Publikums bewegen sich im Takt der Musik. Nach kurzer Umbaupause entert die Ska-Band „Rather different" die kleine Bühne, während sich ein Sternchen in Köln die böse Kritik von Dieter Bohlen anhören muss. Das Publikum in Köln muss sitzen, obwohl die Swing-Musik zum Tanzen animiert. In Lörrach wird zeitgleich richtig gepogt.

21.45 Uhr: Dritte Werbepause in Köln und die vierte Band namens „Imago" auf der Lörracher Bühne. Lena Knobloch, die Frontfrau der Rockband, gibt alles und erntet mit ihren Mannen einen Riesenapplaus, bevor sie die vier Amerikaner von „Too many times fallen" ablösen. Die rockten mit rotzfrechen Grungerhythmen. In Köln sitzt das Publikum wie angenagelt da, während in Lörrach das Publikum mittlerweile die Bühne besteigt und Stage-diving betreibt.

23.45 Uhr: Superstarkandidat Daniel ist rausgeflogen. In Lörrach ist der Wettstreit noch voll im Gange. Die letzte Band „Nailway" überzeugt mit harten Gitarrenriffen und dumpfen Bassschlägen.

0.15 Uhr: Die Superstarkandidaten schlafen längst in ihrer Fernsehvilla. In Lörrach verkündet Marc Trautmann das Ergebnis. Imago und Rather Different haben es in das Finale geschafft. Die vier Jungs von Too many times fallen dürfen sich über einen Sonderpreis freuen.

Kornelia Schiller




04. Februar 2006

Frühe Förderung der sozialen Kompetenz ist wichtig
Sozialer Arbeitskreis beschäftigt 140 Personen/Grüne Politiker zu Besuch

Lörrach. Die Landtagsabgeordnete Edith Sitzmann und der Grüne Landtagskandidat des Wahlkreises Lörrach, Josha Frey, konnten anlässlich ihres Besuchs im Alten Wasserwerk durch Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter die Entwicklung des sozialen Arbeitskreises (SAK) kennen lernen.

Ausgehend von der Arbeit mit Kindern in der alten Feuerwache am Burghof, konnte mit viel ehrenamtlichen Engagement und gleichzeitiger Professionalisierung ein modernes Dienstleistungszentrum für Kinder, Jugendliche und arbeitslose Menschen im alten Wasserwerk geschaffen werden. Derzeit bietet der SAK für über 140 Personen Beschäftigung an. Die Arbeit reiche heute über Gemeinwesenarbeit, Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose bis hin zu Qualifizierungsprogrammen für jugendliche Arbeitslose und Förderschüler, so Jürgen Wiesenhütter.

Die grünen Besucher zeigten sich besonders beeindruckt vom Einsatz arbeitsloser Jugendlicher beim Aus - und Umbau des alten Wasserwerks, was sie als beispielhaftes Projekt lobten. Der Förderung der sozialen Kompetenz im Kinder - und Jugendalter komme in Zukunft eine besondere Bedeutung zu, ist sich der grüne Landtagskandidat Josha Frey sicher.

Der zunehmende Verlust von familiären Unterstützungsstrukturen könne häufig nicht durch Schule oder Ausbildungsplatz kompensiert werden, so dass familienexterne Hilfen nötig seien.

Erfreut nahm Landtagskandidat Frey zur Kenntnis, dass der Soziale Arbeitskreis in seinem Leitbild die Frage der Menschenwürde der Diakonie ganz oben stehen hat, da die Ökonomisierung der Gesellschaft immer mehr ethische Fragestellungen verdränge.

Mit auf den Weg nahmen der grüne Landtagskandidat und die Freiburger Landtagsabgeordnete die noch offene Frage des Geschäftsführers, wer für jugendliche ALG 1-Bezieher zuständig ist. Es sei immer noch offen, wer bei dieser Zielgruppe für die Finanzierung der sozialen, schulischen und beruflichen Qualifikation die Federführung übernehme. Jürgen Wiesenhütter konnte der Landtagsabgeordneten Sitzmann allerdings versichern, dass die Zusammenarbeit mit der GAL hervorragend funktioniere.




04. Februar 2006

Damit die Freizeit ausgefüllt wird
SAK-Programm für Alltag und Ferienzeit / Taschen designen, Kanukurzurlaub, Wasserwerksfest

LÖRRACH (lia). Gegen aufkommende Langeweile im Alltag und in den Schulferien hat das SAK-Jugend- und Kulturprogramm des Alten Wasserwerkes willkommene Alternativen parat. Eric Bintz, Leiter des Bereichs Jugend, hat sich wieder richtig ins Zeug gelegt, um Kursleiter für attraktive Kurse für Kinder und Jugendliche zu finden. Vom Taschendesignen bis hin zum abenteuerlichen Kanukurzurlaub ist so einiges dabei.

Eine Tasche aus Lkw-Plane selbst designen, so wie es die Gebrüder Freitag seit Jahren tun und damit nicht nur in der Schweiz Kultstatus erreicht haben, können Jugendliche ab 13 Jahren unter der professionellen Anleitung von Christine Mönch. Wem die Lörracher Taschendesigner bisher kein Begriff sein sollten, der sei an die Stimmen-Taschen erinnert, die Mönch alljährlich für das Festival in limitierter Auflage fertigt.

Nachdem der Salsa-Tanzkurs in der vergangenen Saison der Kursrenner war, wird es im Frühjahr-/Sommerprogramm des SAK einen Anfänger- und einen Fortgeschrittenenkurs geben. Als weiterer Tanzkurs wird HipHop-Dance angeboten. Die Teilnehmer studieren in diesem Kurs eine Choreografie ein, die sie dann beim “Wasserwerkfest” zusammen präsentieren werden.

“Trainier deine Stimme” heißt der Kurs, den Rahel Krasker anbietet. Die Studentin aus Freiburg kennt sich aus mit Musik, Jazz ist einer ihrer Studienschwerpunkte. Die Kursteilnehmer sind aufgefordert ihr Lieblingslied mitzubringen, das sie gern performen möchten. Unter professioneller Anleitung werden sie zusammen mit Rahel an 6 Terminen à zwei Stunden ihre Stimme trainieren, und am Ende selbst den Song auf CD aufnehmen. Auch für die Computerfreaks ist wieder einiges geboten. Für alle die, die sich für alternative Betriebssysteme interessieren, können im Kurs “Linux Erstkontakt” den Umgang mit diesem System erlernen. Außerdem wird ein Internetkurs angeboten und natürlich steht das Internetcafé im SAK für alle die, die gern, viel und billig surfen wollen, zur Verfügung. Eine halbe Stunde surfen kostet 50 Cent.

Wer gern auf Reisen geht und Abenteuer erleben will, der sollte sich bei den diversen Freizeiten anmelden. Die Skifreizeit auf der Diesslin-Hütte am Belchen ist Jahr für Jahr Spaß pur. Allerdings sollten die Jugendlichen mehrere 50-Cent-Stücke in der Tasche haben, denn eine warme Dusche kostet genauso viel. Bei der Kanufreizeit wird es wieder nach Frankreich gehen. Lagerfeuerromantik und Grillspaß sind natürlich garantiert.

“Das Quereinsteigen in die Kurse oder kurzfristige Anmeldungen sind natürlich generell möglich” , so Eric Bintz. Anmeldungen und weitere Informationen unter: www.alteswasserwerk.de oder 07621/9279250




03. Februar 2006

Gesucht und gefunden
„Talente- Tausch- Börse“ gut angelaufen
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

Lörrach (was). Das erste Treffen der „TalenteTausch-Börse" am Dienstag ist auf großen Zuspruch gestoßen.

Über 40 Menschen kamen am Nachmittag ins Max-Josef-Metzger-Haus auf dem Salzert, um sich über die private Bürgerinitiative zu informieren. Die Ansprechpartnerinnen Brigitte Braml und Uschi Weldle konnten 27 Anmeldungen entgegennehmen. Mit 21 Teilnehmern kommt die Mehrheit vom Salzert, doch auch Lörracher aus anderen Stadtteilen sind mit dabei, sowie aus Weil am Rhein und der Schweiz. Sabine Heitzmann vom SAK erklärte das Konzept. Wer seine Fähigkeiten anbieten und Dienste anderer in Anspruch nehmen will, meldet sich kostenlos an und erhält eine Tauschkarte.

Auf dieser wird die geleistete und in Anspruch genommene Arbeit in Form von Tauschpunkten verzeichnet wobei man nicht auf den direkten Tausch zwischen zwei Personen angewiesen ist. Richtwerte sind 20 Punkte pro Stunde.

Häufig werden Fremdsprachenunterricht, kleinere Reparaturarbeiten, Gartenpflege, aber auch selbst gestrickte Socken und die Vermittlung von Computer- oder Internet-Kenntnissen gesucht oder angeboten. „Manche Tätigkeiten, die für die einen selbstverständlich sind, sind es für andere nicht", betonte Heitzmann.

„Wir sind gespannt, wie es weitergeht", so Uschi Weldle. Die Organisatoren planen ein zweites Treffen in den nächsten Wochen. Denn die Börse soll neben der Talentvermittlung, die auch telefonisch oder per Internet koordiniert wird, einen weiteren Zweck erfüllen: Das Zusammengehörigkeitsgefühl auf dem Salzert stärken.

Informationen unter www.loerrach-salzert.de , bei Brigitte Braml, Tel. 3259 und Uschi Weldle, Tel. 46228




02. Februar 2006

Südbaden sucht Schülerband 2006
Sechs Bands aus der Region treten im Alten Wasserwerk Lörrach bei der Vorausscheidung zum zweiten Music- Star(t)- Contest an

Vier Vorausscheidungen und ein großes Finale - beim zweiten Music-Star(t)-Contest 2006 messen sich Schülerbands aus ganz Südbaden. Los ging's in Neuenburg. Das nächste rockige Vorrundenspiel geht am Samstag, 4. Februar, von 19 Uhr an im Alten Wasserwerk in Lörrach über die Bühne. Sechs Bands aus der Region treten dort an, um sich fürs Finale am 8. April in Neuenburg zu qualifizieren:

Simple (Alternative Rock, Spielzeit: 19.30 Uhr) wurde Ende 2004 von Michi Rauer (drums) und Carlo Wiitek (git,voc) gegründet. Ihr Vorsatz war und ist, ihr Ding durchzuziehen. „Wir machen einfach was wir wollen." Ruhige Parts treffen da des öfteren auf Schreie oder schräge, dissonante Harmonien. Das ist auch für den Zuhörer eine Herausforderung. Aber bei den Konzerten 2005 seien nach den Auftritten immer einige auf die Musiker zu gekommen, um mit einem Schulterklopfen und respektvollem Gesichtsausdruck Lob zu zollen. Und darum geht es den beiden auch: „Wir wollen keine Band für jedermann sein. Wir spielen Musik von Herzen für alle, die etwas neues, anderes suchen. Wir sind auf der Suche. Wir werden es immer sein!"

Leo Fairii (Ethno-HipHop, 20.15 Uhr) ist der Künstlername eines 19-Jährigen aus Zell im Wiesental. In seinen Liedern, die der junge Mann alle selbst geschrieben hat und von Musikern aus seinem Freundeskreis begleitet werden, reist Rap durch die Welt der Musik. Auf der Bühne wird Leo meist von Arik Nudelman an der Geige und Nikita Berzin am Saxophon unterstützt. Neben dem selbst organisierten Benefizkonzert „Hip Hop für Afrika" war das Trio auch am ukrainischen Abend im Alten Wasserwerk und beim ersten „Music-Start-Contest 2005" in Neuenburg vertreten. Im Herbst hat Leo Fairii eine neue Demo-CD aufgenommen.

Rather different (Ska, 21 Uhr) gibt es seit Anfang 2005. Die Band spielt Ska mit Einflüssen von Reggae über Punk, bis hin zu Funk und vielem mehr. Sie bezeichnet sich als sehr experimentell und möchte sich noch nicht auf eine Stilrichtung festlegen. Im vergangenen halben Jahr hat Rather Different eine eigene CD mit 11 Liedern aufgenommen. Jedoch nicht im Tonstudio, sondern im Proberaum - was ein sehr großer Aufwand gewesen sei, da jedes Instrument einzeln aufgenommen und abgemischt wurde. Etwa 100 CDs seien schon verkauft. „Die Einnahmen brauchen wir um unsere Ausrüstung abzubezahlen", sagt die Band. Nach mehreren Konzerten, darunter drei größeren Auftritten, hat die Band zwischendurch eine Pause eingelegt, um neue Lieder zu schreiben.

Imago (Rock/Hardrock, 21.45 Uhr) spielt eigene durchkomponierte Songs, die harmonisch und rhythmisch sehr experimentell sind. Prägnante Elemente sind die ausgebildete Stimme der Sängerin, sowie das klassisch gespielte Piano. Die Musik wird vor allem durch die Stilrichtungen Rock, Funk und Psychedelic beeinflusst, enthält bei manchen Songs aber auch leichte Metal Einflüsse. Da die Musik in keine Kategorie richtig hineinpasst, könnte man sie, falls man sie klassifizieren möchte, „Indie-Rock" nennen.

To Many Times Fallen (Alternative Rock, 22.30 Uhr) wurde im September 2004 gegründet und bezeichnet seinen Stil als Hard Rock/Hard core/Punk. Die fünf Mitglieder in der Besetzung drei Gitarren, Bass und Schlagzeuge spielen jedes Wochenende zusammen, haben schon 32 Lieder geschrieben und fünf Livevorstellungen gehabt. Bisweilen spielt die Band auch in verschiedenen Jugendzentren. Im April wollen die fünf, allesamt Schüler einer internationalen Schule im Schwarzwald, ihre erste Demo-CD aufnehmen. Bis zum Schulabschluss in zwei Jahren wollen sie auf alle Fälle zusammen bleiben.

Nailway (Stoner-Rock, 23.15 Uhr) wurde 2003 gegründet und hatte schon mehrere Auftritte, beispielsweise im Alten Wasserwerk Lörrach, in Freiburg am Motivent, in Müllheim an den Thundernights und in Erfurt. Die Besetzung: Wilhelmus Bevensee, Gesang und Effektgitarre (19), Matthias Gleibs Bassgitarre(16), David Büchner Leadgitarre (25), Daniel Abel(17) Sologitarre und Alexander Breyer(17) Schlagzeug.




03. Februar 2006

Erst heiße Bälle, dann kühle Bäder
Im Alten Wasserwerk können Fußballfans alle Spiele der Weltmeisterschaft sehen / Dazu gibt´ s Kultur und Kulinarisches
Von unserer Redakteurin Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. Mit dem Anpfiff fürs erste Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft brechen im Alten Wasserwerk turbulente Wochen an. Geht es nach den Verantwortlichen in dem Kinder- und Jugendzentrum, dann treffen sich für die Dauer der Spiele am Berliner Platz die Fußballbegeisterten aller Nationen und aller Altersstufen.

Unter dem Motto “heiße Bälle, kühle Bäder” soll es möglich sein, locker zwischen dem benachbarten Freibad und den Übertragungen hin- und herzupendeln, sich also nach einem erregenden Spiel gleich wieder eine Abkühlung zu verschaffen.

Alle Spiele, sagt Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter, werden übertragen, und zwar auf eine Großleinwand und diverse kleinere Schirme. Die Übertragungen finden in Räumen statt, drumherum und draußen soll laufend ein buntes Begleitprogramm stattfinden. An Konzerte und andere Kulturbeiträge ist gedacht, außerdem an Kulinarisches, beides am liebsten abgestimmt auf die jeweiligen Spiele - also im Idealfall eine Schweizer Band und französisches Essen (oder umgekehrt), wenn das Spiel Schweiz gegen Frankreich übertragen wird. Außerdem sollen die Gäste sich rund ums Wasserwerk bei Kicker-, Tippkick- oder Computer-Turnieren austoben können.

Viele Details, sagt Wiesenhütter, seien noch zu klären, auch Helfer und Mitwirkende (Bands, Köche, Organisatoren...) werden noch gesucht. Ein paar ganz wichtige Schritte sind aber schon getan. Das Wasserwerk kooperiert für das Projekt mit der Stadt, Thomas Wipf (Fachbereich Jugend, Schule, Sport) hat die Genehmigung bei der Fifa eingeholt, so dass der Sache rechtlich nichts im Wege steht. Das Wasserwerk-Team hat sich auf heiße Wochen eingestellt. Am liebsten hätte Jürgen Wiesenhütter vom 9. Juni bis zum 9. Juli ein “großes geselliges Miteinander rund um den Fußball” mit ganz vielen Nationen und allen Generationen. Es sei ja so viel schöner, die Spiele gemeinsam zu verfolgen und “Freud und Leid ” zu teilen.

Die Rechtslage rund um die Übertragung der WM-Spiele ist nicht unkompliziert, so dürfen vor Ort keine Sponsoren mit ins Boot. Für das Kulturprogramm rundum gelte dies freilich nicht, so Wiesenhütter. Hier sei man sogar auf Geldgeber angewiesen, zumal man etwa noch Fernsehgeräte und Kickerspiele anschaffen müsse. Ein Eintritt, auch dies ist vorgegeben, darf für die Übertragungen nicht verlangt werden, so ist der Zugang zum Wasserwerk in den WM-Wochen jederzeit frei.

Nicht verdrängt werden ausdrücklich die bekennenden Fußball-Muffel: Es wird in den WM-Wochen auf dem Gelände des Alten Wasserwerks, so Wiesenhütter, auch eine “fußballfreie Zone” geben.

Wer Interesse hat, als Helfer dabei zu sein, zu kochen, ein Turnier zu veranstalten, ein Konzert oder ein anderes Kulturereignis beizusteuern, kann sich unter “veranstaltungen@sak-loerrach.de” oder unter 07621 - 927 912 melden.




01. Februar 2006

Salzert: große Resonanz auf Tauschbörse

Lörrach (was). Beim ersten Treffen der "Talent-Tausch-Börse" im Max-Josef-Metzger-Haus herrschte reger Zulauf. Dutzende waren gestern gekommen, um ihre Talente anzubieten oder Gesuche aufzugeben.

Sabine Heitzmann vom SAK, die die private Initiative begleitet, war über das zahlreiche Erscheinen "überrascht und erfreut". Brigitte Braml und Uschi Weldle nahmen die Anmeldungen entgegen, zu denen sich auch viele ältere Menschen entschlossen hatten. Das Treffen sollte auch die privaten Kontakte unter den Salzert-Bewohnern fördern. Dies ist gelungen, entwickelten sich doch angeregte Gespräche (wir berichten noch).




26. Januar 2006

SAK: Von Salsa bis zum Kanufahren
Von Verena Wehrle

Das SAK im alten Wasserwerk bemüht sich immer ein aktuelles Programm für Kids und Jugendliche auf die Beine zu stellen. Salsa, Gesangkurse, Ski- und Kanufreizeiten: Neben den immer sehr gut besuchten Konzerten bietet das SAK auch zahlreiche Workshops und Kurse an. Das neue Programm für Frühjahr und Sommer 2006 liegt nun auf:

In den Osterferien wird vom 18. bis 21. April jeden Tag etwas für Jugendliche von 12 bis 15 Jahren geboten sein. Ein Kurs in dem Taschen aus Lkw-Planen gefertigt werden, beginnt in der nächsten Woche.

Trainiere deine Stimme, heißt es ab 8. Februar, wenn Jugendliche unter Leitung von Rachel Kraska ihren Lieblingssong auf CD aufnehmen. Der Salsa-Tanzkurs lief im letzten Jahr bombastisch, so Eric Bintz, der Verantwortliche der Abteilung Jugend im Alten Wasserwerk. Dieses Jahr kann ab dem 24. Januar Salsa getanzt werden.

Die Teilnehmer des Hip-Hop-Dance ab dem 31. Januar können ihre eigene Choreographie lernen und diese auch am Wasserwerk-Fest am 20. Mai aufführen.

Ein außergewöhnliches Abenteuer bietet die Kanufreizeit vom 25. bis 28. Mai, bei der die Teenies auf dem französischen Fluss Ognon ihren Spaß haben werden.

Die Kletterwand wird am 5. März mit einem Kletteropening für alle die Lust haben sich auszuprobieren eingeweiht. Das Internetcafé im Alten Wasserwerk hat auch weiterhin für alle Altersstufen geöffnet. Infos auf der Homepage www.alteswasserwerk.de oder bei Eric Bintz, Tel.




25. Januar 2006

Biete Stricken, suche Jäten
Die Talenttauschbörse auf dem Salzert lädt kommenden Dienstag zu einem ersten Treffen ein
Von unserer Mitarbeiterin Regine Ounas-Kräusel

LÖRRACH Die Talenttauschbörse auf dem Salzert geht an den Start: Am Dienstag, 31. Januar, laden die Initiatoren zu einem “Talenttauschtreffen” ein. Dort können sich Interessierte bei Kaffee und Kuchen über die Börse informieren. “Unsere Zielgruppe sind die Bewohner des Salzert, aber alle Bürger sind willkommen” , sagt Sabine Heitzmann vom Stadtteiltreff.

Eine Hand voll engagierter Bürger entwickelte die Idee, eine Talenttauschbörse einzurichten, bei der Stadteilkonferenz. Sie werden die Börse mit Unterstützung des Stadtteiltreffs auch organisieren. Die Idee dahinter: Jeder bietet über die Tauschbörse eine Arbeit an, die er beherrscht und zu der er Lust hat. Andere können diese Hilfe in Anspruch nehmen und ihre “Talente” selbst anbieten. Bisher hätten Menschen bereits Hilfe rund um den Computer und das Internet, Gartenarbeiten und kleine Reparaturen im Haus, einkaufen und Socken stricken angeboten. Abgerechnet wird ohne Geld: Wer mit machen will, meldet sich kostenlos als Mitglied an. Dann erhält er ein Konto mit 50 Tauschpunkten als Startkapital. Wer eine Arbeit ausführt, bekommt Punkte gut geschrieben. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, bekommt Abzug.

Einen Raum als Anlaufstelle hat die Tauschbörse bisher nicht. Daher organisieren Brigitte Braml und Uschi Weldle zunächst alles von zu Hause aus. Wer Mitglied werden will, meldet sich bei ihnen an. Bei den beiden Frauen kann auch jeder Angebot oder Bedarf in eine Liste eintragen lassen. Auch über die Internetseite www.loerrach-salzert.de kann man sich anmelden, Angebot oder Bedarf in eine Liste eintragen. Formulare und Listen liegen in Kindergarten und Grundschule, im Jugendtreff und im Max-Josef-Metzger-Haus, im Gemeinschaftshaus der Wohnbau und der Praxis Dr. Wilking aus.

Das Grundprinzip der Talenttauschbörse liegt im Geben und Nehmen. Das Angenehme daran: Niemand steht unter Druck, sich bei seinem Helfer direkt zu revanchieren. Da über die Tauschpunkte abgerechnet wird, kann er auch später einem ganz anderen Menschen helfen. Um die Unkosten für Telefon, Internet und Flyer zu decken, werden jedem Mitglied im Monat drei Tauschpunkte dafür in Rechnung gestellt. Außerdem freuen sich die Initiatoren über Spenden.

“Viele Menschen haben Angst, dass sie nichts beitragen können” , hat Brigitte Braml im Gespräch mit Bekannten festgestellt. “Gerade ältere Leute denken nicht daran, wie wertvoll es ist, wenn sie Kindern Märchen oder Geschichten von früher erzählen” , meint sie. Auch ganz unspektakuläre Arbeiten seien oft eine wertvolle Hilfe, ergänzt Ruprecht Helms, der die Internetseite für den Salzert entwickelt hat: “Viele Leute halten das, was sie können für selbstverständlich. Aber andere sind froh, wenn einer das macht.”

Kontakt: Brigitte Braml, 3259, Uschi Weldle, 46228. Bei Fragen zur Internetseite Ruprecht Helms,169916. Talenttauschtreffen am Dienstag, 31. Januar 06, 16 Uhr im Max-Josef-Metzger-Haus, Röttelnblick 4, Lörrach-Salzert..




21. Januar 2006

Moderne Nachbarschaftshilfe
Salzert organisiert „Talente- Tausch- Börse“

Lörrach (was). Babysitter oder Hobby-Gärtner gesucht? An einer „Talente-TauschBörse" kann man seine Fähigkeiten zur Verfügung stellen und von denen anderer profitieren. Engagierte Salzert-Bürger haben diese moderne Form nachbarschaftlicher Hilfe jetzt auch in Lörrach ins Leben gerufen. Am 31. Januar findet das erste Talente-Tausch-Treffen statt. Dort kann man sich informieren, Partner kennenlernen, Angebote austauschen.

Interessierte werden zwar auch über Telefon oder Internet www.loerrach-salzert.de fündig, doch das Treffen soll vor allem Älteren die Schwellenangst nehmen.„Viele trauen sich nicht zu, Sinnvolles zu leisten", so Mitiniatorin Brigitte Braml. Sie ist mit Uschi Weldle für die telefonischen Anmeldungen zuständig, Ruprecht Helms zeichnet für die Internetseite verantwortlich.

Abgerechnet wird nach einem Punkte-System. Nach der kostenlosen Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine Tauschkarte mit 50 Punkten Startkapital. Darauf werden die erworbenen und in Anspruch genommenen Punkte eingetragen, als Richtwert gelten 20 Punkte pro Stunde.

Die Idee zu dieser privaten Initiative, die vom SAK begleitet wird, entstand während der Stadtteilkonferenz.

Die Börse steht allen offen, soll aber vor allem „das nachbarschaftliche Zusammenleben auf dem Salzert stärken", so Sabine Heitzmann vom SAK. Schon jetzt besteht eine breite Palette an Anmeldungen: von Sockenstricken über den Computerbereich bis hin zu Gartenarbeiten - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Talente-Tausch-Treffen: Dienstag, 31. Januar, ab 16 Uhr im Max-Josef-Metzger-Haus. Broschüren und Formulare liegen in Institutionen und Geschäften auf dem Salzert aus.

Ansprechpartner: Brigitte Braml, Tel.: 07621 / 3259; Uschi Weldle, Tel.: 07621 / 46228




2. Change „lö“ Sens mit Samadhi (Lö) und Gaoubada (Sens) im SAK Wasserwerk

Nach fünfstündiger Probe mit der Band Gaoubada präsentierten die beiden Bands, was alles möglich ist, wenn 11 Jugendliche aus 2 Ländern aufeinander treffen: Klasse Musik, einzigartige Stimmung und somit volles Haus. Außerdem präsentierte Samadhi ihre neue CD „mondovojagô“ und das Projekt, zur Unterstützung des Friedensdorfes San José in Kolumbien, erzielte eine Spende von 430,-€.




Bild: Samadhi und Gaoubada teilen sich die Bühne




13. Januar 2006

Wer will, der darf - Angebote des SAK
“Kommen und Mitmachen” : Das Kinderhaus ist nachmittags für alle offen / Jeden Tag Workshops

LÖRRACH (seh). Kinder können “Kommen und Mitmachen” : Von Montag bis Donnerstag ist das Kinderhaus des Sozialen Arbeitskreises während der Schulzeit nachmittags für sie geöffnet. Sie müssen sich weder anmelden noch müssen sie etwas bezahlen. Auf dem Spielgelände und im Kinderhaus wird jeweils von 15.30 Uhr bis 17 Uhr gewerkelt und gelesen, gequatscht, geforscht, gespielt. Jeden Tag gibt es außerdem ein offenes Angebot, zu dem jeder jederzeit dazustoßen kann.

Dieses Angebot wechselt vierteljährlich, das neue, das am 16. Januar beginnt, endet am 30. März. Nach den Osterferien geht es dann mit neuen Angeboten weiter. Montags gibt’ s von der kommenden Woche an eine angeleitete Fahrradwerkstatt, in der kleine Reparaturen und Verschönerungen vorgenommen werden können, dienstags gibt’ s Abenteuerspiele und Kreativangebote, “wilde Spiele” oder interessante Basteleien. Den Mittwoch hat das SAK-Kinderbüro zum “Überraschungstag” erklärt. Was da läuft, wird vorher nicht verraten, sagt Birgitt Kiefer, die das Büro leitet. Es sei aber immer ein besonders attraktives Angebot, etwa ein kleiner Ausflug, gemeinsames Kochen oder ein Lagerfeuer. Am Donnerstag schließlich dürfen sich die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren in der Holzwerkstatt betätigen.

Zusätzlich zu den offenen Angeboten, zu denen jeder sich spontan dazugesellen kann, gibt es Workshops, zu denen sich die Kinder verbindlich anmelden und die sie auch mit je 15 Euro pro Vierteljahr bezahlen müssen. Montags bietet Anne Schlag einen Theaterworkshop an, dienstags arbeiten die Kinder unter Anleitung eines Profis mit Pappmachee, mittwochs werden leckere und gesunde Gerichte gekocht. Der Donnerstagsworkshop ist bereits ausgebucht.

Zu den Workshops können Kinder sich noch bis zum 20. Januar unter 07621/ 927 915 anmelden.

Seit September vergangenen Jahres gibt es das Quartalsangebot des SAK-Kinderbüros. Außerdem bietet das Büro ein Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung an, dieses Angebot aber ist vollständig ausgebucht.




12. Januar 2006

Viele Kinder warten auf Betreuung am Nachmittag
SAK-Aufgabenbetreuung ausgebucht / Sozialer Arbeitskreis mit neuem Quartalsprogramm

Lörrach (ndg). Innerhalb kürzester Zeit war die neue Gruppe des Sozialen Arbeitskreises (SAK), die von Montag bis Donnerstag bei den Hausaufgaben betreut wird und ein Mittagessen im Alten Wasserwerk erhält, mit 23 Kindern ausgebucht. Das erklärte Birgitt Kiefer, die Leiterin des SAK-Kinderbüros, gestern gegenüber unserer Zeitung. Derzeit stehen sieben Kinder auf der Warteliste. Außerdem gehen laut Birgitt Kiefer immer wieder telefonische Anfragen für diese Gruppe ein.

Es gibt in Lörrach einfach zu wenige Plätze, so die Leiterin des SAK-Kinderbüros. Liebend gerne würde der SAK die Gruppe auf 35 Kinder aufstocken. Doch das ist teuer, und auch beim Sozialen Arbeitskreis sind die finanziellen Mittel knapp. Ohne zusätzliche Kraft aber sei der Aufwand nicht zu bewältigen, so Kiefer. Dennoch verfolge der SAK weiterhin das Ziel, diese Gruppe zu vergrößern.

Möglichkeiten bietet der SAK im Alten Wasserwerk allerdings auch losgelöst von der Gruppe Aufgabenbetreuung und Mittagessen. Ohne Anmeldung und ohne Kosten können Kinder von sechs bis zwölf Jahren von Montag bis Donnerstag zwischen 15.30 und 17 Uhr auf dem Gelände spielen, werkeln, lesen, quatschen . . .

Zudem gibt es jeden Tag ein anderes offenes Angebot. Montags können in der Fahrradwerkstatt kleinere Reparaturen oder Verschönerungen am eigenen Fahrrad unter Anleitung ausgeführt werden. Dienstags gibt es Abenteuerspiel/Kreativangebot mit wilden Spielen oder interessanten Basteleien.

Der Mittwoch ist der Überraschungstag mit kleinen Ausflügen, Kochen, Lagerfeuer und ähnlichem. Donnerstags kann in der Holzwerkstatt gewerkelt werden.

Daneben bietet der SAKWorkshops, dann allerdings mit Anmeldung unter (07621/92 79 15) und einem Beitrag von 15 Euro pro Aktivität, ebenfalls für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Montags ist Theatertag. Am Dienstag wird unter Anleitung eines Profis mit Pappmachee gearbeitet. Mittwochs ist Kochen angesagt. Dann wird Leckeres gebruzzelt. Bereits ausgebucht ist der Donnerstag-Workshop - Karate/Taekwon-Do.

Anmeldungen für die anderen Kurse sind noch bis 20. Januar möglich.